Julie Burow - Ein Lebenstraum

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"Ein Lebenstraum" beginnt wie ein klassisch-romantischer Roman: Die Helden werden idealisiert zu fehlerlosen Musterbildern des männlichen und weiblichen Geschlechts, auch die Sprache scheint einem heutigen Leser zunächst schwer verdaulich. Dann aber entfaltet sich eine komplexe Familiengeschichte, die bei aller Zuspitzung nicht unrealistisch wirkt.

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Möchtest Du, mein süßes Kind, eine wahre Tochter sein. Lerne von ihr die Seligkeiten und Pflichten der Tochter einer wackern Bürgerfamilie. Deine Mutter verstand und übte sie auch und es war ihr heiligster Wunsch, sie Dich zu lehren.

Deine Mutter. Still’ Erinnerung, lerne schweigen, bebendes Herz! Deine Mutter war eines jener engelhaften Wesen, die nur durch eine einzige Schwäche ihre irdische Abkunft dokumentieren, durch ihre Schwäche gegen den Mann, den sie mit ihrer Liebe beglücken. O meine Leonore, nie genug kannst Du das Andenken an Deine Mutter ehren, nie genug es in Deinem Herzen befestigen. Wenn Du dort, in dem Kreise, wo Du jetzt lebt, ein hartes und liebloses Urteil über sie hört, so möge es Dich eine Wahrheit lehren, die das junge Herz sich nie früh genug zu eigen machen kann, die Wahrheit nämlich: dass im Kreise der Gewöhnlichkeit kein ungewöhnlich erhabener Charakter seine Anerkennung findet. Im Hause Deiner Großeltern existierte einst ein wohlgetroffenes Bild Deiner Mutter, frage danach und suche es Dir zu verschaffen, Du hast wohl ein Recht auf das heilige Andenken.

Leonore! Könnte ich Dir nur eins und das Eine fest einprägen, so fest, dass es in Deinen jetzigen Umgebungen durch keine Formen und Rücksichten verdunkelt und übertüncht würde. Die Liebe ist des Weibes höchste Vollendung, ihre einzige Lebensbestimmung, der Inbegriff aller ihrer Tugenden. Halte an diesem Grundsatze fest in allen Lebensverhältnissen, lass’ Dich nicht blenden durch sophistische Reden von Pflichten, die das Herz nicht begreift. Sei immer wahr gegen Dich selbst, und Du wirst den Mut haben, auch wahr gegen die Welt zu sein. Die Menschen der Alltagswelt sind mit ihren Aktionen und Reden von Tugend und Trefflichkeit viel mehr Schauspieler, als wir, die wir die Bühne zum traurigen Lebensberuf gewählt haben. –

Aber was will ich nur, mein Kind, welchen Predigerton nehme ich gegen Dich an? Sei unerfahren glücklich, gläubig froh, das ist die beste, die einzige Weisheit Deiner Jahre und Deines Geschlechts. Wenn Du Dich nach mir bangen solltest, so denke, dass, ob ich Dir auch fern bin, Dein Vater doch lebt und Dich liebt.

Arnold.«

Die Kleine faltete den Brief zusammen und legte ihn in ihr Kästchen.

»Armer, lieber Vater«, dachte sie, »von einem Leben, von seiner Gesundheit schreibt er kein Wort. Ich denke aber, nun wird Tante Selma auch endlich erlauben, dass ich ihm antworte. – Das Bild meiner armen Mutter findet sich nicht! Wo es nur ein mag? – ›Die Liebe soll des Weibes höchste Vollendung sein‹ – was meint er nur damit? Was ist Liebe überhaupt?«

Die Justizrätin war ins Zimmer gekommen und besah ernsthaft Lorchens Stickerei.

Das junge Mädchen hob das Köpfchen zu der Schwester ihrer Mutter empor und fragte, dem Strom ihrer Gedanken Worte gebend:

»Tante Selma, was ist Liebe?«

»Gott steh’ mir bei!« entgegnete die wackere Frau, »hat man jemals im Leben so etwas von einem fünfzehnjährigen Mädchen gehört!«

»Aber Tantchen, mein Vater schreibt doch –«

»Ich wollte, Dein Vater schriebe lieber gar nichts, als solchen Unsinn. Es ist eine Sünde und Schande.«

»Aber Tantchen, Du kannst mir doch wenigstens sagen, was Liebe ist, und wäre sie auch das Schrecklichste auf der Welt. Ich weiß doch, was Stehlen ist und Morden, und in der letzten Woche beim Konfirmations-Unterricht hat uns der Herr Superintendent auch erklärt, uns Mädchen allein und den Knaben wieder allein, was Ehebrechen ist, warum soll ich denn nun nicht wissen, was lieben ist?«

Die Justizrätin nahm mit zwei Fingern einige Staubkörnchen und Wollfädchen von der vollendeten Stickerei und sagte:

»Ach lieben! Lieben ist dummes Zeug. Arme Mädchen überhaupt müssen gar nicht von lieben reden, es schickt sich nicht, und daraus kommen dann solche Romanengeschichten, wie die mit Deiner sel’gen Mutter. Wenn einmal ein anständiger Mann nach Dir kommt, Lorchen, ein Mann, der sein Brot hat, der es ehrlich meint und zu Deinem Stande passt, den kannst Du dann lieben in Gottes Namen, ich liebe meinen guten Justizrat auch, bei einer verheirateten Frau ist das Pflicht und Schuldigkeit. Junge Mädchen denken nicht an solche Dinge. Geh’ in Onkels Zimmer und stäube die Möbel ab, Onkel will, dass Du das tust und nicht der Schreiber.«

