Jens Wahl - Die Kostenvermeidungsdirektive

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Friederike Oberndorfer, ein von ihrem Vater ungeliebtes Kind, hat bei der AHOS-Reederei mit viel Ehrgeiz den Sprung vom «Fußvolk» in die untere Vorgesetztenreihe geschafft. Während eines Landausfluges der Passagiere passiert ein Unfall – jetzt ist sie in ihrer neuen Position gefordert.
Die Handlung führt mit Bezug auf die damaligen politischen Ereignisse ins Deutschland der Jahre 2015 – 2016.
Hauptsächlich geht es um die Verantwortung von Reiseveranstaltern gegenüber ihren Gästen sowie über Machtmissbrauch im Berufsleben. So ganz nebenbei wird der Leser angeregt oder auch provoziert, über einiges von dem nachzudenken, was wir in unserem Leben als «normal» betrachten. Sind unsere oft eingefahrenen Denk- und Verhaltensweisen wirklich immer «normal»? Ohne fertige Antworten oder Lösungen vorzugeben, versucht der Autor, den Leser dazu zu bringen, über so manches aus einem anderen Blickwinkel nachzudenken.

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Torsten hatte vermutlich durch einen Infekt vor ungefähr zehn Jahren zwei Wirbel im oberen Bereich der Brustwirbelsäule verloren, genauer gesagt den dritten und vierten Wirbel der Brustwirbelsäule. „Vermutlich“ deswegen, weil erst auf Krebs getippt, aber trotz wochenlanger Sucherei nichts gefunden worden war. So blieb es bei der Vermutung eines Infektes als Ursache. Mit zwei Titanstangen rechts und links der Wirbelsäule wurde die physikalische Festigkeit des Skelettes wieder hergestellt. Nachteilig an den Implantaten war, dass durch das Anbohren der Rippen zur Befestigung der Stangen daran die Festigkeit der Rippen im Bereich der Verschraubung deutlich geringer als normal war. Als weiterer Nachteil erwies sich die so erfolgte Versteifung eines Teiles der Wirbelsäule. Hinzu kam, dass er nicht viel heben durfte. Für ein gefülltes Hefeweizenglas reichte es aber noch. Er musste vor allem schlagartige Einwirkungen auf die Wirbelsäule möglichst vermeiden. „Wir werden nur schon zu Beginn der Fahrt dem Guide Bescheid geben, dass der Fahrer langsam über die Kopfsteinstrecke fährt. Über die Bodenwellen ging es ja auch von allein sehr vorsichtig. Dann wird schon alles gut gehen“, dachte Gudrun laut nach. Während ihrer Südamerika-Reise gab es mehrere Ausflüge, die durch AHOS als „nicht geeignet für Schwangere und Gäste mit Rückenproblemen“ gekennzeichnet waren, meistens Jeep-Touren im Gelände. Die Inselrundfahrt auf Santiago besaß keinerlei derartige Kennzeichnung, also sollten auch Gäste mit Rückenproblemen teilnehmen können.

Aufgrund seiner Behinderung fühlte sich Torsten manchmal als Krüppel und nutzlos, zumeist dann, wenn er immer wieder Schmerzen hatte. Letzteres hing meist von der Belastung seines Rückens ab. Wenn er aber junge Menschen im Rollstuhl sitzen sah, querschnittsgelähmt oder ohne Beine, dann fühlte er sich ihnen gegenüber schon wieder privilegiert und war froh, „nur“ mit der Versteifung der Wirbelsäule leben zu müssen.

Torsten hatte dann aber doch noch einen Einwand: „Allerdings fahren die zu diesem Sonderpreis schon dieses Jahr im November - würdest Du da freibekommen?“ Sie nickte. „Wir haben doch jeder noch mindestens 16 Urlaubstage, das sollte reichen. Und meine Chefin Claudia wird froh sein, wenn die wenigstens teilweise wegkommen. Wenn wir für ein paar Tage dem nebligen Novemberwetter entfliehen können, bin ich gewiss nicht böse darüber!“

Sie waren sich einig, freuten sich auf den nun fast feststehenden Urlaub und zeigten sich hinterher, dass sie sich beide trotz der vielen Ehejahre immer noch sehr liebten und begehrten. Als sie sich mit etwa dreißig Jahren kennenlernten, hätten sie nicht gedacht, im jetzigen Alter noch Sex zu haben. Doch beide waren froh, dass es immer noch so gut klappte.

