Jacques Varicourt - Treffpunkt Brunnen

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Alkoholiker und Drogenabhängige treffen, ohne wenn und aber, aufeinander. Trotz Armut und Perspektivlosigkeit wird versucht, dem Leben auch die guten Seiten abzugewinnen. Ein zweifelhafter Psychiater, mit zweifelhaften Methoden wird argwöhnisch in die Mitte der Betroffenen zugelassen.

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Vielleicht ist es für den Moment, also für Sie, meine Lieben Leser, ein zu abrupter Wechsel, wenn ich daraufhin weise, dass die Hamburger Wahlen, am 24. Februar 2008, bevorstanden? Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, und das war offensichtlich, hätte gerne seinen warmen Sessel behalten, aber er wusste, dass sein Stuhl erheblich wackelte, aufgrund von Politikverdrossenheit der Wähler. Christa Sager, der Papagei, von den Grünen, wollte sogar eine Koalition mit der CDU nicht mehr ausschließen. – „Macht“ ist eben geil. Arthur Grisham sagte in diesem Zusammenhang zu mir und zu Bianca: „Wenn man sich das einmal so vorstellt, die CDU würde sogar ein Bündnis mit den Grünen eingehen? – Unglaublich! Ich bin verwirrt! Wahrscheinlich werden sie es in 10 Jahren auch nicht mehr für unmöglich halten ein Bündnis mit der NPD oder der DVU zu schließen, nur um eine Regierungsmehrheit auf Länderebene mit zu beeinflussen, oder sehe ich: Schwarz?“ Und Patricia Grisham fügte an: „Christa Sager ist eine Person der bürgerlichen Mitte geworden, die Partei die sie repräsentiert sowieso, - sie hat beim linkslastigen, und somit bisherigen Wähler gründlich verschissen. Grün zu wählen ist out, leider haben die Grünen selber das noch nicht begriffen, deshalb sollten sie mit der FDP ein Bündnis eingehen und sich von mir aus: Deutsche Reichs Union nennen, um dann später einmal bei einer Neugründung der NSDAP mit dabei zu sein. Ich gehe doch wohl nicht etwa zu weit in meinen futuristischen Thesen, nicht wahr?“ Wir mussten alle lachen nach diesen Worten, die nicht boshafter hätten sein können und die mir noch lange im Gedächtnis haften blieben. Aber warum blieben sie haften? Eine Erklärung diesbezüglich war die Ansicht von Magda, welche da lautete: „Wahlen sind eigentlich dazu da, dass der enttäuschte Wähler, oder auch der neue Wähler, gegebenenfalls sogar der umworbene Wechselwähler, sich formiert und sich dann ganz individuell zur Wahlurne bewegt um zu wählen. Die Idioten die schon immer traditionell wählten wird man mit neuen, sozial verträglichen und somit gerechteren Ideen nicht erreichen, weil ihnen die Gegenwarts-Begutachtung fehlt. Ich will damit sagen: Unabhängig von irgendwelchen, immer wieder kehrenden Konjunktur-Schwankungen oder auch Ab- bzw. Aufschwüngen einzelner Branchen sind die Schönredner kaum in eine andere Richtung zu bewegen – es sind Spießer! Wie kann man also etwas Gutes so vermitteln, dass es bei den Idioten ankommt? Ich will es einmal versuchen näher zu erläutern: Man müsste auf die Wahlplakate der traditionellen Parteien einen flotten Spruch schreiben, so dass der Wähler gewisse Veränderungen wahrnimmt. Und dann müsste man...“ - „Moment! So ein Verhalten wäre aber nicht unbedingt rechtens?“ Sagte Heide Lüders. „Wie bitte?“ Entgegnete ihr Magda. Nun nahm Heide Lüders Haltung an, sie sagte: „Plakate voll schmieren mit Sprüchen... das ist Kindergarten für Erwachsene, ich kann mich nicht für so etwas begeistern. Ich wähle auch die Linkspartei, aber ich will den Wähler nicht um jeden Preis manipulieren. Jeder sollte seine eigene Meinung haben, und demzufolge auch wählen am Wahltag, denn das ist die wahre Demokratie!“ Und Rudolf Lüders fügte an: „Ich sehe das im Grunde genommen genauso, das, was Heide da eben gerade gesagt hat, also ich stelle mich an ihre Seite, Demokratie hat viele Gesichter und darauf sollten wir einen trinken, nicht wahr? Sieg äh... ich meine, ich gieße euch einfach mal so, ohne große Umschweife, einen kräftigen Schluck in eure Gläser ein. Prost meine Lieben.“

