Cristina Zehrfeld - Der kleine Herr Carl
Здесь есть возможность читать онлайн «Cristina Zehrfeld - Der kleine Herr Carl» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Der kleine Herr Carl
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:4 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 80
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Der kleine Herr Carl: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der kleine Herr Carl»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Der kleine Herr Carl — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der kleine Herr Carl», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Drum singe, wem Gesang gegeben
Es ist noch nie ein Meister vom Himmel gefallen. Auch Maestro Carl ist nicht unmittelbar als Meister vom Himmel gefallen. Allerdings ist er eben ein Genie, und ein Genie wird man nicht so nach und nach. Ein Genie ist man sofort, also gleich mit der Geburt, oder man kann das vergessen. Der kleine Herr Carl war sofort ein Genie. Seine ersten musikalischen Lorbeeren hat er sich deshalb bereits aus der Kinderkutsche heraus verdient, und das ging so: Die Eltern des kleinen Herr Carl waren enorm stolz auf ihren Nachwuchs und haben den Knaben deshalb gern und oft durch die Straßen ihres Heimatortes Kräha geschoben. Zur musischen Anregung des Kindes haben sie dabei gern Kinderlieder vor sich hin gesungen. Obwohl sie ja nun schon sehr musikalisch waren, sind ihre Gesänge nicht von so hoher Qualität gewesen, wie der kleine Herr Carl es manchmal zu Hause vom Plattenspieler gehört hatte. Bei Familie Carl wurden immerhin Aufnahmen mit den Wiener Sängerknaben, den Regensburger Domspatzen, den Dresdner Kruzianern und den Leipziger Thomanern aufgelegt. Damit konnten die Eltern des kleinen Herr Carl stimmlich nicht mithalten. Der kleine Herr Carl war also unzufrieden mit dem Kulturprogramm, welches ihm auf Ausfahrten geboten wurde. Ein anderes Kind hätte seinen Unwillen vermutlich durch herzerweichendes Greinen zum Ausdruck gebracht, aber der kleine Herr Carl war schon als kleines Kind ein Weltverbesserer. Weil er aus dem Kinderwagen heraus die Welt nun nicht unmittelbar verbessern konnte, verbesserte er wenigstens die Misstöne seiner Eltern. Wenn Vater oder Mutter Carl also ein falscher Zungenschlag unterlief, stimmte der kleine Herr Carl das Lied von vorn an und sang es den Eltern vor. Diese begriffen jedoch nicht, dass das Kind ihnen nur eine musikalische Unterweisung gab. Stattdessen riefen sie alle verfügbaren Passanten heran, damit diese sich das Wunderkind anhören sollten. Als der kleine Herr Carl das Lied „Hänschen klein“ fertig gesungen hatte, stimmte die Mutter „Ri-ra-rutsch“ an. Natürlich traf sie die Töne wieder nicht genau, weshalb der kleine Herr Carl ihr das Lied glockenklar vorsang. Es folgten noch „Der Bi-Ba-Butzemann“, „Es geht eine Zipfelmütz“ und „Lirum, Larum Löffelstiel“, und selbstverständlich kam aus dem winzigen Mund des kleinen Herr Carl kein falscher Ton. Inzwischen standen etwa 50 Passanten um die Kinderkutsche herum, die nun frenetisch applaudierten. Der kleine Herr Carl war zuerst überrascht. Als der Beifall kein Ende nehmen wollte, fand er das allerdings ziemlich albern und schrecklich ermüdend. Er hat also die Augen zugemacht und ist sofort eingeschlafen. Deshalb hat es an jenem Tag keine Zugabe gegeben.
Kräha
Es ist keine Schande, wenn Sie noch nie von Kräha gehört haben. Die reizvolle Heimatstadt des kleinen Herrn Carl gehört zu den kleinsten Städten Deutschlands. Dies, obwohl sie sich in den letzten Jahren mehrere Nachbardörfer einverleibt, und damit gehörig aufgeplustert hat. In Kräha hat das Töpfern eine lange Tradition. Außerdem wurde seit jeher viel Landwirtschaft und ein bisschen der Abbau von Granit betrieben. Nicht zu vergessen natürlich die Molkerei, in der Mutter Carl die Buchhaltung mustergültig erledigte. Interessant ist immerhin, wie der Ort zu seinem Namen gekommen ist. Offiziell wird behauptet, dass sich der Name der Stadt von der Schwarzen Krähe ableitet, einem rechten Nebenfluss der Elbe, der südlich der Stadt entspringt. Weil der kleine Herr Carl jedoch schon immer ein begnadeter Historiker war, versuchte er bereits seit frühester Kindheit, mit diesem Irrtum aufzuräumen. Auch mir hat er die wirklich wahre Geschichte der Namensgebung erzählt, und zwar wie folgt: Kräha wurde im Jahr 1248 urkundlich erwähnt, 1383 bekam der Ort das Stadtrecht verliehen. Zu jener Zeit herrschten mittelalterliche Zustände, denn es war die Zeit des Übergangs vom Hochmittelalter zum Spätmittelalter. An demokratische Verhältnisse war noch nicht zu denken, auch nicht bei der Vergabe von Ortsnamen. Ein weiser Mann hat also damals selbstherrlich festgelegt, dass der Ort nach dem ersten Vogel benannt werden sollte, der sich auf der mächtigen Linde auf dem Marktplatz niederließ. Man musste lange warten, denn der Trubel und das Gedränge waren groß. Keiner wollte das Ereignis verpassen. Beinahe hatte sich schließlich eine Elster auf dem Baum niedergelassen. Doch weil die Menschenmenge ein wenig zu früh in Begeisterung ausbrach, drehte der schöne Vogel ab. Der Rat der Weisen beschloss, dass eine Beinahelandung nicht zählte und die Menschen mussten weitere zwei Stunden warten. Die Spannung ließ sich nicht mehr steigern, deshalb waren die meisten schließlich eingeschlafen, als sich endlich eine alte, zerzauste Krähe auf der Linde niederließ. Nicht alle waren wirklich zufrieden. Immerhin wären Spechta, Wendehalsa oder Kauza auch sehr schöne Ortsnamen gewesen.
