Cristina Zehrfeld - Der exzentrische Maestro Carl

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Maestro Carl ist genial und exzentrisch. Normen sind ihm ein Gräuel. Selbst bei scheinbar alltäglichen Begebenheiten überrascht der Maestro immer wieder durch seine ganz abstrusen Verhaltensweisen. Des Maestros Offenherzigkeit gegenüber Fremden ist hemmungslos, seine Übertreibungen sind maßlos, seine Manieren sind gewöhnungsbedürftig. Maestro Carl bringt Kellner zur Verzweiflung, erhebt sein nachlässiges Äußeres zum Selbstzweck und stellt bedenkenlos die Realität einer CD-Aufnahme in Abrede, um sein eigenes Klangideal zurechtzumischen.
In sechsundsechzig Miniaturen werden Episoden aus allen Lebensbereichen erzählt: Es wird berichtet, wie der Maestro komponiert, wie er den Ich-Erzähler spätabends in seiner Wohnung einfach vergisst oder wie sich der Maestro vor den Augen von dreihundert Konzertbesuchern umzieht …

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Eine Speisekarte ist für den Maestro keine Übersicht, welche Speisen in einem Lokal angeboten werden, sie ist ein Vorschlag. Sie ist prinzipiell kein akzeptabler Vorschlag, aber immerhin einer, über den zu reden der Maestro willens ist.

Nicht willens ist er, etwaige Vorlieben des Kochs auszulöffeln. Deshalb stellt der Maestro sein Menü prinzipiell selbst sorgfältig zusammen. Von dem einen Gericht die grünen Klöße, vom anderen die vegetarische Soße, vom dritten schließlich die Erbsen. Er bestellt Linseneintopf ohne Speck, Zwiebelsuppe ohne Zwiebeln und flambierte, alkoholfreie Banane. Bei Maestro Carls ausschweifender Recherche zur exakten Herkunft etwaig angepriesener Waldpilze ist schon mancher Kellner völlig grundlos dem Wahnsinn verfallen.

Neulich hat Maestro Carl zu meiner Überraschung ganz einfache Rühreier bestellt. Fast ganz einfache Rühreier. Ich dachte trotzdem, dass das nicht klappt. Aber er hat sie bekommen, seine Rühreier. Dies, trotz der ausdrücklichen Anweisung: Ich hätte sie gern geschüttelt, nicht gerührt.

5. Fahrstuhl zum Schafott

Maestro Carl ist ein gläubiger Mensch. Deshalb will er dem Himmel ganz nahe sein und muss ganz weit oben wohnen. Wenn es eine Anhöhe in der Stadt gibt, muss das Haus des Maestro auf dieser Anhöhe stehen. Wenn das Haus siebzehn Etagen hat, kann des Maestros Wohnung in keiner Etage unterhalb der ACHTZEHNTEN Etage liegen. Das Haus, wo ich ihn besuchte, hatte vier Etagen. Eine Treppe führte nicht in diese schwindelerregende Höhe. Dafür gab es eine Klingel inklusive Sprechanlage. Dort nahm ich die Anweisung des Maestros entgegen: „Kommen Sie zum Fahrstuhl.“

Kein Problem. Ich hatte den Hausflur auf der verzweifelten Suche nach einer Treppe bereits inspiziert. Ich wusste um den Fahrstuhl, und ich wusste, dass ich ihn nicht in Gang zu setzen vermag, weil für das Betreiben ein Fahrstuhlschlüssel vonnöten ist. Ich ging also zum Lift und wartete. Ich lief hin und her, und her und hin. Es dauerte. Vermutlich hatte der Maestro überraschend noch einen Anruf bekommen und konnte nicht weg, dachte ich, obwohl der Maestro sonst während eines Telefongesprächs freilich immer im Haus unterwegs ist. Manchmal geht er auch in die Pizzeria gegenüber während eines Gesprächs und wundert sich über die nachlassende Qualität der Verbindung.

Ich war gerade wieder ein ganzes Stück hergelaufen, als der Fahrstuhl ruckelte. Ich lief schnell hin. - Er war nicht angekommen. Er war abgefahren. Jetzt wartete ich direkt vor der Fahrstuhltür, denn der Maestro musste jeden Moment kommen. - Dachte ich. Aber er kam nicht. Erst zehn Minuten später, als ich bereits wieder mit Hin- und Herlaufen beschäftigt war, polterte des Maestros Stimme empört. „Wieso stellen Sie sich nicht in den Fahrstuhl?“ In den nächsten Minuten begriff ich, dass die Anweisung, „kommen Sie zum Fahrstuhl“, nicht mehr und nicht weniger beinhaltet, als: „Gehen Sie zum Fahrstuhl, treten Sie hinein und beten Sie, dass ich den Fahrstuhl samt Insassen in mein Reich rufe.“ Öffnen lässt sich die Fahrstuhltür nämlich ohne Spezialschlüssel. Alle Gäste des Maestro begreifen das sofort. Alle außer mir, denn ich lebe sonst ja nicht in der großen Welt, sondern in einem kleinen Dorf. Selbst in den wenigen, in den Himmel ragenden Zweigeschossern unseres Ortes sind Fahrstühle einfach nicht üblich. Deshalb war dieses Ereignis erst meine zweite Berührung mit einem Fahrstuhl. Die erste hatte ich im Dorfkino. Gezeigt wurde damals der Krimi „Fahrstuhl zum Schafott“.

