null Libert - URUK BERLIN
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„Schaut mal hierher“, sagte der in der Tür und wies hinter sich.
Wir traten in den Raum, aus dem er gerade gekommen war. Eine offene Tür in der Rückwand des Hauses offenbarte, von woher er den Raum betreten hatte.
Es war nur ein kleines Zimmer, ohne Fenster und ohne Mobiliar. Was jedoch unsere Aufmerksamkeit erregte, war ein breites, ungleichmäßiges Loch im Fußboden, welches die Mitte des Raumes einnahm, so dass man nur an den Wänden entlang von einer Tür zur anderen gehen konnte. Die Holzbohlen des Fußbodens ragten über den Rand des Loches hinaus und endeten in gezackten, abgebrochenen oder schlecht besägten Kanten. Das Licht, das durch die offen stehende Hintertür in das Zimmer fiel, zeigte uns, dass unter dem Loch ein Kellerraum lag, dessen weißgekalkten Wände genügend Licht reflektierten, um uns erkennen zu lassen, dass auch dieser Raum völlig leer war, abgesehen von einem Sandhaufen in seiner Mitte. In einer der Wände des Kellerraumes befand sich eine Brettertür.
Mit Hilfe meiner Gefährten ließ ich mich vorsichtig in das Loch hinab. Während sie oben auf mich warteten, ging ich zu der Brettertür. Ich stellte fest, dass sie nur lose angelehnt war, und öffnete sie.
Erstaunt sah ich um mich.
Der Mann, der im Schneidersitz auf dem Tisch saß, zwinkerte mir zu. Im Hintergrund war die leise Melodie der Flöte zu vernehmen.
Die Männer um mich herum brachen in lautes Lachen aus und überdeckten die Töne. Der Wirt kam hinter der Theke hervor, in jeder Hand einen schweren Krug tragend. An seinen Schuhen bemerkte ich eine dicke Staubschicht. Ich fragte mich, wohin die Kellertreppe hinter seiner Theke wohl führen mochte.
Bevor er in den Abgrund stürzte, sagte er: „Irgendetwas muss man doch tun.“
Hatte Plato die Hoffnung verloren, als er sich mit einer ungeladenen Pistole, allein in seiner roten Jacke den tausend gierigen Scheinwerfern entgegen stellte?
„Wir sind nicht hier, um den Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen“, meinte der neben mir. Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder dem Buch in seinen Händen zu; leise sagte er zu dem jungen Mann, indem er auf das Buch zeigte: „Ein großer Philosoph!“ Und er las leise einige Sätze vor: „… so war es plötzlich die Physik, die vor dem Phänomen verschiedenartiger Modelle stand, die sich nur sehr schwer synthetisieren ließen. Nicht die Philosophie zerbrach, sondern die euklidische Geometrie.“
Von der anderen Seite drückte jemand dem jungen Mann einen vollen Becher in die Hand und prostete ihm zu, so dass er einige Augenblicke von dem neben ihm abgelenkt wurde.
„Orientierung an Fakten? Aber was sind Fakten in dem riesigen Experiment Welt? Gibt es nicht einen Weltinhalt, der sozusagen selber noch nicht weiß, wo ihm der Kopf steht? Die Welt selbst ist Planung, ein Experimentum, ein Laboratorium possibilis salutis.“
Gelächter übertönte das leise, monotone Murmeln des Vorlesers. Die Stimme wurde fast unhörbar. Der junge Mann neigte sich weiter zu ihm und vernahm die Worte: „Jetzt aber gilt es die prometheische Befreiung der Menschheit von den Götzen der Vorherbestimmung. Weder wir noch die Umwelt sind fertig, undialektisch, statisch, bestimmt.“
Ein eigenartiges Gefühl bemächtigte sich des jungen Mannes. Der Raum schien enger zu werden, schien nur noch aus dem Tisch mit dem Mann darauf und den Bänken darum herum zu bestehen, die weitere Umwelt wurde undeutlich. Nur der Wirt kam von Zeit zu Zeit aus dieser Unwirklichkeit heraus und verschwand dann wieder in ihr.
Und die leise Musik des Flötenspielers drang bis zu ihm, bildete den stetigen Hintergrund des lärmenden Gelages.
Der junge Mann versuchte, diese Stimmung abzuschütteln. Er sprang auf und rannte zu einem der Fenster, die durch Holzläden verschlossen waren. Er stieß den Laden auf und sah hinaus. Aber er wurde enttäuscht. Offenbar war er schon länger in dem Haus, als er angenommen hatte, denn draußen war es dunkel; die Finsternis schien undurchdringlich, auch vom Himmel kam kein Licht. Einen Moment lang stand er am offenen Fenster, dann blickte er zurück ins Zimmer. Er schüttelte den Kopf und fuhr sich über die Augen. Aber der Schleier, der die Sicht trübte, legte sich nicht. Jedenfalls schienen die Zecher jetzt weit weg von ihm zu sein, er sah den Mann auf dem Tisch aus der Ferne wie durch ein umgedrehtes Fernrohr. Auch von der Musik hörte er nichts mehr. Die Sicht wurde noch schlechter, kaum konnte er noch die Mitte des Raumes erkennen. Auch das Lachen und Singen der Männer klang nur noch wie aus der Ferne zu ihm herüber. Und es wurde immer leiser.
