Jane D. Kenting - Verkennung

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"Zum ersten Mal drang etwas Dunkles in meine Praxis ein, und ich wusste, das war gefährlich."
Angsttherapeut Arnd Weyden hat eine Schwäche für Unheimliches. Von der Großstadt ins stille Tiefenwald gezogen, fragt er sich schon bald: Warum brennt in einer bewohnten Villa nie Licht? Was verbirgt Irina vor ihm, die nahe dem düsteren Gebäude wohnt und deren Widersprüche ihn immer mehr faszinieren? Während der Psychologe sich tief in Rätsel verstrickt, nimmt sein Patientenfall Jander verstörende Formen an. Zu spät bemerkt Weyden, was wirklich geschieht …

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Ich las in der Küche die Zeitung, bis Lajosné mit dem Putzeimer aus dem Praxisraum kam. Dort sog ich ein wenig schuldbewusst den Seifenduft ein und schlich auf Zehenspitzen über das feuchte Parkett zum Schreibtisch, um die Sitzung vorzubereiten.

Schon immer hatten mich überdurchschnittlich viele Patienten mit Ängsten aufgesucht. Zum Zeitpunkt des Umzugs galt ich seit Jahren als Experte. Warum sie aber von Anfang an ausgerechnet zu mir kamen, war mir nicht klar. Ich stellte lediglich eines Tages fest, dass ich – statistisch gesehen – mehr Menschen mit Ängsten betreute als meine Kollegen, auch mehr als meine Ex-Partnerin. Laut Helen strahlte ich eine besondere Sicherheit aus – womit sie wohl die gleiche Eigenschaft meinte, die sie mir am Ende als Abgeklärtheit vorwarf.

Um zehn Uhr stand Jander vor mir, mit großen Augen, tief in den Jackentaschen vergrabenen Händen und Nikotingeruch. Der breitkrempige Hut, der etwas schief saß, verlieh ihm eine gekünstelte Lässigkeit. Kein typischer Lehrer mittleren Alters.

Fünfzig Minuten lang war er ein Patient wie jeder andere. Einer von vielen, einer mit Panikattacken, die dem Leben den scheinbar sicheren Boden wegrissen. Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern, das ganze Programm. Dazu noch jemand, der zum Frühstück nur eine Zigarette rauchte und Kaffee trank. Ein klassischer Fall.

Bis ich ihn nach seinen Träumen fragte.

Die meisten beantworteten diese Frage wie eine von vielen. Bereitwillig dachten sie nach und berichteten alles, was ihnen einfiel. »Ich erinnere mich nie« kam genauso oft vor wie »Nur banales Zeug«. Fragte ich nach Details, zeigten sich komplexe Bilder und Zusammenhänge, worüber die Patienten selbst staunten.

Als ich Jander nach seinen Träumen fragte, runzelte er nur die Stirn und schlug die Beine übereinander. Da ich annahm, dass er in seinen Erinnerungen suchte, wartete ich.

»Alles in Ordnung?«, fragte ich nach einer Weile.

Er kniff die Augen zusammen und musterte mich.

»Es gibt einen. Aber was wollen Sie damit?«

»Träume sind aufschlussreich.«

Weil es lächerlich klang, fügte ich hinzu: »Nicht so, wie viele es sich vorstellen, mit Symbolen und festen Bedeutungen. So arbeite ich nicht.« Jetzt klang es noch alberner.

»Sondern?« Seine Stimme war lauter geworden.

»Ich betrachte Träume individuell, aus dem persönlichen Leben heraus. Dann können sie ein Schlüssel sein.«

Sein Misstrauen forderte mich heraus.

»Schildern Sie mir Ihren Traum. Dann bekommen Sie eine Kostprobe.«

Janders blasse Lippen gaben den Blick auf die Zähne

frei. Genüsslich lehnte er sich im Sessel zurück und

betrachtete seine Fingernägel.

»Er kommt öfter.«

Erwartungsvoll sah ich ihn an.

»Zuerst ist da ein nächtlicher Teich. Nicht groß, aber sehr tief. Das ist in dem Traum irgendwie klar.«

Ich nickte. In Träumen war meistens alles irgendwie klar.

Er machte eine Pause, während der er mich mit einem skeptischen Blick fixierte. Ich unterdrückte den Impuls, mit meinen Fingern auf die Sessellehne zu trommeln.

»Um den Teich herum wächst Gras. Abseits sind dunkle Büsche, hinter denen es unübersichtlich wird.« Er verzog das Gesicht. »Davor wachsen weiße Blumen, die trotz der Nacht weit geöffnet sind und einen schweren Duft verströmen. Außerdem steht dort eine weiße Bank. Ich gehe um den Teich herum und setze mich auf die Bank. Plötzlich spiegelt sich im Wasser ein erleuchtetes Fenster. Ich drehe mich um, um die Lichtquelle zu finden, und sehe hinter mir – irgendwo hinter den dichten Büschen – ein großes Haus.«

Ich lehnte mich vor.

»In diesem Moment geht das Licht im Haus aus.«

Jander wirkte seltsam unbeteiligt. Er sah aus dem Praxisfenster, wo ein Passant an einer Hundeleine zerrte.

»Als ich mich zurückdrehe, schwimmt in dem Teich ein toter Körper.«

Wir waren schon zehn Minuten über der Zeit.

