Jane D. Kenting - Verkennung

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"Zum ersten Mal drang etwas Dunkles in meine Praxis ein, und ich wusste, das war gefährlich."
Angsttherapeut Arnd Weyden hat eine Schwäche für Unheimliches. Von der Großstadt ins stille Tiefenwald gezogen, fragt er sich schon bald: Warum brennt in einer bewohnten Villa nie Licht? Was verbirgt Irina vor ihm, die nahe dem düsteren Gebäude wohnt und deren Widersprüche ihn immer mehr faszinieren? Während der Psychologe sich tief in Rätsel verstrickt, nimmt sein Patientenfall Jander verstörende Formen an. Zu spät bemerkt Weyden, was wirklich geschieht …

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Ein Psychologiestudent verfällt seiner unerreichbaren Professorin. Mehr und mehr verliert er den Bezug zur Realität. Als er sich selbst in eine psychiatrische Klinik einweist, ahnt er nicht, in wessen Hände er sich begibt …

Ich las die erste Seite, die zweite. Beinahe vergaß ich die Zeit. Erst der Hustenanfall einer rotgesichtigen Kundin holte mich in die Situation zurück. Ich bezahlte das Buch und ging nach Hause, wo ich die verderblichen Einkäufe in den Kühlschrank stopfte. Den Rest ließ ich in der Tasche, um sofort weiterlesen zu können.

Aus den Seiten starrte mich etwas Unfassbares an. Die ahnungslosen, obgleich eindrucksvollen Anfänge des Gefühls. Absurde Suchen im Netz. Trügerische Interpretationen von Details. Abgleiche mit der Realität. Entgleisung des Alltags. Und das alles, ohne dass der verstrickte Student dem Objekt seiner Hoffnung auch nur einen Schritt näher gekommen wäre. Das war das Erschreckende daran. Und das, was mich in den Bann zog.

Die Woche nahm ihren Lauf, indem ich das Buch zu Ende las (die unglaubwürdige Schilderung der Klinik im letzten Drittel des Thrillers ärgerte mich, aber mein weiterer Lesehunger war geweckt), Filme ansah und Spaziergänge zum Westhang oder in die Stadt unternahm. Villa Tann blieb rund um die Uhr dunkel, und unten im Ort fand ich ein beschauliches Lebenstempo vor, in das ich ohne Widerstand eintauchte. Kaum noch vermisste ich die Großstadt. Verwandte und Bekannte waren weit genug entfernt, um nichts Spontanes von mir zu erwarten, und wenn zu viele Regenschirme durch die feuchten Gassen schwebten, zog ich mich in das nächste Café zurück. Fast hätte ich zufrieden sein können. Doch je mehr Grund ich dazu bekam, desto unruhiger wurde mein Schlaf.

Es fing damit an, dass ich zwar ohne Probleme einschlief, aber nach zehn oder fünfzehn Minuten noch einmal aufwachte, bevor ich in eine weitere Schlafphase glitt, die auch nur eine halbe bis dreiviertel Stunde dauerte. Dann wachte ich wieder auf und lag eine Weile da, bis die nächste Phase begann. Erst in der zweiten Hälfte der Nacht fand ich kontinuierlichen Schlaf.

Ich schenkte der Sache zunächst keine Aufmerksamkeit. Die Woche endete mit einer anonymen Nummer in der Liste verpasster Anrufe, zwei neuen Patiententerminen und einem zerbrochenen Glasrahmen, der die Fotografie eines Leuchtturms enthielt und von der Wand fiel, als ich beim Griff ins Aktenregal mit der Schulter dagegen stieß. Statt mich darüber zu ärgern, warf ich die Scherben weg und stopfte das Bild in den Schrank.

Als mir am Montagnachmittag Lank mit lauerndem Blick und gefalteten Händen gegenübersaß, hatte ich Mühe, meine Gedanken an Ort und Stelle zu lassen. Zum dritten Mal verging eine ganze Stunde, ohne dass er auch nur einen Schritt von seiner Fixierung abrückte. Sein Leben kreiste um die Frau seines ›besten‹ Freundes, mit der er eine Affäre hatte und ein übles Versteckspiel spielte. Sein Problem war aber ein anderes; nicht, dass ihn Gewissensbisse zu mir geführt hätten. Er litt an der Launenhaftigkeit, mit der ihm die Dame zur Verfügung stand. Er war ein Geliebter auf Abruf, immer ein Auge auf das Telefon gerichtet, jede Minute bereit, aufzuspringen, gefangen zwischen Wellen der Hoffnung, Wogen der Enttäuschung und wenigen Tropfen Glück, während er im Haus des Freundes ein und aus ging, dort mit den Kindern spielte, Feste organisierte oder die Buchsbaumhecke schnitt. In seinem Leben gab es ansonsten nur die Bankfiliale, in der er arbeitete. Und die Zeit, die verging.

