Konzentration auf den Augenblick. Leben findet im Hier und jetzt statt. Carpe diem lautet eine Lebensweisheit des Römers Horaz, die uns auffordert, jeden Tag zu genießen.
Konzentration auf sich selbst nach dem Motto „Wer sich auf andere verlässt, ist verlassen“ (Redensart). Erwarten Sie weniger die Hilfe oder Veränderung der Welt, der Gesellschaft oder anderen Menschen. Konzentrieren Sie sich auf sich selbst. Packen Sie Ihr vorhandenes Selbstbewusstsein ein und entwickeln Sie es unterwegs zum ursprünglichen Wortsinn weiter: Werden Sie sich Ihrer selbst bewusst. Alles, was Sie auf Ihrer Reise erleben, wird Ihnen helfen, sich selber immer tiefer kennen zu lernen. Wenn Sie sich auf sich selbst konzentrieren und auf das, was Ihnen Ihr Leben und Erleben über Sie selbst verrät (z. B. statt „Wie kann der sich nur so verhalten?“ fragen „Warum regt mich das so auf und was sagt mir das über mich ?“). Gleichzeitig führt ein Prozess des sich selbst bewusst werden eher zu positiver Beziehungen als zum Egoismus oder der Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen.
Verantwortung nach dem Motto „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld, wenn Sie so bleibt.“ (Refrain des Songs „Deine Schuld“ von der Musikgruppe Die Ärzte) Nehmen Sie die Zeit und den Umgang mit ihr selbst in die Hand. Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Zeit, für das, was Sie daraus machen und was sich wie ändert. Steigern Sie die Wahrscheinlichkeit einer Veränderung in Ihrem Sinne durch eine positive Grundhaltung wie „Yes we can“ und geben Sie Ihr Leben und Ihre Zeit nicht durch eine Killerhaltung und -phrase wie „Kann ich nicht“ oder „Geht nicht“ aus der Hand.
Vertrauen nach dem Motto "Vertrauen bedeutet, sich etwas zu trauen oder zuzutrauen und sich zu verbinden".
Der Rheinländer in mir empfiehlt Ihnen speziell das Kölsche Grundgesetz oder den so genannten Rheinischen Zen-Buddhismus.
Das Kölsche Grundgesetz
Artikel 1: Et es wie et es.: Sieh den Tatsachen ins Auge und mach dir nichts vor.
Artikel 2: Et kütt wie et kütt.: Habe keine Angst vor der Zukunft, nimm Veränderungen an und lerne mit ihnen umzugehen.
Artikel 3: Et hätt noch immer jot jejange.: Lerne aus der Vergangenheit und bleib auch in kritischen Situationen gelassen. Es gab bisher immer noch einen Ausweg.
Artikel 4: Wat fott es es fott.: Jammere den Dingen nicht nach und trauere nicht um die Vergangenheit.
Artikel 5: Nix bliev wie et wor.: Sei offen für Neuerungen, neue Wege und Lösungen.
Artikel 6: Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet.: Seid kritisch, wenn Neuerungen überhand nehmen. Nicht alles Neue ist wirklich praktisch, hilfreich und gut.
Artikel 7: Wat wellste maache?: Füge dich in dein Schicksal. Manchmal gibt es auch Dinge, die wir nicht ändern können.
Artikel 8: Mach et jot ävver nit ze off.: Übertreibe nicht und achte auch auf deine Gesundheit.
Artikel 9: Wat soll dä Quatsch?: Stelle die Universalfrage, wenn dir nichts einfällt oder du Zeit brauchst.
Artikel 10: Drinkste ene met?: Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach und suche das zwanglos lockere Gespräch mit Freund und Feind.
Artikel 11: Do laachste dech kapott.: Auch wenn nichts funktioniert, bewahre dir eine gesunde Einstellung zum Humor.
Wer weiter die spezielle Kölsche Lebensart entdecken möchte, greift zu
"Köln auf der Couch"
von Stephan Grünewald
. Er bietet alternativ oder ergänzend auch unter dem Titel
"Deutschland auf der Couch"
einen kritischen Blick auf die ganze Bundesrepublik an.
