Jacques Varicourt - Treffpunkt Brunnen
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Und es war ja auch so im März 2008, wir waren uns, nach und nach, bewusst geworden, dass wir die letzten zwei Jahre weit über unsere Verhältnisse gelebt hatten, die Sucht nach Luxus hatte uns vergessen lassen, dass wir im Grunde genommen ein verspielter Haufen von großen Kindern waren, die sich viel zu viele Freiheiten herausgenommen hatten. Die ständigen Sauftouren an die Ostsee, der Schlendrian, die Faulheit als solches und natürlich auch eine gewisse Überheblichkeit im alltäglichen Leben, hatten uns in die finanzielle Krise getrieben. Heide Lüders sagte bei einem Vieraugengespräch zu mir: „Es waren vor allem die unendlichen Sauftouren an die Ostsee, dann die „nicht zu übersehende“ Faulheit und eure, bitte entschuldige, gewisse Überheblichkeit, die euch alle in die finanzielle Krise gestürzt hat, deshalb seid ihr momentan so fürchterlich am Arsch.“ Rudolf Lüders erzählte mir einen Tag später genau dasselbe. Er fügte sogar noch, mit einer eigenartigen Heiterkeit, hinzu: „Was läuft denn schon immer gut? Man muss in Zeiten der Not und Krisen versuchen, sich, vor sich selber zu schützen. Der Umgang mit der Alltäglichkeit, mit der politischen Individualität: Auch wenn das sehr nach einer, nicht besonders originellen, Scheißhausparole klingt, so ist es doch der Kernpunkt einer Demokratie, ich meine äh... wie es im Moment nur die Linkspartei zu formulieren weiß, wenn ihr versteht, was ich meine? ... Ihr solltet euch neu formieren, ihr solltet versuchen in der Veränderung der aktuellen Zeit anzukommen, ohne eure Ansprüche dabei zu reduzieren. Geht euren Weg, lasst euch nicht klein kriegen, die Welt hat es doch bisher auch gut mit euch gemeint, nicht wahr?“ Als ich Bianca abends von Rudolf seinen Ansichten berichtete, sagte sie zu mir: „Man sollte seine Ansprüche, in einer neuen Zeit, also in den Zeiten der Not und Krisen nicht reduzieren? Ist der total bescheuert, oder was? Manchmal habe ich bei Rudolf den Eindruck, er hält sich für besonders wichtig, habe ich etwa recht, denn du guckst so seltsam?“ „Wahrscheinlich hast du recht, mein Mäuschen!“ „Was meinst du mit wahrscheinlich?“ „Ich meine, er hat nicht die gleichen Probleme so wie wir sie haben, er sieht die Probleme, mehr oder weniger, differenzierter, weil sie ihn ja nicht unbedingt persönlich betreffen.“ „Von mir aus! Ich habe im Moment sowieso andere Sorgen. Mal was ganz Aktuelles: Was ist eigentlich mit Ralf los?“ „Ich weiß nicht mehr als andere über ihn.“ „Merkwürdig!“ Und in der Tat, Ralf hatte sich plötzlich wieder zum Sorgenkind entwickelt, der Alkohol war erneut sein ständiger Begleiter geworden. Ralf war bei Möller, der weltberühmten Eckkneipe in Ottensen, auffällig geworden, - angesoffen, mit einem Bier in der Hand, hatte er sich vor den Stammgästen so derartig gehen lassen, dass man ihm mit Rauswurf gedroht hatte, was später dann auch geschah. Aber, was war denn nun konkret vorgefallen? Ralf, der bisweilen zu Wehleidigkeit und Selbstschmerz neigte, hatte per Handy eine Ärztin angerufen und ihr sein Elend mit Magda sowie dem Rest der Welt geklagt, noch während des Gespräches bekam er einen Weinkrampf