Edmund Linden - Locker bleiben

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"Immer locker bleiben" ist die Devise einer Generation, die sich weder von religiösen oder moralischen Vorstellungen einengen noch von ihren Gefühlen überwältigen lassen will. Danach leben auch die vier Hauptpersonen in diesem Roman: die Ärztin Charly, die Krankenschwester Anne, der Produktmanager Krischa, der Lehrer Thomas. Man kann sie als Freunde bezeichnen. Sie sehen es jedenfalls so. Sie sind keine Helden, aber auch keine gescheiterten Existenzen. Sie pendeln irgendwo dazwischen. Sie sind beruflich etabliert, mehr oder weniger erfolgreich, auch altersmäßig befinden sie sich in der Mitte: Am Anfang des Romans sind sie um die dreißig, am Ende um die vierzig. Sie suchen ihre Rolle im Leben und wissen, dass sie nicht mehr die freie Wahl haben, weil ihre Alternativen von Jahr zu Jahr weniger werden. Das gilt auch für ihre Partnerschaften, die zwar offener sind für Veränderungen als die beruflichen Möglichkeiten, aber auch auf Endgültigkeit abzielen. Sie haben ihre Leidenschaften, aber auch Verantwortungsgefühl. Trotzdem kann man sich nicht ganz und gar auf sie verlassen, weil sie ein wenig orientierungslos sind. Wenn sie auch nicht unbedingt erklärte Atheisten sind, spielt Religion in ihrem Leben doch keine Rolle. So etwas wie ein säkularisiertes Christentum ist ihre Richtlinie, nach der Devise: Tue keinem etwas Böses, wenn es sich vermeiden lässt.

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Thomas meinte, er sollte die absoluten Aussagen über seine Reiseunlust etwas relativieren:

„Ich fahre im Sommer zum Bergsteigen in die Alpen.“

Krischa blieb spottlustig: „Thomas glaubt, wenn er sich da quält, ist er dafür entschuldigt, dass er die Tourismusindustrie unterstützt.“

Anne freute sich offenbar, eine Gemeinsamkeit gefunden zu haben:

„Bergsteigen find´ ich auch schön.“

„Dann könnt ihr euch ja im Sommer die Berge hochquälen“, spottete Krischa.

„Warum nicht?“, fuhr Anne fort. „Ich muss sowieso abnehmen.“

„Das wäre schade um jedes Pfund“, gab sich Krischa routiniert galant.

„Du alter Schwerenöter“, schimpfte Charly lachend, „lass meine Freundin in Ruhe!“, und drohte Krischa mit einer Ohrfeige. Der ergriff ihren Arm und gab ihr einen Handkuss.

Etwas später lagen sie wieder im Schatten der Bäume auf der Wiese am See und schauten durch ihre Sonnenbrillen in das Blätterdach und in den blauen Himmel, der sich durch das Laub sehen ließ, die beiden Männer außen, die Frauen in der Mitte.

„Wenn wir schon einen Fachmann unter uns haben“, begann Charly ins Blaue hinein, dann sollten wir die Chance nutzen und uns informieren lassen.“

„Was meinst du?“, fragte Krischa.

„Na ja“, erklärte Charly, „Thomas ist doch Fachmann für Literatur. Er könnte uns doch mal sagen, was wir lesen sollten.“

Thomas wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Er wusste nicht, ob Charly immer noch böse auf ihn war oder ob sie einen Schritt zur Versöhnung machen wollte. Es war ja nicht auszuschließen, dass Charly ernsthaft an dem Thema interessiert war. Er hätte natürlich zu dieser Frage viel sagen können. Schließlich beschäftigte er sich damit jedes Jahr, wenn er die Lektüre für seinen Leistungskurs festlegte. Er wollte aber nicht allzu lehrerhaft daherkommen und die drei Zuhörer mit Besserwisserei langweilen.

„Da gibt es vieles“, begann er vorsichtig.

Mit dieser billigen Antwortverweigerung kam er bei Charly aber nicht durch.

„Das hab´ ich mir schon gedacht“, spöttelte sie. „Nenn´ mal ein paar!“

„Was liest du denn gerne?“, fragte er nach Pädagogenart, erregte aber damit nur Charlys Unmut:

„Ich wusste gar nicht, dass du Psychiater bist. Du beantwortest jede Frage mit einer Gegenfrage. Also ich will nicht wissen, was ich lese, sondern was ich lesen sollte. Ich lese nämlich meistens nur Blödsinn, wie die Geschichte, von der ich euch neulich erzählt habe, wo ein Mann als Kätzchen wiedergeboren wird.“

Thomas zögerte immer noch: „Ich könnte dir eine Liste zusammenstellen.“

Damit kam er auch nicht davon. Charly blieb beharrlich: „Mit der Liste kann ich nichts anfangen. Ich will doch wissen, was in den Büchern drinsteht und warum du sie gut findest.“

„Ich weiß ja nicht, ob die Frage auch die anderen interessiert“, entschuldigte sich Thomas.

