Ole R. Börgdahl - Ströme meines Ozeans

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Die junge Yvette folgt ihrem Mann Victor vom aufstrebenden Paris der Belle Époque ins koloniale Tahiti. Glückliche Jahre unter südlicher Sonne münden in einer Katastrophe, die das weitere Schicksal von Yvette und ihren Töchtern bestimmt.
Die Lebensgeschichte der Familie Jasoline spielt eine zentrale Rolle in dem Roman «Fälschung», dennoch erfährt der Leser nur wenig davon, was sich im Leben der Protagonisten ereignet hat. In diesem Roman begegnen dem Leser alle noch offenen Fragen, die im historischen Umfeld der noch nicht allzu fernen Vergangenheit beantwortet werden. Es wird die Geschichte der Familie Jasoline in den Jahren zwischen 1890 bis 1961 erzählt.

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Paris, 27. Dezember 1890

Bevor uns die Verwandtschaft aus Vannes heute verlassen hat, sind wir alle noch einmal zum Fotografen gegangen. Es sollte ein ganz normales Familienbild werden, ohne Brautkleid und ohne Festtagsanzug. Die drei Schwestern mit ihren Ehemännern standen ganzen hinten. Onkel Gustav neben Vater ganz rechts. Dann wurde eine Bank davor aufgestellt, auf die wir Kinder uns gesetzt haben. Ganz links vor Tante Carla und Onkel Joseph saßen Anne, Jacques und Pierre. Daneben, vor Tante Danielle und Onkel Eugène, haben sich Bernhard und Roger gesetzt. Und schließlich ganz außen, vor Mutter und Vater, saßen Victor und ich. Der Fotograf sagte dann noch, wenn es einmal mehr als zwei Generationen wären, würden sich die Alten ganz hinten auf ein Podest stellen müssen. Es würde dann aussehen, als wenn wir in einem Theater säßen.

Paris, 28. Dezember 1890

Die Feiertage sind vorüber, alle Feiertage. Die Gesellschaft ist abgereist. Die Eltern haben wir gestern früh zum Zug nach Le Havre gebracht. Madame Yvette Jasoline. Ich liebe diesen Namen, ich liebe Victor. Es ist so schön, jetzt ganz mit ihm zusammen zu sein. Für einen Spaziergang treffen wir uns nicht mehr irgendwo in einem Park oder auf einem Platz, sondern gehen gemeinsam aus dem Haus, aus unserem Haus, aus unserem Heim. Es schickt sich nicht über unser Schlafzimmer zu schreiben, und wie es dort aussieht, aber ich darf erwähnen, dass wir die Räumlichkeiten etwas ändern werden. Mein altes Zimmer werde ich verlassen. Es gibt noch ein großes Gästezimmer, das Victor und ich zu unserem Gemach auserwählt haben. Wir brauchen neue Möbel, wir brauchen noch so vieles mit der Zeit.

1891

Paris, 1. Januar 1891

Neujahr. Wir sind gestern Morgen ganz kurz entschlossen nach Deauville abgereist und haben am Strand auf das neue Jahr angestoßen nur Victor und ich. Das Hotel ist furchtbar teuer, obwohl kaum Gäste hier sind. Es ist überhaupt sehr einsam in Deauville und es ist kalt und es hat heute Vormittag zu regnen begonnen. Victor und mir macht dies aber alles nichts aus.

Paris, 10. Januar 1891

Victor hatte noch bis gestern dienstfrei. Wir haben gar nicht so viel unternommen, außer natürlich die dreitägige Reise nach Deauville. Victor und ich haben dann aber die Ruhe zu Hause genossen. Victor hat viel in der Zeitung gelesen, zu einem schönen Buch habe ich ihn allerdings nicht überreden können. Im Figaro gab es zwischen den Jahren eine kleine Serie über unsere Kolonien. Es ist schon erstaunlich, auf der ganzen Welt, in jedem großen Ozean, gibt es französische Besitzungen, Verwaltungen und vor allem Militär. Victor hat mir immer beim Frühstück vorgelesen, und mir die Zusammenhänge erklärt. Allein in Afrika gibt es so viele große Gebiete, auf denen die französische Fahne weht, dass die Fläche Frankreichs selbst mehrfach dorthinein passen würde. Wir haben uns alles im Atlas angesehen. Es ist eine große leere Fläche. Victor hat berichtet, dass es jetzt Französisch-Sudan gibt und dass in der Hauptstadt Kayes seit letztem Jahr unsere Truppen stationiert sind. Victor wusste schon einiges mehr über dieses neue Land, als in der Zeitung stand.

Paris, 15. Januar 1891

Madame Bernier scheint über irgendetwas verstimmt zu sein. Sie ist besonders zu Victor sehr reserviert. Es sieht fast danach aus, als sei es ihr unangenehm, dass ein junger Mann im Hause ist. Schon bei unserer Rückkehr aus Deauville vor zehn Tagen hat sie sich gleich zurückgezogen, nur Jeanette war ständig um uns herum, hat sich um das Gepäck gekümmert und wollte Victor alles recht machen.

