Monika Arlt - Symbolische Dimension des Wohnens in der Stadt

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Symbolische Dimension des Wohnens in der Stadt: краткое содержание, описание и аннотация

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"Die symbolische Dimension der Stadt" – was ist das? Dieses Buch versucht genau das zu erklären und ein Gefühl dafür zu schaffen, welchen Einfluss Symbole auf unseren Alltag, welche Bedeutung Sie für unser Wohlbefinden, das Befinden ganzer Bevölkerungsgruppen bis hin zu Nationen haben.
Stadtplanung kann und sollte einem besseren Leben und Lebensgefühl dienen, indem Wohnverhältnisse geschaffen werden, die sich auf das menschliche Miteinander, auf das individuelle Befinden positiv auswirken. Inwieweit Symbole dabei eine Rolle spielen, ist den meisten Menschen nicht bewusst, insbesondere in Deutschland, wo die Symbolik durch den Symbolmissbrauch der Nazis im Dritten Reich geradezu tabuisiert ist.
Das Verständnis und ein Gefühl für die Symbolik an sich, und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, werden anhand zahlreicher Beispiele aus Architektur, Kunst und Literatur vorgestellt, sodass auch der mit der Materie nicht vorbelastete Leser sich nach wenigen Seiten mit der Thematik vertraut fühlt. So können Fachleute und Laien gleichermaßen einen gemeinsamen Nenner für ein Thema finden, das vornehmlich in Architekturkreisen Erwähnung findet, aber letztlich uns alle angeht.

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Es gibt die Gebäude, Räume und Gegenstände, die den Menschen zugewandt sind. Sie kommen ihnen „physisch und psychisch“ entgegen, indem sie Aufenthaltsqualität vermitteln. Ihre symbolische Qualität steht für eine Welt, die Ausdruck von der Kompetenz, Kreativität und dem Geschichtsverständnis ihrer Schöpfer ist. Auch Einkaufzentren — Shopping-Mals — bieten Aufenthaltsqualität, allerdings nicht für jedermann. Die Passagen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die noch in einigen europäischen Städten existieren und die von jedem Menschen „passiert“ werden können, sind auch heute noch Orte, die den Charakter von etwas Allgemeingültigem und Symbolischem haben. Aus dem Gewöhnlichen einer überdachten Straße ist etwas Anziehendes, etwas Magisches geworden.

Magie des Realen nennt Moritz Holfelder sein Hörbuch über den Architekten Peter Zumthor. Zumthor gehört zu den Architekten, die mit ihren Bauten ein Mehr an Bedeutung , einen Sinnzusammenhang über den Gegenstand hinaus schaffen. Mit ihren Formen und Farben, Räumen und Begrenzungen, mit den Öffnungen, dem Licht und den Schatten bewirken sie ein ästhetisches Ereignis. Wie eine „psychische Ladung“, die eine spürbare Kraft ausstrahlt, berührt die symbolische Qualität emotional und auch körperlich durch das Hingezogen- oder Abgestoßen-Werden. Sie erzeugt Atmosphäre, sie beeinflusst Gefühle, sie kann einzelne Menschen, Gruppen, Mengen oder auch Massen berühren und faszinieren.

Das Spiel mit Symbolen lässt andere Optionen zu, als einen „Brei der Metropolen“ oder eine „Banalmoderne“. In einer aufgeklärten Weise lassen sich Symbole für das Leben und Wohnen in der Stadt nutzbar machen. Einsichten in Symbolik sowie symbolische Fähigkeiten und Fertigkeiten können als Werkzeuge zur Schaffung von Urbanität und Lebendigkeit in der Stadt genutzt werden.

Architektur kann die Welt nicht retten. Durch gute Gestaltung lassen sich keine besseren Menschen schaffen. Wo allerdings Gestaltbildungsprozesse am Werk sind, wo gute Gestalten geformt, gebildet und hergestellt werden, die einen positiven Bedeutungsüberschuss haben, der mit den inneren Mustern der Bewohner in Berührung kommt, gibt es auch Auswirkungen auf seelische Gestaltbildungsprozesse.

Symbole zähmen nicht die Triebkräfte der Individuen oder der Gesellschaft. Sie lassen sich aber für den Diskurs, für Teilhabe und für die Gestaltung nutzen, indem ihre Implikationen zur Sprache gebracht werden. Symbole sind zeitlose Gestalten und Formen, die Menschen über deren Subjektivität hinweg in einem kollektiven Bewusstsein und mit der von allen wahrnehmbaren Außenwelt verbinden.

Was verstanden, was integriert ist, kann offengelegt werden. Das schafft neue Räume, die den Geist des Ortes berücksichtigen.

Anders als bei der herkömmlichen Bürgerbeteiligung kann unter Einbeziehung der symbolischen Dimension, wie in einem Mediationsprozess, die Gefühlslage „vor Ort“ wahrgenommen, verstanden und im symbolischen Kontext erörtert werden.