6. Die Perlen des Soprangesangs

Einmal saß ich mit Maestro Carl an seinem Computer. Selbstverständlich hatte der Maestro wieder keine Minute zu verlieren, denn der Schreibtisch bog sich unter den Bergen an Arbeit. Außerdem mussten Briefe geschrieben, Konzertdaten eingegeben und Telefonate erledigt werden. Trotz dieser Fülle an unaufschiebbaren Terminsachen hatte sich der Maestro für diesen Abend zusätzlich noch das schier Unmögliche vorgenommen: Er wollte mich für die besten Sopranistinnen unserer Zeit begeistern, und er wollte, dass ich künftighin jederzeit erkenne, ob da gerade Jessye Norman singt oder Edda Moser oder gar Birgit Nilson. Er nahm seinen Bildungsauftrag an mir sehr ernst. Dabei hatte ich ihn keineswegs ermuntert, in mir etwas anderes zu sehen, als einen höchst unmusikalischen Menschen. Genau genommen bin ich nicht nur unmusikalisch, sondern darüber hinaus ein Kulturbanause ohnegleichen, denn ich bin kein Freund des Gesangs, und daher ist es mir völlig schnuppe, ob da nun gerade Maria Callas singt oder aber Lieschen Schnickenpfennig aus der dritten Etage. Mein Bemühen um absolute Konzentration blieb also weitgehend erfolglos.

Endlich, nach einer halben Stunde, erkannte auch der Maestro entmutigt die Sinnlosigkeit seines Unterfangens. Er gab auf. Nur eine einzige Sängerin wollte er mir unbedingt noch zu Gehör bringen. Ich war nicht sonderlich gespannt. Aber wenn Maestro Carl sich etwas vorgenommen hat, dann zieht er das durch. Ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Rücksicht vor allem auf meine überstrapazierten Nerven.

Ich beobachtete also müden Auges, wie Maestro Carl in Youtube nach dem nächsten Goldkehlchen fahndete. Er wurde fündig und startete die Aufnahme.

Ich wollte gerade verschämt Gähnen, als der Gesang begann. Doch was heißt Gesang. Da gellte etwas so Außerordentliches, etwas nie Gehörtes aus den unendlichen Weiten des Internets, dass mit der Gähners im Halse stecken blieb. Eine Stimme wie ein ungeölter Kinderwagen, eine Muschelkern-Perle des musikalischen Niemandslandes drang an mein Ohr. Die Interpretation der „Königin der Nacht“ gelang dieser nach meiner ersten Ahnung möglicherweise weiblichen Person, ohne dass auch nur ein einziger Ton hätte in den Verdacht geraten können, richtig zu sein. Ich war völlig konsterniert.

Der Maestro beobachtete mich unterdessen von der Seite. Seine Mundwinkel zuckten, bis die Heiterkeit schließlich schallend aus ihm heraus brach. Nur selten habe ich Maestro Carl so unbändig und aus tiefstem Herzen lachen hören wie in diesem Moment. Was er mir da präsentiert hat, war eine Originalaufnahme von Florence Foster Jenkins, eine Sängerin, die gewiss ohne große Mühe die Mauern von Jericho zum Einsturz bringen konnte. Unter dem Gelächter des Maestros bebten nun auch schon die Wände des Arbeitszimmers. Der Maestro schüttelte sich vor innerer Wolllust. Aus seinen Augen schossen Tränen größter Heiterkeit. Diese Musik war gewiss nicht schön, aber dennoch hatte sie das Höchstmögliche erreicht: Sie hatte Freude bereitet. Maestro Carl hat übrigens auch das Höchstmögliche erreicht: Es gibt jetzt eine Sopranistin, die auch ich mit traumwandlerischer Sicherheit unter Tausenden erkenne.

7. Einhundertfünftausendeinhundertzwanzig Anrufe im Jahr

Maestro Carl ist unglaublich bekannt. Er ist außerordentlich gefragt. Und er ist unvorstellbar beliebt. Jedenfalls bei seinen Fans. Selbstverständlich hat Maestro Carl auch Feinde. Ehrlich verdiente Feine, wie er stets betont. Doch von diesen missgünstigen, neidischen und also unverständigen und nichtswürdigen Menschen soll hier nicht die Rede sein, sondern eben vom Rest der Menschheit, also von den verständigen und würdigen Menschen. Unter diesen, wie gesagt, hat der Maestro eine schier unüberschaubar große Zahl von Bewunderern und Freunden. Er selbst beziffert seine Bekannten mit zirka zweihunderttausend. Auf dieser vorsichtigen Schätzung basiert eine Carlsche Berechnung, die mich im tiefsten Inneren erschüttert hat.

„Ich kann“, so rechnete der Maestro mir vor, „nicht einmal all meinen Bekannten zum Geburtstag gratulieren. Wenn ich mit jedem davon auch nur fünf Minuten am Telefon spreche, dann schaffe ich zwölf Anrufe in der Stunde, zweihundertachtundachtzig Anrufe am Tag, Einhundertfünftausendeinhundertzwanzig Anrufe im Jahr. Das heißt, ich brauche zwei Jahre, um alle meine Bekannten anzurufen.“

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