Man unterscheidet:
aktive Muskeln
passive Muskeln
mitwirkende Muskeln
Diese stehen im ständigen Wechsel zueinander.

Abbildung 3 Muskelskelett 6
Durch das ausgewogene Bewegen aller unserer Muskeln werden das Herzkreislaufsystem, das Immunsystem, der Blutzuckerspiegel, Blutfette sowie der Körperfetthaushalt, die Atmung und die Psyche positiv beeinflusst. Hormone und Botenstoffe werden gebildet, die den Informationsaustausch zwischen den Zellen und den Organsystemen verbessern und beschleunigen können.
Ob ein Köper Schmerztabletten oder eine Impfung, wie den Grippeschutz benötigt, sollte durch das körperliche Abwehrsystem bestimmt werden.
Wenn das Abwehrsystem, was über Jahrhunderte der Evolution ausgebildet und aufeinander abgestimmt wurde, gepflegt wird und reibungslos arbeiten kann, dann sind zusätzliche Maßnahmen nicht unbedingt notwendig. Bewegung sollte das Rezept lauten. Bewegen Sie Ihre Muskulatur allumfänglich, dann werden künstliche Gelenke und Wirbelversteifungen überflüssig!
Warum besitzt der menschliche Körper so viele Muskeln?
Warum werden die Muskeln so stark vernachlässigt?
Wünsche ich mir Lebensqualität und Gesundheit?
Dazu brauchen Sie keine Geräte! Lernen Sie wieder, mit Ihrem Körper umzugehen. Körperspannung und Körpergefühl sind in unserer Gesellschaft ein Fremdwort geworden. Dabei ist es von Natur her gegeben, es steckt in jeder noch so kleinen Zelle des Körpers. Schauen Sie sich Kinder an!
Sie haben einen Bewegungsdrang und üben Ihr Körpergefühl. Jeder konnte es. Alle Lebewesen können im Laufe der Zeit diese Fähigkeiten wieder verlieren. Gerade Individuen wie der Mensch, haben verlernt, auf den eigenen Körper zu „hören“. Es werden Körpersignale bewusst ignoriert, egal ob es sich dabei um Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen handelt. Selbst bei Abgeschlagenheit und Antriebsverlust entstehen Dysbalancen in der gesamten Muskulatur.
Rückenschmerzen

Abbildung 4 Kinder 7
Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich zum Beispiel, kommen zu 70 % von verkürzter Oberschenkelmuskulatur! Bei einer verkürzten Oberschenkelmuskulatur, verkürzt sich der vierte Kopf des Quadrizeps. Daraufhin zieht der verkürzte Oberschenkelmuskel über den Hüftlendenmuskel an der Lendenwirbelsäule. Somit entsteht eine Hyperlordose. Das natürliche Bewegungsbild der Muskulatur ist somit nicht mehr gegeben, darauf hin kann die Muskulatur nicht mehr einwandfrei arbeiten, Stoffwechselabfallprodukte können nicht mehr aus der Muskulatur abtransportiert werden, woraufhin sich Myogelosen (Triggerpunkte/Muskelverhärtungen) bilden können. Mit diesen Problemen müssen sich Menschen, die viel im Sitzen arbeiten, Rad fahren oder eine stetige monotone Belastung der Oberschenkel haben, häufig auseinander setzen.
Als Folge der verkürzten Muskelkette, beginnend im Oberschenkel, wird die Lendenwirbelsäule in ein sogenanntes Hohlkreuz (Lordose/Hyperlordose) gezogen.
Der Schlüssel, um diese Rückenschmerzen los zu werden, die durch Muskelverkürzungen verursacht werden, ist denkbar einfach! Die Betroffenen müssen ihre Oberschenkel dehnen, die Bauchmuskulatur und die Muskulatur der Oberschenkelrückseite einschließlich der Gesäßmuskulatur kräftigen.

Abbildung 5 Oberschenkelaufbau 8
Damit können die Schmerzen erheblich gemindert werden, bis hin zum endgültigen Abklingen.
Jedoch geschieht das nicht von jetzt auf gleich. Um Verkürzungen in der Muskulatur, den Sehnen und den Faszien aufzuheben, bedarf es regelmäßiger Dehnung. Zwei Mal die Woche je 30 Minuten ist empfehlenswert. Oft wird bei Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich ein Rückentraining empfohlen.