»Ich renne zu dem Haus und hämmere an die Tür, die sich einen Spalt breit öffnet. Eine Hand reicht mir einen halben Brief und schließt die Tür wieder.« Er starrte mir fest in die Augen.

»Einen halben Brief?«

»In der Mitte durchgerissen. Die obere Hälfte.«

»Was steht darin?«

»Ich kann nur die Anrede entziffern: Lieber D. …«

Er seufzte. Sein Blick, der jetzt nachdenklich auf mir ruhte, fing an, mich nervös zu machen.

»Erzählen Sie weiter.«

»Ist fast zu Ende. Mit dem Brief laufe ich zum Teich. Der Körper ist nicht mehr zu sehen, und ich weiß, dass er jetzt am Grund liegt. Ich spüre einen starken Druck im Hals, dann wache ich auf.«

»Macht Ihnen der Albtraum nichts aus? Sie erzählen ihn wie etwas, das Sie nichts angeht.«

Jander zuckte die Achseln.

Es klopfte an der Tür, und Lajosnés schmales Gesicht erschien. »Kann ich ins Schlafzimmer? Sie haben gesagt, elf Uhr.«

Zwischen ihr und Jander stand der Gummibaum, den ich, obwohl er Helen gehörte, aus der gemeinsamen Praxis mitgenommen hatte. Während Lajosné sprach, spannte Jander seine Gesichtszüge an und richtete sich im Sessel auf. Sicher konnte man Lajosnés Frage missverstehen. Aber das setzte schon einige Phantasie voraus.

Mit einer Handbewegung bat ich sie, die Tür wieder zu schließen.

»Nur die Putzfrau. Erinnern Sie sich an weitere Details?«

»Nein.«

Jander betrachtete seine Finger. Seine Hände waren blass mit deutlich hervortretenden Venen.

Das leise Gefühl der Überforderung, das an mir nagte, hätte mich warnen können. Aber ich machte daraus eine Herausforderung an meine Fähigkeiten. War ich nun Spezialist oder nicht? So schlug ich einen zuversichtlichen Ton an. »Weiter in einer Woche, die gleiche Zeit?«

Er räusperte sich, wobei seine heisere Stimme für einen Moment tiefer klang. »Bekomme ich dann die Kostprobe?«

Gerne hätte ich mit einem Scherz reagiert, aber sein Tonfall hielt mich davon ab.

»Wir machen dort weiter, wo wir heute aufgehört haben.«

Er verdrehte die Augen. »Was schulde ich Ihnen?«

Da ich es für einen ironischen Scherz hielt, lächelte ich ihm kurz zu und ging zum Schreibtisch, um den neuen Termin einzutragen.

Als ich vom Kalender aufblickte, stand Jander mit der Geldbörse vor mir.

»Ich zahle bar.«

»Eigentlich ist das … «

»Gegen quittierte Rechnung«.

Es war schon Viertel nach elf. Ich suchte nach einem Rechnungsformular. Selten bestand jemand darauf, sein Geld sofort loszuwerden. Und waren Lehrer nicht meistens privat versichert? Ich fand kein Formular.

»Das regeln wir später.« Den Blick in Janders Augen mied ich. Stattdessen reichte ich ihm eine Broschüre über Angst und bat ihn, sie bis zum nächsten Mal zu lesen, was er mit einem knappen Nicken zur Kenntnis nahm, genau wie meine Empfehlung, nicht auf nüchternen Magen zu rauchen, wenn er schon rauchen musste.

»Übrigens, Sie wohnen doch in der Nähe der Villa Tann?« Ich hatte es mir nicht vorgenommen. Es kam von allein, wie etwas, das schon auf seinen Auftritt wartete.

Er wandte mir den Rücken zu, während er etwas Zerknülltes aus seiner Hosentasche zog. Schulterzuckend schnäuzte er sich.

»Ein unheimliches Haus, nicht wahr?« Ich ärgerte mich über die Unsicherheit in meiner Stimme. Was löste dieser Mann in mir aus?

»Nicht unheimlicher als Ihres.«

Ich brachte ein betretenes Lachen hervor.

Als ich die Tür öffnete, um ihn zur Garderobe zu begleiten, hörte ich Lajosné in der Küche mit Geschirr hantieren. Es hätte mich wundern sollen, denn ich hatte sie gebeten, nur die Flächen zu reinigen. Aber in diesem Moment sagte Jander:

»Nehmen Sie sich vor ihr in Acht.«

Ich lächelte, obwohl mir nicht danach zumute war.

»Wie meinen Sie das?«

»Warten Sie nur ab.«

In den folgenden Tagen riefen zwei neue Patienten an, von denen einer gleich wieder absagte. Irgendwann kehrt auch hier das gewohnte Leben ein, dachte ich, mit ausgefüllten Tagen, unerfreulichen Aufgaben und solchen, für die sich das Aufstehen lohnt. Ich versuchte, es mir selbst zu glauben. Bis es soweit war, wollte ich die verbleibende Freiheit genießen. Mit Gummistiefeln und Regenmantel rüstete ich mich gegen das Tief Matilde, das seit Tagen den Ton angab, lief durch alle Arten von Pfützen in die Stadt und trat die Sohlen am Eingang der Buchhandlung ab. Nachdem ich eine Weile an den Regalen entlanggestreift war, fiel mir bei den Thrillern Die Verwicklung ins Auge. Der Name des Autors sagte mir nichts. Ich überflog den Klappentext.

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