Julie Burow - Ein Lebenstraum

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"Ein Lebenstraum" beginnt wie ein klassisch-romantischer Roman: Die Helden werden idealisiert zu fehlerlosen Musterbildern des männlichen und weiblichen Geschlechts, auch die Sprache scheint einem heutigen Leser zunächst schwer verdaulich. Dann aber entfaltet sich eine komplexe Familiengeschichte, die bei aller Zuspitzung nicht unrealistisch wirkt.

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»Fürchtest Du mich, Mädchen?«

Sie nahm sich zusammen:

»Nein, lieber Onkel, Sie haben mir nur Freundliches und Gutes erwiesen, wie sollt’ ich Sie fürchten, aber ich glaub’, ich hab’ einen natürlichen Widerwillen, mich anfassen zu lassen. Es ist recht dumm von mir; aber wenn Sie es lieber sein lassen wollten, Onkelchen, es wäre so freundlich von Ihnen; sagten Sie doch neulich, als wir von Fröschen, Spinnen, Raupen und Mäusen redeten, solche Gefühle könne man nicht durch Verstandesanstrengung überwinden, sie lägen eben nur in den Nerven.«

»In der Tat sehr schmeichelhaft!« sagte Delbruck nun auch aufstehend, und ein finsterer grollender Blick fiel auf das arme Kind und durchzuckte sie bis ins tiefste Herz. Plötzlich aber und rasch sich überwindend, lächelte der Justizrat, fuhr mit dem Tuch über die bleiche Stirn und sagte freundlicher als je:

»Fort, kleines Mädchen, an Deine Stickerei jetzt, damit die Tante nicht schelte!« und als Lorchen zur Tür hinausgeschlüpft, setzte er Achselzuckend hinzu:

»Ich glaube, ich verfalle in schülerhafte Dummheiten dieser heillosen Naivetät gegenüber. Pah! Rom ist nicht in einem Tage gebaut.«

Oben in Lorchens Stübchen stand Tante Selma und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Großer Gott! Wie war das Kind ihrer Schwester, das arme Komödiantenkind, in der Erziehung vernachlässigt! Da hing noch an der Zimmertür das weiße Gazekleidchen vom gestrigen Ball, da auf dem Stuhle lagen die Atlasschuhe, der Blumenkranz war ohne alle Sorgsamkeit auf den Tisch geworfen. In der Tat, des Zimmerchen gemalt, hätte ein hübsches Seitenstück zu dem berühmten Kupferstich »Studentenwirtschaft« abgeben und füglich die Unterschrift:

»Mädchenwirtschaft«, tragen können. Die blühenden Blumen am Fenster, der Ballputz aller Orten, ein mächtiger, mit einem weißen Tuch etwas nachlässig bedeckter Stickrahmen in der Ecke, und an der hintersten Wand das Bettchen, noch ungeordnet, so weiß aber und so umweht von einem Hauche jungfräulicher Reinheit. Die Morgen-Schuhchen vor demselben von grünem Maroquin, klein und schmal gleich Philinens berüchtigten Pantoffelchen, und auf dem kleinen Tisch am Kopfende die Bibel, in der die Bergpredigt aufgeschlagen und das schöne Wort Christi:

»Selig sind, die reinen Herzens sind«, mit einem Rotstift angezeichnet war; alles dies bildete ein Ganzes, zwar von entzückender Eigentümlichkeit, doch keineswegs geeignet, das Herz einer ordentlichen Hausfrau zu erfreuen. Die Justizrätin war aber eine solche und zwar mit allen Eigenheiten einer kinderlosen Dame, die in der Welt keine andere Sorge und Rücksicht kennt, als die für ihre Möbel und Kleider.

»Lorchen! Mädchen! Um Gottes willen, Kind! Kind! Was soll daraus werden?« sagte sie zu der Eintretenden im Tone eines wahren Seelenschmerzes.

»Ich kann gar nicht anders, ich muss Dich sehr schelten, obgleich Du das Kind meiner einzigen verstorbenen Schwester bist, wenn Du nicht anders, ordentlicher, viel ordentlicher wirst.«

Die Tochter des Schauspielers blickte mit höchster Verwunderung um sich, sie wusste ganz und gar nicht, wie sie es machen sollte, ordentlicher zu sein.

Mit vieler Geduld zeigte Tante Selma ihr nun, in welcher Weise sie ihr Ballkleidchen falten und in ein feines bläuliches Tuch eingeschlagen, in ein Gefach des Schrankes legen müsse, sie bog die Zweige des Rosenknospenkranzes zurecht und tat ihn in den dazu passenden Karton, stäubte die Schuhe aus und hüllte sie ebenfalls in Papier, und sie tat dies alles mit dem Geschick und der Zierlichkeit einer Pariser Kammerjungfer. Lorchen sah zu und wenn sie überhaupt mit einem Gedanken an die ganze Prozedur dachte, so war es der, welchen das französische Sprichwort ausdrückt:

