Denise Remisberger - Das ausgewanderte Kreuz

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Das ausgewanderte Kreuz: краткое содержание, описание и аннотация

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Pfarrer Jacques, Leiter einer Frauensinggruppe in Zürich, will ein heiliges Knochen-Kreuz in Italien stehlen, das aber bereits von einer presbyterianischen Pfarrsekretärin entführt worden ist. Darum muss er, in unfreiwilliger Begleitung der Punkerin Mirabelle, nach Duns in Schottland reisen, um das ersehnte Objekt für eigene Zwecke zurückzuholen. Durchkreuzt werden seine Pläne vom russischen Profikiller «Gorki», der eigentlich nur einen vertragsbrüchigen Schweizer umbringen sollte und natürlich vom Pfarrer der italienischen Kirche, der die Reliquie zurückhaben will.

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9

«An der Adria lebt es sich eigentlich angenehm», dachte Pfarrer Jacques gerade, «immer vorausgesetzt, ich würde mit diesem sperrigen Fahrrad hier klarkommen.»

Diesen Morgen, nach mehr als einer Woche so tun, als ob er ein ganz normaler Campinggast wäre, hatte Jacques, nach langem Suchen, ein Fahrradgeschäft gefunden und ein Velo gemietet.

Das Ding stammte aus früheren Jahrzehnten, war gespickt mit halbrostigen Teilchen und verursachte aufgrund einer fehlenden Federung einen Heidenlärm. Ausserdem war es etwas zu klein geraten für einen grossen Mann, wie Pfarrer Jacques einer war.

Nachdem sich sein Talar in den Speichen verfangen und er sich, stehenden Fusses, aus diesem herausgewunden hatte, um ihn anschliessend aus Speichen und öliger Kette zu zerren, hatte sich der Geistliche dazu entschieden, schwarze Röhrenjeans und einen dicken Pullover anzuziehen.

Nun, kurz vor zwölf Uhr mittags, radelte der seiner Amtstracht beraubte notorische Dieb einen Feldweg entlang, der mehr Steine barg als sonst was.

«Sie werden ja richtig durchgeschüttelt», rief ihm eine hübsche Frau in einem figurbetonenden Kleid auf Italienisch nach, spielte mit ihren schwarzen langen Locken und grinste.

Jacques drehte sich nach ihr um, während er weiterfuhr und landete direkt in einem Stück Drahtzaun am Wegesrand, sodass er hinfiel, die Hände in den Zaun geklammert, die Füsse im Fahrrad verkeilt.

«Das tut mir Leid», beteuerte die Frau, die herangeeilt kam und dem gut aussehenden blonden Mann in Jeans und Pullover half, sich aus seiner kritischen Lage zu befreien.

«Wollen Sie vielleicht zum Essen bleiben oder lieber ein Glas Wein trinken?»

«Ein Glas Wein genügt, danke, ich muss bald weiter.»

Sämtlichen Fragen der Einheimischen wich Pfarrer Jacques geschickt aus, genoss das Prickeln trotzdem, weil er halt so war, wie er war, und holperte ein Stündchen später, leicht angetrunken, weiter in Richtung unscheinbare Kirche.

Der Pfarrer legte sein Fahrrad ins kurze Gras, umrundete die kleine Kirche zu Fuss und trat schliesslich ins Halbdunkel ein.

Da sich niemand in dem Gebäude befand, konnte er sich genau umsehen.

Das heilige Kreuz lag in einem staubbedeckten Reliquiar aus Kristallglas, das mit einem gut gesicherten Schloss versehen war. Rechts unten war ein Täfelchen angeschraubt, auf dem «Croce Sconosciuta» zu lesen war.

Jacques würde sich mit seinem Glasschneider ausrüsten müssen, den er, in einem Geheimfach seines Campers versteckt, mitgebracht hatte.

Die Kirchentüre aus Holz blieb wahrscheinlich immer offen, notfalls würde er das Türschloss mit seinem Dietrich aufkriegen oder mit dem Glasschneider ein Stück aus einem der zierlichen Fenster schneiden, um an die Verriegelung auf der Innenseite heranzukommen.

Die Lage war inspiziert, Jacques konnte Mittagessen gehen. Für einen kurzen Moment dachte er daran, bei der hübschen Frau mit den langen Haaren anzuklopfen, doch verwarf er diese Idee wieder. Er war da, um zu klauen. Eine Bekanntschaft einzugehen, war viel zu riskant.

10

«Herr Kollege, Herr Kollege», krähte ein rundlicher, eins fünfzig grosser Mann in wehender Soutane und breitkrempigem Hut, im Arm eine bauchige Flasche Chianti, während er quer über den Zeltplatz wieselte, direkt auf Pfarrer Jacques zu, der, zusammen mit seinen deutschen Nachbarn und dem Pizzeria-Besitzer des Restaurants schräg gegenüber dem Campingareal, an einem quadratischen Klapptisch sass und Skat spielte.

«Unser Pfarrer Adamo!», winkte Umberto von der Pizzeria erfreut.

«Guten Tag, die Herren», sagte Pfarrer Adamo ganz ausser Atem, setzte sich zu den vier Kartenspielern und stellte seine Flasche Wein auf den Tisch. Nachdem alle einander vorgestellt worden waren, holte Vater Günther fünf Gläser, Sohn Heinz schenkte ein, das Skat-Spiel ging weiter und die beiden Pfarrer, Jacques mit den Karten in der Hand, Adamo trinkend, führten ein ernstes Gespräch auf Italienisch, das nicht mal Umberto in seiner ganzen Tragweite verstand, geschweige denn die beiden Deutschen, die sich überall auf der Welt ganz gut in ihrer Muttersprache durchschlugen.

