Vor dem Gefängnis rief er sich bei einer wohl hauptsächlich zu diesem Zweck aufgestellten Telefonzelle ein Taxi und rauchte anschließend im leichten Nieselregen eines grauen Tages eine der drei selbstgedrehten Zigaretten, die er aus seiner Zelle mitgebracht hatte.
Als das Taxi eintraf, warf er die Kippe auf den feuchten Asphalt, stieg seine Tasche mitnehmend ein und nannte dem Fahrer den Hauptbahnhof der Stadt als Fahrtziel.
Er würde nirgendwo mit dem Zug hinfahren, er hatte mit Kerim vereinbart, sich in einem Lokal am Bahnhof zu treffen.
Anschließend würde Kerim ihn in seinem Auto zu dem Haus am See bringen.
Kerim erwartete Satan bereits, als er die Bahnhofskneipe betrat.
Satan trank zwei große Bier, Kerim Kaffee, er sollte schließlich fahren.
Schließlich brachen sie auf.
Die Fahrt bis zum Haus würde fast vier Stunden dauern.
Wiederinbesitznahme der Freiheit
Satan erwachte plötzlich.
Einige Augenblicke dauerte es bis er wusste, wo er sich befand.
Er war frei.
Er lauschte der Stille des Hauses.
Ein Gefängnis ist niemals still. Ein Gefängnis ist immer erfüllt von Geräuschen: schlagende Stahltüren, Schüssel, die sich in Schlössern drehten, nachts die Geräusche der Gefangenen und der alternden Wasser- und Heizungsrohre des staatlichen Gebäudes.
Hier in seinem Haus herrschte nur Stille.
Satan bemerkte wie allmählich ein Druck von ihm wich, das Gefühl des Eingesperrtseins ebbte langsam ab.
Er realisierte, dass er wirklich wieder frei war.
An seinem ersten Tag in Freiheit würde er ein wenig in der Garage arbeiten.
Aber zuerst: Kaffee.
Kerim hatte ihm einige Sachen für die ersten Tage eingekauft: Kaffee, Eier, Milch, Toast, Orangensaft, Coke in Dosen, zwei Flaschen kubanischen Rum, Dosenbier, zwei Stangen Lucky Strike, zwei Gramm Kokain, ein Wertkartenhandy mit 500 Euro Gesprächsguthaben und jede Menge Tiefkühlpizza.
Werkzeug hatte er im Haus.
Nach seinem ersten privaten Frühstück seit Jahren würde er sich ans Werk machen.
Cash as cash can
Satan saß schweißgebadet und von feinem Betonstaub bedeckt auf der Couch im Wohnzimmer des Hauses, auf dem Glastisch vor ihm stapelte sich der Inhalt einer großen Stahlkiste, die geöffnet auf dem Holzboden stand.
Die Kiste aus ihrem Betonversteck zu bekommen war anstrengender gewesen, als er gedacht hatte - von dem Höllenlärm ganz abgesehen, der jedoch durch die Abwesenheit von Nachbarn egal war.
Zeit, es wieder etwas geruhsamer angehen zu lassen.
Satan holte sich eine Flasche Rum, etwas Eis, eine Coke und ein Glas aus der Küche, schenkte sich einen ordentlichen Cuba libre ein und begann das Geld zu zählen, nachdem er eine Line Koks gezogen hatte.
Er hatte keine Ahnung mehr, wie viel da drin war.
Als er gezählt hatte, wusste er es genau: 78.850,-- Euro.
Das würde fürs erste reichen, um seine Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Er verstaute das Geld in einer großen Kommode in seinem Schlafzimmer, kehrte in die Garage zurück, goss das zurückgebliebene Loch im Boden mit frischem Beton aus, beseitigte noch den verbliebenen Schmutz und stellte sich danach eine Stunde lang unter die Dusche.
So lange duschen zu können wie er wollte, war ein wahrer Luxus für ihn.
Als erstes würde er in die Stadt fahren, um sich vollständig neu einzukleiden, er musste sich auch dringend ein paar weitere Wertkartentelefone besorgen.
Zuerst erledigte er mit dem Handy von Kerim einen längeren Anruf in Irland, da er in Kürze eine offizielle berufliche Tätigkeit brauchen würde.
Ein irischer Rechtsanwalt leitete kurz darauf die Gründung einer ausländischen Tochtergesellschaft der CELTIC SUN (IRELAND & UK) LIMITED in die Wege.
Satan zog sich an und rief sich ein Taxi, um endlich die sieben Jahre alten Klamotten loszuwerden.
Er blickte nach vorn, nicht zurück.
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