Vor einigen Monaten hatte Gudrun ihren Mann plötzlich mit der Frage konfrontiert, ob es nicht unanständig oder ekelerregend sei, in ihrem Alter noch Sex zu haben. „Wieso?“, fragte er damals erstaunt zurück. Sie antwortete: „Denke doch mal daran zurück, als wir uns kennenlernten. Damals konnten wir uns nicht vorstellen, mit mehr als fünfzig Jahren noch Sex zu haben. Jetzt sind wir so Mitte fünfzig.“ „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Mensch, nur weil er fünfzig, sechzig, siebzig Jahre oder noch älter ist, kein Recht mehr hat, einen anderen zu lieben. Und wenn es mit dem Körperlichen noch klappt, weshalb nicht? Oder empfindest du Ekel, wenn wir miteinander schlafen?“ Sie schüttelte den Kopf „Nein, ganz im Gegenteil - ich genieße es. Man weiß ja nie, ob es das letzte Mal war“, frotzelte sie und schmiegte sich an ihn. Er ging nicht darauf ein: „Wir stellen doch auch keine Bilder oder Videos von uns ins Internet. Also ist das unsere ganz private Sache. Nur wir müssen uns darüber klar sein, ob wir es als ekelig oder unanständig empfinden. Und was heißt unanständig? Vor mehreren Hundert Jahren durfte ein Mann seine Frau nicht auf offener Straße küssen, weil es als unanständig galt. Und heute? Die Maßstäbe ändern sich selbst während unseres, an sich kurzen, Lebens. Egal, wie jeder veranlagt ist, es sollte doch jeder das Recht haben, nach seiner Form glücklich zu werden, ohne dabei andere zu einem von diesen unerwünschten Verhalten zu zwingen.“ Er dachte kurz nach. „Natürlich kann ich mir vorstellen, dass erzwungener Geschlechtsverkehr für den oder die Gezwungene(n) als ekelig empfunden wird. Oder, wenn ein Siebzigjähriger eine Dreißigjährige anspricht und diese geht mit ihm in der Hoffnung, dass bei dem Alten nichts mehr klappt und sie für ein paar Migräne-Anfälle eine Eintragung in seinem Testament erwirken kann. Abends steht dann plötzlich der liebestolle Hecht mit seinem Viagra-gestylten Pinsel in der Tür und will noch etwas von ihr. Spätestens dann sollte sie sich darüber klar sein, was stärker ist: Der Ekel, sich von dem ‘Lustmolch’ besteigen zu lassen oder ihre Gier danach, in seinem Testament als Erbin eingetragen zu werden!“ „Natürlich kann solch ein Plan auch schiefgehen, wenn der alte Herr partout nicht sterben will. Da kann dann aus der Dreißigjährigen schnell eine Sechzigjährige werden, bevor sie erbt“, lästerte Gudrun damals abschließend.

Am darauf folgenden Montag klärten sie in ihren Firmen, ob das mit dem geplanten Urlaub funktionieren kann. Am Abend wurde die Reise für Anfang November gebucht.

Mitte Oktober, inzwischen waren weitere Zehntausende von Kriegsflüchtlingen und solchen, die vorgaben, einer zu sein, ins Land geströmt, erhielten Klarmanns ihre Reiseunterlagen.

„Sag mal, kennst Du ‘Daedalus Air Burgas’?“, fragte sie ihn. „Nie gehört, klingt aber nach Bulgaren“, antwortete er und schmunzelte: „Sei froh, dass die nicht ‘Ikarus Air’ heißen - Ikarus war abgestürzt! Ich werde nachher mal nachschauen, was das für ein Verein ist.“

„Ikarus - so hießen doch die ungarischen Busse, die in der DDR fuhren.“ „Ja, und die SED-Bonzen werden heilfroh gewesen sein, dass die am Boden blieben“, grinste er. Ohne irgendeine blöde Bemerkung loszuwerden, konnte Torsten nun mal nicht leben.