Die musikalische Früherziehung
Man kann gar nicht früh genug mit der musikalischen Ausbildung von Kindern beginnen. Singen, Tanzen, Instrumentenkunde, Notenlehre und das Spielen auf Orff-Instrumenten für Kinder ab vier Jahren gelten ja längst nicht mehr nur in den oberen Gesellschaftsschichten als völlig selbstverständlich und unverzichtbar. Allerdings war das, was heute als musikalische Früherziehung in aller Munde ist, zur Kinderzeit des kleinen Herr Carl keinesfalls die Regel. Entweder ein Kind hatte Glück und wurde in eine musikalische Familie hineingeboren, oder es blieb sein Leben lang ein musikalischer Depp. Der kleine Herr Carl hatte Glück. Wie schon erwähnt, war seine Familie hochmusikalisch, aber darüber hinaus hatte Vater Carl ein sensationelles Konzept der musikalischen Früherziehung. Also seine Mundharmonika hat Vater Carl selbstverständlich nicht zum frühkindlichen Missbrauch durch den kleinen Herr Carl hergegeben. Angeblich wollte er eine Missbildung der noch in der Entwicklung befindlichen Zähne verhindern. Stattdessen hat er ein Glockenwerk in das Türmchen des Carl'schen Wohnhauses eingebaut, welches der kleine Herr Carl zu jeder vollen Stunde erklingen lassen durfte. Der junge Musiker nutzte das weidlich. Erst recht, als er mitbekam, dass in der Nachbarschaft einige missgünstige Musikbanausen wohnten. Da das Glockenspiel bis in die übernächste Straße zu hören war, wurde damit bereits die wichtigste Voraussetzung für das professionelle Musizieren gelegt: Dem kleinen Herrn Carl wurde schon im zarten Alter von zwei Jahren bewusst, dass er von Gott geschaffen ist, um für ein großes Publikum zu musizieren.
Die Grundlage für Geniales
Freilich lässt sich auf dem stündlichen Betreiben eines Glockenspieles keine wirklich tragfähige Karriere aufbauen, selbst dann nicht, wenn dieses Glockenspiel bis in die übernächste Straße zu hören ist. Deshalb hat der kleine Herr Carl die musikalische Herausforderung gesucht. Das wurde auch Zeit, denn inzwischen war er schon drei Jahre alt. Nun allerdings ging es richtig los. Die Voraussetzungen waren prächtig, denn nun durfte der kleine Herr Carl auf dem Klavier seiner Tante herumklimpern. Nicht nur hin und wieder, sondern jederzeit. Mutter Carl hat den kleinen Herrn Carl sogar dazu ermuntert, diese Möglichkeit möglichst ausschweifend zu nutzen, und zwar weil sie ihre Schwester, die Tante des kleinen Herrn Carl, nicht recht leiden konnte. Mutter Carl hoffte, dass sie ihre Schwester mit dem permanenten Geklimper in den Wahnsinn treiben könnte. Das hat allerdings nicht geklappt, weil der kleine Herr Carl schon nach kurzem Probieren die herzallerliebsten Melodien spielte. Das war ein großes Glück für die Tante, aber das Unglück der Cousine, die recht eigentlich zum Üben auf dem elterlichen Instrument verdonnert war: Der kleine Herr Carl hatte sie binnen weniger Tage überflügelt. Dies, obwohl er erst drei, die Cousine aber bereits dreizehn Jahre alt war. Aus Gram ist die bewusste Cousine (eine Tochter der Tante) vom Balkon des Hauses gesprungen und hat sich dabei beide Beine gebrochen. Ihr Klavierspiel ist davon kein bisschen besser geworden. Allerdings ist sie wenig später völlig dem Wahnsinn verfallen. Sie hat ihre Klavierausbildung an den Nagel gehängt, ist in die größte und renommierteste psychiatrische Einrichtung der Deutschen Demokratischen Republik umgezogen und hat sich dort wenig später mittels Selbstverbrennung vom Leben nach dem Tode befördert. Eine sehr traurige Geschichte aus der Kindheit des Maestro Carl, die der Meister dennoch sehr gern erzählt, denn die Cousine hat mit dieser heroischen Tat bewiesen, dass es in der Familie des Maestros definitiv massive psychische Störungen gab. Für Maestro Carl ein schier unglaublicher Glücksumstand, denn der innerfamiliäre Wahnsinn, so ist er überzeugt, macht das Genie überhaupt erst möglich.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Der kleine Herr Carl»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der kleine Herr Carl» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Der kleine Herr Carl» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.