Er hebt langsam eine Braue.
»Ist es ziemlich faszinierend, was du tust«, beende ich murmelnd den Satz.
Jaxon lächelt schief, aber seine Augen strahlen um einiges mehr. »Wieso sollte ausgerechnet ich dich nach Hause bringen, Belle?«
»Ich wollte wissen, inwieweit du das alles ernst meintest, was du Rachel und den anderen gegenüber gesagt hast.«
»Und? Bist du zu einem Ergebnis gekommen?«
»Nein.«
»Sondern?«
»Das war nur der vorgeschobene Grund. Den, den ich mir eingeredet habe, damit ich mich selbst ein kleines bisschen besser ertrage, weil ich …«
»Was?« Er wird eine Spur ungeduldig.
»… in deiner Nähe sein will.«
Sein rechter Mundwinkel zuckt. »Deine Ehrlichkeit dir selbst gegenüber ist verblüffend.«
»Ich habe mich in dich verliebt, Jaxon.« Die Worte stolpern aus meinem Mund und dann sind sie da. Zwar glaube ich nicht, dass es einen Unterschied macht, ob sie gehört werden oder weiter in meinem Kopf bleiben, aber es fühlt sich ein kleines bisschen weniger wie eine Last an, die Wahrheit auszusprechen.
Jaxons Miene wird steinhart. »Wie bitte?«, fragt er tonlos.
»Ich weiß, dass es Quatsch ist. Du machst mir bestimmt nur etwas vor. Hinter deiner einen Maske liegt die nächste und darunter die nächste, und vielleicht hast du gar kein Herz, sondern nur die Illusion eines Herzens, was weiß ich. Aber einer dieser Masken bin ich verfallen, und zwar nicht auf besonders gesunde Art. Ich weiß nicht, warum ich es dir sage, weil es gar keinen Sinn ergibt, aber vielleicht ist das ein Grund dafür, weshalb ich Kingston nicht verlassen konnte. Ich will diesen Teil in mir, der mir gar nicht guttut und mich willentlich in mein absolutes Verderben stürzt, besser kennenlernen. Und ihn hoffentlich überwinden, bevor mir das Ganze passiert, während es noch um wesentlich mehr geht als ums College.«
Jaxon sieht mich an, als hätte er noch nie zuvor solche Worte gehört. »Mein Herz ist keine … Illusion«, flüstert er.
»Du meinst, du hast eins?«
»Vielleicht ist es gleich vollkommen erkaltet, weil mir der kleine Bastard Buchanan keine Decke besorgt hat, aber ja. Ich habe eins.«
Ich kichere. Auch Jaxon schmunzelt wieder und dann öffne ich meine Arme.
Mit dem Stoff um meine Schultern setze ich mich auf und nähere mich Jaxons Schoß. Seine blauen Augen glühen, als ich mich auf ihm niederlasse und die Decke um uns herumlege.
Augenblicklich spüre ich, wie sein Schwanz unter mir härter wird. Ich kralle mich mit beiden Händen in sein Haar, während er meinen Rücken packt.
Erregt schaut er zu mir hoch und ich senke langsam meine Lippen in die Richtung seines Munds. In dem Moment, als unsere Zungen sich berühren, dringt er in mich ein.
Ich weiß, dass alles daran falsch ist, und spüre, wie gut es sich anfühlt.
Obwohl sein Schwanz riesig ist, setze ich mich mit einem Stoß auf ihn. Wir stöhnen beide, als meine Wände ihn umfangen, und dann küssen wir uns richtig.
Fuck.
Wir haben keinen Sex.
Wir haben eine Verbindung.
Jedenfalls fühlt sich alles in mir danach an. Seine Hände pressen mich auf seinen Schoß, seine Zunge umfährt die meine. Wir küssen uns ausgehungert und gierig und voller Lust und unschuldiger Gefühle.
Mit rhythmischen, zarten Bewegungen beginne ich, mich auf ihm zu bewegen. Es fühlt sich unglaublich gut an, von ihm ausgefüllt zu werden. Sein Schwanz berührt bei jeder Regung meine empfindlichen inneren Punkte.
Jaxon packt in mein Haar, küsst mich drängender und drückt meine Hüfte in die Höhe.
Mit der rechten Hand sorgt er dafür, dass ich mich auf ihm auf und ab bewege. Er beginnt mich zu ficken und ich lasse es geschehen.
Es dauert nicht lange, bis die Stöße meine Klit stimulieren. Er packt mich noch fester, schiebt mich unnachgiebig und hart auf seinen nackten Schwanz und starrt mich an, während ich komme.
Der Rausch erfasst mich und ich blicke ihm die ganze Zeit dabei in die Augen. Es ist vermutlich Einbildung, aber dass er ohne Schutz in mir ist, macht es noch heißer.
