Bevor man eine Versicherung abschließt, sollte man sich die Bedingungen aber genau durchlesen und verschiedene Versicherungen vergleichen. Ideal ist eine Versicherung, die nicht nur gegen Diebstahl schützt, sondern auch gegen die versehentliche Beschädigung. Meistens sind jedoch Fälle von grober Fahrlässigkeit nicht in der Versicherung enthalten. Auch decken viele Versicherungen Diebstahl nur, wenn die Kamera in irgendeiner Weise eingesperrt war (Kofferraum oder Handschuhfach im Auto bzw. Safe im Hotel). Daneben sollte man sich erkundigen, wie hoch die Eigenbeteiligung im Schadensfall ist und ob die Versicherung den Neuwert deckt oder nur den sogenannten Zeitwert, der deutlich darunter liegen kann. Im Allgemeinen lohnt sich eine Kameraversicherung meist erst bei einem Ausrüstungswert im vierstelligen Bereich.
Fotografieren auf Reisen bedeutet heute in der Regel fotografieren mit einer Digitalkamera. In diesem Kapitel stellen wir die wichtigsten Kameratypen mit ihren Vorzügen ebenso vor wie die Möglichkeit, mit dem Smartphone die schönsten Momente auf einer Reise einzufangen. Was es sonst bei der Wahl der Ausrüstung – seien es Speicherkarten und Akkus, Wechselobjektive, Stative und Blitzgeräte – zu beachten gibt, ist hier ebenso unser Thema wie die Frage des Schutzes der Ausrüstung durch eine gute Kameratasche oder einen Kamerarucksack.
Welche Kamera man am besten auf eine Reise mitnimmt, hängt von vielen Faktoren ab. Am wichtigsten sind die eigenen Vorlieben, denn Vor- und Nachteile lassen sich für alle Arten von Kameras finden. Sicherheitshalber sollte man auf wichtigen Reisen immer zwei Kameras bzw. zwei Gehäuse dabei haben.
Gute Reisefotos kann man grundsätzlich auch mit relativ einfachen Kameras schießen. Wenn man allerdings über größere fotografische Ambitionen verfügt, eignet sich eine digitale Spiegelreflexkamera oder eine spiegellose Systemkamera sicherlich besser als eine Kompaktkamera.
Kompaktkameras
Kompaktkameras eignen sich besonders gut, wenn man beim Reisen größeren Gepäckeinschränkungen unterliegt, denn sie sind leicht und nehmen nur wenig Platz weg. Auch wenn man in Gebiete reist, in denen es viel Kriminalität gibt, ist eine Kompaktkamera zu bevorzugen, da sie wesentlich unauffälliger ist und der Schaden im Fall eines Diebstahls auch geringer ist. Aufgrund ihrer Unauffälligkeit eignen sich Kompaktkameras zudem gut für Schnappschüsse.
Eine Alternative zur Kompaktkamera ist die eingebaute Kamera Fotografieren mit integrierten Kameras Heutzutage braucht man zum Fotografieren nicht unbedingt ein eigenes Gerät, denn auch Handys, Smartphones und Tablet-Computer verfügen in der Regel über eine Kamera. Von der Qualität her können sie meist mit einfachen Kompaktkameras mithalten. Handys, Smartphones oder Tablet-Computer, die man bei einer Reise ohnehin dabei hat, können als praktische Zusatzkamera dienen. Von der Auflösung und der Qualität her sind viele integrierte Kameras, insbesondere in Smartphones, inzwischen auf einem Niveau mit einfachen bis mittleren Kompaktkameras. Ein großer Vorteil einer Smartphone-Kamera ist, dass man die Bilder sekundenschnell online stellen oder verschicken kann. Da viele Geräte außerdem über eine Frontkamera verfügen, eignen sie sich hervorragend für Selbstporträts, bei denen man die Aufnahme auf dem Handy-Display kontrollieren kann. Richtiger Umgang mit integrierten Kameras Wenn man mit einer integrierten Kamera fotografiert, muss man allerdings auch mit gewissen Einschränkungen gegenüber Kompaktkameras leben. So sind Linse und Sensor hier noch kleiner als bei einer Kompaktkamera, sodass eine höhere Pixelzahl nicht unbedingt zu einem besseren Ergebnis führt und es relativ leicht zu Bildrauschen kommen kann. Auch verfügen integrierte Kameras nur über eine Festbrennweite, es lässt sich also nur digital zoomen, was zu einer niedrigeren Bildqualität führt. Zooms sollte man deshalb besser komplett vermeiden, sondern lieber den Standort wechseln und näher an das Objekt herangehen. Auch das ansonsten so praktische niedrige Gewicht der meisten Smartphones kann beim Fotografieren zum Problem werden, da Fotos dadurch leichter verwackeln. Man sollte seine Hände also besser am Körper abstützen oder sich irgendwo anlehnen, wenn man mit dem Smartphone fotografiert. Auch haben viele integrierte Kameras keinen oder nur einen sehr schlechten Blitz. Deshalb sind Fotos in Innenräumen meist schwierig. Beachten sollte man beim Fotografieren mit dem Smartphone auch, dass dies den Akku sehr stark belasten kann. Man sollte deshalb nicht zu viel fotografieren, wenn man das Smartphone anschließend noch zum Telefonieren braucht. Generell lassen sich bei Smartphones und Tablets die eingebauten Kameras erst durch zusätzliche Apps in vollem Umfang nutzen. So kann man weitere Einstellungen wählen, beim Fotografieren bestimmte Filter verwenden oder die Fotos künstlich auf alt trimmen. Auch professionelle Fotografen arbeiten teilweise auf diese Weise mit Smartphone-Kameras.