Symbolische Einsicht lässt sich auf diese Weise auch als Training für die Aufdeckung auch der „dunklen Seiten der Macht“ verstehen. Die monströsen Monumente des 19. Jahrhunderts in Deutschland haben zum Beispiel in ihrer Symbolik viel zum vaterländischen Empfinden und damit zur nationalen Identität beigetragen. Eine Symbolfigur Deutschlands als Reichsgründer, Feldherr, Verräter und Nationalheld war und ist für viele, insbesondere für die Besucher der Ausstellungen zum Varusjahr 2009 , der Cheruskerfürst Arminius. Das historische Ereignis, die Varusschlacht, aus der er als Sieger hervorging, wurde zum Mythos. Dieser Mythos wurde lange Zeit dazu genutzt, die Deutschen von anderen Völkern abzugrenzen und ihre eigene Identität als Nachfahren der Germanen und „als Sieger“ zu begründen.

Für Länder haben Symbole eine große Bedeutung. Griechenland ist ohne die Akropolis nicht vorstellbar und die klassischen Bauwerke geben dem Land seine nationale Identität.

Eine Nation braucht Erinnerung — auch an ihre Erfolge , so heißt es in der Urkunde der Deutschen Nationalstiftung zum Nationalpreis 2008, der den Initiatoren für ein Freiheits- und Einheitsdenkmal im Juni 2008 in der Französischen Friedrichskirche in Berlin übergeben wurde. Mit ihrem langfristigen Engagement haben sie es möglich gemacht, dass Deutschland ein Denkmal für etwas „Erfreuliches“, die erste erfolgreiche friedliche Revolution auf deutschem Boden, erhält. Ein solches Denkmal wäre u. a. auch ein Symbol für den Mut, den Bürger der DDR bewiesen hatten. Jürgen Engert, der Preisträger, sagte in seiner Dankesrede sinngemäß: Wenn Menschen keine Angst mehr haben, ist jede Diktatur am Ende. Ein Denkmal, das solche Vorstellungen von Mut, Wahrheit, Selbstachtung und Veränderung abbildet und transportiert, stellt eine Verbindung zwischen den Menschen her, die diesen Mut gehabt haben, und denen, die davon profitieren. In der Realität der Auseinandersetzungen zum Wettbewerb für ein solches Denkmal sind diese Gedanken zunächst allerdings auf der Strecke geblieben.

Der Architekt Peter Zumthor hat mit einer kleinen Feldkapelle am Pilgerweg nach Trier ein großes Symbol für die Verbindung von Himmel und Erde geschaffen. Zumthor ist ein Architekt, der sich im Dienst moderner Architektur auf die Suche nach Substanz und Wahrheit gemacht hat. Im Finden von Gestalten schafft er Gebäude mit Symbolfunktion. Sein Entwurf für die Topografie des Terrors in Berlin hatte den Anspruch, das Unaussprechliche, das Trauma der nationalsozialistischen Herrschaft ans Licht zu bringen. Er ist damit an den Widerständen in der Stadt gescheitert. Die Stadt hat in einer Art „Minimalkonsens“ einen rechteckigen „Kasten“ an diesen Ort gesetzt, und sie hat damit nicht gewonnen. Das nüchterne Bauwerk besitzt keine eigene Ausstrahlung im Hinblick auf die Wahrheit, wie sie an diesem Ort in Erinnerung an das damalige dortige Geschehen erforderlich gewesen wäre. Die Nüchternheit des bestehenden Gebäudes ist Symbol für die Distanz, die dem Besucher eingeräumt wird.

So gibt es etwas wie einen guten „symbolischen Gebrauch der Stadt“ durch das Gewahrsein ihrer symbolischen Dimension und der Implikationen dieser symbolischen Qualität. Wer sich mit seiner eigenen Lebensgeschichte in der Stadt verankern kann, z. B. über die Identifikation mit Personen, Ereignissen und Gestaltungen aus Vergangenheit und Gegenwart der Stadt, verfügt über einen solchen Gebrauch. Die Stadt Eisleben zum Beispiel hat mit der kulturellen und baulichen Bezugnahme auf ihren großen Sohn Martin Luther der Stadt einen Bedeutungsüberschuss zukommen lassen, der einen Gewinn für die Stadt insgesamt darstellt.

Wo in Herkunftsgeschichten und in Religionen die eine Wahrheit als höher und moralisch höherwertig eingeschätzt wird als die der anderen, und die eigene Wahrheit als die einzig richtige erachtet wird, existiert aber nur ein verkürztes Symbolverständnis und eine deutlich eingeschränkte symbolische Einsicht. Verliebtheit in einen Ort, in eine Stadt oder in einen Gegenstand muss nicht heißen, dass man dem Liebesobjekt, seiner Schönheit und der Magie „heillos“ verfällt.

Ein aufgeklärter und spielerischer Umgang mit Symbolen, Mythen und Ritualen richtet sich auf ihre positiven Möglichkeiten. Viele Künstler und Architekten wissen um diese Kräfte. Sie finden „die richtigen Worte“ und den richtigen Ausdruck. Dani Karavan, Anselm Kiefer, Olafur Eliasson sind nur einige Namen von Künstlern, die für viele stehen, denen das gelingt. Architekten wie Herzog & de Meuron , die zu den Olympischen Spielen 2008 das Nationalstadion in Peking entworfen und realisiert haben, sind mit symbolischen Fertigkeiten vertraut und wissen um das Verbindende dieser emotionalen Kräfte und Energien. Gottfried Böhm, der einzige deutsche Pritzkerpreisträger, hat skulpturale Bauten geschaffen, die zu den Ikonen des 20. Jahrhunderts zählen.

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