Jane D. Kenting - Verkennung

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"Zum ersten Mal drang etwas Dunkles in meine Praxis ein, und ich wusste, das war gefährlich."
Angsttherapeut Arnd Weyden hat eine Schwäche für Unheimliches. Von der Großstadt ins stille Tiefenwald gezogen, fragt er sich schon bald: Warum brennt in einer bewohnten Villa nie Licht? Was verbirgt Irina vor ihm, die nahe dem düsteren Gebäude wohnt und deren Widersprüche ihn immer mehr faszinieren? Während der Psychologe sich tief in Rätsel verstrickt, nimmt sein Patientenfall Jander verstörende Formen an. Zu spät bemerkt Weyden, was wirklich geschieht …

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Mit gereckter Brust richtete sie sich wieder auf. »Heute Morgen war ich die schönste Frau in meinem Bad.«

Sie ging zum Koffer und öffnete ihn. Der Inhalt war mit einem dunklen Tuch bedeckt. Den geöffneten Koffer hob sie hoch, so, dass nichts herausfallen konnte. Das Tuch ließ sie, wo es war.

Sie ging von einem zum anderen. Viele schafften es nicht, die Augen, wie gefordert, geschlossen zu halten, als sie unter das Tuch griffen und einen Gegenstand herausnahmen. Einige konnten die Sache trotzdem nicht benennen. Ein riesiger Kamm mit breiten Zinken. Ein Kochlöffel aus Holz. Ein altmodischer Wecker.

Ein Ball.

»Welche Form?«, fragte sie Frau von Berck, deren hoheitsvolles Gesicht einen unwirschen Ausdruck annahm. Ihr silberner Haarreif war auf die Stirn gerutscht, wo er wie ein extravagantes Schmuckstück anmutete.

»Blau«, bellte sie in einem Ton, der zu sagen schien: Siehst du doch.

Die Clownin legte die Stirn in Falten. »Die Form ist blau. Wunderbar.«

Jetzt kam sie auf mich zu und hielt mir den Koffer hin.

Ich genierte mich. »Ich muss auch …?«

Ihr Gesicht spielte Empörung. Sie ließ mir keine Wahl. Ich griff unter das Tuch, wo meine Finger etwas Weiches berührten, das ich mit geschlossenen Lidern hervorzog. Das kleine Stück Stoff fühlte sich glatt an und ein wenig kühl, und es war an einem schmalen Band befestigt. So lange ich aber auch tastete – kein Bild stellte sich ein.

Erst blinzelte ich, dann wagte ich einen Blick.

Eine Schlafmaske, eine recht abgenutzte. Wer die wohl getragen hatte? Ich schob den Gedanken fort.

»Und?« Die Brauen der Clownin wölbten sich. Sie zwang mich, obwohl ich mit geöffneten Lidern vor ihr saß und den Gegenstand in meinen Händen betrachtete, der mich irritierte, ohne dass ich hätte sagen können, warum.

»Eine Schlafmaske.« Ich wartete darauf, dass ich mir bescheuert vorkam. Doch vor das Gefühl schob sich ein anderes, eines, dessen obskure Präsenz ich nicht verstand.

Die Frau mit der roten Nase trug ihren Koffer weiter, von einer Person zur anderen, einmal herum. Am Ende ging sie ohne Abschied aus dem Zimmer, und ich wusste nicht, ob das, was ich fühlte, Erleichterung oder Bedauern war.

»Was ist das?« Beatrice nahm ein großes Tuch von einer Stuhllehne und sah mich fragend an.

»Oh, das hat die Clownin vergessen.«

»War das Tuch nicht blau?« Aus ihrer Stimme klang leises Entsetzen.

»Nein …«

Das Tuch war schwarz.

»Wie heißt die Frau?«, fragte ich eine Minute später.

Sie nannte nur den Nachnamen.

De Luca.

In der dritten Oktoberwoche war die Praxis noch lange nicht auf dem Level, wo ich sie haben wollte, aber es ging voran. Nach und nach hatten sich weitere Patienten eingefunden, die meisten von Ängsten geplagt. So auch ein junger hellblonder Mann namens Nick. Er litt an einer sozialen Phobie, die es ihm unmöglich machte, im Beisein anderer zu essen. Es war erschreckend, wie das ein Leben beeinträchtigte.

Am neunzehnten Oktober um achtzehn Uhr stand er keuchend auf der Türschwelle und stürzte in meinen Flur, kaum dass ich die Tür geöffnet hatte.

»Sowas Unheimliches!« Seine aufgerissenen Augen sahen mich an.

»Guten Abend, Nick.«

Er zog den Reißverschluss seiner Jacke auf.

»Im Dunkeln komme ich nicht mehr zu Fuß hierher.«

»Sie sind ziemlich aufgebracht.«

»Bis vor zehn Minuten ging es mir gut. Da unten, am Anfang der Hangstraße …« Er starrte in die entsprechende Richtung, obwohl die Haustür geschlossen war.

Ich nahm ihm die Jacke aus der Hand, hängte sie an die Garderobe und machte eine einladende Armbewegung zum Praxisraum.