in einem Handy oder Smartphone, allerdings sind Kompaktkameras diesen integrierten Kameras normalerweise dadurch überlegen, dass sie zumindest einen geringen optischen Zoom und einen größeren Bildsensor bieten.
Bridgekameras
Bridgekameras – manchmal auch als Mittelklassekameras bezeichnet – stellen einen Übergang von den einfachen Kompaktkameras zu den hochwertigeren Spiegelreflexkameras dar. Von der Bauart her handelt es sich bei ihnen um Kompaktkameras, die aber meist über ein Objektiv mit stärkerem Zoom verfügen, mehr manuelle Einstellungen ermöglichen und damit etwas hochwertigere Fotos erlauben als einfache Kompaktkameras. Das Objektiv ist allerdings ebenfalls fest verbaut und lässt sich nicht wechseln.
Da sie einfacher zu handhaben sind als Spiegelreflexkameras und meist auch weniger wiegen, eignen sich Bridgekameras sehr gut als Reiseausrüstung für Hobbyfotografen. An teure Spiegelreflex- oder andere Systemkameras reichen sie allerdings von der Qualität her nicht heran. Gegenüber kleineren Kompaktkameras haben sie den Nachteil, dass sie für unauffälliges Fotografieren weniger gut geeignet sind.
Digitale Spiegelreflexkameras
Die Königsklasse unter den Digitalkameras sind digitale Spiegelreflexkameras (DSLR). Sie liefern dank ihrer größeren Bildsensoren deutlich bessere Bilder als Kompaktkameras. Dies zeigt sich insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen, bei denen Fotos von Kompaktkameras starkes Bildrauschen aufweisen. Außerdem lässt sich mit Spiegelreflexkameras wesentlich besser mit der Schärfentiefe arbeiten, denn der Schärfebereich kann hier deutlich stärker eingegrenzt werden, um damit das Hauptmotiv besonders zu betonen. Hierbei übertreffen sie auch die meisten Bridgekameras. Zudem sind sie durch die Möglichkeit, das Objektiv
zu wechseln, sehr flexibel einsetzbar und können bei unterschiedlichsten Motiven ausgezeichnete Ergebnisse liefern.
Spiegelreflexkameras sind aber keine idealen Einsteigermodelle für Fotografieanfänger. Sie erfordern ein gewisses fotografisches Grundwissen, wenn sie optimal ausgenutzt werden sollen. Ein Nachteil ist ihr Gewicht, das sich durch das Mitführen mehrere Objektive und anderen Zubehörs noch weiter erhöht. Auch sind sie meist recht kostspielig und sollten deshalb auf Reisen nicht übermäßig der Gefahr von Beschädigung oder Diebstahl ausgesetzt werden (es sei denn, man hat zuvor eine Versicherung für sie abgeschlossen).
Spiegellose Systemkameras
Eine relativ neue Entwicklung auf dem Markt der Digitalkameras sind spiegellose Systemkameras (manchmal auch als kompakte oder digitale Systemkameras bezeichnet). Sie verzichten auf bestimmte Bauelemente einer Spiegelreflexkamera wie einen Spiegel und einen optischen Sucher. Gleichzeitig verfügen sie aber über Wechselobjektive
und bieten so eine ähnliche Flexibilität wie digitale Spiegelreflexkameras.
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