null Libert - URUK BERLIN
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OK Nero.
Ein junger Mann mit einer roten Fahne kletterte an einem hohen Baukran hinauf, ein zweiter folgte ihm, ebenfalls mit einer Fahne. Sie befestigten sie im Eisengerüst an der Spitze des Kranes, weit über dem Bedienungshäuschen. Inzwischen war noch ein weiterer junger Mann den beiden ersten gefolgt, der sich nun anschickte, auf den Ausleger des Kranes zu klettern.
Neben dem jungen Mann stand ein Mädchen mit dunklem Haar. Er sah sie von der Seite an. Als sie sich ihm zuwandte, blickte er rasch wieder nach oben. Der Kletterer hatte nun den Ausleger des Krans erklommen; er saß rittlings auf dem Metallgerüst und schwenkte die Fahne.
Der junge Mann wandte sich wieder dem Mädchen zu und murmelte leise:
„Es ist doch lächerlich zu behaupten, es gäbe nur eine Welt. Was ist eine Welt? Antwort: die Summe all dessen, was existiert. Wodurch ist der Begriff Existenz definiert? Antwort: alles, was Wirkungen ausübt, existiert. Also nicht nur materielle Gegebenheiten, sondern auch Gedanken, Träume, denn sie können einen Menschen veranlassen, etwas zu tun. Freilich, woher kommen die Gedanken und Träume?“
Verwirrt hielt er inne.
Das Mädchen mit den dunklen Haaren zeigte keine Reaktion.
„Ich sprach neulich mit einer älteren Frau. Für sie war Günter Grass ein Provokateur. Für mich ist er eher das Gegenteil. Welches ist nun der richtige Günter Grass? Man könnte also meinen, die Relativitätstheorie sei in das moderne Weltbild eingebrochen; aber es gibt doch einen gemeinsamen Nenner, auch für verschiedenartige Wirkungen, das sind die materiellen Gegebenheiten, auf denen sie fußen. Gerade aber, weil auf der gemeinsamen materiellen Welt so verschiedene Wirkungswelten aufbauen, ist sie nicht nur Tummelplatz, sondern auch Schlachtfeld.“
Da seine Ausführungen ohne Resonanz blieben, ereiferte er sich: „Trotz des gleichen materiellen Nenners brauchen wir nicht in gleichen Welten leben. Denn in meiner Welt exisiert nur, was Wirkungen auf mich ausübt. Wesen auf dem fünften Planeten einer Sonne, die 2oo Lichtjahre von uns entfernt ist, leben in dem gleichen materiellen Universum wie wir, wir wissen aber nichts von ihnen, sie üben keine Wirkung auf uns aus, sie existieren nicht in unserer Welt. Wenn das jemand bestreitet und sagt: aber wenn wir doch davon reden,dass da Wesen sind, dann sind sie doch in unserer Welt – so stimmt das nur soweit, als unser Gedanke an sie existiert, nicht jedoch die Lebewesen selber, über die wir ja gar nichts aussagen oder denken können. Schlussfolgerung: nicht die tatsächlichen Wesen existieren in unserer Welt, sondern nur die hypothetischen.“ Er lächelte. „In diesem Sinne sind auch die kleinen grünen Männchen vom Mars real.“
Das Mädchen sah starr geradeaus. Er dachte an die Kinder des Olymp: Baptiste, der Pantomime; der Komödiant; der Schurke, der das Spiel des Lebens schreibt; Jericho, die Trompete; zwei Frauen und ein Blinder.
‚Ich sehe eine Reise‘
‚Nach Indien vielleicht?‘
‚Warum nach Indien?‘
Erwacht er aus einem Traum, um zu leben; oder beginnt er einen Traum?
Das schweigende Mädchen mit den dunklen Haaren wurde zu einem Foto an der Wand.
Die Menschen um ihn herum sahen zu dem jungen Mann auf dem Ausleger des Baukranes hinauf. Er steht, und schwenkt die Fahne. Zu hören ist nichts, denn es ist zu hoch. Die Menschen haben Angst um ihn. Eine Lautsprecherstimme versucht ihn zu erreichen, doch der kühne Kletterer reagiert nicht. Er arbeitet sich weiter vor bis zur Spitze des Auslegers, wo er die Fahne befestigt. Dann endlich macht er sich auf den Rückweg.
Der junge Mann verließ den Demonstrationszug.
