Jane D. Kenting - Verkennung

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"Zum ersten Mal drang etwas Dunkles in meine Praxis ein, und ich wusste, das war gefährlich."
Angsttherapeut Arnd Weyden hat eine Schwäche für Unheimliches. Von der Großstadt ins stille Tiefenwald gezogen, fragt er sich schon bald: Warum brennt in einer bewohnten Villa nie Licht? Was verbirgt Irina vor ihm, die nahe dem düsteren Gebäude wohnt und deren Widersprüche ihn immer mehr faszinieren? Während der Psychologe sich tief in Rätsel verstrickt, nimmt sein Patientenfall Jander verstörende Formen an. Zu spät bemerkt Weyden, was wirklich geschieht …

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Der Mann mit den roten Haaren war der erste, der mich ohne sichtbare Skepsis grüßte. Ich traf ihn in der unteren Hangstraße vor seinem Haus, wo er damit beschäftigt war, die Einfahrt vom feuchten Laub zu befreien. Er grüßte sogar zuerst, wobei er ein echtes, offenes Lächeln zeigte und in der Bewegung innehielt, um eine Strähne aus seiner Stirn zu streichen.

Er sah mich an, als wüsste er mehr über mich als ich selbst. Etwas blitzte hinter seinen Brillengläsern, und es sah aus, als wollte er etwas sagen. Aber er fixierte mich nur, mit einem Blick, dem auszuweichen ich keine Eile hatte. So vielen Fremden hatte ich schon gegenüber gesessen, hatte ihrem mal mehr, mal weniger bohrenden Augenausdruck standgehalten. Viele fürchteten, selbst durchbohrt zu werden, und sie verlangten von mir den Beweis, dass das, was ihnen bei mir bevorstand, nichts mit Durchschauen zu tun hatte.

»Sie sind neu hier?« Seine Stimme war freundlich, und die Frage klang wie eine Feststellung.

Entgegen meiner Gewohnheit antwortete ich spontan, ohne auf seine Körpersprache zu achten. Das Einzige, was ich zur Kenntnis nahm, waren die Schuhe, schwarze, glattpolierte Schnürschuhe, wie sie wohl wenige Leute zum Laubkehren trugen.

»Vorsicht, wachsamer Nachbar?« Ich bemühte mich um ein Augenzwinkern.

Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht. »Die meisten Menschen sind unaufmerksam.«

Einen Moment stand ich unschlüssig da, bis ich zur gespielten Unbefangenheit zurückfand. Ich streckte einen Arm zur westlichen Anhöhe aus. »Aber dass in der Riesenvilla dort oben nie Licht brennt, müsste doch jedem auffallen?«

Er lehnte den Rechen gegen den Zaun und griff nach einer kleinen Schaufel. »In der Fabrikhalle mit dem Spitzturm?«

»Wenn Sie es so nennen wollen«, sagte ich rasch, um ihn nicht erneut zu verstimmen. Insgeheim spürte ich der leisen Kränkung nach, die seine Wortwahl in mir hinterließ. Villa Tann war ein Rätsel, und niemand hatte das Recht, ein Rätsel ins Lächerliche zu ziehen.

»Da wohnt doch gar keiner mehr«, murmelte er, während er das Laub auf die Schaufel schob und es in eine große Papiertüte füllte. Er sagte es auf eine Art, die mich verstörte und mich daran hinderte, nachzuhaken. Schon war ich einige Schritte weitergegangen, wobei ich immer noch den Kopf zu ihm wandte, in dem Gefühl, dass noch etwas kommen sollte.

Und es kam.

»Jedenfalls keiner von uns.«

Er machte eine wegwerfende Handbewegung, kehrte mir den Rücken zu und zog die Papiertüte hinter die Hausecke, von wo er nicht wieder zurückkam.

Während des restlichen Samstags, bei den Besorgungen in der Stadt und später bei meinen Aufräumversuchen zu Hause, merkte ich, wie Villa Tann in meinen Gedanken immer größeren Raum einnahm, wie sie immer mehr Flächen mit einem Grauschleier bedeckte. Als würde ein Farbfilm von einer Sepiaschicht verhüllt. Und das Schlimme war: Ich fand Gefallen daran.

Am Montag nach dem Frühstück setzte ich mich an den Schreibtisch und zog Janders Nummer unter der Schreibtischlampe hervor. Diesmal wartete ich länger. Nach zehn Freizeichen brach die Verbindung ab. Nur Stille war in der Leitung. Kein einziger Laut.

Ich öffnete den Laptop und tippte.

Sehr geehrter Herr Jander,

danke für Ihre Anfrage. Leider erreiche ich Sie telefonisch nicht. Ich biete Ihnen folgende Termine für ein erstes Gespräch an: Dienstag, 10.10. um 10 Uhr oder Donnerstag, 12.10. um 17 Uhr. Bitte benachrichtigen Sie mich umgehend, da ich die Termine maximal bis zum Abend freihalten kann.

Freundliche Grüße

A. Weyden

P. S.: Entschuldigen Sie die späte Reaktion.

Viele Leute reagierten auf Mails erst Tage später. So ließen sich in einer laufenden Praxis keine Sitzungen organisieren. Da es aber aktuell kaum Anfragen gab, erlaubte ich mir diese Ausnahme.

