Monika Arlt - Symbolische Dimension des Wohnens in der Stadt

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Symbolische Dimension des Wohnens in der Stadt: краткое содержание, описание и аннотация

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"Die symbolische Dimension der Stadt" – was ist das? Dieses Buch versucht genau das zu erklären und ein Gefühl dafür zu schaffen, welchen Einfluss Symbole auf unseren Alltag, welche Bedeutung Sie für unser Wohlbefinden, das Befinden ganzer Bevölkerungsgruppen bis hin zu Nationen haben.
Stadtplanung kann und sollte einem besseren Leben und Lebensgefühl dienen, indem Wohnverhältnisse geschaffen werden, die sich auf das menschliche Miteinander, auf das individuelle Befinden positiv auswirken. Inwieweit Symbole dabei eine Rolle spielen, ist den meisten Menschen nicht bewusst, insbesondere in Deutschland, wo die Symbolik durch den Symbolmissbrauch der Nazis im Dritten Reich geradezu tabuisiert ist.
Das Verständnis und ein Gefühl für die Symbolik an sich, und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, werden anhand zahlreicher Beispiele aus Architektur, Kunst und Literatur vorgestellt, sodass auch der mit der Materie nicht vorbelastete Leser sich nach wenigen Seiten mit der Thematik vertraut fühlt. So können Fachleute und Laien gleichermaßen einen gemeinsamen Nenner für ein Thema finden, das vornehmlich in Architekturkreisen Erwähnung findet, aber letztlich uns alle angeht.

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Aber auch mancher einfache Wohnhof kann über eine hohe symbolische Qualität verfügen. Er kann als perfektes Symbol für eine Gemeinschaft gelten, indem er die Gemeinschaftsprinzipien lebendig und bildhaft vor Augen führt: das miteinander Kommunizieren, gemeinsames Essen, Spielen, die Pflege der Pflanzen und Tiere.

Die lebensreformerischen Siedlungsprojekte des CIAM (Congrès International d´Architecture Moderne) haben seinerzeit im Jahre 1929 in Frankfurt diese Ziele in Abkehr vom Mietskasernenelend der Gründerzeit verkörpert. Mit ihren für Gemeinschaftsaktivitäten symbolhaften und dazu auffordernden Außenräumen haben sie auf die identitätsstiftende Wirkung für die Gemeinschaft hingewirkt. Wohnanlagen mit solchen geschlossenen Wohnhöfen sind auch heute noch in allen großen Städten sehr beliebt. Schon 1913 war die Falkenberg-Siedlung bei Grünau im Berliner Bezirk Treptow-Köpenik von Bruno Taut entstanden. Aufgrund ihrer Farbigkeit hatte sie schnell den Namen Tuschkastensiedlung erhalten. Über das Gemeinschaftserlebnis hinaus hat das Spiel mit den Farben, wenn damals nicht unbedingt Begeisterung, so doch Aufmerksamkeit erzeugt, und dient heute noch als Identifikationsobjekt.

In einer ganz anderen Kategorie bietet ein städtisches Bauwerk, die Erasmusbrücke in Rotterdam, entworfen von dem Architekten Ben van Berkel, ein Bild, das zu einem Symbol für die Stadt Rotterdam geworden ist. Das Bild des 139 Meter hohen Pylonen, geknickt und in der Mitte gespalten, ist ein Symbol der Unvollkommenheit im Kontext einer vollkommenen Harmonie. Gerade aus diesem Widerspruch heraus ist die Brücke perfekt und ein treffendes Symbol für die Stadt Rotterdam, die im Zweiten Weltkrieg geknickt, fast nahezu zerstört worden ist.

Die Magie des Eiffelturms in Paris, Symbol für ein damaliges technisches Wunderwerk, die Gedächtniskirche in Berlin als Ruine, als Mahnmal auf dem Kurfürstendamm in Berlin, sind Beispiele für Symbole als Identifikationsobjekte. Eine Stadt muss ihre mythischen Orte und ihre Symbole hüten, bewahren und pflegen. Durch diese Orte, Räume und Gebäude, durch ihre Geschichten und Mythen wird die Stadt zusammengehalten. Das Leben erhält seine Struktur durch die Dinge, die geschehen, und die Geschichten, die darüber erzählt werden — die Mythen, die sich bilden.

Jedes Leben ist ein Mythos. In der Stadt kommen Mythen, Symbole und Rituale vielfach in gegenständlichen Formen zum Ausdruck, die viele Menschen begeistern. Die Objekte erzählen die Geschichte der Stadt auf einer überindividuellen Ebene, so wie eine Schublade in einem Küchentisch individuelle Geschichten über eine ganze Familie erzählen kann. Die Bilder schaffen Ein-Bildungen. Sie haben Auswirkungen auf die kulturellen Muster und Wertesysteme, auf die Ideen und Ideale der Bewohner und Besucher.

Eine Stadt braucht viele solcher Orte, die ihre Geschichten erzählen und die auf diese Weise Verbindungen bewirken. Die Bürger der Stadt und auch viele Besucher fühlen sich durch sie verbunden, auch wenn sich nicht alle gleichermaßen mit den einzelnen Objekten identifizieren können. Die Symbole der Stadt, aber auch die der eigenen Wohnumwelt, sind wie die Knotenpunkte in einem Netzwerk der Alltagskultur, die eine Funktion als „Muster“ in diesem Gewebe haben, die das Gewebe stabilisieren. Sie sind das „Bindegewebe“ der Gesellschaft.