Eine schmale Straße zwischen niedrigen verfallenden Häusern führte ihn von dem Platz weg. Bald hatte er auch die Häuser hinter sich gelassen. Um ihn herum erstreckte sich flaches Land; doch die Umgebung erschien ihm seltsam undeutlich, als entzöge sie sich einem genauen Hinsehen. Es war ihm, als sehe er die Landschaft nur aus den Augenwinkeln, und alle Versuche, sie zu fixieren, scheiterten an seiner Unfähigkeit, sich ausreichend darauf zu konzentrieren. Denn noch immer dachte er an die Kinder des Olymp. Unsere Existenz beruht auf wenigen Voraussetzungen, aber wie viele Schwierigkeiten lassen sich daraus ableiten. Es ist nicht leicht, ein Mensch zu sein. Er sah, dass der Weg, dem er folgte, sich in einiger Entfernung mit einem zweiten kreuzte. Am Schnittpunkt der beiden Wege stand abseits ein einzelnes mehrstöckiges Holzhaus, mit einem hohen, spitzen Dach.
Farbe ist ein Hauch.
Er hatte das Haus erreicht. Von außen war kein Lebenszeichen wahrzunehmen, doch als er näher trat, hörte er Stimmengewirr, Klirren von Geschirr oder Gläsern und Musikfetzen. Neugierig öffnete er die Tür.
Ik gehorta dat seggen.
Es begab sich aber zu der Zeit. Blonder war einst oberster Narr am Hofe König Salomons gewesen und mischte sich oft unerkannt unter das Volk.
Vor ihm lag ein Schankraum. In der Luft hingen dichte Rauchschwaden, Lampen an den Wänden verbreiteten ein trübes Licht. Der Mann, der ihm zuerst auffiel, saß im Schneidersitz auf einem Tisch. Er war von untersetzter Gestalt, der Kopf saß ihm übergangslos auf den breiten Schultern. Während von den Beinen nicht viel zu erkennen war, fielen die kräftigen langen Arme auf, die im Schoß des Mannes verschränkt ruhten. Über allem jedoch lenkte das Gesicht den Blick auf sich. Unter einer scharfen, hervorstechenden Nase saß ein breiter, gerade zu einem häßlichen Lachen verzogener Mund. Einen Moment lang blickte der junge Mann ihm direkt in die Augen, der Augenblick ging sofort vorbei, weil der Kopf des Sitzenden sich ständig hin und her bewegte und nie zur Ruhe zu kommen schien. Doch dieser kurze Moment hatte ausgereicht, den jungen Mann zu bannen, denn die Augen waren so fern gewesen, sie hatten durch ihn hindurch geblickt, als wäre er nicht vorhanden, und sie waren unermesslich alt erschienen.
So stand er noch immer auf der gleichen Stelle, als der Blick des Mannes auf dem Tisch ihn ein zweites Mal traf. Nun aber war darin nichts mehr von dem zu erkennen, was ihn vorher so getroffen hatte. Er lachte zu dem jungen Mann herüber, blickte ihn freundlich an und lud ihn mit einer weit ausholenden Bewegung seines Armes ein, doch näher zu treten. Zögernd folgte der junge Mann der Aufforderung. Nun konnte er den Mann auf dem Tisch besser erkennen. Dessen Haare waren von heller, fahler Farbe, mit einzelnen dunklen, auch grauen Strähnen dazwischen. Sein Gesicht war von unzähligen Falten und Furchen durchzogen, ohne dass der Mann insgesamt dadurch alt wirkte; dazu war seine Gestik zu lebhaft, seine Stimme zu laut. Sie hatte manchmal einen schier boshaft zupackenden, manchmal dann wieder eher närrisch spöttelnden Klang.
Was er sagte, war nicht zu verstehen. Dabei bediente er sich nicht einer fremden Sprache, nur war der Klang der Worte undeutlich, nicht klar zu fassen; auch gingen sie im Stimmengewirr um ihn unter. Denn er war nicht allein. Die Bänke um den Tisch herum waren mit lärmenden, durcheinander schwatzenden Männern besetzt.
Der junge Mann drängte sich zwischen sie und fand auf einer Ecke noch einen Platz.
Der Mann auf dem Tisch beugte sich zu ihm, dabei wies sein langer Arm in eine entfernte Ecke des Raumes, wo ein Junge saß und eine Flöte spielte. „Er weigert sich zu sprechen“, sagte der Mann auf dem Tisch.
Der flötespielende Junge saß in einer dunklen Ecke des Raumes. Er hielt den Kopf gesenkt, die Augen auf den Boden vor sich gerichtet. Der junge Mann sah ihn an, eine undeutliche Erinnerung war in ihm, als sähe er den Flötenspieler nicht zum ersten Mal. Waren sie nicht zusammen über die Ebene gezogen? Oder war es ein anderer gewesen, der ihm davon berichtet hatte?
Er wurde aus seinen Überlegungen gerissen, als der Mann auf dem Tisch laut auflachte.
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