Er lauerte auf jedes Wort von mir, stürzte sich auf alles, was ich zu seiner Lage äußerte. Nichts konnte seinen Hunger auf Hoffnung stillen. Das hatte er mit allen unheilvoll Verliebten gemeinsam. Doch eines unterschied ihn von den anderen: Er ließ an seiner Geliebten kein gutes Haar. Er nannte sie egoistisch, eitel und verwöhnt.

Viermal zwang ich mich, meine Arme voneinander zu trennen, die sich immer wieder vor meiner Brust verschränkten. Fünfmal erdete ich meine Füße, bevor das linke Bein erneut unter dem rechten verschwand.

Es gibt auch andere Patienten, sagte ich mir. Da, wo nun Lank saß, würde morgen Jander die Lippen zusammenpressen, und wer wusste, was noch alles kam. Aber das änderte weder die Unruhe, die ich empfand, noch den Umstand, dass mir bis auf weiteres eine Menge Zeit zur Verfügung blieb – zu viel, um sie allein mit Spaziergängen und dem Lesen von Psychothrillern zu füllen. Und während sich Lank über die mangelnde Empathie seiner Geliebten beklagte, beschloss ich, ab jetzt jeden halben Mittwoch für etwas anderes zu reservieren: die Wirklichkeit.

2

Zuvor wurde es aber Dienstag. Lajosné kam früher als vereinbart, fast zwanzig Minuten nach neun, was für mich nach einer unruhigen Nacht und dem hektischen Aufräumen (ich konnte mich nicht überwinden, es auf den Vorabend zu verlegen) ein weiteres Ärgernis war. Auch Verfrühung war Unpünktlichkeit. Ich überlegte, ob ich etwas sagen sollte, ließ es aber sein.

Als kurz darauf Jander läutete, hantierte sie schon im Bad. Hinter der Milchglasscheibe der Badezimmertür bewegte sie sich als amorphe Gestalt. Lajosné schloss jede Tür hinter sich. Sogar die Schiebetür zwischen Praxis und Schlafzimmerflur, die ich nie anrührte, drückte sie zu. Am liebsten würde sie wohl abschließen, dachte ich.

Jander begrüßte mich mit einem kühlen Handschlag und schlüpfte aus der Lederjacke. Bevor er den Hut auf die Ablage warf, hielt er in der Bewegung inne und betrachtete den roten Mantel, der an einem der Garderobenbügel hing. Es fiel mir nicht so sehr wegen der Dauer des Blicks auf, obwohl dieser sich schon in die Länge zog. Es war die Art, wie er seine Augen auf den roten Stoff richtete. Kein neugieriger Blick, auch kein abschätziger. Nein, er betrachtete den Mantel so, wie man etwas ansah, das man lange vermisst hatte.

Als Jander Platz nahm, war es zwei Minuten vor zehn. Ich knipste die Stehlampe zwischen den Sesseln an. Denn über dem Tal hingen schwere Wolken, und die oberen Hänge waren nicht zu erkennen. Villa Tann war im Nebel verschwunden. Selbst wenn dort Licht gebrannt hätte: Es wäre von hier aus unsichtbar gewesen. Der Tag war so dunkel, als ginge er soeben vorbei, und der Raum, in dem wir saßen, war schummrig wie ein vergessenes Hinterzimmer.

»Warum kommen Sie eigentlich morgens?«, fragte ich. »Sie sind doch Lehrer.«

»Es passt am besten zum Plan.«

Ich betrachtete sein nervöses Gesicht, in dem nun die Mundwinkel zuckten.

»Zum Stundenplan«, fügte er hinzu.

Zögernd sprach er weiter. »Meine Kollegen haben lieber nachmittags frei. Die sind froh, wenn jemand mehr spätere Stunden nimmt.«

Ich nickte dazu und wusste, dass es nicht die Wahrheit war. Seine Stimme verriet es, auch die Bewegung der Lippen, die er nach dem Sprechen kurz aufeinanderpresste. Und seit wann stimmten Lehrer den Stundenplan aufeinander ab?

Um mit der Arbeit beginnen zu können, lächelte ich ihm verständnisvoll zu. Mich selbst beschwichtigte ich mit der Aussicht auf einen ungewöhnlichen Fall.

Ich musste Jander bei Laune halten. Menschen wie er waren Perfektionisten. Fehler und Unvollkommenheiten des Lebens ertrugen sie schwer. Noch mehr aber fürchteten sie, selbst nicht makellos zu sein. Einen Therapeuten aufzusuchen bedeutete für sie eine seelische Bankrotterklärung. Oft dauerte es Wochen, bis sie verstanden, was ich ihnen von Anfang an erklärte: Fast jeder zehnte Mensch litt an irgendeinem Punkt seines Lebens an Ängsten. Unter Druck standen alle von ihnen, aber wenige waren so fordernd wie Jander.

»Ich habe mich informiert.«

Sein triumphierender Tonfall ärgerte mich.

»Worüber?«

Er lachte kurz auf. »Sie weichen von der üblichen Vorgehensweise ab.«

»Sie haben im Netz gelesen. Das ist nicht empfehlenswert.«

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