Paris, 22. Januar 1891

Noch vor zwei Wochen haben Victor und ich uns über die Kolonien unterhalten und dieses Thema lässt ihn wohl nicht los. Einige Offiziere aus seiner Kaserne gehen in den Senegal, mit dem Ziel, die Lage im Sudan zu festigen. Ich frage mich nur, was es bedeutet, die Lage zu festigen. Mir ist es schon bewusst, ein Soldat wird nicht nur für friedliche Missionen eingesetzt. Victor hat mir aber versichert, es sei durchaus friedlich in Kayes, gerade deshalb, weil Frankreich dort jetzt ein Protektorat errichtet hat und gerade, weil die Armee dort Einfluss nimmt. Ich kenne Victor und seinen Wunsch, endlich weiter zu kommen, endlich ein Kommando zu erhalten oder als Stabsoffizier bessere Möglichkeiten zu haben. Vielleicht werden ja in Paris einige Posten frei, wenn ein Teil der Offiziere Kolonialdienst verrichtet. Dies könnte ein Weg sein, meint Victor, aber es wäre natürlich besser, sich selbst in den Kolonien zu beweisen, sich zu bewähren. Ich weiß, wo dies hinführt, ich weiß, welche Frage für Victor im Raume steht, aber ich werde es nicht aussprechen.

Paris, 15. Februar 1891

Seit ich denken kann, hat Madame Bernier immer bei uns im Hause gewohnt, in einem der Zimmer im Dachgeschoß. Ich war auch der Meinung, dass es ihr dort gefallen hat und sie sich nicht extra ein eigenes Zimmer oder gar eine Wohnung nehmen müsste. Dies ist jetzt anders. Madame Bernier ist gestern ausgezogen. Sie hat mir ihre neue Adresse gegeben, es ist ein paar Straßen weiter, keine zehn Minuten zu Fuß zur Rue Marcadet. Wenn Madame Bernier meint, wir würden ihr deswegen jetzt kündigen, dann hat sie sich geirrt. Solange sie jeden Morgen um halb acht zur Stelle ist, können wir mit der neuen Situation leben. Wir werden ihr aber auf keinen Fall mehr bezahlen, weil sie ja schließlich jederzeit wieder bei uns einziehen kann. Ich hoffe nur, es wird Jeanette dort oben unter dem Dach jetzt nicht zu einsam.

Paris, 26. Februar 1891

Ich kenne ja die Quelle der Sprichworte, mit denen Victor mich und andere so manches Mal überrascht. Es erstaunt mich nur, dass er die Sprüche in seinem Büchlein wohl auswendig kennt und dass ihm zur richtigen Gelegenheit auch immer das passende Wort einfällt. Es war keine besondere Situation. Ein Händler wollte mit seinem Handkarren in einen Hinterhof. Wir kamen gerade vorbei, als er versuchte das schwere Tor zu öffnen und dabei gleichzeitig darauf achten musste, dass der Karren nicht umkippte. Victor ist sofort hingegangen und hat ihm das Tor geöffnet. Es war wirklich nichts Besonderes, und als der Mann sich bedankte, hat Victor zu ihm gesagt: »Man muss sich gegenseitig helfen, das ist ein Naturgesetz.« Ich weiß nicht, ob der Mann es gleich verstanden hat, aber ich fand es witzig und passend zugleich. Später habe ich in Victors Büchlein nach diesem Spruch gesucht. Er stammt einmal mehr von dem Fabeldichter Lafontaine. Victor hat es sich schon vor gut fünf Jahren notiert.

Paris, 5. März 1891

Victor ist ja nicht mit sehr viel Hausstand in die Rue Marcadet gezogen. Er hatte auch schon alle seine Sachen beisammen, nur eines hatte noch gefehlt und genau dieses Stück hat mich entsetzt. Er bringt tatsächlich ein Schießgewehr in unseren Haushalt. Er nennt es sein Chassepot, ein Gewehr aus dem 1871-iger-Krieg. Das Grausige daran ist die Kugel, die im Schaft feststeckt. Victor behauptet, die Kugel hätte den Soldaten erst durchbohrt und wäre dann in den Schaft gefahren. Ich glaube ihm nicht so ganz, aber dennoch mag ich dieses Gewehr nicht. Victor behauptet dazu, dass man mit dem Gewehr noch schießen könnte. Er wollte es im Salon aufhängen, zur Dekoration. Ich habe es verboten. Er soll einen anderen Raum damit dekorieren, einen Raum, den ich nur selten oder gar nicht betrete. Er hat das Gewehr daraufhin erst einmal in eine Kiste auf den Dachboden gelegt. Dort kann es auch bleiben, wenn es nach mir geht.

Paris, 18. März 1891

Ostern ist dieses Jahr recht früh, schon in der nächsten Woche. Mutter hat geschrieben. In England gab es fürchterliches Wetter. Selbst die Zeitungen in Paris haben darüber berichtet, aber es schien so fern zu sein. Vater hat keine Verluste erlitten, obwohl sehr viele Schiffe auf See gesunken sind. Über die Anzahl der menschlichen Opfer schreibt Mutter nichts, sie berichtet nur von sehr schlechtem Wetter in Liverpool, von starken Regenfällen. In Gayton, war es genauso schlimm und Mutter hatte Angst, ihr Garten würde fortschwimmen. Der Brief war drei Tage unterwegs. Ich gäbe viel darum, mit Mutter telefonieren zu können, so wie es jetzt zwischen Paris und London möglich sein soll. Vielleicht gibt es in den nächsten Jahren auch solche Verbindungen zwischen Paris und Liverpool oder zwischen anderen Städten im Ausland.

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