Anke Schmidt - Das Erwachen der Raben

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"Butterkuchen?", Beatrice hielt Claudia die Platte hin.
"Danke." Sie griff beherzt zu. «Butterkuchen ist schließlich ein Muss bei Beerdigungen.»
Nach dreißig Jahren begegnen sich fünf Frauen erstmals wieder, die in ihrer Kindheit eng miteinander verbunden waren. Damals endete ein Streich mit dem Tod eines der zwölfjährigen Mädchen. Damit war der Clan der Raben zerschlagen. Über das Ereignis haben alle geschwiegen und jede versuchte, mit ihren Schuldgefühlen zu leben. Bei dem Wiedersehen in ihrem Heimatdorf Eichenstövel wird nicht nur ein Geheimnis enthüllt, das ihnen die Augen öffnet. Sie erwachen aus dem zerstörerischen Schweigen und gestalten ihr Leben neu.

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6

Astrid stand an der Fensterfront ihres Penthouses und schaute über den Hudson River auf die Lichter der Stadt. Ihr gefiel die Aussicht. New York war ihre Stadt, in der ihr Art Déco Gebäude wie das Chrysler Building, aber auch der Beaux-Arts-Stil der Public Library gefielen. Als Architektin spielte sie häufig in Gedanken durch, wo und wie sie Gebäude nach ihren Entwürfen erbauen lassen würde, doch vorher musste abgerissen werden, damit Neues entstehen konnte.

Wenn mit der Kraft des Sprengstoffes Riesen einstürzten und nur ein Haufen Schutt übrig blieb, barg dies eine Schönheit in sich. Nicht weniger mochte sie die Abrissbirne. Wie die Stahlkugel gegen das Mauerwerk prallt, Glas zersplittert, Holz zerbirst und Ziegel hinab fallen; Stück für Stück fegt sie alles hinfort, was Architekt und Handwerker einst erschufen. Das Leben spielte nach uralten Regeln.

Ihre Vorliebe für Fenster hatte Astrid von ihrer Mutter mit auf den Weg bekommen. Schon in den Tagen bevor der Vater heimkommen sollte, war die Mutter aufgedreht, summte am Frühstückstisch Schlagerlieder und erzählte Astrid, was sie Drei unternehmen würden, von dem Picknick, das sie plante, bis hin zu dem Ausflug in den Vergnügungspark. Als kleines Mädchen hatte sie noch daran geglaubt.

Astrid spreizte ihre Finger und legte ihre Hand auf die Scheibe, so wie es ihre Mutter getan hatte. Stunde um Stunde hatte ihre Mutter ausgeharrt, als könne sie ihn herbeiwünschen. Und das kleine Mädchen zog am Rock der Mutter, zerrte an ihrer Hand, umklammerte ihr Bein, als alles Betteln, sie möge doch reden, nichts geholfen hatte.

Das Telefon klingelte. Es meldete sich der Portier, der Astrid darüber informierte, dass das Taxi wartete. Astrid nahm ihre Reisetasche. Sie packte nie viel ein, was fehlte, kaufte sie unterwegs.

Auf der Fahrt zum Flughafen ließ sie den Fahrer vor einem Chinaimbiss stoppen. Wang kochte die beste Nudelsuppe der Stadt. Astrid durchquerte den Laden und benutzte den Hinterausgang, der auf einen von Mülltonnen zugestellten Hof führte. Spider wartete auf der anderen Seite des Zauns. Mit seinem Klappergestell schien er keinem Windhauch standhalten zu können, aber wenn es um Heroin ging, hielt ihn nichts auf. Seine Skelettfinger reichten ihr durch den Maschendraht ein Stück Gold. Astrid nahm es in Augenschein, hielt es in das Licht der Laterne. Lopez’ Goldzahn, in der Tat.

Spider leckte über seine verkrusteten Lippen: „Shit.“ Er musste gut drauf sein, normalerweise redete er nicht.

Astrid gab ihm einen Beutel, worauf Spider verschwand, um sich einen Schuss zu setzten. Es war reiner, ungeschnittener Stoff, der selbst Zombies wie Spider den Rest geben würde. Sie würde keine Befürchtungen haben müssen, je wieder ein Wort aus seinem Mund zu hören.

Astrid strich wehmütig über das Gold. Lopez war ein Gauner gewesen, einer, der seinen letzten Dollar ins Casino brachte. Ein Mann, der immer für eine Überraschung gut war, ein fabelhafter Tänzer, trotz seines Hinkebeins. Ein Verrückter mit Talenten.

Astrid hatte ihn kennengelernt, als sie eine Jugendstilvilla besichtigt hatte, die unter den Hammer kommen sollte. Alte Häuser übten einen Reiz auf sie aus. Sie stand neben einem Piano, das noch nicht abtransportiert worden war, da trat Lopez an ihre Seite, spielte eine Suite von Shostakovich und fragte: „Wurden Sie schon einmal vergewaltigt?“

Astrid musste erst einmal überlegen, ob sie sich verhört hatte. So eine Dreistigkeit hatte sie noch nie erlebt. Lopez ließ seinen Goldzahn aufblitzen und erklärte, sein Grand-papa, ein Générale, habe ihn jeden Tag zum stundenlangen Klavierüben abkommandiert, wo er doch lieber Fußball spielen und einmal Torwart bei Real Madrid werden wollte. Da aus ihm kein tauglicher Soldat werden würde, er klopfte auf sein Bein, sollte er ein Chopin werden. Die mütterliche Linie sei in seiner Familie von Helden, Größenwahnsinnigen und Schurken bestückt. Aber von einem Erbstück, er strich über die Tasten, an das viele Familiengeschichten geknüpft seien, könne sich keiner leicht trennen, es sei denn, er sei in einer misslichen Lage. Lopez wollte ihr tatsächlich dieses Piano verkaufen, obwohl ihm weder Villa noch Mobiliar gehörten. Am Ende lud sie ihn zu einem Drink ein und so landete er in ihrem Bett und damit in ihrem Leben.