Während meiner Studienreisen von Altona nach Harburg stieg ich am 5. Februar in Ingo Wilff seiner muffigen, von Bakterien verseuchten Bahnhofskneipe ab. Und wer blickte mich dort hinterm Tresen mit hasserfüllten, von Kokain, Heroin und Nicotin verschwommenen Augen an: Diane. – Das widerlichste Geschöpf, das sich die Natur ausgedacht hatte, oh ja, sie lebte noch. Sie versuchte mich auch sofort zu bescheißen, indem sie mir mein Bier falsch berechnete, und den Differenzbetrag, in ihren raffgierigen, verschrumpelten Händen verschwinden ließ. Diane trug immer noch ihren uralten, schwarzen, nach altem Pommes-Buden-Fett stinkenden Pullover aus einer längst vergangenen Zeit. Ihr aufgedunsenes, bäuerliches Gesicht war mit Make-up zugekleistert, sie stank aus dem Mund wie eine: Kuh aus dem Arsch. Diane war alt geworden, alt und abgetakelt. Ihre gesamte Ausstrahlung war dennoch die eines wild gewordenen Tiger-Hais, der nach Aufmerksamkeit lechzte. Nach den üblichen, und bei ihr nicht wegzudenkenden, Verbalattacken, gegen mich und andere anwesende Gäste sagte sie zu mir: „Ich bin immer noch die Schönste im ganzen Land, sagen die Leute, ich habe sogar mal etwas gelernt!“ „Gelernt?“ Fragte ich entgeistert. „Was hat denn so ein: Primitives Häuflein Elend wie du gelernt, außer das Sozialamt zu bescheißen und hier bei Ingo in der Kneipe schwarz zu arbeiten und die Stammgäste regelmäßig zu vergraulen?“ „Ich habe Einzelhandelskauffrau gelernt!“ „Und in welcher Branche?“ Fragte ich. Doch da, nach dieser Frage, wurde Diane verlegen, wenn nicht sogar irrsinnig nervös, sie sog wie eine Wahnsinnige an ihrem Joint, anschließend kratzte sie sich in den Ohren, grapschte sich des Weiteren zwischen die Beine, und sagte dann mit geschwollener Brust: „Ich habe schon „alles“ gemacht. Ich war in „jeder Branche“ tätig, und außerdem geht „dich“ das gar nichts an, was ich: wann, wo- und bei wem gemacht habe.“ Nach diesem aufschlussreichen Gespräch verließ Diane plötzlich ihren Arbeitsplatz und überreichte das Zepter des Schichtwechsels, in der Bahnhofskneipe, an ihre Nachfolgerin: Jenny. Jenny war eine 20jährige, kleine, fette Ratte, die mir sofort durch ihre Unfreundlichkeit ins Auge stach. Ich hatte mal wieder spontan erkannt, dass es in gewissen Kneipen: So ist, wie es ist. - Im Laufe des Nachmittags stellte ich bei ihr eine latente Psychose fest, welche auf Heroinmissbrauch deutete. Jenny erzählte mir, dass Diane mit ihrer ältesten Tochter jeden Abend gemeinsam auf den zweifelhaften Auto-Strich von „Neu Wulmstorf“ ging, um so die Familienkasse aufzubessern. Meistens trieben die beiden, also Mutter und Tochter, es mit Leuten die einen schwierigen Migranten-Hintergrund hatten, oder mit: Drogendealern, Minderbemittelten sowie psychisch labilen... nicht mehr zu therapierende Individuen, oder sie taten es mit Leuten die „ganz generell“ der asozialen Schicht angehörten, aber eben gut bezahlten, trotz gewisser, ekelerregender, sexueller Praktiken bzw. Wünsche, die diese Herrschaften gerne in Anspruch nahmen, wenn man über den Verkehr als solches spricht.