der so störend auf die Gäste innerhalb der Kneipe gewirkt haben muss, so dass Doris, die resolute Bedienstete, Ralf hinauswarf. Nach diesem Vorgang, pöbelte Ralf unglaublich wütend auf der Straße weiter, - schlimme, kaum wieder zu gebende Fäkalienausdrücke waren seinem Munde entronnen, bis endlich die Polizei und ein Unfallwagen erschienen. Man packte den völlig verwirrten Ralf unter den Armen (hierbei wehrte er sich wie ein Ferkel) und schaffte ihn in die Psychiatrie nach Hamburg-Ochsenzoll, dort wurde er umgehend medizinisch versorgt. Nachdem man Magda informiert hatte, dass ihr Gatte durchgedreht war, fuhren ich, Bianca, Chantal und Magda gemeinsam mit Rudolf Lüders zu ihm in die Anstalt. Ralf schlief jedoch, man hatte ihn mit einem starken Valium ruhig gestellt. „Sein Zustand ist stabil,“ erklärte uns der Stationsarzt, „das Bürschchen kriegen wir schon wieder hin. Es wäre doch gelacht, wenn so einer uns abgeht? Der alte Suffkopp hatte ne` Kondition wie ein Eber, ich muss schon sagen: Alle Achtung!“ Dann verließ uns der Stationsarzt. Magda kämpfte mit den Tränen. Und kaum hatte sie ihre Tränen sowie ihren Rotz wieder unter Kontrolle, da erschienen plötzlich die Grishams. Arthur und Patricia gaben sich sehr besorgt. „Ralf war immer so ein guter Mensch,“ sagte Arthur, „er war stets eine Bereicherung in meinen politischen Darlegungen, wenn man sich mit ihm unterhielt.“ Und Patricia fügte hinzu: „Ralf war nicht, sondern er „ist“ vor allem: Ein politisch denkender Mensch, natürlich mit intellektuellen Einschränkungen, aber das ist für mich nicht unbedingt das Entscheidende.“ – Wenige Tage später wurde Ralf entlassen. Bleich, finster, irgendwie abgewandt erschien er, zusammen mit Magda, am frühen Morgen, des 6. März 2008, bei den Lüders im Frühstücksraum. „Für mich nur eine Tasse Kräutertee und ein Wurstbrötchen,“ hauchte er Heide Lüders zu, „ich muss erst wieder zu Kräften kommen. Es war mal wieder alles ein bisschen zuviel für mich.“ „Ist doch nicht so schlimm,“ sagte Chantal, „wenn du mit Magda regelmäßig richtig bumsen würdest, dann würde die Welt schon wieder ganz anders aussehen, glaubt mir: Ihr solltet öfters ficken!“ Magda lächelte daraufhin ein bisschen verlegen; Teufel sah nervös, wenn nicht sogar beunruhigt, zur Seite; die Grishams kicherten leise und irgendwie gehässig vor sich hin, ebenso Kirstin Lüders sowie Chantal, nur Rudolf sah Ralf mitleidig in die Augen. Nachdem Heide Lüders den Kräutertee und das Wurstbrötchen für Ralf serviert hatte, biss Ralf kräftig in dasselbige hinein. „Das schmeckt gut,“ sagte er zu Heide Lüders, „auch der Kräutertee ist nicht zu süß und auch nicht zu bitter – genauso mag ich ihn, er erinnert mich an früher, an Aschaffenburg, meine Mutter hat mir auch immer meinen Kräutertee gemacht als ich noch ganz klein war.“ „Es freut mich, wenn es dir wieder schmeckt,“ sagte Heide Lüders. - Alle, mich eingeschlossen, beobachteten wie Ralf frühstückte, denn er tat es mit einem Genuss, so dass wir das Gefühl hatten, er sei wieder auf dem Wege der Besserung, vielleicht weil er noch zusätzlich zu seinem Wurstbrötchen: Ein Käsebrötchen sowie ein Kännchen Kräutertee mit Sahne nachbestellte und es sich erneut schmecken ließ.
