null Libert - URUK BERLIN

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Da läuft jemand wie eine späte Alice im Wunderland durch die Straßen und über die Plätze der Stadt Berlin, aufgeschreckt durch eine Radiostimme und verfolgt von dem Lachen der Menschen im Kino, das ihn über die Straße und in den Park treibt. Etwas geschieht in dieser Stadt, und er will es ergründen.

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Erneut blickte der sitzende Mann in die Runde seiner Zuhörer, von denen sich einige nun abgewandt hatten und in dem Menschenstrom auf der Straße verschwunden waren. Für einen Moment ruhten die Augen des Sitzenden gedankenvoll auf dem Gesicht des jungen Mannes. Dieser errötete und blickte zu Boden.

„Augenscheinlich kann ich, unter strenger kausaler Verkettung, die logische Geschichte des Mannes schreiben, der seine Hütte verlässt, auf den Fluss zugeht und sich ertränkt, wenn ich hierfür lediglich die Vorgänge seiner Gehirnzellen studiere. Und das Bild wird sich in die Chemie übertragen, und wenn man von der Chemie ausgeht, wird alles logisch und klar sein … die Blondine, die in Peru wohnt. Nichts steht im Wege, dass Ereignisse, die auf einer Ebene nichts miteinander zu tun haben, auf einer anderen Ebene miteinander verkettet sein können (Schritte auf den Fluss zu).“

Die letzten Worte des Vorlesers waren nur noch gemurmelt, kaum verständlich. Der junge Mann bemerkte, dass alle anderen Zuhörer sich entfernt hatten. Als er sich umdrehte, sah er, dass auch die Straße hinter ihm wieder leer war, nur in der Ferne konnte er die Letzten der Menge erkennen. Der Mann ihm gegenüber war inzwischen geräuschlos aufgestanden und eilte mit schnellen, schwebenden Schritten hinter den anderen her, die weiten Ärmel seines Gewandes flatterten wie die Flügel eines Vogels.

Der junge Mann entschloss sich, ihm zu folgen. Indem er rasch ausschritt, näherte er sich bald wieder den Nachzüglern des Menschenstroms.

Am Straßenrand spielte die Westcoast Popart Experimental Band: Nimm an sie geben einen Krieg und niemand kommt.

Plötzlich öffnete sich ihm der Blick in eine Nebenstraße, die zwischen hohen Mauern hindurch führte. Auch hier bewegte sich ein Menschenstrom. Einem Impuls folgend bog der junge Mann in diese Straße ein und folgte der Menge. Nach kurzer Zeit formierte sich auf der Straße ein Demonstrationszug. Die Demonstrierenden gingen in der Mitte der Fahrbahn, während am Rand dichtgedrängt Passanten standen und ihnen zusahen. Die Marschierenden trugen Fahnen und Transparente. Einige hielten Schilder hoch, auf denen ein verstümmeltes, deformiertes Gesicht zu sehen war. Napalm. Aus einem Balkonfenster schwenkte ein Mann eine amerikanische Flagge. Wütendes Pfeifen und Hohngelächter aus dem Zug antworteten ihm, dann bildete sich ein rhythmischer Chor. Auf dem Bürgersteig schrie ein alten Mann mit einem hageren, jetzt hochroten Gesicht gegen den Chor an, ohne dass man ihn verstehen konnte. Gleichzeitig fuchtelte er mit beiden Armen ziellos in der Luft herum, dann zog er ein buntbedrucktes Taschentuch aus seiner Jacke, schneuzte sich und schüttelte es gegen die Marschierenden aus. Er taumelte, wischte sich mit dem Tuch über die Stirn und über die Augen. Sein Gesicht war verzerrt. Vor ihm hockte ein Mann in den Knien, mit dem Rücken zu den Demonstranten, und hielt eine Kamera auf den Alten gerichtet. Dabei munterte er ihn auf, weiter die Marschierenden zu beschimpfen. Der alte Mann bemerkte ihn kaum, noch immer versuchte er mit sich überschlagender Stimme den vielfältigen Chor zu übertönen.

Auf einem Balkon stand ein älteres Paar. Ein Sprechchor klang auf: „Bürger runter vom Balkon!“ Aus einem Fenster hob ein Mann den Arm zum deutschen Gruß. Vor einem Lokal standen Jugendliche; die Jungen in dunklen Anzügen, mit weißen Hemden und Krawatten; die Mädchen in Tanzkleidern. Mit verlegenen Gesichtern sahen sie auf die Vorbeimarschierenden.

Der junge Mann versuchte, die Spitze des Demonstrationszuges zu erreichen. Die Marschierenden waren überwiegend junge Frauen und Männer, doch entdeckte er hin und wieder in ihren Reihen auch Ältere mit Kindern dabei. Ein Junge fiel ihm auf, der alle Mühe hatte, mit den Demonstranten Schritt zu halten. Sein Gesicht zeigte einen Ausdruck von Entrücktheit, die Haare hingen ihm in die Stirn. Er trug eine verwaschene Leinenhose und eine schwarze Lederjacke. Der Mann, der neben ihm ging, war mittleren Alters und in einen dunklen Anzug gekleidet, mit einem weißen Hemd und Fliege. Er trug eines der Schilder mit dem zerstörten Gesicht darauf.

