Sie hatte ihm lediglich gesagt, dass sie fünfunddreißig Jahre alt ist, grüne Augen und lange blonde Haare hat. Zwar schlank sei, aber doch an den Hüften ein wenig Speck angesetzt habe. Und genauso sieht sie auch aus, mein Gott. Sie sieht sogar noch besser aus als in der Vorstellung, als er sich von ihr in der Fantasie einen hat blasen lassen. Er hat sich nicht solch verführerisch volle Lippen um seinen Schwanz ausgemalt, hat sich nicht vorgestellt, dabei seine Hände in so lange blonde glatte Haare zu vergraben. In ein anziehendes ovales Gesicht zu schauen, verfeinert durch hohe Wangenknochen und eine zierliche gerade Nase. Ihre in Form gezupften Augenbrauen runden dieses attraktive Gesicht optimal ab.
Er lässt den Blick weiter zu ihrer knackigen Figur gleiten. Ihr graues eng anliegendes Shirt bringt ihre vollen Brüste perfekt zur Geltung. Er schätzt sie auf mindestens Körbchengröße C. Sie scheint nervös zu sein, denn ihre Brust hebt sich mit schnellen, schweren Atemzügen. Oder ist sie erregt? Ihre helle Jeans lässt ihre schlanken Beine wunderbar zur Geltung kommen.
Ihre Hüften sind tatsächlich ein wenig breiter, aber meine Güte, wen stört es schon? Wenn er sich vorstellt, sie von hinten zu ficken und sich daran festzuhalten … Er versucht, seine Gedanken in andere Richtungen zu lenken, auch wenn das verdammt schwer ist, denn sein Schwanz fängt an, sich zu regen und will sich aufstellen.
Wie hat so ein hübsches Wesen es überhaupt nötig, sich auf einen Handel einzulassen, wie sie ihn abgeschlossen haben? Die Männer müssten ihr doch zu Füßen liegen, und sie könnte jeden Abend einen anderen in ihr Bett locken. Da er nichts über sie weiß, kann er sich diese Frage auch nicht beantworten. Und er hat wenig Hoffnung, überhaupt etwas in diesen sieben Tagen über sie zu erfahren.
Ihre Bedingungen waren einfach. Sie wollte ihn nicht sehen, sondern sich nur von ihm sexuell ausnutzen und befriedigen lassen. Völlige Isolation für sie, keine privaten Gespräche. Schlafen in getrennten Schlafzimmern.
Deswegen hat er seine Jagdhütte gewählt. Er hat sie von seinen verstorbenen Eltern geerbt, war so gern in jungen Jahren mit seinem Vater zum Jagen hierhin gefahren. Sie verfügt über drei Schlafzimmer. Die äußeren Räume verfügen jeweils über ein eigenes Badezimmer, das mittlere allerdings nicht, und somit konnte er dieses zu einem Sexzimmer ganz nach Janinas Fantasien und Wünschen umbauen.
Und das hatte er getan, dabei immer ihre hoch erotischen und frivolen Zeilen im Kopf gehabt. Er hat alles innerhalb einer Woche eingekauft und eingerichtet.
Er war sich nicht mal sicher, ob es sich überhaupt lohnen würde, denn Janina hätte auch ein Fake sein können, oder eine Frau, die überhaupt nicht seinen Vorstellungen entsprochen hätte. Verrückt, wie er aber nun mal ist, hat er ihr jedes Wort geglaubt und ist nicht enttäuscht, sondern positiv überrascht worden. Jetzt hat er so lange hier gestanden und sie durch das Fenster angestarrt, dass es langsam an der Zeit ist, sie reinzuholen.
Er öffnet die Hüttentür, tritt auf die Veranda hinaus auf Janina zu. Er ist so angespannt, so nervös, dass er nur mit kratziger Stimme hervorbringen kann: „Hallo Janina.“
Meine Güte, was für eine Stimme. Der Klang dringt direkt in ihre Körpermitte und lässt sie vor Erregung kribbeln.
Eine weiche maskuline Hand streicht über ihre und ergreift sie. Janina ist nicht in der Lage, etwas zu sagen, sondern lässt sich in die Hütte ziehen. Marco lässt ihre Finger nicht los.
Janina zieht Luft ein, riecht das Holz der Hütte. Dazu kommt Marcos Duft, ein weicher Hauch von Aftershave, der ihr sehr gefällt und auf einen gepflegten Mann schließen lässt. Das Ziehen zwischen ihren Beinen wird stärker, denn sie hat schon lange keinen gepflegten Mann mehr gefickt. Ihre letzten Blind Dates waren nur Durchschnitt, die Männer waren zwar nicht unsauber, aber auch nicht besonders kultiviert.