»Kann ich nicht warten, Tantchen, bis der Onkel im Geschäftslokal ist?«

»Häusliche Arbeiten müssen immer zur rechten Zeit getan werden. Punkt zehn Uhr muss Onkels Zimmer ganz aufgeräumt sein, ein Viertel auf elf beginnt eine Empfangszeit!«

Die Kleine nahm die verschiedenen Wischtücher und Federbesen, welche bei der Justizrätin zum Abstäuben gebraucht wurden und ging mit jenem leisen Grauen, das sie durchaus nicht überwinden konnte, wenn sie gezwungen war, mit dem Onkel allein zu sein, an ihr Geschäft.

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Fünftes Kapitel.

Den 17. Februar war Leonorens Geburtstag, der erste, den sie fern vom Vater erlebte, der ihn stets zu einem Festtage für sein Kind gemacht. Bis zum vorigen hatte sie die Schule besucht und eine Schar lustiger Altersgenossen hatte mit ihr an dem fröhlichen Tage gespielt und sie beschenkt. Im Hause des Onkels wusste niemand davon. Die Tante war auf kurze Zeit verreist, sie machte einen Besuch bei einer der reichen adeligen Familien, deren Mandatarius Justizrat Delbruck war. Lorchen hatte ihr den ganzen Schmuck einpacken müssen. Die vielbewunderte Uhr mit dem Emailgehäuse und der Erbsenkette, auch die Brosche, die wie eine gelbe Weintraube mit goldenem Blatt aussah und das Johannisbeeren-Ohrgehänge. Die Kleine hatte alle diese Herrlichkeiten beim Packen zum ersten Mal in den Händen gehabt und mit aufrichtigem Entzücken bewundert. Der Onkel, der dabei gestanden, hatte sie leise flüsternd gefragt, ob sie auch so schöne Ohrringe haben wolle?

»Ich habe ja keine Ohrlöcher, Onkelchen«, antwortete sie lachend, »und zudem in meinen eigenen Ohren könnte ich die reizenden Dingerchen gar nicht sehen und ich sehe sie sehr gern. Sie gefallen mir über alles, denn sie erinnern mich an die Zeit, da meine sel’ge Mutter lebte und ich noch ganz, ganz klein war. Da hing ich mir auch bald Kirschen, bald Johannisbeeren so um die Ohren, dass sie unter dem Ohrläppchen gerade wie solche reizende Bommelchen aussahen.«

Der Onkel hatte bei diesen Worten sein allerhässlichstes Gesicht gemacht, das Gesicht, bei dem es Lorchen immer ganz kalt über die Haut lief.

Am Geburtstagsmorgen stand sie vor dem Spiegel und betrachtete ihr eigenes Gesichtchen. Es sah so traurig aus, dass sie selbst darüber hätte weinen können. Sie war so allein auf der Welt! Wie weit entfernt war sie vom Vater! dem einzigen Menschen, der sie recht lieb hatte, und die Mutter! O wie lange, wie lange schon schlief die den ewigen Schlaf! Sechszehn Jahre war sie alt. Ein ganz, ganz erwachsenes Mädchen. Was kannten und verstanden andere schon in dem Alter? – Kochen und Glätten, und Französisch und Oberhemden nähen. Lorchen kannte nichts als bunt sticken und Tante Selma sagte ihr jeden Tag, dass das für ein Mädchen gar nicht notwendig sei. Auch zeichnen kannte Lorchen allerdings, sie porträtierte mit bunter Kreide recht gut und hatte besonders das merkwürdige Glück, jedes Gesicht so zu treffen, dass man es auf der Stelle erkannte, und sie bossierte auch in Wachs und Ton. Seit sie aber fünf Monate bei Tante Selma war, wusste Lorchen recht gut, dass das alles gar nichts sei, und ein ordentlich genähtes Hemde viel mehr für den Wert und die gute Erziehung eines Mädchens spreche.

Sie ging ans Fenster, ein eisiger Regen schlug gegen dasselbe und die Tropfen blieben in Form kleiner Dolche und Nadeln auf den Scheiben kleben. Ein garstiger Südwestwind fegte die Straße hinauf und ließ die vom Schneewasser gebildeten Pfützen ordentlich Wellen schlagen. Wo der Schnee noch nicht zerschmolzen war, sah er wie schmutziger Sand aus, tausend Füße hatten ihn zerstampft und zertreten, und wie die Erde, so trug auch der Himmel sein hässlichstes mistfarbigstes Kleid. O einen Sonnenblick, einen einzigen Sonnenblick, Lorchen hätte für einen lachenden Sonnenstrahl einen Strahl ihres Blutes geben mögen. Sie lehnte die Stirn an die Scheiben und weinte, das Herz erzitterte in ihrer jungen Brust unter den Tränen, wie eine knospende junge Birke erzittert unter dem Schauer eines Gewitterregens. Sie setzte sich, um recht ausweinen zu können, auf den Lehnstuhl der Tante, der am Fenster stand, und drückte die heiße Stirn in seine weichen Kissen, und da geschah ihr, was Kindern oft zu geschehen pflegt, sie weinte sich in den Schlaf.

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