18. Georgi Knossos (Spitzname: Triebi)

Georgi war ein: Bisexueller, immer lächelnder Grieche. Mitte dreißig, ohne Berufsausbildung, aber triebhafter als man sich die Griechen überhaupt- und generell vorstellt, wenn man sie sich vorstellt. Er war sehr feminin, also „schwul feminin“ und ihn interessierte immer nur das Eine, denn er war maßlos. Böse Zungen behaupteten sogar: „Georgi hätte `nen Arschloch wie `nen Abflussrohr.“ Und in der Tat, Georgi bezahlte seine Kunden, vorwiegend: Bodybuilder-Typen, dafür, dass sie ihn von hinten kräftig einen verpassten, wenn ihn der Hafer stach, wenn er geil war und wenn er sich vor lauter Erregung kaum noch halten konnte, - und wenn er, was selten vorkam, keinen Typen fand der sich seiner annahm, dann rammte der wilde Georgi sich, nach eigenen Worten, gelegentlich ein extra: Dickes Dildo in den Arsch, um sich so der Lust selber hinzugeben. Privat trug er gerne: Lidschatten, Lippenstift, silbrige Turnschuhe - und zwar mit Absatz... ja, er war geradezu vernarrt in die sogenannten: Weiblichen Attribute. Georgi bezeichnete sich gerne als „Fee“ die auf den Schwingen der Liebe durch das Leben tanzt, um den Himmel zu berühren. Er war aber auch selbstverliebt, selbstlos und selbstgerecht, ferner litt er unter Depressionen, Selbstzweifeln sowie Zwangsneurosen. Ja, und Georgi sah sich gerne Sendungen mit dem schwulen Komödianten: Dirk Bach an, den er über alles schätzte, weil er ihn so zum Knuddeln fand. Georgi wurde nicht von allen am Brunnen akzeptiert, nicht weil er „zu schwul“ war, nein, sondern, weil er teilweise darauf bestand, mit: Fräulein, Madame, oder auch mit Prinzessin angeredet zu werden, so etwas konnten viele nicht verstehen, deshalb nahmen sie ihn nicht für voll und ignorierten ihn. Als ich Bert Teufel von Georgi erzählte, sagte er spontan und lüstern: „Wie süß, also ganz allerliebst, den muss ich einmal kennen lernen, ich bin jetzt schon hin und weg, – und das nur so vom Zuhören.“ Ganz und gar nicht hin und weg war Magda als sie sich im Fernsehen, ganz genau auf Hamburg 1, die neusten Wählerumfragen zu Gemüte führte. „Dass die Linkspartei nicht besser dasteht gefällt mir nicht besonders,“ hörte man sie sagen. „Magda,“ sagte „ich“ daraufhin, „die Wahl wird doch erst am Wahltag endgültig entschieden, nämlich am Sonntag, dem 24. Februar, deshalb solltest du optimistischer in die Zukunft blicken.“ „Optimistischer? Also, hör mal, ich brauche keine Belehrungen, es wäre mir nur lieber, wenn der „Nicht-Wähler“ endlich erwachen würde und sich für „eine Partei“ entscheidet, das meine ich, denn das ist wichtig.“ Einen Tag später, als ich bei den Lüders im Hotel herumlungerte, sagte Rudolf Lüders plötzlich zu mir: „Entscheidend für die Wahl in Hamburg ist, dass der sog. „Nicht-Wähler“ endlich aus seinem Dämmerschlaf erwacht. Mir ist in diesem Zusammenhang sowieso völlig unklar, dass die Medien über diesen Fakt nur sehr reduziert berichten, ihn sogar bisweilen völlig ausklammern.“ „Ja,“ sagte ich, „der Nicht-Wähler stellt, prozentual betrachtet, ein enormes Stimmenpotential dar.“ Noch während ich das sagte, erschien wie aus dem „Nichts“ Heide Lüders, sie sagte zu mir und zu ihrem Gatten: „Ihr redet anscheinend über die bevorstehende Wahl? Ich habe das nämlich eben so zwischen Tür und Angel mitbekommen. Na, gut! Ist euch eigentlich bewusst, dass in den Medien, gerade jetzt vor der Wahl, der „Nicht-Wähler“ überhaupt gar keine Beachtung findet, obwohl er ein enormes Stimmenpotential darstellt? ... Wahrscheinlich ist euch beiden Schlaubergern, und in Abwesenheit auch die: Alles wissende Magda, in keinster Weise klar, dass die Linkspartei viel mehr den sog. „Nicht-Wähler“ mit einbeziehen sollte in den Wahlkampf, oder, was meint ihr?