Wenn der Rest seines Körpers genauso angenehm ist wie seine Hand, macht sie das gleich noch kribbliger zwischen den Beinen. Sie hofft sehr, dass bald ein muskulöser Körper auf ihrem liegt. Sie weiß nicht, warum, aber bei ihm hat sie die ganze Zeit das Gefühl gehabt, dass er ein gepflegter, gutaussehender Mann ist. Als ob sie es durch die Zeilen gelesen hätte und das auch der Grund war, warum sie sich auf diese Sache eingelassen hat. Sie waren sexuell direkt auf einer Wellenlänge gewesen.
Das Einzige, was ihr Sorgen macht, ist, dass er sie persönlicher kennenlernen möchte und es beim Chatten und Mailverkehr hat durchblicken lassen. „Soll ich dir ein Foto von mir schicken, was hast du für Hobbys?“
Er erzählte ihr, dass er gern liest, ins Fitnessstudio geht und dort auch als Trainer arbeitet. Schön, nur dass sie es überhaupt nicht wissen wollte und auch immer noch nicht wissen möchte. Sicher, für ihr Kopfkino hatte er gut vorgelegt. Muskulöser Körper, so mag sie es und bekommt es so selten. Er hat ihr erzählt, dass er dunkelblonde Haare und blaue Augen hat. Klar wird sie diese nie zu Gesicht bekommen, aber in ihrer Vorstellung ist er der perfekte Sexpartner. Zudem passt er mit seinen 1,80 m perfekt zu ihren 1,70 m. Da sie bei ihren Chats und E-Mail-Kontakten generell keine Fotos austauscht, war sie manchmal schon ziemlich enttäuscht, wenn ein Kerl vor ihr stand, der ein Bäuchlein vor sich herschob. Na ja, letztlich war es ihr egal gewesen, solange der Typ nicht stank oder total ungepflegt aussah, indem er schlechte Zähne oder fettige Haare hatte. Noch schlimmer war Schweißgeruch. Dann kam es auch schon mal vor, dass sie sich umgedreht hat und einfach abgehauen ist. Sehr ärgerlich, weil sie immer eine sehr lange Strecke auf sich nimmt, um diesen Kerlen bloß nicht noch mal über den Weg zu laufen.
Mitzukriegen, dass Marco womöglich die Wahrheit über seinen Körper gesagt hatte, wow, das war wie ein Sechser im Lotto. Ihre sexuelle Fantasie wird wahr werden, und das noch mit einem geilen Typen ohne Verpflichtungen.
Marco führt sie durch die Hütte, wahrscheinlich wie verabredet zu ihrem Schlafzimmer, damit sie sich frisch machen kann. Er weiß es zwar nicht, aber sie hat eine vierstündige Fahrt hinter sich. Zudem hat sie einen Bärenhunger und auch ziemlichen Durst. Er hält an, und sie hört, wie er eine Tür öffnet, danach zieht er sie dicht an seinen harten Körper und umfasst ihren Hintern.
Janina hebt die Arme und legt ihre Hände auf seine Brust. Sie kann es nicht fassen, er ist tatsächlich so muskulös, wie sie es sich gewünscht hat. Sie könnte direkt über ihn herfallen, ihr letzter Sex, sehr schlechter Sex, ist schon zwei Wochen her. Der Typ war eine hässliche Niete und noch nicht mal fähig, sie zum Orgasmus zu bringen. Zumindest hat er hinterher dabei zugesehen, wie sie es sich selbst gemacht hat, was auch sehr anregend war.
Marco schiebt sie ins Zimmer. „Mach dich frisch und ruhe dich ein wenig aus, ich bringe dir gleich etwas zu essen“, flüstert er ihr mit seiner weichen Stimme ins Ohr. „Wenn ich an die Tür klopfe, setzt du die Augenbinde wieder auf, wenn du fertig bist, sag einfach ‚Herein‘ .“ Er entfernt sich von ihr und sie hört, wie er die Tür hinter sich schließt.
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Nachdem er die Tür zugemacht, aber nicht abgeschlossen hat, weil sie vereinbart haben, dass sie jederzeit die Möglichkeit hat, sich aus ihrer Situation zu befreien, lehnt er sich mit dem Rücken dagegen und fährt sich durch seine Haare.
Mein Gott, er hat diese Frau nur an der Hand gehalten, diese zarte weiche Hand, und er hat ein Rohr, dass es schmerzhaft gegen den Verschluss seiner Jeans drückt. Als er sie durch das Wohnzimmer in ihr Schlafzimmer führte, hatte er jede einzelne Bewegung von ihr eingesaugt. Sie wirkte nicht einen Moment verunsichert, sondern ist ihm mit fließenden Bewegungen gefolgt.
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