Jane D. Kenting - Verkennung

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"Zum ersten Mal drang etwas Dunkles in meine Praxis ein, und ich wusste, das war gefährlich."
Angsttherapeut Arnd Weyden hat eine Schwäche für Unheimliches. Von der Großstadt ins stille Tiefenwald gezogen, fragt er sich schon bald: Warum brennt in einer bewohnten Villa nie Licht? Was verbirgt Irina vor ihm, die nahe dem düsteren Gebäude wohnt und deren Widersprüche ihn immer mehr faszinieren? Während der Psychologe sich tief in Rätsel verstrickt, nimmt sein Patientenfall Jander verstörende Formen an. Zu spät bemerkt Weyden, was wirklich geschieht …

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»Was soll das mit den Träumen?«

Ich wühlte nach überzeugenden Worten. »Wenn …«

»Der Albtraum ist eine Panikattacke im Schlaf«, raunte er. »Mehr nicht.« Er stemmte die Hände auf die Oberschenkel. »Hören Sie, ich will keine Traumdeutung. Ich will die Attacken loswerden. Und zwar die im Wachzustand.«

Seine großen Augen verschwammen für einen Moment, um gleich darauf fast zu erstarren. Sekundenlang fixierte er mich. Dann löste sich auch das auf, und er schmunzelte, als wollte er den strengen Eindruck relativieren, den er auf mich gemacht zu haben hoffte. Doch alles, was er hinterließ, war das Bild eines mit den Fingern trommelnden Mannes, der eine Dienstleistung in Anspruch nahm und die sofortige Lösung erwartete.

»Wie ging es Ihnen mit der Broschüre?« Meine Methode baute durchaus auf klassischen Maßnahmen auf. Da ich aber Wert darauf legte, auch unter der Oberfläche zu operieren, fügte ich individuelle Komponenten wie Träume und Begebenheiten hinzu.

»Das meiste wusste ich schon.« Er mied meinen Blick.

»Und was noch nicht?«

»Warum ist das wichtig?«

»Genau. Lassen Sie uns keine Zeit verlieren.«

Er verschränkte die Arme vor der Brust. Ich rechnete mit einer neuen Provokation. Aber seine Gesichtszüge entspannten sich. Er sah aus dem Fenster und murmelte einen Satz, den ich nicht verstand.

Ich bat ihn um Wiederholung.

»Der Traum ist wie mein Nachbar.« Er zog eine Augenbraue hoch.

»Möchten Sie das erläutern?«

Er schlug die Beine übereinander und legte die Hände auf den Armlehnen ab. Sein Blick wurde stechend.

»Sie haben ja Schweigepflicht«, sagte er leise, beinahe drohend.

Ich nickte mechanisch. Alle Patienten waren von der Schweigepflicht fasziniert. Manchmal hatte ich den Eindruck, sie hielten sie für eine Art Magie.

Der Nebel draußen schien gegen die Scheiben zu drücken.

»Das war ein Witz. Über meinen Nachbarn gibt es nichts zu berichten.« Er sah nicht aus, als sei er zu Scherzen aufgelegt.

»Genau wie über Ihren Traum.«

»Exakt.«

Eine Pause entstand, in der nur das Knacken der Heizung zu hören war.

»Sie haben mir noch nicht erzählt, wann die Attacken im Wachzustand kommen.«

Er runzelte die Stirn. Seine Augen verkleinerten sich.

»Die Uhrzeit?«

»Die Situationen.«

Im Flur brummte der Staubsauger.

Mit schmalen Lippen sah Jander mich an und rückte den Sessel zurecht.

Ich wartete eine halbe Minute, bevor ich sprach. »Die konkreten Umstände. Oder kommt es aus heiterem Himmel?«

Andere Patienten überschlugen sich mit ihren Schilderungen. Jander war keiner von ihnen.

Er machte eine Geste in den Raum hinein. »Ich frage Sie auch nicht nach ihren Situationen.« Situationen betonte er auf ironische Art. »Man kann alles unter Verdacht stellen, jeden einzelnen Augenblick. Vielleicht ist jeder Tag ein Betrug und die Nacht das einzig Wahre.« Seine Stimme war immer lauter geworden.

»Ich denke, Sie wissen, worauf ich hinauswill.«

»Sagen Sie mir, was ich gegen die Panikattacken tun kann. Darum bin ich hier.« Er verschränkte die Arme.

»Wir sind schon dabei.«

»Dass es von Gerede besser wird, ist mir neu.«

»Sie haben recht. Nicht von Gerede. Aber vom Verstehen der Zusammenhänge. Von da aus können Sie etwas verändern.«

»Und was haben Träume damit zu tun?«

Die Kostprobe. Vor lauter Provokation hatte ich sie aus den Augen verloren. Doch es war ohnehin deutlich, dass er auf die Kostprobe pfiff.

»Träume sind Teil des Zusammenhangs.«

»Und vom Verstehen verschwinden die Panikanfälle.« Er schüttelte den Kopf und lachte bitter.