Da warf er den Fensterladen wieder zu und verriegelte ihn.
Als er in den Raum zurück trat, wurden die Gestalten im Dunst sogleich deutlicher, auch das Lärmen schwoll wieder an, und bei genauem Hinhören konnte er darunter auch das ruhige Spiel der Flöte vernehmen. Er dachte daran, dass er in früheren Zeiten schon einmal das Bild des Flötenspielers gesehen hatte. Das Bild hatte einen Hirtenjungen gezeigt.
Er kehrte zu seinem Platz am Tisch zurück. Die Augen des Mannes auf dem Tisch ruhten nachdenklich auf ihm, ehe sie sich wieder den anderen in der Runde zuwandten.
Der junge Mann dachte bei sich: Die Geschichte der Stadt am Ende der Welt ist noch nicht erzählt. Und: Ende der Welt, das ist nicht so sehr ein räumlicher als vielmehr ein zeitlicher Begriff.
Dann dachte er an den einen deutschen Einwanderer, der aus Europa kam, voller Hoffnung auf die Neue Welt quer durch den Kontinent zog, bis er eine kleine texanische Stadt namens San Antonio erreichte, wo er dreizehn Tage lang kämpfen musste, um schließlich zu sterben wie alle um ihn herum. Er hatte wahrscheinlich nicht einmal richtig Englisch gesprochen.
Die Erde ist blau. Yves Klein soll glücklich gewesen sein, als er es hörte. Aber in diesem Blau sind häßliche, scharfkantig zerrissene, schwarze Löcher. Und diese Löcher sind keine Vögel – allenfalls die Vögel des Todes, die über Vietnam kreisen und ihren blutigen Einsatz feiern.
Der junge Mann fühlte sich von denen um ihn herum ausgeschlossen. Ach, dachte er, ein Lucky Johnny müsste her; aber der sitzt in Las Vegas am Spieltisch. Das ist weit weg. Irgendwann werde ich ihn besuchen; das ist ein Mann, der es versteht zu leben.
Es müsste verboten werden, andere Menschen zu beobachten.
Er entdeckte vor sich auf dem Tisch eine Zeitungsseite. Über einen Artikel war mit schwarzem Stift geschrieben: „Diese Sätze sollen nie vergessen werden.“
Er las.
„Die Juden, aus einem ungarischen Konzentrationslager entlassen und auf dem Heimweg, kamen vor genau 22 Jahren, in der zweiten Aprilhälfte des Jahres 1945, an der Kompanie des Hauptsturmführers R. vorbei. Sie wurden von einem Posten angehalten und ohne Umschweife zusammen mit dem Kriegsgefangenen erschossen.
Wie der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Albert Th., rekapitulierte, war R.‘s Einheit, die 4. Werkstattkompanie der SS-Panzerdivision ‚Das Reich‘, damals während des Rückzuges aus Ungarn in dem niederösterreichischen Ort Leiben stationiert. ‚Nach ihrem Abmarsch hinterließen sie als anklagendes Zeichen drei Gräber‘, sagte der Richter. Nach Kriegsende fand man darin die Leichen der elf Erschossenen; unter ihnen sechs Frauen.
Im Gegensatz zu den beiden Staatsanwälten vertrat Th. die Auffassung, dass R. nur in einer der drei Erschießungsaktionen als überführt gelten könne, den Exekutionsbefehl erteilt zu haben: Vier Frauen und zwei Männer hatten ihre Gräber ausheben müssen und waren dann mit Kopfschüssen getötet worden. Unter den Opfern befand sich ein Marineoffizier des ersten Weltkrieges, für den die Henker ebenso wenig Gnade kannten wie für ein junges Mädchen, das laut um sein Leben flehte.
‚Das nach Zeugenaussagen auffallend hübsche Mädchen zeigte den Exekutionssoldaten noch ein Foto seines Bräutigams, weil es nicht verstehen konnte, dass es so jung sterben sollte‘, berichtete der Vorsitzende. ‚Schließlich bat es nur noch, als letzte und mit dem Gesicht zur Sonne erschossen zu werden, ein Wunsch, der ihr dann auch ‚großzügig‘ erfüllt wurde.‘ Unter den Zuhörern im vollbesetzten Schwurgerichtssaal entsteht Unruhe, als der Richter dies schildert; die Angeklagten zeigen keine Bewegung.“
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