Nachdem ich die Nachricht abgeschickt hatte, wagte ich einen Blick auf den Zustand meiner Zimmer. Die Lage war noch nicht so dramatisch wie befürchtet, aber sie war ernst. Bevor hier jemand saubermachte, musste ich das Gröbste aufräumen. Morgen früh würde die Putzfrau kommen. Da ich sie dringend brauchte und ihre Stimme mir auf Anhieb sympathisch gewesen war, hatte ich ihr schon am Telefon zugesagt. Helen hätte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Dass dies der eigentliche Grund meiner Spontaneität sein konnte, kam mir nicht in den Sinn. Trotzreaktionen unterstellte ich lieber meinen Patienten.

Nach einem langen Blick auf das Chaos verschob ich noch einmal den Aufräumversuch und kehrte an den Schreibtisch zurück, um den Laptop zuzuklappen. Im selben Moment blinkte auf dem Bildschirm ein Fenster auf.

1 Nachricht von: nobody@mymail.de

Der hat nur auf meine Antwort gewartet, dachte ich und versuchte, es witzig zu finden. Ich öffnete die Mail.

Hallo Herr Weyden,

ich komme am Dienstag um 10.

Gruß

M. Jander

Sogar in seinem eigenen Absender blieb der Name verborgen. Ich unterdrückte diesen Gedanken wie auch meinen Ärger (die meisten Leute waren höflicher, als sie schrieben), blätterte im Kalender und notierte für den zehnten Oktober: 10 Uhr Jander.

Am Dienstagmorgen holte ich die Putzfrau von der Bushaltestelle ab. Der Weg von dort bis zu mir war nicht weit, aber etwas kompliziert, weshalb ich ihr bei der ersten Ankunft entgegenkam. Zuerst verstand ich nicht, dass sie es war, die aus der Menge der Fahrgäste ausscherte und sich suchend umsah. Ich erwartete eine unauffällige Frau mittleren Alters mit zweckmäßiger Kleidung und kräftiger Figur. Umso erstaunter war ich, als eine zierliche Dame im roten Trenchcoat, kaum dreißig, meinen Blick auffing, die Augenbrauen hob und direkt auf mich zuging. Offenbar entsprach ich ihren Erwartungen mehr als sie meinen.

Ohne sich über mich zu vergewissern, stellte sie sich mit den gleichen Sätzen vor, die sie schon im Telefonat verwendet hatte. Sie heiße Lajosné Szalai, sie sei froh, die Stelle zu bekommen, und sie sei in Deutschland aufgewachsen, wo sie ihr Studium aus verschiedenen Gründen habe abbrechen müssen. Mein Bedauern darüber spielte sie herunter.

»Um Viertel nach zwölf kommt Milo aus der Schule.« Sie sah mich streng von der Seite an. »Dann muss ich zu Hause sein.« Muss betonte sie so, dass ich nicht wagte, etwas zu entgegnen.

»Wie alt ist er?«, fragte ich nur.

»Neun.« Sie zog ein Gummiband aus der Manteltasche und band mit raschen Handgriffen ihr kastanienbraunes Haar im Nacken zusammen. Der hochrutschende Ärmel gab eine kleine runde Narbe und ein paar blaue Flecken frei.

Eigentlich kein Alter, in dem man ein Kind lückenlos beaufsichtigen muss, dachte ich.

Am Ende der engen Gasse, die den oberen Teil der Hangsiedlung mit der zentralen Straße verband, erschien der rothaarige Mann. Ich wunderte mich über seine starre Haltung. Mit der Strenge, die er ausstrahlte, erinnerte er an einen militärischen Befehlshaber. Seine Bewegungen bestanden aus strammen Schritten und knappem Armschwingen.

Seit der ersten Begegnung mit ihm war ich mehrmals an seinem Haus vorbeigekommen. Oft war er im Garten beschäftigt gewesen, den er winterfest machte. Jeden Gruß von mir hatte er ignoriert. Stets erwiderte er meinen Blick, schwieg jedoch eisern dabei. Die ersten Male wünschte ich ihm noch einen guten Tag oder einen guten Morgen, bevor ich zum wortlosen Nicken überging. Jetzt, nach fast einem Monat, gab ich mich genauso regungslos wie er.

Er blieb in etwa zehn Metern Entfernung stehen und betrachtete Lajosné und mich mit einer Geringschätzung, die an Größenwahn grenzte. Was vermutete er? Hatte er mittlerweile mein Praxisschild entdeckt? Manche Leute hielten Psychologen ja für verrückt.

Ich blickte an ihm vorbei und zeigte Lajosné mit der Hand die Richtung. Je weniger ich zu ihr sagen musste, desto besser. Ich war müde, denn ich war früh aufgestanden, um die Flächen im Haus freizuräumen. Kleiderhaufen, Bücherstapel und ungespültes Geschirr hatte ich beseitigt. Nicht alles auf die vorgesehene Weise, aber wenigstens so, dass ich mich nicht vor Lajosné schämte, als sie später mit traurigem Lächeln die gelben Handschuhe überzog. Ich bat sie, mit der Praxis anzufangen und anschließend Bad und Küche zu putzen, das Schlafzimmer zuletzt, damit sie während der Sitzung nicht durch den Raum gehen musste. Das schien mir die beste Lösung zu sein. Personen in meiner Wohnung ertrug ich nur, wenn ich arbeitete. Nur so hielt ich die Anwesenheit ihrer unberechenbaren Gedanken, Schritte und Handgriffe aus. Eine zweifelhafte Bilanz für einen Therapeuten.

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