Am darauffolgenden Wochenende unternahmen beide nach etwa fünf Wochen wieder mal einen Spaziergang zur Mariandlbergalm. Es ging in Mittelgebirgshöhe durch den Wald ohne Kraxelei. Diesen Weg hatten sie oft genutzt, wenn es ihnen für eine "echte" Bergtour zu warm war oder zu neblig. Der Vorteil dieses Weges bestand darin, dass hier ein Schild angebracht war: "Wildeinstand - Hunde anleinen". Gudrun war schon als Dreijährige von einem Hund attackiert worden, vor zwei Jahren auf einer Bergtour wieder. Torsten, der damals vorausging, hörte nur ein Hecheln. Er drehte sich um und sah einen großen weißen Hund von hinten auf Gudrun zurennen. Sofort rannte er mit ausgestrecktem Trekkingstock dem Tier entgegen und brüllte es an. Dies stoppte erst einmal den Angreifer; ein bösartiges Knurren ließ aber erahnen, dass dieser nicht "zum Spielen" gekommen war. Gudrun war vor Schreck gestürzt und stand langsam wieder auf, während Torsten den Hund auf Abstand hielt. Nach endlosen drei Minuten erschien eine junge Frau und pfiff ihren Vierbeiner zurück. Auf die Beschwerde von Klarmanns, den Hund besser unter Kontrolle zu halten, gab es nur ein höhnisches "Es ist doch nichts passiert!"; danach verschwand sie sehr schnell, als Klarmanns sie um ihre Personalien baten. Es sollte doch jedem selbst überlassen bleiben, ob er sich von fremden Hunden beschnüffeln lassen will oder nicht!

Aus diesen Gründen war ihnen der Weg zur Mariandlbergalm sehr lieb, hier mussten die Vierbeiner angeleint werden. Doch beim letzten Mal trafen sie auf ein Paar, das seinen größeren Hund frei laufen ließ und gleich an beiden herumschnüffelte. Auf eine entsprechende Bitte von Torsten, den Hund anzuleinen, wurden beide pampig: "Leg di selber an die Leine, verdammter Saupreiß!" Sind wir hier in einer hündischen oder menschlichen Gesellschaft? Torsten bezähmte seinen aufsteigenden Ärger und verwies auf das an beiden Enden des Weges angebrachte Schild. Als Antwort erhielt er, dass beide selbst hier Waldeigentümer seien und das Schild für sie nicht gelte. Torsten vertrat die Meinung, dass sich auch der Gesetzgeber an die von ihm erlassenen Gesetze zu halten hat. Daraufhin trollten sich beide mit ihrem Hund. Es ist schlimm, wenn sich manche Menschen für etwas Besseres halten als andere. Dies ist immer wieder Grundlage für Streit, Zank oder gar Kriege. All das benötigt aber kein normal denkender Mensch! Beide diskutierten auf dem restlichen Weg über Intoleranz als eine der Grundlagen von Radikalisierung. Und um die Anleinpflicht ging es. Gudrun wäre es am liebsten, wenn es eine generelle Anleinpflicht geben würde. "Dann kann aber niemand, der über kein Privatgrundstück verfügt, einen Hund frei laufen lassen", entgegnete Torsten. Doch dafür hatte sie auch eine Lösung: "Dann wird die Hundesteuer leicht erhöht und aus den zusätzlichen Einnahmen stellt jede größere Gemeinde ein abgezäuntes Stück Land zur Verfügung, wo die Hundebesitzer ihre Vierbeiner frei laufen lassen könnten." Torsten zweifelte daran, ob dies die allein selig machende Lösung sein sollte. "Sicher haben die Tierschützer garantiert etwas gegen eine generelle Anleinpflicht." Gudrun wurde sauer: "Die sollen erst einmal ihre Hausaufgaben machen. Da wird doch geplant, Bären und Wölfe wieder flächendeckend in Deutschland anzusiedeln. Wer traut sich denn dann noch in den Wald? Beide Tierarten sind garantiert nicht überzeugte Veganer. Und wenn die nicht genügend zum Fressen finden, werden Zuchttiere, wie zum Beispiel Schafe, gerissen. Die Bauern werden sich freuen! Und was hat das mit Tierschutz zu tun, wenn dann Schafe und Ziegen gerissen werden? Die sollen doch erst einmal ein Referendum unter den Schafen starten, ob die sich lieber vom Menschen schlachten oder vom Wolf reißen lassen wollen. Bei welcher Todesart leidet denn das betroffene Schaf mehr?" Darauf wusste auch ihr Angetrauter keine Antwort.

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