Virginia Woolf - Virginia Wolf - Orlando

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"Orlando" ist eine Zeitreise durch die Geschichte Englands. Der junge Orlando wird im 16. Jahrhundert geboren. Nach einem Schlaf findet er sich im 19. Jahrhundert wieder – als Frau. Orlando begegnet in beiden Epochen großen Persönlichkeiten seiner Zeit, Philosophen, Literaten und Adligen.
Virginia Woolf schrieb «Orlando» unterhaltsam, mit leichter Hand. Ironisch kommentiert sie in der fiktiven Biografie die jeweiligen Epochen und den Wandel der Geschlechter zueinander. So kreiert Woolf humorvolle Kontraste.
Dieses E-Book enthält eine vollständige Ausgabe des Romans.

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Seine Befangenheit war so groß, daß er von ihr nicht mehr wahrnahm als ihre beringte Hand im Wasser; aber das war genug. Es war eine Hand, die man nicht wieder vergaß; eine dünne Hand mit langen Fingern, die sich beständig krümmten, als schlössen sie sich um Reichsapfel oder Zepter; eine nervöse, verbitterte, kränkliche Hand; auch eine gebieterische Hand; eine Hand, die sich nur zu heben brauchte, und es fiel ein Kopf unterm Beil; sie gehörte, so dachte Orlando, zu einem alten Körper, der wie ein Schrank mit eingekampferten Pelzen roch; ein Körper, der jedoch mit allerlei Brokat und Edelsteinen überreich herausgeputzt war und sich sehr aufrecht hielt, wenn er vielleicht auch mit geheimem Hüftweh kämpfte; der niemals zuckte und zurückwich, und würde er auch von tausend Ängsten gefoltert; und die Augen der Königin waren von einem lichten Gelb. Alles dies erfühlte er, als die großen Ringe im Wasser blitzten, und dann spürte er einen Druck auf seinem Haar – was wir vielleicht als den Grund dafür ansehen dürfen, daß er keinerlei weitere Wahrnehmungen machte, mit denen ein Geschichtsschreiber etwas anfangen könnte. Und um die Wahrheit zu sagen: in seinem Kopfe war ein solcher Wirrwarr entgegengesetzter Eindrücke – da waren die Nacht und die strahlenden Kerzen, der schäbig gekleidete Dichter und die große Königin, das schweigende Land und der Lärm des Bediententrosses –, daß er nichts sah, oder vielmehr: daß er nur eine Hand sah.

Die gleiche Fügung bringt es mit sich, daß die Königin nur einen Kopf gesehen haben kann. Aber wenn es möglich ist, aus einer Hand das Bild eines ganzen Körpers zu erschaffen, der mit allen Eigenschaften einer großen Königin ausgestattet ist, mit ihrer Verdrießlichkeit, ihrem Mut, ihrer Gebrechlichkeit, ihren Ängsten; so kann sicherlich ein Kopf ebenso fruchtbare Anregung geben, wenn ihn von einem Prunksessel herab eine Dame betrachtet, deren Augen (sofern man den Wachsfiguren in der Westminster Abbey trauen darf) immer weit geöffnet waren. Das lange, lockige Haar, der dunkle Kopf, der so ehrfürchtig, so voll Unschuld vor ihr gebeugt war, ließen auf ein Paar der edelsten Beine schließen, auf denen je ein junger Edelmann aufrecht stand; und auf veilchenfarbene Augen; und auf ein goldenes Herz; und auf Lauterkeit und den Zauber männlicher Gesinnung – auf lauter Eigenschaften also, denen um so mehr die Liebe der alten Frau galt, je mehr sie selbst ihrer ermangelte. Denn sie wurde vor der Zeit alt und müde und gebeugt. Immer klang der Donner der Kanonen ihr in den Ohren. Immer sah sie glitzerndes Gift niederträufeln und ein langes Stilett niederfahren. Wenn sie an der Tafel saß, lauschte sie; ihr Ohr vernahm die Geschütze vom Kanal; sie fürchtete sich – war das da eben ein Fluch gewesen, war da nicht ein Gewisper? Unschuld und Einfalt – sie erblickte sie vor einem düsteren Hintergrund, und sie waren ihrem Herzen um so teurer. So geschah es denn, wie die Überlieferung berichtet, in derselben Nacht, als Orlando in tiefem Schlafe lag, daß die Königin dem Vater Orlandos das große klösterliche Haus, das einst dem Erzbischof und dann dem König gehört hatte, feierlich zu eigen gab: und sie setzte ihre Unterschrift und ihr Siegel auf das Pergament der Urkunde.

Orlando schlief die ganze Nacht und wußte nichts von alledem. Eine Königin hatte ihn geküßt; aber auch das wußte er nicht. Und vielleicht (denn die Herzen der Frauen sind unerforschbar) war es seine Ahnungslosigkeit und sein Erschauern, als ihre Lippen ihn berührten vielleicht war es alles dies, was die Erinnerung an ihren jungen Vetter (sie waren blutsverwandt) in ihrem Gedächtnis so frisch erhielt. Jedenfalls – es waren noch nicht zwei Jahre dieses stillen ländlichen Lebens verstrichen, und Orlando hatte inzwischen nicht mehr als vielleicht zwanzig Tragödien und ein Dutzend Historiendramen und zwanzig Sonette geschrieben, als eine Botschaft ihn ins Gefolge der Königin zu Whitehall berief.