„Wenn die das nicht interessiert, können die ja einen Spaziergang durchs Gelände machen oder noch mal einen Apfelstrudel essen.“

„Aber, nein“, meldete sich Anne, „uns interessiert das auch. Wir wollen doch nicht so ungebildet bleiben, wie wir sind.“

„Also gut“, sagte Thomas, „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ von Milan Kundera.“

„Und was ist daran so gut?“, fragte Charly. Sie stützte sich auf den rechten Arm und schaute Thomas über Anne hinweg an. Der sah ihr kluges Köpfchen über dem beträchtlichen Busen von Anne erscheinen und schaute schnell wieder in den Himmel, um bei der Sache bleiben zu können. An Sex mit Anne wollte er nicht denken. Er wollte lieber bei seiner Wunschvorstellung bleiben, Anne liebevoll zu streicheln. Deshalb brauchte er ein wenig, bis er sich zu einer Antwort durchgerungen hatte:

„Es ist ein Abgesang auf etwas, was nicht vergessen werden sollte.“

„Meister, du sprichst in Rätseln“, schaltete sich Krischa ein.

„Das ist ein Abgesang auf den Prager Frühling.“

„Wie heißt das Buch nochmal?“, fragte Krischa.

„Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins?“

„Komischer Titel“, meinte Anne.

„Hab´ ich im Kino gesehen“, warf Krischa ein. „Mit zwei geilen Frauen. Die eine war Juliet Binoche; aber die andere sah noch geiler aus. Die lief die halbe Zeit nackt herum und hatte nur eine Melone auf dem Kopf.“

„Die eine Frau steht für das Schwere, weil sie grenzenlos anhänglich ist, die andere für das Leichte, weil sie aus Prinzip untreu ist.“

„Kein Wunder, dass mir die zweite besser gefallen hat“, erklärte Krischa.

Thomas sah sich genötigt, seine Buchempfehlung zu rechtfertigen: „Eigentlich geht es Kundera darum, den Leuten, die nach dem Prager Frühling Widerstand gegen die Okkupation geleistet haben, ein Denkmal zu setzen, damit sie nicht vergessen werden.“

Charly zeigte sich interessiert: „Ich weiß eigentlich gar nichts über den Prager Frühling und über den Widerstand. Und wenn beispielsweise meine Großeltern oder Urgroßeltern in der Hitlerzeit Widerstand geleistet haben, weiß ich darüber auch nichts. Vielleicht haben die ja ihr Leben riskiert, um einen Juden zu verstecken, wie diese Holländerin, die Anne Frank versteckt hat. Und das ist alles vergessen.“

„Ich möchte das Buch auch gerne lesen“, bat Anne.

„Okay“, sagte Charly, „du zuerst. Thomas hat sicher noch ein Buch für mich.“

„Weil du Psychiaterin bist,...“ begann er.

„Ich werde es erst“, korrigierte Charly.

„Weil du Psychiaterin wirst“, Thomas betonte das letzte Wort, „könnte ich dir ein Buch über eine Sitzung beim Psychiater empfehlen.“

„Und das heißt?“

„Portnoys Beschwerden.“

„Nie gehört“, sagte Charly, „und was hat der für Beschwerden?“

„Er ist von seinen jüdischen Eltern streng moralisch erzogen worden; aber andererseits ist er maßlos geil und deshalb tut er dauernd Dinge, die sein Gewissen belasten und die seine Mutter nie erfahren darf.“

„Den einen Teil davon kenn´ ich, und es ist nicht die strenge moralische Erziehung“, bekannte Krischa lachend.

Charly blieb bei der Sache: „Und was ist daran so lustig?“

„Die Art, wie es erzählt wird: Das ist ein Redeschwall von 200 Seiten und dann kommt noch ein einziger Satz, den man nicht erwartet hat.“

„Und wie heißt der?“, fragte Charly, weil Thomas schwieg.

„Der heißt: Dann können wir ja jetzt anfangen, sagte der Psychiater.“

„Der hat also 200 Seiten lang den Psychiater zugequatscht“, stellte Charly fest. „Was für ein Freak!

Ich glaube, den nehme ich mir mal vor.“

„Die Amerikaner laufen immer zum Psychiater“, stellte Krischa fest. „Ich glaube, ich muss auch mal zum Psychiater.“

„Was hast du denn für Probleme?“, fragte Charly.

„Keine. Das muss irgendwie krank sein.“

„Das sind die schwierigsten Fälle“, bemerkte Thomas dazu.

Krischa fand, dass Thomas nun lange genug die Aufmerksamkeit der beiden Frauen genossen hatte, und fuhr ihm grinsend in die Parade:

„Und was ist eigentlich mit deinem großen Roman? Wir warten alle darauf.“

„Ich auch“, sagte Thomas trocken. Er mochte nicht darüber reden. Krischa legte aber nach:

„Du erinnerst dich. Der alte Gering hat immer gesagt – der alte Gering war unser Deutschlehrer – der alte Gering hat immer gesagt: Thomas wird eines Tages einen großen Roman schreiben. Oder hat er nicht sogar gesagt, den großen Roman, Betonung auf den?“

Und ob sich Thomas daran erinnerte. Der Satz lag wie eine schwere Last seit fünfzehn Jahren auf ihm; aber alle Versuche waren bisher nach wenigen Seiten gescheitert. Es war bei Fingerübungen geblieben. Ihm fehlte das Thema, das ihn hätte begeistern können. Manchmal fürchtete er, dass er nicht weiter kommen würde als der unglückliche Grand aus der „Pest“, der sein ganzes Leben lang am ersten Satz seines Romans hängen geblieben war.

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