1.2.1 Erwartungen an die Zeit
In der einschlägigen Literatur zum Thema Zeit- und Selbstmanagement werden immer wieder folgende Erwartungen und Ziele im Umgang mit der Zeit formuliert:
mehr Zeit
mehr Zeit für die wesentlichen Dinge
genug Zeit
Zeitwohlstand
Zeit gewinnen
erfolgreiche Zeit
Eine Definition und Beschreibung des Begriffes Erwartungen lautet: „Der Begriff Erwartung spielt eine zentrale Rolle in der Soziologie. Zum einen beschreibt er die Annahme eines Handelnden darüber, was ein anderer oder mehrere andere tun würden (antizipatorische Erwartung) bzw. was er oder andere billigerweise tun sollten (normative Erwartung). Wird eine Erwartung enttäuscht, dann wird sie meist geändert, in einigen wenigen Fällen aber auch aufrechterhalten (kontrafaktische Stabilität).“ (Wikipedia 2009,
http://de.wikipedia.org/wiki/Erwartung_(Soziologie)
)
Meine persönliche Empfehlung: Probieren Sie mal aus, nur wenig, Kleinigkeiten oder sogar nichts zu erwarten. Erwartungen können dazu verführen, zu stark in die Zukunft und nach außen gerichtet zu leben. Dadurch vernachlässigen wir schnell die Gegenwart und den Blick nach innen. In der Konzentration auf das Hier und Jetzt, auf uns selbst und unser Innenleben liegt meiner Meinung nach noch eine ganz andere Kraft verborgen, als immer wieder durch Ziele und Erwartungen beschworen wird. Zapfen Sie dieses Energiepotential ruhig einmal an und stärken Sie so Ihren bewussten Lebensstil. Dann folgen Sie dem, was in „Erwartung“ schon steckt, nämlich „warten“. Vielleicht ändern sich so einige Dinge in Ihrem Sinne ganz automatisch, ohne frustrierende und energieraubende Kraftakte. Hinter dieser Empfehlung steckt das Bild, dass unser Geist sich ähnlich automatisch und unbewusst in unserem Sinne verhalten kann, wie es uns unser Körper den ganzen Tag vorlebt. Oder haben Sie von ihm schon einmal erwartet zu atmen, das Herz schlagen zu lassen oder zu verdauen? Er agiert und reagiert wie es zum Leben nötig ist. Ein klarer Geist kann unser Denken und Handeln vielleicht ähnlich leiten und steuern. Was wir von der Zeit erwarten, sollte außerdem nie das übersteigen, was wir von uns selbst erwarten können.
„Wir sehen und erleben Zeit immer genau so,
wie wir über sie denken“
und
„Zeit ist, was wir daraus machen“
Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne beim gegenwärtigen und zukünftigen Zeit- bzw. Selbstmanagement ein glückliches Händchen.
1.2.2 Umgang mit der Zeit
Im Zusammenhang mit menschlichen Fähigkeiten wird von Qualifikationen und Kompetenzen gesprochen. Der Begriff Qualifikation bezieht sich in der Regel im Sprachgebrauch auf fachliches Wissen und Fähigkeiten, die für bestimmte Arbeitsgebiete und Berufsbilder nötig sind. Kompetenzen sind dagegen davon losgelöste Fähig- und Fertigkeiten, die unabhängig bestehen. Lange Zeit wurden sie auch als Schlüsselqualifikationen bezeichnet. Beispiele sind kommunikative, emotionale und eben die Zeitkompetenz.
Wie nun die Kompetenz im Umgang mit der Zeit auszusehen hat, kann und will ich in diesem Buch nicht beantworten, weil es in Ihrer Verantwortung liegt, dies nach Ihren Vorstellungen zu entscheiden. Kompetent mit einer Sache umgehen können, setzt für mich voraus, mit ihr besonders vertraut zu sein. Dazu benötigen Sie meiner Meinung nach:
einen umfassenden Überblick und Hintergrundwissen aus allen Perspektiven
Wissen über die Umsetzung der möglichen Techniken und Methoden
eine Klärung unseres inneren Kerns, in dem u. a. Wertvorstellungen, Einstellungen, Ängste und Anlagen verankert sind
Zu allen drei Punkten bietet dieses Buch einen Zugang. Das Wissen ist mit diesem Werk verfügbar und zügig aufgebaut. Die Methoden und Techniken in der Regel weder besonders schwer zu verstehen noch kompliziert oder aufwendig in der Umsetzung. Darüber hinaus werden sie durch unsere Erfahrungen schnell bestätigt, wenn wir nach dem Motto handeln „Es gibt nichts Gutes, außer wir tun es!“ Trotzdem wird oft ein entsprechendes Verhalten nicht gezeigt (wie z. B. Wissen und Verhalten beim Thema Rauchen zeigen). An diesem Punkt kommt unser innerer Kern als Wurzel oder Quelle unseres Verhaltens ins Spiel. Wenn sie nicht mit den entsprechenden Verhaltensweisen im Einklang stehen, wird sich Zeitkompetenz kaum entfalten. Praktische Beispiele dafür sind:
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