Genau einen Tag später, am 7. März 2008, platzte während des gemeinsamen Frühstücks eine politische Bombe – es war die Topmeldung des Tages. Der ehemalige Hamburger Party-Senator: „Roland Schill“, war erneut in den Schlagzeilen der Tagespresse- und auch im Fernsehen, auf fast allen Kanälen, zu bestaunen. Denn, im Internet war ein Video aufgetaucht, wo er in einem Hotelzimmer, wahrscheinlich in: Rio de Janeiro, Kokain konsumierte. Ja, und nachdem er geschnupft hatte, sagte er: „Jetzt wirkt das Koks bei mir. Ich bin total wach.“ Wir, die wir gerade beim Frühstücken waren, sahen uns alle entgeistert an, - eisiges Schweigen herrschte für endlose Sekunden, keiner wagte etwas zu sagen. „Das hätte ich nicht von ihm gedacht,“ sagte Kirstin Lüders plötzlich, „ausgerechnet von ihm, oh mein Gott.“ Und auch Arthur Grisham meinte: „Was für ein arroganter Drecksack? Noch dämlicher kann mal ja wohl nicht sein, oder?“ Patricia ergänzte ihren Gatten wie üblich, indem sie sagte: „Roland Schill, dieser ehemalige: Hardliner, diese Moralapostel, dieser Schweine-Hund, also ich bin wirklich nicht intolerant, aber das geht irgendwie zu weit, vor allem, wenn man es nachträglich politisch betrachtet, nicht wahr? Er ist ein absoluter Penner und Vollidiot!“ Und in der Tat, als wir Schill so beim Koksen zusahen, überkam uns ein eigenartiges Gefühl. Dann sagte „ich“ etwas, ich sagte: „Armes Deutschland! Nun wissen wir es also ganz genau, es scheint, dass wohl jeder Politiker irgendetwas konsumiert, um, dem Druck gewachsen zu sein, welchem er sich tagtäglich aussetzt. Ich habe vor unendlich langer Zeit einmal auf einer Wahlkampfveranstaltung von Schill, ganz genau auf dem Schwarzenberg in Hamburg-Harburg, einer seiner Reden beiwohnen dürfen, und ich war damals der felsenfesten Überzeugung, dass der Mann die Wahrheit sagt. Ich habe mich geirrt, er ist wirklich der letzte Dreck. Wie kann man nur so weit absacken? Ich sage das deshalb, weil ich glaube, das Video ist „keine“ Fälschung, das ist nichts als die pure Wahrheit.“ „Ja,“ sagte Rudolf Lüders, „damit, mit diesem Video, hat er sich endgültig ins politische Abseits geschossen, der ist für alle Ewigkeiten gebrandmarkt!“ Ähnlich äußerten sich auch die uns wohlbekannten „Neuen“ am Brunnen in Hamburg-Harburg, es war eine allgemeine Entrüstung zu vernehmen, die „Neuen“ waren in Aufregung. Gichtkrallen-Bernd, der sich am Brunnen volle zwei Monate lang nicht hatte blicken lassen, erschien plötzlich- und unerwartet in einem ganz anderen „Freizeit-Look“ als man es von ihm gewohnt war. Er trug schulterlange, gefärbte Haare, einen strengen Mittelscheitel, Jesus-Latschen und er machte einen auf coolen Öko-Typ. Bernd gab sich in Anbetracht des erneuten Skandals um Ronald Schill: besorgt, irritiert und verständnislos. Er sprach von einem politischen Großschaden-Ereignis auf persönlicher Ebene, das so nicht akzeptabel sei, wörtlich sagte er hierzu: „Natürlich ist es scheiße, wenn einer wie Schill beim Koksen erwischt wird, aber daran kann man mal sehen, dass diese Leute, die sich einst anmaßten etwas Besseres zu sein, genauso ihre Schwächen haben wie Hans und Franz von nebenan. Sie sind alles andere als Vorbilder, weil ihnen der Idealismus fehlt, das Engagement für eine gute Sache sowie eine innere, nach außen dringende Glaubwürdigkeit.