Drinnen stellte er sich an das Fenster, das Gesicht von mir weggewandt.

»Wollen Sie sich nicht setzen?«

Nicks Atem ging immer noch rasch.

»Folgende Szene: In einer Garageneinfahrt liegt eine Frau, vor ihren Füßen eine Reisetasche. Ich will hinlaufen. Da sehe ich, dass dicht neben mir jemand am Rand des Fußwegs hockt, vor einem Gebüsch.«

Von meinem Sessel aus lauschte ich Nicks Schilderung. Sein Gesicht konnte ich nicht sehen, stellte mir aber die Angst in den wasserblauen Augen vor.

»Ich gehe weiter geradeaus. Da leuchten Scheinwerfer auf, und ein Auto kommt.« Er musterte mich, als wollte er wissen, ob ich noch zuhörte.

Ich hob die Augenbrauen.

»Das Auto fährt vorbei, die Frau steht auf. Ich gehe an dem kauernden Mann vorüber, ohne ihm ins Gesicht zu sehen. Dann fange ich an zu rennen.«

Nick drehte sich um und sah mich an.

»Hört sich tatsächlich ungewöhnlich an. Was hat Ihnen am meisten Angst gemacht?«

Er ließ sich in den Ledersessel fallen. Seine linke Hand umklammerte das Gelenk der rechten.

»Sie bringen das einfach so in die Sitzung ein? Wie hätten Sie denn reagiert?«

Die Frage war berechtigt.

»Es hätte mich auch verunsichert. Aber gerannt wäre ich wahrscheinlich nicht.«

»Nachher nehme ich ein Taxi.« Nick verschränkte die Arme vor der Brust. Sein Atem hatte sich beruhigt, und wir konnten beginnen.

Als eine knappe Stunde später die Rücklichter des Taxis in der Dunkelheit verschwanden, ging ich zum Telefon und wählte die Amtsnummer der Polizei. Der Vorfall beschäftigte mich, sogar sehr. Aber einen Angstpatienten durfte ich nicht beim Überbewerten unterstützen. Alles kam darauf an, den Ball flach zu halten.

Der Polizist ließ mich kaum ausreden. »Sind die Wegelagerer wieder da«, war alles, was er in seinem kennerhaften Tonfall sagte. »Können Sie sie genauer beschreiben?«

»Ich habe es nicht selbst gesehen.«

So könne man leider nichts machen, sagte er und bedankte sich für den Hinweis.

Immerhin gab es jetzt einen Namen dafür. Wegelagerer. Ein Trick, um wohlhabende Passanten in Villengegenden zu überfallen. Perfektes Erklärungsmodell. Und doch …

Es war neunzehn Uhr dreißig, und ich beschloss, einen Abendspaziergang zu machen. Nick hätte mich für verrückt erklärt. Vermutlich war das der Grund, weshalb ich genau seinen Weg nahm, die Hangstraße bergab. Auf der Höhe der Garageneinfahrt, wo nach seiner Schilderung die Frau gelegen hatte, blieb ich stehen und sah mich um.

Ich war der einzige Mensch weit und breit.

Ich lauschte.

Unten auf der Kreuzung rauschte der Abendverkehr.

Ich hielt meine Nase in den Wind. Jemand heizte mit feuchtem Buchenholz.

Aus den Zweigen über mir fiel ein Wassertropfen auf meinen Kopf und rann über das rechte Ohr in den Kragen.

Ich horchte in mich hinein. War ich enttäuscht, die Wegelagerer nicht anzutreffen? Hatte ich mich vergewissern wollen?

Einen Teil von mir, den Aufklärer, hätte es vielleicht beruhigt. Er wäre später nicht ganz so hungrig gewesen.

Am folgenden Dienstag klingelte es um neun Uhr zwanzig an der Tür. Ich war noch damit beschäftigt, das Bad freizuräumen, und überlegte, ob ich Lajosné draußen warten lassen sollte. Schließlich ging ich doch in den Flur, um die Haustür zu öffnen.

Draußen stand ein Junge, acht oder neun Jahre alt. Obwohl er eine dicke Jacke trug, schien er zu frieren, mit hochgezogenen Schultern und angespanntem Gesicht. Sein braunes Stoppelhaar sah feucht aus, und seine Augenlider waren verquollen, als wäre er gerade erst aufgewacht.

»Meine Mutter hat hier in der Nähe noch etwas zu erledigen. Sie kommt gleich nach.«

Ich versuchte, mich an letzte Woche zu erinnern. Lajosné hatte nichts von Milo gesagt. Seit dem ersten Tag hatte sie ihn nicht mehr erwähnt.

»Keine Schule?«

Ich war von mir selbst genervt. Erwachsene fragten immer nach der Schule.

»Herbstferien.« Er zog die Nase hoch und trat von einem Fuß auf den anderen.

Eine Mischung aus Ärger und Betroffenheit stieg in mir auf. Ich hielt nach Lajosné Ausschau, sie kam aber nicht. So bat ich Milo herein. Befangen stand er im Flur und betrachtete seine Stiefel. Seine Kleidung strömte einen starken Geruch nach Waschmittel aus.

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