Stefan G. Rohr - Herr und Untertan

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Die gerade achtzehn Jahre alt gewordene Viktoria muss erfahren, dass ihr Vater sie in eine Ehe verspochen hat, sie in aller Kürze die Hochzeit begehen wird. Nicht allein das Unglück des jähen Endes ihrer Jungend beschwert die junge Frau, es erwartet sie eine Schreckenszeit, ein Martyrium als Ehefrau in einer erzkonservativen Hamburger Familie des letzten Drittels im 19. Jahrhundert. Gewalt, Unterdrückung, Erniedrigung und sexuelle Schmach prägen ihr neues Leben. Nach gelungener Flucht verschlägt es Viktoria mit ihrer Begleiterin nach Paris, und ihr gelingt dort der Aufbau eines fulminanten Erfolges gegen alle Widerstände der Zeit und der tonangebenden Gesellschaft.
Ein spannender Historienroman, verfasst in der Sprache seiner Zeit, versetzt seine Leser/innen gekonnt in die Ära des ausgehenden Jahrhunderts um die Zeit von 1880. Drama und Erschütterung liegen in diesem Roman dicht bei wohltuenden Geschehnissen in Gesellschaft und Usancen des Beginns der Emanzipation und ihrem Kampf um die Frauenrechte.

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„Katharina…!“, rief er aufgeregt und sah starr in das fragende Gesicht seiner Frau. Doch er verharrte kurz, denn eines der Dienstmädchen war zugegen und sortierte gerade das Silberbesteckt, welches sie zuvor geputzt hatte.

Der strenge Blick des Hausherren genügte, und das junge Ding machte einen kurzen Knicks in Richtung ihrer Herrschaften und verließ mit eiligen Tippelschritten unter dem blauen Rock mit der aufgebundenen weißen Schürze flugs den Salon.

„Katharina!“, eröffnete Kohlhaase erneut. „Es ist ein Wunder geschehen. Und ich muss Dir dieses sogleich eröffnen, denn fortan soll sich alles zum Guten wenden. Und es gilt nun eine formidable Sorgfalt für Planung und Erledigung um des guten Gelingens wegen an den Tag zu legen“.

Katharina hörte ihrem Mann ruhig zu. Bislang konnte sie sich keinerlei Reim aus seinen Worten stricken. Doch sie wusste sich zurücknehmend zu verhalten, denn sie kannte ihren Gatten schon lang und deshalb nur zu gut. Und er würde es ihr gewiss ohnehin in Kürze und in Gänze zum Verständnis gebracht haben.

Er stand immer noch, stemmte nun aber seine Arme links und rechts in die Hüften, während er dazu seine Brust nach einem tiefen Atemzug durch die Nase hervorstreckte: „Unsere Victoria wird in den Hafen der Ehe segeln. Ich habe es heute um halb elf mit dem ehrenwerten Medizinalrat Dr. Johann Krottenkamp zur Vereinbarung gebracht …“.

Katharina Kohlhaase zog die Augenbrauen hoch. Zum einen war da diese Ansprache, in der ihr Gatte von `ihrer´ Victoria sprach. Denn für Allgemein, und das war in der Regel fast immer, ging ihm ein fröhlicher und liebevoller Singsang bezüglich seiner Tochter nicht über die Lippen. Dann war das Kind stets `Deine´ Viktoria, häufig mit missbilligendem und durchaus als abfällig zu wertendem Unterton. Doch wie er nun daherkam, der Herr Kaufmann mit Zylinder und stolzer Brust, das war dann doch geeignet, der sonst so ruhigen Dame ein wenig Zorn in die Magengrube zu verbringen.

„Du redest so, als würdest Du von einem Geschäftsabschluss über dreißig Fuder besten Pariser oder Grasser Parfüms prahlen“, und sie sah ihren Mann mit ernster Miene an: „Und es wäre mir nicht ungelegen gekommen, einen eigenen Anteil zu halten, wenn ein werbender Pfau sein Rad vor unserer Tochter schlägt, es so zu entscheiden ist, ob wir es gutheißen wollen oder dem Spuk doch lieber ein jähes Ende setzen sollten.“

Nun staunte der Herr Vater nicht schlecht. Welch´ ungewohnt gewagte Worte seiner Gattin. Und hörte er aus diesen vielleicht sogar eine Widerständigkeit heraus, gar eine Missbilligung seines ihm doch als Familienoberhaupt unstrittig gebührenden Handelns? Doch es erschien ihm eher opportun, ganz aus dem Bauchgefühl heraus, in diesem Moment nicht auf seine Rechte des Herrn im Hause zu beharren, sondern das Gute in seiner Nachricht zu betonen, denn scheinbar war dem eigenen Weib der Sinn seines Erfolges noch nicht klar geworden.

So zog er den hohen Hut von seinem Kopfe, stellte diesen auf eine der Kommoden, knüpfte sich seine Weste halb auf und setzte sich mit einem bittersüßen Lächeln auf den Ohrensessel neben seiner Gattin. Dann nahm er die Gesindeklingel und läutete, dabei vermied er es, derlei in ebensolcher Vehemenz und Dringlichkeit zu vollziehen, wie es ihm ansonsten so zu eigen war.

Die junge Dienstmagd war schnell erschienen und stand mit gefalteten Händen und einem leicht gesenktem Kopf vor ihren Herrschaften.