»Da kommt mein unschuldiges Kind«, sagte sie, als sie ihn durch die lange Säulenhalle auf sich zuschreiten sah. (Es war immer eine helle Heiterkeit an ihm, die wie Unschuld aussah, selbst dann noch, als dieser Begriff, wörtlich genommen, nicht mehr auf ihn zutraf.)

»Komm!« sagte die Königin. Sie saß kerzengerade am Feuer. Und sie hielt ihn auf Schrittlänge von sich weg und musterte ihn von Kopf bis Fuß. Verglich sie ihre Ahnungen von jenem Abend mit der Wahrheit, die nun sichtbar war? Fand sie ihre Vermutungen bestätigt? Augen. Mund, Nase, Brust, Hüften, Hände – alles überflog ihr Blick; dabei lief ein merkliches Zucken um ihren Mund; aber als sie seine Beine sah, lachte sie laut auf. Er war das Urbild des rechten Edelmannes. Aber inwendig? Ihre gelben Habichtsaugen packten ihn mit blitzendem Blick, als wollten sie in seine Seele dringen. Der junge Mann hielt diesem Blick stand, nur errötete er gleich einer Damaszenerrose, wie es sich für ihn geziemte. Kraft, Anmut, Schwärmerei, Tollheit, Dichtertum, Jugend – sie las es von ihm ab wie aus einem Buche. Sogleich zog sie einen Ring vom Finger (das Gelenk war beträchtlich geschwollen), steckte ihn an Orlandos Hand und ernannte ihn zu ihrem Schatzmeister und Seneschall; dann legte sie ihm die Dienstketten seiner Würden an; und sie hieß ihn das Knie beugen und schmückte es an seiner schmälsten Stelle mit dem juwelenbesetzten Hosenbandorden. Von nun an blieb ihm kein Wunsch versagt. Wenn sie im Galawagen ausfuhr, ritt er an ihrer Kutschentür. Sie sandte ihn nach Schottland mit einer schlimmen Botschaft an die unglückliche Königin. Er wollte eben an Bord gehen, um in den Polenkrieg zu ziehen, als sie ihn zurückrief. Denn wie vermochte sie den Gedanken zu ertragen, daß dies blühende Fleisch von Wunden zerrissen werden, dieses lockige Haupt in den Staub rollen sollte? Sie hielt ihn in ihrer Nähe. Auf der Höhe ihres Triumphes, als die Kanonen des Towers dröhnten und die Luft so dick war vom Pulverdampf, daß man niesen mußte, und das Hurrageschrei des Volkes unter den Fenstern erklang, zog sie ihn zu sich in die Kissen herab, in die ihre Frauen sie gebettet hatten (sie war so schwach und alt), und zwang ihn, sein Gesicht in diesem erstaunlichen Geruchsgemisch zu bergen (sie hatte seit einem Monat die Kleider nicht gewechselt), das, so dachte er in Erinnerung an seine Knabenzeit, ganz genau wie eine alte Kammer daheim roch, in der die Pelze seiner Mutter aufbewahrt wurden. Er richtete sich auf, halb erstickt von der Umarmung. »Dies«, flüsterte sie, »ist mein Sieg!« – gerade als draußen eine Rakete krachend barst und ihren Wangen Scharlachfarbe lieh.

Denn die alte Frau liebte ihn. Und die Königin, die einen Mann im tiefsten kannte, sobald sie ihn nur sah (wenn sie ihn auch, wie es heißt, nicht auf die übliche Art schätzte) – die Königin plante für ihn eine glänzende und ruhmvolle Laufbahn. Ländereien wurden ihm geschenkt, Häuser ihm zu eigen gegeben. Er sollte der Sohn ihrer alten Tage sein; die Stütze ihrer Schwäche; der Eichbaum, an den sie, entkräftet, sich lehnen konnte. Sie krächzte diese Verheißungen und seltsam gebieterischen Zärtlichkeiten – der Hof war nun in Richmond –, indessen sie steil aufgerichtet in ihrem steifen Brokat am Feuer saß, das, so hoch die Diener es auch türmten, sie niemals zu wärmen vermochte.

Über alledem kamen die langen Wintermonate heran. Jeder Baum im Park war von Reif überzogen. Der Fluß rann träge dahin. Eines Tages, als Schnee gefallen war und die düsteren getäfelten Räume voll von Schatten waren und die Hirsche im Park bellten, sah sie im Spiegel, den sie aus Angst vor Spähern immer bei sich hatte, durch die Tür, die sie aus Angst vor Mördern immer offen ließ, einen jungen Fant – konnte das Orlando sein? – ein Mädchen küssen – wer in des Teufels Namen war die freche Dirne? Sie packte ihr Schwert beim goldenen Griff und hieb heftig in den Spiegel. Das Glas barst klirrend; Leute kamen gelaufen; man hob sie auf und setzte sie wieder in ihren Stuhl; aber sie war getroffen und stöhnte und klagte viel, indessen ihre Tage sich dem Ende zu schleppten, über die Verräterei der Männer.

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