Der Zug hatte nun einen großen Platz erreicht. Von vorn, von der Tribüne, wurden flüsternde Stimmen über die Lautsprecheranlage herüber getragen. „I never saw such a great demonstration, it is so wonderful.“ Und eine andere mahnte: “Nicht zu lang. Nicht mehr als zehn Minuten.” Irgend jemand trat vor das Mikrophon.

Der junge Mann dachte an die Stromrechnung, die er am Morgen mit der Post bekommen hatte. Sie war entschieden höher, als er erwartet hatte. Und sie musste schnellstens bezahlt werden. Aber wie? Er war verstört. Er wollte doch die Schuhe vom Schuster holen; und Kohlen kaufen. Die Schuhe mussten warten, ebenso die Kohlen. Mit der Wäsche konnte er nicht länger warten. Die Rechnung ging ihm nicht aus dem Sinn, sie stellte eine Bedrohung seiner Freiheit dar. Er wollte sich nicht weiter in die Arbeit verstricken. Er wollte darüber schlafen. Und nun das Bild vom Krieg. Notre Dame Vietnam. Notre Dame Vietnam.

Er glaubte in der Menge das Gesicht der Frau G. zu sehen, einer älteren Arbeitskollegin. Er schüttelte den Kopf. Das konnte kaum sein. Sie hatte ihm von ihrem Schwiegersohn erzählt und ihm ein Foto gezeigt. „Er ist ja noch so jung. Sie haben immer zwölf Stunden Dienst und vierundzwanzig Stunden frei. Es ist manchmal schon ein harter Beruf. Am schlimmsten sind die, von denen eine Blutprobe genommen werden soll. Die sind ja meistens auch angetrunken, und dann wehren sie sich oft. Dann müssen sie zur Wache gebracht werden. Der Knüppel darf nicht mehr benutzt werden, sie dürfen ja überhaupt nicht mehr so, wie sie wollen. Sie nehmen ein nasses Handtuch, da sieht man hinterher nichts davon, und die Wirkung ist mindestens die gleiche. Das zieht ganz schön. Natürlich, wenn sie draußen mal in eine Schlägerei geraten, er ist ja in einer Einsatzgruppe, dann nehmen sie auch den Knüppel. Sie zeigen ihn heute nicht mehr, aber sie haben ihn immer im Ärmel stecken.“ – „Sie haben doch da jetzt den neuen Polizeispräsidenten“, hatte der junge Mann dazwischen geworfen. – „Ja, ja“, hatte seine Kollegin erwidert. Er hatte ihr das Bild zurück gegeben. Es war ein Hochzeitsfoto gewesen. – „Er will immer mit dem Kopf durch die Wand“, hatte sie weiter erzählt, „er ist ein richtiger Herrschaftstyp, und so leicht erregbar. Manchmal redet er zuviel, ist einfach nicht zu bremsen. Dann ist er wieder ganz ruhig. Er sammelt Briefmarken, steckt eine Menge Geld da hinein. Er muss immer recht behalten. Ganz schlimm ist es, wenn bei einem Einsatz einem seiner Kollegen etwas passiert, also dann ist er nicht mehr zu halten. Gerade weil sie in ihrer Gruppe eine so gute Kameradschaft haben. Er ist ein starker Kerl, aber er hat einen Herzfehler und schon zweimal einen Kollaps gehabt. Beim Zehnkilometerlauf kam er als einer der ersten ins Ziel, und dann fiel er um. Wegen seines niedrigen Blutdruckes leidet er auch immer unter Kopfschmerzen, dabei ist er so schnell aufbrausend. Er ist einer der Jüngsten und einer der Besten in seiner Gruppe, er kann es noch weit bringen. Er ist ja erst vierundzwanzig. Jetzt ist er Hauptwachtmeister. Vielleicht will er später zur Kripo gehen. Wenn er nur auf seine Gesundheit achtet.“ – „Ach“, hatte der junge Mann erwidert, „heute ist so eine Herzsache doch nicht mehr so schlimm, in zwanzig Jahren ist es doch reine Routine, ihm ein neues Herz einzusetzen.“ – Sie hatte gelacht und noch einmal die Mappe mit den Fotos heraus gezogen, um ihm die Bilder der Kinder zu zeigen.

Die Wirkung ist mindestens die gleiche, ein einziger Schlag genügt. Auschwitz ist an keinen Ort und an keine Zeit gebunden. Plasticon Safiplast Plastica Plasticos Plastiv Gerro-Plastik Clipterplast Solar Plastic Artico-Plastic Proplax Plastica Federal Plastics Finoplasticos.

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