»Nein«, stöhnt er plötzlich, schließt die Augen. »Fordere mich nicht zu sehr heraus. Ich darf nicht kommen, vergiss das nicht.«
Ich lache, lasse den Orgasmus zu und höre sofort auf, mich zu bewegen. Zufrieden sinke ich an seine Brust und schaue zu ihm hoch.
Jaxon fährt liebevoll durch mein Haar, während sein Schwanz nach wie vor hart in mir pocht. »Wir haben längst gehalten.« Sein Grinsen ist ansteckend.
»Ja?«, frage ich zurück und löse mich von ihm.
»Bist du bescheuert?«, knurrt er. »Bleib gefälligst auf mir sitzen und komm ein zweites Mal.«
»Sicher?« Flink setze ich mich auf und lasse mich in den Fußraum vor ihm sinken.
Er schüttelt fassungslos den Kopf und stöhnt dann tief auf, als ich seinen Schwanz in meinen Mund nehme. Ich schmecke mich selbst und darunter seine herbe Note.
Mit einer Hand in meinem Haar stößt Jaxon sich in meinen Mund vor, sanft, aber bestimmt, und sinkt dabei entspannt zurück ins Leder.
Ich spiele mit seiner zarten Eichel, lasse seinen Schaft durch meine Lippen gleiten und sauge daran. Als ich zu ihm aufsehe, verzerrt er das Gesicht. Pure Lust spiegelt sich darauf, und er bewegt sich weiter fordernd in mir, fickt meinen Mund.
Plötzlich wird die Tür aufgerissen.
»Was zur Hölle tut ihr hier drin?« Reece. Er starrt uns an, ich starre ihn an, Jaxons Schwanz in meinem Mund. Jaxon, der mich mit einem Mal fixiert, sich in mich schiebt und seine Spitze bis in meinen Rachen stößt.
Ich würge und spüre kurz darauf, wie Jaxon sich in mir ergießt. Er stöhnt auf und lässt los. Nicht nur meinen Kopf, sondern seine gesamte Körperspannung. Ich nehme Abstand. Mir ist schrecklich unangenehm, dass Reece mich ansieht. Verurteilt er mich? Hält er es ebenfalls für völlig krank, dass ich Jaxon wieder und wieder an mich heranlasse? Dass ich ihm sogar einen blase, wenige Stunden nachdem wir zuletzt Sex hatten und er vor aller Augen das Geld von Rachels Familie verbrannt hat?
Schnell ziehe ich mir die Decke wieder über die Schultern und setze mich zurück.
»Was zur Hölle hast du ihr gesagt, damit sie das tut?«, fragt Reece Jaxon fassungslos.
»Nichts, was nicht sowieso wahr wäre«, entgegnet Jaxon zufrieden.
Reece sieht uns an. Erst ihn, dann mich, dann wieder Jaxon. Und dann steigt er plötzlich dazu. Er verriegelt die Tür hinter sich und setzt sich neben mich. Seine Augen leuchten blau vor Geilheit, als er eine Hand auf mein Bein legt, das ich vor ihm wegziehe. »Ich will auch«, sagt er fordernd.
Ich öffne den Mund, starre ihn an und muss über meine Theorie erneut nachdenken.
Reece wäre nicht so. Oder? Nein. Nein, er hat keine gespaltene Persönlichkeit. Er ist wirklich zweimal. Zwei Personen. Zwei verschiedene Männer. Meine Gedanken überschlagen sich und ich versuche in Sekundenschnelle das Ausmaß dieser Tatsache zu erfassen.
Wer von beiden ist derjenige, der mir das Gefühl gibt, er würde mich wirklich mögen? Und wer von ihnen hat mit Rachel geschlafen?
Reece’ – nein – Zayns Hand wandert mein Bein hinauf und ich lasse es geschehen. Weil ich zu sehr damit beschäftigt bin, einen Hinweis an seinem Körper zu finden. Einen winzigen Unterschied, der darauf hinweisen würde, dass er ein Zwilling, einer von zwei verschiedenen Menschen, ist. Aber ich finde nichts. Da ist einfach absolut nichts , was sich unterscheiden ließe.
Als seine Hand meinen Schritt erreicht, presse ich die Beine zusammen und schiebe ihn von mir weg.
»Vergiss es, Crescent«, murmle ich. Crescent. So nennen ihn die Kings in meinem Beisein, wenn es nicht gerade Reece ist, der bei uns ist. Oder? Zayn und Reece Crescent …
Zayn betrachtet mich mit Spott in den Augen. »Du lutschst ihm den Schwanz?«, fragt er und zeigt auf Jaxon. Auch seine Kleidung ist noch immer nass. »Dem größten Motherfucker der Welt, der dir all die Scheiße angetan hat? Aber mir nicht?«
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