Abbildung 6 Rücken 9
Davon ist unbedingt abzuraten. Wenn ein verkürzter Muskel zu Kontraktion, Anspannung bzw. zum Zusammenziehen gezwungen und dadurch eine aktive Muskelverkürzung angesteuert wird, werden sich die Schmerzen in der Muskulatur erheblich steigern. Der Schmerz ist zu 80 % nie dort zu bekämpfen, wo er zur Ausstrahlung kommt. Empfehlenswert ist die Berücksichtigung der gesamten Muskelschlingen/-ketten.
Und wenn dem noch nicht genug wäre, so führen sich die muskulären Dysbalancen über alle anderen Organsysteme fort, in lang vernachlässigte Teile des Bewegungsapparates, die Faszien.
Diese umhüllen die Muskulatur und Organe im menschlichen Körper wie eine Hülle aus weißen Geflechten, in denen tausende von Nervenzellen und Schmerzrezeptoren liegen. Diese beeinflussen nicht nur unsere Gelenken, Wirbel und Knochen, sondern auch unser Gemüt.
Die Faszie bezeichnet die Weichteilkomponenten des Bindegewebes, die den ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk durchdringen. Hierzu gehören alle kollagenen faserigen Bindegewebe des Menschen, insbesondere Gelenk- und Organkapseln, Sehnenplatten, Muskelsepten (Bindegewebsschichten, die zwischen zwei Muskeln liegen), Bänder, Sehnen, Retinacula (ringförmige Haltebänder der Sehnen) und die „eigentlichen Faszien“ in der Gestalt von flächigen, festen Bindegewebsschichten wie die Plantar-Faszie an der Fußsohle. Die sogenannte oberflächliche hintere Linie setzt sich nach oben bis über den Kopf fort und endet an der Erhöhung der Augenbraue.
Die oberflächliche vordere Faszienlinie beginnt auf der Oberseite der Füße und endet hinter den Ohren am Warzenfortsatz. Die seitliche Linie verläuft entlang des seitlichen Bereichs des Unterkörpers, der Hüften und der schrägen Bauchmuskeln. Dagegen wickelt sich die Spirallinie von Seite zu Seite um den Körper. Die tiefe vordere Linie wiederum verläuft entlang der Wirbelsäule und des Kiefers. Bildlich dargestellt auf der Seite 28 u.f..
Sehnenplatten= Aponeurosen
Hormone:Hormone sind biochemische Botenstoffe, die von spezialisierten Zellen produziert und abgegeben werden, um spezifische Wirkungen oder Regulationsfunktionen an den Zellen der versorgenden Organe zu verrichten.
Lordose:Die Lordose ist eine konvexe Krümmung der Wirbelsäule nach vorne. Die Krümmung nach hinten wird als Kyphosebezeichnet. Beim Menschen ist eine Lordose im Bereich der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule normal.
Quadrizeps:Vierköpfiger Oberschenkelstrecker.
Muskelkontraktion:Unter einer Muskelkontraktion versteht man die aktive Verkürzung eines Muskels. Im weiteren Sinne werden auch Anspannungen des Muskels, die keine Verkürzung bewirken, sondern den Muskel gegen Widerstand in einer bestimmten Länge halten (isometrische Kontraktion) und solche, die einer auf den Muskel wirkenden Kraft einen Widerstand entgegensetzen, während dessen er verlängert wird (exzentrische Kontraktion), den Muskelkontraktionen zugerechnet.
Muskelsepten:Separieren benachbarte Muskeln oder Muskelgruppen funktionell und dienen als Ursprung für Muskelfasern.
Retinacula:Bei Säugetieren werden kurze, meist ringförmige Haltebänder der Sehnen als Retinacula bezeichnet. Solche Haltebänder um Sehnen von Streckmuskeln nennt man Retinaculum extensorum , solche um Beugesehnen Retinaculum flexorum . Die Haltebänder der Kniescheibe werden als Retinacula patellae bezeichnet.
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