Der Hausherr schaute mit großer Ernsthaftigkeit. „Du warst sehr schnell zugegen“, und er sah dem jungen Ding, das aus irgendeinem Provinznest am Rande der Heide aus bäuerlicher Folge den Weg in die Magdschaft genommen hatte und gerade einmal wenige Wochen im Dienste der Familie stand, strengen Blickes ins Gesichtchen. „Solltest Du vielleicht der Ungeheuerlichkeit des Lauschens gefrönt haben?!“

Die junge Frau schüttelte heftig den Kopf. Das würde ihr nicht im Träume einfallen, bekundete sie eindrücklich, und es war ihr die Angst ins Gesicht geschrieben.

Kohlhaase nahm sich zurück. Es war nun nicht gerade der Moment für eine Schelte, auch wenn er sich mit großer Überzeugung wähnte, das freche Ding sogleich ihrer unverschämten Neugierde überführen zu können, gleich folgend eine gerechte Strafe in Form eines einbehaltenen Wochenlohnes zu verkünden. Doch er gab nur Anweisung: „Bringe uns eine mittlere Karaffe Sherry. Und lasse Dir dabei nicht wieder so viel Zeit, dass es Abend wird, bevor ich mein Glas in Händen halte!“

Als die sich die Türe wieder schloss wendete sich Kohlhaase seiner Gattin zu. Und tatsächlich, ja: er lächelte ein wenig: „Liebe Frau, nun sein nicht primelig. Denn sage mir, dass ich mich irre, wenn ich erneut zu behaupten wage, dass unsere Viktoria in ebensolcher Weise schwierig in den heiligen Stand der Ehe zu bringen ist, wie ein lahmer Gaul die Wetten hält.“

Seine Ehefrau blies nun spontan die Wangen auf. Schon wollte sie sich zu dieser despektierlichen Metapher äußern, doch der Hausherr ließ sie erst gar nicht zu Wort kommen: „Echauffiere Dich nicht, geliebte Frau“, im Tonfall blieb er säuselnd. „Was ist es denn anderes, wenn unser Töchterlein so gebrechlich daherkommt, wie eine Papierfigur, mit Augenringen, als sieche sie schwindsüchtig dahin. Und selbst wenn es einem Aspiranten nicht an Schönheit läge, so forderte dieser dann doch wenigsten die Äußerlichkeiten der Weiblichkeit, ganz wesentlich als Zeichen für das Wohlgelingen seiner Nachkommenschaft.“

Katharina Kohlhaase legte nun ihre kleine Stickerei, die sie bisher in den Händen hatte, beiseite, atmete tief durch und inmitten eines hörbaren Seufzers antwortete sie ihrem Mann: „Franz! Das Kind ist siebzehn…!“

„Übermorgen achtzehn!“, konterte dieser prompt, „und damit im besten heiratsfähigen Alter.“

„Heiratsfähig hin oder her“, erwiderte nun die Mutter, „darum geht es doch gar nicht, Franz-Joseph. Sie ist doch noch ein Kind, ganz auch das unsre. Und kindlich, spielend ihr Gemüt. Und auch ihr Körper, der ohne Zweifel noch im Wachstum steht, Du aber Füllen reklamierst, die erst mit der Zeit gedeihen. Ein Fohlen ist kein lahmer Zosse und Dein Vergleich ganz liederlich. Denn auch ein Schmetterling ward stets erst eine Raupe.“

Kohlhaase lief rot an. Doch bevor er explodieren konnte, klopfte es kurz an der Türe und das Dienstmädchen kam herein. Sie stellte auf einem kleinen Silbertablett die mittlere Karaffe mit dem goldgelben Sherry nebst zwei Gläsern auf den Tisch und schickte sich an, diese zu füllen. Doch der Herr schüttelte den Kopf und machte eine ablehnende Geste. Er würde nun selbst einschenken, und das Mädchen könne sich entfernen.

Als sie wieder alleine waren, schenkte er wortlos die Gläser halbvoll und trank, ohne seine Gattin eines Blickes zu würdigen, den sanften Sherry auf einmal herunter. Dann wischte er sich seine Bartenden mit dem Handrücken sauber und räusperte sich. Das war das Zeichen, dass er sich den Vorrang für die Fortführung dieser Unterredung zusprach.

„Werte Gattin“, eröffnete er gediegen. „Wenn´s Dir beliebt, so will ich einen anderen Vergleich nun nutzen. Nur um Gemüter nicht zu sehr zu regen, doch auch die Deutlichkeit nicht missen lässt. So frag Dich selbst, ganz objektiv, ob Du als Gatte nicht beim Bettgang unter dem Laken lieber eine pralle Frucht als eine krumme Bohne finden möchtest?“, und er schnalzte noch kurz mit der Zunge, denn der Sherry hatte ein süßliches Aroma in seinem Gaumen hinterlassen.

Die Dame des Hauses hatte keinen Zweifel daran, dass diese Richtung ihrer Unterredung weder zweckmäßig noch förderlich verlaufen würde. Und so entschied sie sich, zum Wesentlichen zurückzukehren und weitere Details zu erfahren. Kohlhaase war zufrieden. So war es Recht, denn seine immer einmal wieder zur Aufmüpfigkeit neigende Ehefrau hatte sich unter seinen strengen Blicken eines Besseren besonnen und g´rad kleinbeigegeben.

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