Vera Annette Klein - Abschied aus der pädagogischen Provinz

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Die Machthaber der DDR sahen in der Kinderliteratur eine «Waffe», die aus jungen Lesern begeisterte Sozialisten formen müsse. Ein System umfassender Planung und Kontrolle sollte die Umsetzung dieser Vorstellung sichern. In den fünfziger und sechziger Jahren glich die DDR-Kinderliteratur einer «pädagogischen Provinz», in der nur zwei Handlungsmuster zulässig und mahnend erhobene Zeigefinger allgegenwärtig waren. Ab den siebziger Jahren aber veränderten sich das von den Autoren vertretene Kindheitsbild, die verwendeten Gestaltungsmittel, die den Texten eingeschriebene Haltung zum real existierenden Sozialismus und die mit ihnen verbundene Wirkungsabsicht. Besonders deutlich zeigte sich der Wandel am Genre der Phantastik, wie Analysen von Wera Küchenmeisters Die Stadt aus Spaß (1966) und Christa Kožiks Der Engel mit dem goldenen Schnurrbart (1983) verdeutlichen.

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4.1.1 Ein verändertes Kindheits- und Gesellschaftsbild und die Aktivierung des Lesers

4.1.2 „Denn möglich ist ja mehr, als wir oft denken“: die gewandelte Funktion der kinderliterarischen Phantastik

4.2 Die DDR-Kinderliteratur der 70er und 80er Jahre – Beispielanalyse: Christa Kožiks Der Engel mit dem goldenen Schnurrbart (1983)

4.2.1 Ein Engel im sozialistischen Plattenbau

4.2.2 Der Fünf-Punkte-Plan des Schuldirektors König

4.2.3 Ist-Zustand und Soll-Zustand: das Sinnbild vom Engelssturz und zwei Vorbildfiguren

4.2.4 Der Abdruck eines Engels im Schnee

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Endnoten

1 Einleitung

„Literatur ist Parteiergreifen, ist Propaganda!“1

Als die Kinderbuchautorin Alex Wedding ihren Berufskollegen auf dem IV. Deutschen Schriftstellerkongress der Deutschen Demokratischen Republik 1956 diese Worte entgegenrief, sprach sie den politischen Machthabern direkt aus der Seele: Völlige Parteilichkeit und offensive Werbung für die sozialistische Sache waren genau das, was die Oberen der DDR von den Verfassern der Kinderliteratur erwarteten. „Bei der Erziehung unserer Kinder zu jungen Sozialisten ist die Kunst eine Waffe, und wir wären dumm, wenn wir diese Waffe im Bücherschrank verrotten ließen“, erläuterte Gerhart Holtz-Baumert, Chefredakteur der einflussreichen Fachzeitschrift Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur und von Anfang an ein wesentlicher Mitgestalter der DDR-Kinderliteratur.2 Für so wichtig erachtete die Staatsführung die Kinderliteratur, dass sie von vornherein nichts dem Zufall oder auch nur den Schriftstellern allein überließ: Bereits in den Anfangsjahren der DDR wurde ein raffiniertes System staatlicher Planung, Ordnung und Kontrolle geschaffen, das sicherstellen sollte, dass die Kinderbuchautoren der DDR stets „scharfe“ und für den Kampf gegen den westlichen Gegner geeignete „Waffen“ produzierten. Die Darstellung und die Analyse dieses Systems und seiner Auswirkungen auf die Tätigkeit der Literaturschaffenden bilden einen der Schwerpunkte meiner nachfolgenden Arbeit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Inhalten der Kinderliteratur, die unter den von mir beschriebenen Bedingungen entstand, und auf der mit ihnen verbundenen Frage, ob sich die DDR-Kinderbuchautoren wirklich zu „Waffenschmieden“ der sozialistischen Sache machen ließen. Wie ich zeigen werde, ist die Antwort auf diese Frage zweigeteilt: In den fünfziger und sechziger Jahren, der sogenannten „optimistischen Periode“3 der DDR, befanden sich die Kinderbuchautoren tatsächlich weitgehend in Übereinstimmung mit den Zielen der Staatsführung und entwarfen in ihren Werken strahlende Idealbilder des Lebens im sozialistischen Kollektiv. Ab den siebziger Jahren aber, als immer unübersehbarer „nicht zu vermittelnde Widersprüche zwischen dem offiziell verkündeten Selbstverständnis bzw. dem idealen Selbstanspruch und den realen Lebensverhältnissen“4 auftraten, kam es in der Kinderliteratur der DDR zu einem tiefgreifenden Wandel: Das von den Autoren vertretene Kindheitsbild veränderte sich ebenso wie die von ihnen verwendeten Gestaltungsmittel, die den Texten eingeschriebene Haltung gegenüber dem herrschenden Gesellschaftssystem und die mit ihnen verbundene Wirkungsabsicht; kritische und sogar subversive Darstellungsmomente mehrten sich.

