Ulrich Pätzold - Sonnenfinsternis

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Mit Beginn der Coronaepidemie Anfang 2020 habe ich mit dem Schreiben des Romans «Sonnenfinsternis – Im Hinterhof der Politik» begonnen. Ich erzähle über das Leben eines fiktiven Bundestagsabgeordneten. Am 20. Mai 2015 gab es eine Sonnenfinsternis. Da beginnt meine Geschichte. Sie leuchtet in die Höhlen des Irrationalen eines nach Macht strebenden Menschen im politisch rationalen Umfeld des Parlaments. Was in den nächsten drei Monaten mit meinem Protagonisten passiert, ist spannend und voller Informationen, die das Nachdenken fördern können.

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Seine Wahrsagerin hatte an diesem Nachmittag viel Zeit für ihren so erregten Kunden. Doch professionell folgt sie sehr aufmerksam und voll konzentriert den Linien, die sie zwischen der aktuellen Sonnenfinsternis und M zu erkennen glaubt. Ihr prägt sich die Panik in seinem Gesicht ein, als er von dem toten Vogel unter dem Fenster in seiner Wohnung erzählt. Erfahrungen von Generationen Frauen aus der inneren Mani, der mittleren Südspitze der Peloponnes mit den hohen steilen Steinwüsten, Blutrachen und Freiheitskämpfern, fließen durch ihr Blut, wie sie meint. Männer wie M spiegeln sich sehr gerne in ihr und machen es ihr einfach, ihre Sehkraft des Allgemeinen mit den Ängsten des konkreten Menschen vor ihr zu verbinden. Mit einem Politiker wie M hatte sie allerdings noch nicht zu tun. Mit ihrem Pendel hat sie schnell Erfolg, und die Karten geben viele Geheimnisse preis, die im Licht der Kugel zu Gewissheiten für die Klienten werden. Sie bleibt M gegenüber vorsichtig unklar in ihren Offenbarungen, will ihn nicht unnötig mit seinem eigenen Leben konfrontieren. Dazu scheint ihr die Zeit noch nicht reif und ihre Einblicke in diesen Mann noch zu unzureichend zu sein. Sie konzentriert sich auf wenige fast alltägliche Ereignisabläufe, weil ihre Karten sie darauf hinweisen, M werde ihre (heil)seherischen Fähigkeiten besonders überzeugen, wenn ihre Botschaften demnächst durch seine eigenen Wahrnehmungen bestätigt würden. Als Politiker ist M ihr unsympathisch. Aber ihr ist sehr daran gelegen, diesen Mann als ihren Kunden nicht zu verlieren. Sein Honorar ist beachtlich und er zahlt ohne Quittung. Außerdem fragt er nicht nach ihrer Geschichte, will über sie offensichtlich nichts wissen.

„Im Strahlenkreuz“, beginnt sie leise und behutsam in seine Trance zu reden, „speit die Sonne viele Feuer wie ein Vulkan über den harten Rand des kalten schwarzen Mondes. Die Flammen treffen nun die Erde und erzeugen bei Tieren und Menschen tiefe Erregungen. Es ist die Zeit der Warnungen. Kühl und dunkel ziehen die Botschaften über das Land, in dem keiner mehr sicher sein kann. Die Finsternis ist die Gegenmacht des Lichtes und deckt alle Gedanken zu, es könne eine ewige Herrschaft des Hellen gegen das Dunkle geben.“ Sie macht eine Pause. In der tiefen Stille hört sie das langsame gleichmäßige Atmen von M, fühlt seinen Schlaf, in dem ihre Worte die Bilder malen. „Am Abend, wenn die Erde schon längst wieder um die Sonne laufen wird, von keinem Mond gestört, wird von oben auf dem Haus an der Straße ein scharfer Knall die Luft zerfetzen. Unten auf der Straße wird ein Kind zusammenbrechen.“

Tage später wird M in der Zeitung lesen: Im zweiten Stock eines Hauses in der Straße der Pariser Kommune sind in einer Wohnung sieben Personen, fünf Männer und zwei Frauen. Es ist 19.00 Uhr. Unten auf der Straße spielen Kinder. Unter ihnen ist ein neunjähriger Junge, der plötzlich, von einer Kugel getroffen, schreiend auf die Erde fällt. Blut rinnt aus dem Bauch. Es ist Freitagabend, noch nicht ganz dunkel, aber auch nicht mehr tageshell. Polizei und Rettungswagen kommen sehr schnell. Das Kind wird überleben. Als Schütze wird nach kurzer Ermittlung ein 47-jähriger Mann aus jener Wohnung ermittelt, Familienvater. Die Polizei findet ein Luftgewehr, das neben dem Fenster steht, aus dem geschossen wurde. Das Motiv bleibt unklar. Der Mann hat die Tat sofort gestanden. Im Haus wohnen mehrere Roma und Rumänen – wer will da schon so genau unterscheiden? Mehr oder minder wird klar, was sich in der Wohnung abgespielt hat. Es wird laut und heftig geredet und gestritten. Sie finden nicht zueinander und wissen nicht, was sie miteinander tun sollen. Sie schimpfen über den Lärm der spielenden Kinder unten auf der Straße. Sie hätten es jetzt so gerne ganz ruhig unter sich, suchen emotionale Nähe wie beim Kerzenlicht, finden sie aber nicht. Sie erleben sich fremd und wie einer Katastrophe ausgeliefert. Aggressiv bleibt jeder mit sich allein. Die lärmenden Kinder sind schuld, die da unten auf der Straße provozierend unbekümmert spielen.

