Maxi Hill - EINFACH. ÜBER. LEBEN.

Здесь есть возможность читать онлайн «Maxi Hill - EINFACH. ÜBER. LEBEN.» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

EINFACH. ÜBER. LEBEN.: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «EINFACH. ÜBER. LEBEN.»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die scheinbar einfache Schilderung des Lebens einer Deutschen in Afrika endet in einer dramatischen Geschichte ums pure Überleben.
Als Maxi ihrem Mann nach Afrika folgt, macht sie schöne, im Wesentlichen aber bittere Erfahrungen gegen ihre bisherige Überzeugung.
Trotz strenger Bewachung und Verbote schlägt sie sich auf die Seite der Frauen und Kinder im Elendsviertel. Nach dem dramatischen Geschehen um todbringende Hinterlassenschaften in roter Erde wird sie nach mehr als drei Jahren als eine Andersdenkende nachhause zurückkehren.

EINFACH. ÜBER. LEBEN. — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «EINFACH. ÜBER. LEBEN.», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Der Mann hatte in seiner Trägheit nichts bemerkt, während die Augen des Jungen zu glühen begannen. Unruhig scharrten seine Füße im Staub, doch er beugte sich tief über das Krokodil aus hellem Holz und schnitzte weiter.

»Ate logo«, rief Arne zum Abschied. Er zwinkerte dem Jungen zu und zog das Zaunfeld aus Draht und Binsen wieder ordentlich vor den Ausgang. Kaum waren wir außer Sichtweite, zupfte Hellen Arne am Ärmel und wetterte in ihrem unverwechselbaren Jargon: »Schade um die Bonbons, Arne. Der Alte lässt die dem Jungen nicht. Da wette ich.«

Im Innersten wusste ich, dass es so sein konnte, aber Wasser auf die nie verstummende Mühle von Hellens Lamento zu kippen, behagte mir nicht. Wenn ich schwieg, hielten ihre Tiraden meist nicht lange an. Also schwieg ich in der Gewissheit, auch niemals im Leben gewusst zu haben, wohin unsere Soli-Spenden flossen. Immer hatten wir gehofft, sie mögen die Bedürftigen erreichen. Ohne diese Hoffnung, ohne das Vertrauen in die Instanzen, funktioniert keine Solidarität. Auch nicht die gewaltige, pflichtgemäße der sechzehn Millionen Menschen meines Heimatlandes.

Schon bald hörten wir hastige Schritte und ein Schnaufen dicht hinter uns.

»Amigo, obrigado! Amigo!« Der Junge war uns gefolgt, in seiner Hand glitzerte es bunt. Er lachte breit und deutete auf eine armselige Hütte am Ende des holprigen Weges.

»A minha casa.«

Er lehnte seinen Körper gegen den Pfosten am Stacheldrahtzaun und schob das lose Feld einen Spalt breit zurück. Geschmeidig wie eine Katze wand er sich hindurch und lief zu den Frauen, die vor der Hütte mit wuchtigen Schlägen Maismehl oder Hirse stampften. Die jüngere, hochschwangere Frau im zerfetzten Kittel trug ein Kleinkind auf den Rücken gebunden, dem das ständige Auf und Ab das Wiegenlied ersetzte. Die Frauen blickten ernst, keine hielt inne. Nicht einmal beim Anblick der bunt verpackten Bonbons erhellten sich ihre Gesichter, die runzelig und matt aussahen, wie vertrocknete Mangos. Wortlos nahm die ältere entgegen, was der Junge ihr reichte und trug es in die Hütte. Diesen Moment nutzte die jüngere, um ihren Körper einen Moment zu strecken. Mit einer Hand den Rücken stützend, ließ sie ihre Augen blitzschnell den Stand der Sonne suchen, ehe das rhythmische Schlagen erneut den stark gewölbten Bauch und gleichsam das Baby auf dem Rücken erschütterte.

Auf dem säuberlich gefegten Boden türmte sich ein kleiner Haufen gelber Kolben. Zwei kleine Mädchen saßen davor und puhlten den Mais mit ihren wundgescheuerten Fingern. Ein anderes Kind, vermutlich ein Junge, spielte im Dreck. Einen Vater sahen wir nicht. Es dauerte nicht lange, bis der freundliche Junge sich wieder durch den Drahtzaun zwängte und seine dunkle, von Schwielen durchfurchte Hand auf den Arm meines Mannes legte. Ich konnte meinen Blick nicht lösen vom Anblick der Kinderhand, die sich so deutlich von der Haut des weißen Mannes abhob, der in den Augen des Jungen ein weiser Mann zu sein schien. Oder ein reicher? Es war nicht nötig zu grübeln, was für das Kind, das vermutlich seine Familie zu ernähren hatte, als wertvoller galt.

»Eu Enkembe«, sagte er mit strahlenden Augen, die scheu zu den Frauen hinüber blitzten, deren dumpfes Schlagen mit den Stöcken wieder den erbarmungslosen Takt ihres Lebens bestimmte. Der Junge blieb stehen, ohne ersichtlichen Grund. Er schien ruhig, nur die nackten Füße, die bis zu den Knien mit hellem Staub bedeckt waren, scharrten unruhig über den trockenen Weg. Arne strich dem Kind über das krause Haar, das hart und knotig aussah, aber nicht schmutzig und nicht verfilzt.