“ Alle stimmten Bernd zu. Und während Gichtkrallen-Bernd noch detaillierter ins Detail mit seiner politischen Grundanalyse ging, um die Wertigkeit der Situation als solches zu erläutern, nahm mich sein Busenfreund: Martin Wagenknilch zur Seite, er sagte: „Ich weiß, was Bernd die letzten zwei Monate so getrieben hat, willst du wissen was?“ „Ja,“ sagte ich, „ich brenne vor Neugier.“ „Also, er hatte sich im Januar ein halbes Schwein gekauft, es pökeln lassen und dann innerhalb von 8 Wochen aufgefressen mit Tubensenf und Sauerkraut, und noch während er das Schweinefleisch in sich hineinfraß, erlitt er einen Gichtanfall - es war der bisher Schlimmste, wie er mir anvertraute. Deshalb konnte er seine Wohnung nicht verlassen, er wimmerte den ganzen Tag vor sich hin und beschäftigte sich mit der Zubereitung von Lebensmitteln aus dem ökologischen Anbau, natürlich auch mit ökologischer Tierhaltung, deshalb macht er im Moment so eine Veränderung im Denken durch.“ „Ich dachte immer er wäre ein national denkender Geist, mit einem Hang zu Wehrsport und strategischer Kriegsführung, sollte ich mich bei ihm etwa grundsätzlich geirrt haben?“ „Nein,“ sagte Martin Wagenknilch daraufhin, „es ist nur „eine Phase“ die er gerade in Anspruch nimmt... und da kannst du auch einen drauf lassen, nächste Woche ist der wieder normal gekämmt, mit Springerstiefeln und Hakenkreuz-Abzeichen am Kragen, Bernd bleibt Bernd.“ Und Wagenknilch hatte recht. Denn, am Montag, dem 10. März 2008, erschien Gichtkrallen-Bernd in den frühen Morgenstunden, wie man ihn kannte, am Brunnen: Seitenscheitel, ausrasierter Nacken, Piloten-Jacke und einen „Halben“ in der Hand. Er begrüßte alle, mit einem lauten, kräftigen: „Helau!“ Dann sagte er: „Schade... es ist wirklich schade, dass wir hier in Deutschland keine wohlorganisierte, deutsche, rechte Partei haben, die so wie „ich“, im Sinne des nationalen Gedankengutes, denkt und handelt. Aber die Zeiten können- und müssen sich ändern, diese Scheiße mit Ronald Schill, diesem Schneemann, das ist wirklich total ätzend, aber er hat ja auch als Politiker im Grunde genommen gar nicht mehr existiert, wenn man es ganz genau nimmt, oder? Darum sollten wir die Sache nicht zu sehr überbewerten, wir sollten sie nicht zusätzlich hochschaukeln. Somit rufe ich euch zu: Schwamm drüber, und auf zu neuen Taten, wir wissen wer „wir“ sind, und was „wir“ können, alles andere was dagegen spricht, wäre Quatsch!“ Nach diesen Worten setzte tosender Beifall für Gichtkrallen-Bernd ein, er ließ sich daraufhin feiern und huldigen, - sichtlich bestätigt verbeugte er sich vor „seinen Leuten“, wie er immer öfters zu sagen pflegte in den folgenden Wochen, wenn er von ihnen sprach. - Irgendwie erinnerte er mich in seiner Redekunst an Magda. Und als ich Magda von Gichtkrallen-Bernd erzählte, sagte sie erbost zu mir: „Du vergleichst mich ohne rot zu werden mit Gichtkrallen-Bernd, diesem ungeschliffenen Demagogen? Eine bodenlose Unverschämtheit! Der ist doch nichts weiter als ein dahergelaufener Rattenfänger, der sich gegen alle politischen Strömungen stellt, und sich anmaßt, Wege zu beschreiten, die mit der deutschen Geschichte sowie mit der deutschen Vergangenheit, unauslöschlich in Verbindung stehen und immer stehen werden, mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen.“
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