Die Trance bei der Wahrsagerin war noch nicht zu Ende. In den Schlaf von M hinein säuselt sie mit schmeichelnd drohender Stimme weiter: „Die Flammenstürme, die aus den Rändern der Sonne züngeln und über den harten Rand des Mondes schwappen und zu uns wehen, verbinden sich mit Köpfen und Seelen vieler Menschen um uns. Ich sehe sie hier in der Stadt, und meine Kugel zeigt mir den Weg, wie sie nur wenige hundert Meter von uns entfernt tanzen. Die Karten erzählen mir, in welche Köpfe und Seelen sie eindringen, und die Kugel zeigt ihre große Kraft.“

Die Wahrsagerin nuschelt nun, als würde sie nur noch mit sich selbst sprechen. M hat zwar die Augen leicht geöffnet, aber in der Trance schwebt er jenseits der Sätze, die mit seinem tiefen Atem in ihn hineinströmen. „Ach, hätten die Menschen einen Horizont, der in den Kosmos reicht. So aber sind sie Werkzeuge des Schicksals, gefangen im Lebensaugenblick, verwickelt an dem Ort, an dem sie sich gerade befinden. So lauern sie um die Stunde der Sonnenfinsternis und spüren nicht die Zeit, die ihnen ein Zeichen des Schicksals schickt. Sie haben Angst. Doch sie stützen ihre Angst auf die eine Stunde, in der bangen Überlegung, was dieses Ereignis ihnen bringen mag, verdichten ihre Gefühle in falschen Prophezeiungen, in der Stunde der Finsternis könne ihnen der Strom abgeschaltet werden. Ob mit oder ohne Elektrizität ahnen sie nicht das Unheil, das ihnen mit den Strahlen der Feuer an den Fersen klebt. Zwischen zwei und vier Uhr in der nahen Nacht, immer in der Nacht vom Sonntag auf den Montag, schlägt die Deutsche Widerstandsbewegung zu. Ich sehe, wie die höhnenden Flammen sich wie ein Mantel um sie legen. Aber keiner kann sie erkennen. Immer deutlicher sehe ich einen Mann, er ist nicht weit entfernt. Er schläft noch ruhig auf einem Sofa. Dann tummelt er sich wie viele anständig gekleidete Herren auf den verkehrsreichen Straßen unter die vielen Menschen, von denen auch du einer sein kannst. Ich erkenne ihn, weil er da im Strahlenkranz mitzieht. Er trägt einen Beutel und eine Plastiktasche. Darin sind die Pulver, mit denen sie ihren Sprengstoff mischen. Groß und klar stehen da die Paläste des Parlaments. Zu ihnen zieht es ihn hin. Dort wird er in der Nacht zum Montag seinen Anschlag zelebrieren. Die Spur ist deutlich. Sie führt ins Regierungsviertel.“

M war aufgewacht, ohne wirkliche Erinnerungen an das Gespräch mit der Wahrsagerin. Aber er hatte ein starkes Gefühl mitgenommen, das ihm anzeigte, es würde bald Einiges geschehen, das sofort die Brücken zu seinem Unterbewusstsein finden würde. Er musste sich eine Zeitlang neu sortieren. Er rief sich zur Ordnung, seinen Pflichten als Bundestagsabgeordneter nachzukommen. Er wollte daran glauben, dass es einen Zusammenhang zwischen den Andeutungen seiner Wahrsagerin und seiner politischen Rolle geben müsse. Jetzt war er gefragt.

In der Woche nach der Sonnenfinsternis ist eine weitere Sitzungswoche des Deutschen Bundestages angesetzt. M nimmt an ihr teil, unauffällig, aber korrekt den Erwartungen folgend, die ihm von seiner Fraktion entgegengebracht werden. Als er die Wahrsagerin verlassen hatte und darüber grübelte, was sie ihm denn offenbart hatte, fand er nur drei Buchstaben in seiner Erinnerung: DWB. Er konnte mit ihnen nichts verbinden, und auch das Googeln half ihm nicht weiter. Er rief im Bundeskriminalamt – BKA – an. Auch dort hatte er keinen Erfolg. Obgleich er dreimal durchgereicht wurde, konnte er keine Spur von diesen Buchstaben im Amt ermitteln. Man verwies ihn an die örtliche Polizei. Dort wurde er fündig. Am 3. November 2014 hatte es einen Anschlag vor dem Reichstag gegeben. Personenschaden war nicht zu beklagen und der Sachschaden war unerheblich. Allerdings fand die Polizei im Papierkorb einen Stapel Flugblätter, die eine Putzfrau am Montagmorgen dorthin befördert hatte. Diese Flugblätter hatten tatsächlich den Absender „Deutsche Widerstandsbewegung“ – DWB –.

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