Später hatte sie ihm ein Klavier abgekauft, wer weiß, woher es stammte. Aber wenn er sich daran setzte, um zu spielen, wollte sie es auch gar nicht wissen. Mit seiner tiefen, rauchigen Stimme fing er sie ein, wenn er Lieder von Cole Porter sang. Sie hatte ihm einige Betrügereien nachgesehen, schließlich sprengte es nicht ihr Budget. Aber beim letzten Mal hatte er sich übernommen und sich mit Leuten eingelassen, die keine Nachsicht kannten und Astrid hatte er mit hineingezogen. Sie hatte ihn opfern müssen, aus Selbstschutz und um ihm ein qualvolles Ende zu ersparen.

Astrids Handy vibrierte; es war ein Anruf aus Deutschland, der über ihren Festanschluss umgeleitet wurde. Eine Nummer, die sie kannte. Das erste, was sie hörte, war Schluchzen.

Sie konnte das Gestammel gleich zuordnen. Leni rief jedes Jahr an und bedankte sich für ihr Geburtstagsgeschenk, was sicherlich Ärger mit ihrer Mutter gab, denn Katja war keine Freundin von Verschwendung. Doch ihr Geburtstag war erst am Nikolaustag.

Astrid beobachtete eine Ratte dabei, wie sie sich Hühnerfleisch aus einer der Mülltonnen angelte. Offensichtlich handelte es sich um einen Gourmet, denn sie nagte gezielt Stücke heraus, ohne sich dabei von Astrids Anwesenheit stören zu lassen.

„Mutti ist von uns gegangen.“ Endlich Worte, die sie verstehen konnte und somit hatte die Kleine wieder ihre Aufmerksamkeit.

Warum benutzten Menschen, die keine Kinder waren, Worte wie Mutti? Das gehörte verboten. Außerdem sagte kein Mensch mit Verstand über eine Tote, sie sei von ihnen gegangen. In der Regel bewegten Tote sich nicht, es sei denn sie waren wie Spider, vollgepumpt mit Gift. Sicherlich machte Spider gerade seine letzten Atemzüge. Nicht sie nahm ihm das Leben, das hatte er schon vor langer Zeit selbst übernommen. Astrid schaute in den Sternenhimmel. Offensichtlich war eine Zeit des Abschieds angebrochen.

„Das tut mir leid für dich“, sagte Astrid.

Eine weitere Flut von Schluchzern ergoss sich aus dem Hörer. Die Kleine hatte immer sehr an ihrer Mutter gehangen. Wie jemand so stark mit einer Frau wie Katja verbunden sein konnte, sich von ihr so dominieren lassen konnte, war ihr ein Rätsel. Aber die eigene Mutter war wohl etwas Besonderes. Dennoch hatte die Kleine sich im Fall von Tante Astrid gegen ihre Mutter durchgesetzt und den Kontakt gesucht. Astrid gefiel es, besonders weil es Katja missfiel. Dabei war die Kleine ansonsten die Verkörperung von Gehorsamkeit.

Nun würde Katja also bald im Familiengrab neben Karola liegen. Die Zwillinge wären wieder vereint. Der Katja von früher hätte das sicherlich nicht gefallen, aber von der war nichts übrig geblieben, stattdessen war eine Katja zum Vorschein gekommen, die zu einem Abbild ihrer Schwester geworden war. Karola, dachte Astrid, diese Scheinheilige hatte sich überlegen gefühlt.

Damals in Kindertagen hatte sich Katja wie die anderen aus der Mädchenclique häufig über ihre Schwester aufgeregt. So wie an dem Tag, als Claudia und Astrid sich die neuen Katzenbabys auf dem Hof der Zwillinge anschauen wollten. Katja kam ihnen entgegen und beschwerte sich bei den Freundinnen über Karolas Gute-Nacht-Gebete vom letzten Abend. Karola hatte die Angewohnheit, vor ihrem Bett zu knien und sich mit dem lieben Gott zu unterhalten, insbesondere über die Taten der Schwester und ihrer Freundinnen. Diese Spionin hatte ihre Ohren und Augen überall, daher wusste sie auch von den Langfingern ihrer Schwester. Dabei hatte Katja nur vor den Freundinnen ihre Geschicklichkeit beweisen wollen. Sie hatte in dem Krämerlädchen vom Verkaufstresen Kaugummis entwendet, in die Tasche gesteckt und sie dann wieder hingelegt. Von dem Zurückgeben hatte Karola dem lieben Gott nichts erzählt. Typisch Karola, diese Bazille.

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