»Nein. Aber die Bedingungen für ihr Verschwinden verbessern sich.«

»Dann ist ja alles gut.«

Es waren diese Momente, die zwischen uns standen. Nicht meine Herangehensweise und nicht der Leidensdruck, unter dem Jander sich befand. Es war seine Ironie. Zusammen mit dem erzwungenen Lächeln, dem raschen Hervorschimmern seiner Zähne, ragte sie zwischen uns hervor wie eine Mauer aus Glas.

»Am Anfang steht ein Erklärungsmodell. Dafür brauchen wir die genauen Umstände Ihres Problems.«

»Und dann?«

»Gehen wir an die Lösung. Schritt für Schritt.«

Es überzeugte ihn nicht. Er war niemand, der anderen Glauben schenkte. Vermutlich nicht einmal sich selbst. Aber er schien bereit, die Spur aufzunehmen. Denn er räusperte sich und begann mit klarer Stimme:

»Sie kommen immer um drei Uhr nachts.«

Sein Bericht dauerte die ganze Sitzung. Ich lauschte und unterbrach ihn nur einmal, um ihn ein paar geflüsterte Sätze wiederholen zu lassen.

Als ich die Haustür hinter ihm schloss, kämpfte ich gegen die Unruhe, die in mir aufzusteigen begann.

Mittags – Lajosné war schon gegangen – fand ich Janders Telefonnummer unter ein paar Formularen auf meinem Schreibtisch. Ich stutzte, denn ich war mir sicher, den Zettel wieder unter die Lampe geklemmt zu haben, nachdem ich die Mail geschrieben hatte. Die Lampe stand jetzt weiter links. Lajosné hat Staub gewischt, sagte ich mir. Dass sie sensible Daten zu Gesicht bekam, war unvermeidbar, auch wenn ich das meiste in einem verschlossenen Schrank aufbewahrte. Auf dem Zettel stand nur die Nummer, kein Name dazu. Manchmal konnte Nachlässigkeit auch von Vorteil sein.

Um gegen die Müdigkeit anzukämpfen, die mich immer mehr quälte, ging ich noch vor dem Essen nach draußen. Der Nebel dauerte an, und von den Hängen war nichts mehr zu sehen, so sehr hatte sich der Dunst im Tal verdichtet. Ich überlegte, ob ich nach unten in die Stadt gehen sollte oder nach oben, dorthin, wo man wohl kaum noch die eigene Hand vor Augen sah. Ich entschied mich für den Nebel und machte mich auf den Weg.

Zuerst lief ich die Hangstraße bis zum Ende hoch, wo der Wald begann. Dort machte ich ein paar Makroaufnahmen von tropfenden Tannenzweigen. Anschließend stieg ich die nasse Treppe zur Kaltenseestraße hinauf.

Der Zaun und die Bambussträucher waren das Einzige, was ich erkennen konnte, als ich die Kreuzung betrat. Nicht einmal Konturen der Villa waren zu sehen. Man ahnte nur eine dunkle Masse alter Steine, deren Form rätselhaft blieb. Die Fenster der umgebenden Häuser leuchteten matt durch die Nebelwände wie Schiffslichter auf hoher See.

Ich machte mehrere Fotos und wollte gerade umkehren, als ich erstarrte.

Hinter dem Zaun, irgendwo zwischen Bambus und Haus, bewegte sich in der grauen Nebelmasse ein glühender Punkt. Erst schien er sich immer weiter zu entfernen, änderte dann die Richtung, tanzte auf mich zu und verschwand so unvermittelt, wie er aufgetaucht war. Schritte waren dabei nicht zu hören gewesen, aber der Boden jenseits des Zauns war weich.

Ich starrte noch eine Weile in den dunstigen Garten, wo sich die Umrisse großer und kleiner Pflanzen zu formlosen Gebilden vereinigten. Alles blieb reglos; kein Blatt bewegte sich.

Zwanzig Minuten später saß ich am Schreibtisch und ertappte mich dabei, wie ich immer wieder den Blick aus dem Fenster richtete, auf die Stelle des Hangs, wo die Kaltenseestraße begann. Dort, wo sich sonst Villa Tann über die Umgebung erhob, war ein graues Meer aus winzigsten Wassertropfen. Atmosphärische Bedingungen, sagte ich mir. Ich musste es mehrmals sagen, bis der Drang, in jene Leere hinüberzusehen, nachließ.

Am nächsten Morgen betrat ich am anderen Ende der Stadt einen Parkplatz und zog die Mütze vom Kopf. Die Steigung war größer als die der Hangstraße gewesen. Mein Atem ging schnell, und ich schwitzte. Ich, der unpraktischste aller Menschen, wollte hier freiwillig helfen? Bei meinem Anruf hatte man mich nicht nach Referenzen gefragt. Die einzige Frage hatte gelautet: »Können Sie gleich anfangen?«

Das Ostbergstift lag am Stadtrand auf einer Anhöhe, umgeben von Villen, einem öffentlichen Park mit Teich und waldigen Hügeln. Es erinnerte an einen Landsitz, hinter dessen Sandsteinmauern ein privilegiertes Leben stattfand. Aber ich wusste: Was hier drinnen vorging, war davon weit entfernt.

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