»Eu Arne, deste Maxi, a minha Esposa. Deste Amigos Allemaes«, stelle er uns der Reihe nach vor, um irgendetwas zu erwidern. Dann fiel ihm ein zu fragen, warum der Junge keines der Bonbons probiert habe. Enkembe zog die Schultern bis zu den Ohren und er erklärte, er habe nicht das Recht, darüber zu entscheiden. Sein Vater würde es tun, später. Er wies mit dem Kopf in die Richtung, wo sich die Männer dem Stumpfsinn und den magischen Steinbildern hingaben, während den Frauen die Last der harten Arbeit blieb. Dieses weibliche Fügen in die Tradition machte mich ebenso betroffen wie das ganze Elend ringsum. Zuerst hatte ich gedacht, dass diese unerträgliche Wirklichkeit ein Traum sein musste, man wischt sich die Augen und sieht wieder klar. Wenn ich nachts darüber nachgedacht hatte, war mir unsere Anwesenheit in diesem Land so sinnlos erschienen. Wenngleich Arnes Arbeit einen Sinn machte, so war es doch nur ein winziger Tropfen auf heiße, brodelnde Lava. Von mir fiel nicht einmal dieser Tropfen auf die Erde. Wenn ich aber bei Tage meine Augen mit dem Elend quälte, dann schien das kleinste bisschen Hilfe so wichtig und so zwingend. Das Elend zu sehen und sich einzubilden, nicht helfen zu können, erkannte ich bald als Selbstbetrug.

DER MUT EINER UNWISSENDEN

Nicht zum ersten Mal fragte ich mich, warum wir hier waren. Wenn es um Solidarität ging, warum halfen wir denen nicht, die in der allergrößten Armut vegetierten. So wie diese Hoffnungslosen Opfer unverständlicher Fehlentscheidungen waren, so wurde ich mehr und mehr Opfer meines Gewissens. Ich hatte nichts dagegen, dass wir Frauen seit Anbeginn unseres Aufenthaltes allerlei Solidaritätsgeschenke bastelten, dass wir nähten und strickten. Dass wir Kuchen buken und Säfte kochten, wenn es ein Kinderfest in der Stadt oder in einem großen Betrieb auszugestalten galt. Ich hatte auch nichts dagegen, einigen Leuten aus der Stadt all das abzugeben, was uns aus der staatlichen Versorgung geboten wurde, aber nicht unserem Geschmack entsprach. Das betraf unseren angolanischen Freund Marco ebenso wie die junge Frau, Dida, eine aus der Putzkolonne für das Treppenhaus des Laureano. Marko war eines Abends zu Arne gekommen, weil er einen Brief aus der DDR übersetzt bekommen haben wollte. Marko war eins Basketball-Spieler bei der angolanischen Nationalmannschaft. Nach einer schweren Verletzung wurde er in Bad Saarow geheilt und unterhielt noch immer Briefverkehr mit Schwestern und Ärzten. Er hatte zu uns großes Vertrauen, und bisweilen erwartete er auch, etwas geschenkt zu bekommen.

Dida hingegen brachte immer das kleinste ihrer vielen Kinder mit zu Arbeit, und bisweilen saß das kaum einjährige auf dem puren Beton und knabberte an einem rohen Fisch herum, was mir einen Stich bis unter die Kopfhaut versetzte. Warum sollte ich nicht auch Dida etwas von dem abgeben, was wir ohnehin nicht selbst aßen.

Ich konnte auch all den Leuten, die zum Tauschen in unser Haus kamen, abgeben, was ich erübrigen konnte. Der Gegenwert war maximal etwas Handgeschnitztes oder frische Gartenfrüchte, zu denen wir ansonsten keinen Zugang hatten. All diese Leute litten nicht so, wie die Elenden im bairro in unvergleichlicher Weise zu leiden hatten.

Die simple Einsicht, durchaus Gutes zu tun, aber nicht an der notwendigsten Stelle, nagte an mir. Nicht mehr besonders quälend, nicht mehr besonders vorwurfsvoll, immerhin sah ich jetzt einen vagen Weg vor mir, für den Rest der Zeit nicht unschlüssig den Mond anheulen zu müssen. Das Herz sieht schärfer als die Augen . Mein Herz hatte längst entschieden, wohin mein Hirn mich steuern sollte. Es war Zeit, mich von der zwangsauferlegten Nebenrolle einer mitreisenden Ehefrau zu emanzipieren und meine Nachbarin Hellen sollte teilhaben an diesem guten Gefühl. Noch vermied ich es, ihr genau zu sagen, was in mir vorging.

Die Luft war trocken und es wehte ein leichter Wind. Zehn Uhr stand die Sonne nordöstlich über dem Kopf von Christo Rei und ließ die Blüten der violetten Bougainvillea aufleuchten. Ein Anblick, den Arne besonders mochte, der ihn noch Jahre später, als wir endlich auch ohne staatlichen Auftrag in alle Ecken der Welt reisen durften, in verzückte Erinnerung versetzte, auch wenn er den Namen dieser Blüten noch heute nicht aus seinen Hirnwindungen heraus kramen kann.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «EINFACH. ÜBER. LEBEN.»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «EINFACH. ÜBER. LEBEN.» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «EINFACH. ÜBER. LEBEN.»

Обсуждение, отзывы о книге «EINFACH. ÜBER. LEBEN.» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x