» Tant de bruit pour une omelette

Wie klein und wie kleinlich erschien ihr der Eifer und das Bestreben der Tante, diesen Sachen Dauer zu geben. Es schien ihr, als ob alles um sie her keine andere Bestimmung habe, als dem Augenblick und seiner Eingebung zu dienen. Eine Freude, die nicht gleichsam aus den Wolken auf sie nieder taute, war ihr keine Freude, und die Vorbereitungen für das tägliche Leben kamen ihr wie etwas zweckloses vor, weil dies alles sich ja durchaus finden müsse, weil es ja das Unerlässliche, das sich von selbst Verstehende sei. Als die Justizrätin fertig war, klopfte sie völlig zufriedengestellt dem jungen Mädchen auf das Köpfchen und sagte ganz erheitert:

»So musst Du es machen, Lorchen, gerade so wie jetzt; dann werden sich Deine Sachen lange erhalten. Wer seine Kleider ehrt, den ehren sie wieder. Immer wohlgekleidet sein, ist ein großer Vorzug an einem Mädchen, eine Tugend, eine wahre Kunst sogar. Weißt Du, dass ich mein gestriges amaranthfarbiges Kleid schon so lange habe, als ich verheiratet bin? Es war anfangs rosa, ein schöner, schwerer Stoff; als ich’s müde und matt getragen, ließ ich’s färben und moirieren und nun – aber Kind, wo hast Du die Blumen her?«

Lorchen erzählte und die Tante schüttelte den Kopf.

»Die kann kein anderer Mensch als Kandern geschickt haben, Herr von Kandern, weißt Du, mit dem Du den zweiten Walzer tanztest. Ich erzählte ihm, dass Du – hm! Lorchen, besser ist’s am Ende doch, wenn wir ihm die Blumen abschicken.«

»O nein, Tante Selma, bitte, nein! nein! Die Blumen sind so himmlisch schön, bitte, gestatte mir, sie zu behalten. Es ist, als wenn mit ihnen der ganze Frühling eingezogen wäre, als wenn der Schnee draußen nur zum Spaß fiele und der Sommer mir hier im Herzen wohne.« –

»Frau Justizrätin, der Fleischer«, sagte die Köchin, den Kopf durch die Tür steckend. Tante Selma schlüpfte hinaus, ihre häuslichen Geschäfte zu besorgen. Die Blumen waren von ihr vergessen!

картинка 4

Viertes Kapitel.

Vierzehn Tage später saß Lorchen am Fenster der Wohnstube. Vor ihr stand der Stickrahmen, aber sie hatte sich nur über denselben gebeugt und betrachtete das Blumengewinde, das ihre Hand in der Tat mit Geschmack und Geschick auf dem dunkeln Grunde hervorgerufen hatte. Wie wenig glich es dem, was sie hatte arbeiten wollen. Wie ein Blütenstrauß aus Edensgarten hatte ihr die Zeichnung vorgeschwebt, als sie sie mit wenigen Kreidestrichen auf das Tuch geworfen. Jetzt sah sie Wollfäden grob und bunt, nur wenn sie weit zurücktrat, fand sie in dem vollendeten Werk einen Schimmer von dem, was sie zu schaffen sich vorgesetzt hatte. Sie seufzte leise.

»Ist es mit allem so, was man im Leben auszuführen versucht? Wie oft von meiner frühsten Kindheit an, ist mir’s wie heute gegangen?« –

Lorchen war eine geschickte und geniale Zeichnerin, und Stickereien von ihr in bunter Wolle und Seide waren vor Jahren schon in einer Kunstausstellung gewesen, mit einem daran gehefteten Zettel:

»Angefertigt von der zehnjährigen Leonore Arnold, Tochter des Schauspielers Arnold in Breslau.«

Sie gedachte jener Tage und das Bild ihres Vaters trat plötzlich mit einem Glanz vor ihre Seele, der ihr geistiges Auge blendete.

Sie hatte ihm lange, lange nicht geschrieben, seit dem Tage vor dem Balle nicht, sein letzter Brief lag noch unbeantwortet in ihrer Brieftasche. – Zwar kannte sie ihn auswendig, aber dennoch las sie ihn wieder, und jedes Wort regte von neuem das leise Bangen in ihr auf, das in ihrem Herzen blühte, aber wie die Orchis und die Viole seinen Duft nur in Nacht und Einsamkeit verstreute. Sie las:

»Leonore! – Wie mir das seltsam, fast schaurig ist, Deinen lieben Namen hier auf das Papier zu schreiben, und mir und Dir zu versichern, dass diese Zeilen für Dich bestimmt sind. Mein Kind! Geliebtes Herz, das noch vor so kurzer Zeit neben mir stündlich ein neues Blatt einer Gold- und Purpurblüte entfaltete, wo weilst Du nun? O dass die Erinnerung an mich Dir keine Trauer verursachte, dass Du glücklich und zufrieden in Verhältnissen lebtest, die Deiner Lebens-Entwickelung zuträglicher und natürlicher sind, als die an der Seite Deines Vaters. Ich stelle mir das Haus Deines Onkels dem sehr ähnlich vor, in welchem Deine Mutter einst erblühte, und Deine Tante Selma war damals, als eine tiefe glühende Leidenschaft Deine Eltern vereinigte, ihrer schlichten, freundlichen Mutter so ähnlich, als ein sechszehnjährig Mädchen einer fünfzigjährigen Matrone nur sein kann, und die Frau ist’s ja, die dem Hause seinen Geist, seine Färbung gibt.

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