«Das heilige Kreuz ist eine Fälschung?», wunderte sich Jacques, während Adamo heftig mit seinem runden Kopf nickte und Umberto leise vor sich hin kicherte.

«Ja, Jacques, das wahre Kreuz wurde uns gestohlen. Was hältst du von einem Sonderauftrag, Jacques? Einem Sonderauftrag, der natürlich sehr gut honoriert wird.»

«Aber wieso ich?»

«Jacques, Jacques. Wieso bist du hier, eh? Was wolltest du, ein reformierter Pfarrer, in unserer unscheinbaren Kirche? Jacques, ich bitte dich. Du willst das Kreuz. Wir wollen das Kreuz. Aber brauchst du wirklich das echte? Könntest du dir vorstellen, das falsche zu behalten und wohin auch immer weiterzuverkaufen, als das echte, versteht sich, und uns gleichzeitig unser eigenes wiederzubeschaffen? Wäre das ein Deal? Unser Stillschweigen gegen dein detektivisches Gespür?», zwinkerte Adamo mit einem Auge über rosigen Wangen.

«Ist es eine gute Fälschung, Adamo?»

«Aber ja doch. Was denkst du denn? Wir sind hier in Italien. Im Fälschen sind wir die Nummer Eins.»

«Habt ihr schon eine Spur?»

«Ja. Sie führt nach Schottland.»

«Nach Schottland? Ins presbyterianische Schottland?»

«Ja, ja. Eine Schottin hat sie gestohlen, unsere Reliquie. Mit vorgehaltener Pistole hat sie behauptet, die Knochen, aus denen das heilige Kreuz gefertigt worden war, gehörten einem Schotten, der seit Jahrhunderten auf dem Friedhof von Duns liege. Es sei ihr gutes Recht, dieses Kreuz an sich zu nehmen und der zum Friedhof gehörenden Kirche zu bringen. Nicht, dass sie es in ein Reliquiar legen wollten. Sie haben ja keins. Nein. Sie wollen es einfach an die Wand des Büros der pistolenbewehrten Pfarrsekretärin hängen. Der Gipfel ist das.»

«Duns befindet sich in der Nähe der englischen Grenze», erinnerte sich Pfarrer Jacques.

«Ja, genau. Jacques, nimm dieses Kreuz hier mit.» Adamo zog einen Gegenstand unter seiner Soutane hervor und überreichte ihn Jacques.

«Dann ist euer Reliquiar jetzt leer?»

«Nein, dort liegt immer noch die erste Fälschung. Die hier ist die zweite. Ersetze die echte Reliquie in Duns durch diese hier und bringe uns die richtige. Dann erhältst du die erste Fälschung für den Weiterverkauf an deine katholische Person.»

«Ich könnte sie auch für mich behalten wollen.»

«So ein Unsinn, Jacques, ein reformierter Pfarrer sammelt keine Reliquien, nur Münzen und Noten.»

11

«Was für ein Wetter die hier oben haben», dachte Bartholomäus und schüttelte angewidert seine erdgebundene Energie. Seit gut sechshundert Jahren befand er sich nun in dieser Ebene zwischen Leben und Tod und war eigentlich ganz zufrieden damit. Nur, musste es dieser unwirtliche Ort hier sein? Im warmen Italien hatte es ihm und seinen Knochen sehr gut gefallen. Er hatte sich heimisch eingerichtet, wohnte nahe beim Ewigen Licht und nun war diese rothaarige Wilde gekommen, hatte seine Knochen und somit ihn selber mitgenommen und hierher verfrachtet. In einen Raum, in dem seltsame spuckende Wesen auf Tischen hockten, die, nachdem die Rothaarige darauf gedrückt hatte, Geräusche von sich gaben, die an ein kaputtes Wagenrad auf Kopfsteinpflaster erinnerten oder sogar läuteten wie eine kleine penetrante Glocke. Die Frau nannte eines der Wesen «mein Computer», «mein Schätzchen» oder «du Saukerl», je nach Laune – der Laune dieses so genannten Computers, nicht der Laune der komischen Dame, die seine Knochen an die Wand gehängt hatte wie eines ihrer Papierbilder draussen im Gang, die sie als «Poster» bezeichnete. Gerade läutete die kleine penetrante Glocke wieder, was ein Aufreissen der Türe nach sich zog und die hereinrennende Rothaarige, die den schwarzen Knüppel aus der gabelartigen Halterung zerrte und in besagten Knüppel hineinschrie. Wenigstens verstand er dieses neue Englisch einigermassen. Er stammte nämlich aus London. Reitknecht war er gewesen, damals. Pferde striegeln, Heusäcke auffüllen, Sättel polieren: das war seine Arbeit gewesen. Ein einfacher Arbeiter, der sein Handwerk verstand und zufrieden war. Und nun? Nun stritten sich ein Haufen Leute, meist religiösen Standes, um seine Knochen. Wie wenn er ein Bischof gewesen wäre. Ein feiner Herr. Was für ein Irrtum. Wenigstens das war zum Lachen. Er versprach sich, wieder nach Italien zu kommen und überlegte, wie er dies am besten anstellen sollte.

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