Das gilt für Städte, die mit ihren Denkmälern und Kunstwerken das wertvolle Volksvermögen, das Erbe vergangener Jahrhunderte, über die Kriege hinweg bewahren konnten. Das gilt aber auch für zeitgenössische Bauwerke. Nicht umsonst hat der Architekt Oswald Mathias Ungers das Podest der 1997 eröffneten Hamburger Kunsthalle mit dem Spruch des schottischen Künstlers Hamilton Finlay überhöht: Die Heimat ist nicht das Land, sie ist die Gemeinschaft der Gefühle.

Anlässlich einer Veranstaltung zum Berichtsjahr 1994 der Internationalen Bauausstellung , IBA Berlin 1987, hat Dieter Claessen die Auffassung vertreten, dass die Stabilisierung einer Gesellschaft evolutionär über ihre Symbole erfolge. Die nicht von Instinkten geleiteten Menschen haben von je her ihr psychisches Gleichgewicht dadurch her-gestellt, dass sie ihre Umwelt ordneten und übergreifend stabilisierten. Teils geschah das durch Schutzbauten und deren „Mobilisierung“, die Abwehrwaffen, teils durch gegenseitige Benennung und Zuordnung, teils indem sie die Um-welt be-deuteten, das heißt, die Naturerscheinungen, sich selbst und die Folgen ihres eigenen und fremden Tuns als „Symbole für etwas“ auffassten. Die gesamte Umwelt, nun ihre Welt, wurde symbolisch besetzt ... Da diese Art der Stabilisierung tief in der Evolution zum Menschen hin verankert war, entwickelten sich an verschiedenen Orten und unter verschiedenen Bedingungen durchaus unterschiedliche Interpretationen der Welt, unterschiedliche Symbolwirklichkeiten, die sich nach außen hin häufig am deutlichsten als religiös darstellten (Claessens, 1984) .

Nach wie vor sind Symbolwirklichkeiten in der Evolution verankert. Sie haben sich in den westlich aufgeklärten Gesellschaften weitgehend von den Religionen gelöst. Allerdings beginnt der Islam heute offensiv mit seinen Gebetshäusern in ganz Europa symbolisches Terrain baulich-symbolisch zu besetzen, und sich damit zu legitimieren.

Das Bild eines eher „verklemmten“ Umgangs mit einem Symbol zeigt zum Beispiel die neue US-Botschaft am Brandenburger Tor in Berlin, entworfen von dem kalifornischen Büro More Ruble Yudell . Botschaftsgebäude sind immer schon Symbole, indem sie baulich eine Botschaft ihres Landes vermitteln. In der Presse wurde die Botschaft als denkwürdig provinzielle Architektur beschrieben. Sie signalisiert aber in erster Linie ein „Safety first“. In Bezug auf die damalige Regierung der USA verraten die Zeichen stimmig den Hochsicherheitstrakt.

Wo es strukturelle Analogien gibt, wo innere Muster auf korrespondierende Muster in Form von Bildern, Symbolen, mythischen Orten im Außen treffen, kann sich ein Gefühl der Zugehörigkeit, der Stimmigkeit, der Identität mit dem Ort oder der Situation einstellen. Seelenlandschaften korrespondieren mit äußeren Landschaften. Eine solche äußere Landschaft war seinerzeit der 1995 von Christo und Jeanne-Claude verhüllte Reichstag.

Ein Gefühl von Stimmigkeit und Zugehörigkeit lag in diesen Tagen der Verhüllung wie eine Hülle über dem gesamten Reichstagsgelände — es war eine kurze Zeit lang zu einem mythischen Ort geworden. Wie bei einem festlichen Ereignis verbreitete sich bei den sich rund um das Bauwerk aufhaltenden Menschen ein Erlebnis von Verbundenheit durch Schönheit im Anblick der silbrigen Verpackung des Gebäudes.

Symbole als Gefühlspartner und Identitätsstifter

Und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.

(Joseph von Eichendorff)

Symbole sind Zauberworte, sie dienen der Selbstvergewisserung. Symbole haben diese Dimension von etwas Wunderbarem und des Geheimnisvollen, indem sie über den Gegenstand, die Situation, die Person hinaus auf etwas Unbestimmbares, Unendliches hinweisen. Sie spielen eine Rolle im Event, in der Landmark, im Höhenrausch, im Abgrund, im Gefühlskitsch. Sie sind nicht gut oder schlecht, aber sie können gute oder schlechte Wirkungen entfalten.

Der Tierpfleger Andreas Dörflein, der den Eisbären Knut im Berliner Zoo im Jahre 2007 mit der Flasche aufgezogen hatte, war über seine Popularität nicht immer glücklich. Er äußerte einmal, es sei schon irre, was in den Gesichtern der Zuschauer vor sich gehe, die hätten oft so einen Ausdruck, als sei ihnen der Heiland erschienen. Ganz offensichtlich erschien der Tierpfleger zusammen mit dem Eisbären Knut etlichen Menschen als Heilssymbol, als Symbol einer heilen Welt, als Symbol für das Paradies.

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