In meiner Untersuchung weise ich diesen Wandel, der laut der Kinderliteraturforscherin Karin Richter einem Paradigmenwechsel gleichkam,5 insbesondere anhand von Texten aus dem Genre der phantastischen Kinderliteratur nach. Für diese Konzentration spricht vor allem die Tatsache, dass in phantastischen Texten stets zwei Handlungskreise präsent sind – eine sogenannte „real-fiktive“ Primärwelt, in der der Leser seine eigene oder eine vergangene Lebenswirklichkeit wiedererkennt, und eine „phantastische“ Sekundärwelt, in der sämtliche dem Leser bekannte Realitätsprinzipien außer Kraft gesetzt sind, wodurch das Unmögliche plötzlich möglich wird. Welche Haltung die Kinderbuchtexte gegenüber den Erscheinungen der Sekundärwelt, gegenüber dieser prototypisch „anderen“, alternativen Wirklichkeit einnahmen, war in der DDR – einem Staat, der für sich in Anspruch nahm, bereits die bestmögliche Gesellschafts- und Lebensform gefunden zu haben – naturgemäß vielsagend.

Meine Arbeit ist wie folgt aufgebaut: Unter Punkt 2 stelle ich die Definition von Phantastik vor, an der ich mich im Nachstehenden orientiere. Punkt 3 ist den Entstehungsbedingungen und Inhalten der DDR-Kinderliteratur der fünfziger und sechziger Jahre gewidmet; dabei analysiere ich unter Abschnitt 3.1 die Kontrollmechanismen, denen die Kinderliteraturschaffenden von staatlicher Seite unterworfen waren. Unter Punkt 3.2 arbeite ich die wichtigsten Charakteristika der DDR-Kinderbücher dieser Jahre heraus und beschreibe den schweren Stand der kinderliterarischen Phantastik innerhalb einer Zeit, in der alle Darstellungsformen, die gegen das Gebot des Sozialistischen Realismus verstießen, auf rigide kulturpolitische Behinderungen trafen. Unter Punkt 3.3 schließlich wende ich mich einer Analyse von Wera Küchenmeisters Erzählung Die Stadt aus Spaß (1966) zu. Dieses Werk ist nicht nur einer der ersten längeren Texte phantastischer DDR-Kinderliteratur, sondern auch das erste Beispiel dafür, dass kinderliterarische Phantastik von einem hochrangigen DDR-Kulturpolitiker öffentlich gelobt wurde. Letzteres ist kaum verwunderlich angesichts der Entschlossenheit, mit der Küchenmeister Position gegen Ideen bezieht, die von den sozialistischen Normen abweichen: Die Autorin entwirft eine phantastische Sekundärwelt, nur um sie Schritt für Schritt in eine exakte Kopie der real-fiktiven Primärwelt DDR zu verwandeln – wobei dieser Vorgang als eine Unumgänglichkeit erscheinen soll, als Beleg für die Notwendigkeit des DDR-Systems; tatsächlich gelingt die Umwandlung jedoch nur, wie ich zeigen werde, auf Kosten gravierender Logikbrüche.

Der vierte Punkt meiner Arbeit ist den Entstehungsbedingungen sowie dem inhaltlichen und formalen Wandel innerhalb der DDR-Kinderliteratur der siebziger und achtziger Jahre gewidmet. Dabei fasse ich zunächst unter Abschnitt 4.1 zusammen, welche gesellschaftlichen und kulturpolitischen Ursachen diesen Wandel bedingten, welche gravierenden Umgestaltungen die allgemeine Kinderliteratur in diesen Jahren erfuhr sowie welcher Status und welche Funktion nunmehr phantastischen Darstellungselementen zukamen. Unter Punkt 4.2 schließlich verdeutliche ich die zuvor beschriebenen Veränderungen anhand einer Analyse von Christa Kožiks Kinderroman Der Engel mit dem goldenen Schnurrbart (1983). Im Vergleich mit Die Stadt aus Spaß markiert dieser Text das andere Extrem des Spektrums phantastischer DDR-Kinderliteratur: Der Engel mit dem goldenen Schnurrbart ist zweifelsohne das am unverhohlensten gesellschaftskritische Werk, das diese Gattung innerhalb der DDR hervorgebracht hat. Inhalt von Kožiks Text ist der Versuch, eine phantastische Figur im Sinne der sozialistischen Normen umzuerziehen, aus einem Engel einen durchschnittlichen DDR-Bürger zu machen – ein Vorgang also, der durchaus Ähnlichkeit mit dem Geschehen in Die Stadt aus Spaß hat. Im Gegensatz zu Küchenmeister bewertet Kožik den von ihr geschilderten Anpassungsversuch allerdings nicht positiv, sondern negativ, nicht als einen Beweis für die vermeintlichen Vorzüge des sozialistischen Gesellschaftssystems, sondern als ein warnendes Beispiel für dessen Fehler.

2 Gattungsdefinition „Phantastik“: Gansels Grundmodelle phantastischer Kinder- und Jugendliteratur

Meine Arbeit orientiert sich an den Thesen zur Phantastik, die der ostdeutsche Literaturwissenschaftler Carsten Gansel ab 1986 speziell für den Bereich der Kinder- und Jugendliteratur entwickelte; sie stellen nicht nur „die erste theoretische Gattungsbestimmung phantastischer [Kinder- und Jugendliteratur] in der DDR“6 dar, sondern auch einen der strukturiertesten und überzeugendsten Ansätze innerhalb der ausufernden Phantastik-Diskussion in der kinderliterarischen Forschung.7

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