“ Rudolf wollte gerade darauf antworten, da klingelte das Telefon – es war der Getränkelieferservice, Heide ging, etwas torkelnd, zum Telefon und bestellte unüberhörbar, was alles an Getränken im Hotel zur Neige ging und was neu bestellt werden müsste, sofern es beim Lieferservice vorrätig war. Rudolf Lüders nahm mich kurzer Hand zur Seite, dann sah er mich durchdringend an, anschließend rieb er sich sein Gesicht, bevor er sagte: „Heide und ich... wir sind, also, wir haben im Grunde genommen dieselbe Meinung, auch wenn du denkst, dass wir „uns“ in Bezug auf die „Nicht-Wähler“ abgesprochen hätten! Es kommt mir beinahe schon etwas albern vor. Aber das, das Absprechen wie du vermuten könntest, ist nicht so. Wir sehen gerne am Abend, bei einem Gläschen Wein, politische Sendungen, darum sind wir auch kontinuierlich auf dem Laufenden.“ Ich lächelte lediglich nach diesen einleuchtenden Worten, ich sagte nichts, denn ich hielt es für besser zu schweigen. Ja, und während Heide im Hintergrund noch grölend und dabei leicht angesoffen ihre Bestellung per Telefon durchgab, setzte ich mich mit Rudolf an die Bar. – Rudolf servierte für uns Bier und Cognac, den Cognac spülten wir sofort hinunter, beim Bier ließen wir uns Zeit, dann verschloss Rudolf die Tür zur Bar, irgendetwas drückte ihm aufs Gemüt, er brauchte noch einen zweiten Cognac, lange blickte er mir anschließend in die Augen, bevor er sagte: „Ich habe mich in die Studentin, Sybille von Burg, verliebt. Ich kann nicht mehr ohne sie leben.“ Ich war erstaunt, erstaunt sowie ratlos, wahrscheinlich sogar fassungslos, dabei versuchte ich locker und lässig die Situation zu begreifen, denn nur „ein falsches Wort“ meinerseits in jenem Moment und es wäre zu einer Grenzsituation gekommen. Mir war sofort klar, dass Rudolf meinen Rat suchte. Also fragte ich ihn: „Schläfst du bereits mit ihr?“ „Gelegentlich, wir lieben uns nicht so wie du dir das vielleicht vorstellst, es ist mehr so eine sexuelle Gier aufeinander, - es packt uns von Zeit zu Zeit, und dann machen wir Pläne für die Zukunft.“ „Willst du Heide verlassen?“ „Nein, um Gottes Willen nein. Niemals könnte ich Heide das antun.“ „Du willst also zweigleisig fahren, verstehe ich dich richtig?“ „So ungefähr.“ „Ahnt Heide denn etwas?“ „Das glaube ich nicht, ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass sie nichts ahnt – sie weiß gar nichts, also definitiv nichts! Heide säuft zurzeit relativ viel, auffallend viel, außerdem ist sie tagsüber gerne mal so für ein- oder auch zwei Stunden einfach weg.“ „Vielleicht hat sie selber einen Liebhaber?“ In diesem Augenblick, kaum dass ich zu Ende gesprochen hatte, klopfte es an der Tür, welche von Rudolf verschlossen worden war. Rudolf erhob sich und schloss die Tür wieder auf – Heide kam herein gewankt. „Ihr schließt euch ein? Seid ihr hier am Wichsen, oder, was, ey?“ „Heide, bitte beruhige dich,“ sagte Rudolf. „Ich kann mir schon vorstellen, was hier hinter meinem Rücken über mich getratscht wird – nichts Gutes, so ist das nämlich. Ihr seid doch der letzte Dreck, ihr seid so etwas von scheiße drauf, von Mist und Pisse besudelt, dass ich kotzen könnte. Wieso bietest du deiner Frau nichts zu trinken an? Was soll das? Muss ich etwa darum betteln?“ „Was möchtest du den gerne trinken, mein Schätzchen?“ Fragte Rudolf so höflich wie nur irgend möglich. „Ich will auch nen` Cognac, einen Doppelten bitte... und das mit dem Schätzchen, mein Kleiner, das kannst du dir sparen – ich bin nämlich nicht blöd!“ Mit einem kräftigen Zug leerte Heide hastig ihr Glas, dann sagte sie triumphierend: „Wir können ganz offen miteinander reden, wenn ihr wollt? Rudolf bumst mit einer anderen hinter meinem Rücken, ist doch so, nicht wahr? Aber ich habe auch meinen Spaß, denn ich treibe es mit Ralf... jawohl: Mit Ralf, er ist zwar dauernd besoffen und winselt herum, aber wir sind uns auf einer sehr menschlichen Ebene neu begegnet. – Es ist die Poesie des Glücks, die mich zurzeit beglückt, aber davon habt ihr ja sowieso keine Ahnung, ihr Penner.“ Nach diesen aufschlussreichen Sätzen sackte Heide total besoffen in sich zusammen. Ich und Rudolf trugen sie vorsichtig auf eine Liege, deckten sie zu, und gingen an die Hotelrezeption. Schweigend rauchten wir dort eine Zigarre, dazu tranken wir erneut Cognac. Rudolf wirkte nachdenklich, ich hingegen suchte in meinem Kopf nach einer Lösung, aber mir fiel nichts Gescheites ein. Und plötzlich erschien die Studentin, sie ging zu Rudolf Lüders, umarmte ihn und sagte in meine Richtung: „Rudolf fickt so gut, dass ich mich echt zusammen reißen muss und nicht völlig durchdrehe, denn so wie Rudolf mich bumst hat mich noch keiner gebumst, ich glaube er ist der Beste – er ist supergeil.“ Rudolf schmolz förmlich dahin, seine Gesichtsröte nahm erheblich zu, doch dann sagte er: „Ich glaube das ist jetzt „nicht“ der geeignete Zeitpunkt über unsere Beziehung zu sprechen?“ Ja, so sagte es Rudolf zu der Studentin, die daraufhin ein wenig verstört wirkte. „Ach, nicht? Gestern im Bett hast du mir noch etwas von einer eventuellen „Zukunft“ vorgefaselt, und jetzt soll ich das Maul halten, oder was?“ „Nein, so doch nicht. Ich möchte mich jetzt mit Jürgen alleine unterhalten, wir sprechen uns ein anderes Mal, einverstanden?“ „Von mir aus, ich habe sowieso noch etwas Wichtiges vor.“ Dann verließ uns die Studentin. Nachdem dieses geschehen war, verspürte Rudolf Lüders einen kräftigen Harndrang. „Ich gehe mal kurz abjauchen, komme aber gleich wieder,“ ließ er mich wissen, und verschwand in den privaten Räumlichkeiten des Hotels. Plötzlich klingelte mein Handy - Ralf war dran, er war nüchtern und er bat mich nach „Möller“ zu kommen, in jene berühmte Eckkneipe in Ottensen direkt am Spritzenplatz. Ich sagte zu, aber nur deshalb, weil Rudolf Lüders überhaupt nicht wieder auftauchte, obwohl ich ihn beim Pissen und Scheißen singen hören konnte – aufgrund dessen war ich ein wenig verärgert, ich leerte mein Cognac-Glas und verließ das Hotel. Nachdem ich die Eckkneipe betreten hatte, erblickte ich Ralf, er wirkte bestens gelaunt und winkte mich an seinen Tisch. Doris servierte mir sofort eine Flasche Bier sowie einen Apfelkorn, während sie das tat blickte sie mich so eigenartig an. „Ist irgendetwas?“ Fragte ich. Doch Doris schüttelte nur mit dem Kopf, dann räusperte sie sich und ging wieder auf ihren Platz hinter den Tresen und tat so als wäre alles in Ordnung. Nun erhob Ralf das Wort, er sagte: „Ich muss dir etwas sagen, und erbitte hiermit deinen Rat, ich habe mich nämlich in jemanden verliebt, in eine Person die du sehr gut kennst.“ „Ich weiß bereits schon wen du... .“ „Nein,“ sagte Ralf, „lass „mich“ bitte etwas sagen, lass mich vor allem zu Ende sprechen, du magst es bestimmt auch nicht, wenn dich jemand so ohne weiteres unterbricht, oder? Und tu vor allem nicht immer so, als wenn „du“ schon alles im Voraus weißt, ich kann das nicht ab! ... Es ist mir nämlich sehr wichtig, denn sie ist so ganz anders als Magda, sie, die Neue, ist verständnisvoller, aufmerksamer und sie leitet ein Hotel, und zwar hier in Altona. Mitten in Altona! Ist das nicht unglaublich?“ (Mir war natürlich sofort klar, dass Ralf von: Heide Lüders sprach, aber ich ließ ihn weiter reden, denn er schien sich auf das Gespräch mit mir sehr intensiv vorbereitet zu haben, darum schwieg ich, und ich tat so, als würde ich rein gar „nichts“ wissen). „Es ist, du wirst es wohl kaum glauben: Heide Lüders,“ sagte Ralf euphorisch, und er strahlte dabei wie ein Honigkuchenpferd. „Dass es sich um „sie“ handelt wird dich jetzt wahrscheinlich ziemlich überraschen, nicht wahr? Aber ich glaube es ist nicht nur: billiger, schmutziger, perverser Sex der mich und Heide in erster Line verbindet, es ist mehr... es ist mehr als nur ein Abenteuer, ich glaube sie liebt mich, was meinst du, liebt sie mich, hat sie schon mal etwas über mich in „deiner Gegenwart“ verlauten lassen diesbezüglich?“ „Wie soll ich mich jetzt bloß verhalten?“ Fragte ich mich in jenem Moment.

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