Kai Kistenbruegger - Schattenseiten

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Ein Unbekannter ermordet systematisch Straftäter, die für ihr Verbrechen vor Gericht freigesprochen worden sind.
In ihren Ermittlungen stolpern die Kommissare Erik Bachmann und Robert Bukowski auf Hinweise, dass in diesen Fällen Bestechungsgelder geflossen sind. Sowohl Richter, als auch Rechtsanwälte scheinen die Hand aufgehalten zu haben. Der Mörder scheint als «Stiller Rächer» die Urteile zu sprechen, von denen sich die Angeklagten freigekauft haben.
Doch bevor sie dem Mörder auf die Spur gekommen sind, nimmt der Fall eine schreckliche Wendung: Eriks Frau wird ermordet. Erik und Robert müssen sich die Frage stellen: Wer ist in diesem Spiel Jäger und wer ist Gejagter?

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Steinmann schob seine Antenne zusammen und trat hinter Bobby, um einen Blick auf die Akte werfen zu können. „Ein Staatsanwalt, der eine sicher geglaubte Verurteilung verliert“, überlegte er murmelnd. „Ich weiß nicht, klingt in meinen Ohren ein bisschen zu sehr an den Haaren herbeigezogen.” Er seufzte laut auf. „Aber diese Verbindung ist alles, was wir haben.” Er nickte gedehnt. „Okay, fühlen Sie dem Anwalt auf den Zahn“, sagte er und warf Bobby und mir einen warnenden Blick zu. „Aber beweisen Sie Taktgefühl. Ich habe keine Lust, mich wegen Amtsanmaßung selbst auf dem Anklagestuhl wieder zu finden. Ganz davon abgesehen, dass die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auch in unserer Ermittlung die Leitung innehat. Wir müssen vorsichtig sein, bevor wir jemand der Befangenheit bezichtigen.”

„Geht klar, Chef“, bestätigte ich mit der befreienden Erleichterung, endlich die Gelegenheit zu erhalten, meinen Fauxpas von gestern auszubügeln. Ich war mit Bobby im Schlepptau aus der Tür, bevor Steinmann es sich anders überlegen konnte.

2 Tage danach

Am liebsten wäre ich auf ewig im Krankenhaus geblieben, obwohl ich aus medizinischer Sicht als entlassungsfähig eingestuft worden war. Solange ich in meinem Krankenhausbett lag, mit dem stechenden Geruch von Antiseptika in der Luft und dem permanenten, monotonen Gemurmel der Ärzte, Schwestern und Patienten im Hintergrund, konnte ich mich hinter den Betonwänden meiner Krankenstation vor der grausamen Realität verstecken. Das Leben im Krankenhaus folgte den Gesetzen und Regeln einer ganz eigenen Welt. Herausgerissen aus meinem normalen Leben, wurde mein Tagesablauf plötzlich von den Ärzten sowie durch die Terminpläne meiner Untersuchungen und Behandlungen bestimmt, nur von Zeit zu Zeit durch die regelmäßigen, aber geschmacklich anspruchlosen Mahlzeiten unterbrochen. In dem eng getakteten Krankenhausalltag blieb mir nicht viel Zeit, mich mit mir selbst und mit meinem Verlust zu beschäftigen. Doch als die Ärzte mir meine Entlassungspapiere aushändigten, schubsten sie mich zurück in ein Leben, das diesen Namen nicht mehr verdient hatte. Vor den Türen des Krankenhauses wartete nichts mehr auf mich, worauf ich mich hätte freuen können. Mein Leben lag ausgebreitet in Trümmern vor mir, und ich stand alleingelassen vor den Überresten meiner einstigen Hoffnungen und Träume. Als die Verzweiflung in mir aufwallte, brodelnd wie ein Vulkan, fühlte es sich an, als würde es mich innerlich zerreißen. In meiner Brust wurde ein Kampf ausgefochten, an dessen Ende ich entweder meinen emotionalen Verletzungen erliegen, oder gestärkt aus diesen Erfahrungen heraustreten würde. In diesem Moment wünschte ich mir jedoch nichts sehnlicher herbei, als die alles erstickende, barmherzige Umarmung eines schnellen Todes.

Ich nahm die Straßenbahn zu unserer Wohnung. Um mich herum schnatterten unzählige Stimmen, Pendler, die ihren Weg nach Hause antraten, um ihren Tag behütet zwischen ihren Familien ausklingen zu lassen. Es fühlte sich geradezu pervers normal an, zwischen all den anderen Menschen in der Straßenbahn zu stehen, als wäre ich einer von ihnen. Doch das war ich nicht . Ich hatte niemanden mehr, zu dem ich hätte fahren können, und ich allein trug die Schuld daran. Meine Wohnung bot nichts anderes mehr als schmerzhafte Erinnerungen an Sandra, sowie noch schmerzhaftere Erinnerungen an ihren gewaltsamen Tod.

Ich starrte in ausdrucklose, erschöpfte Gesichter und fragte mich, was die anderen Fahrgäste bei meinem Anblick dachten. Dachten sie überhaupt etwas, irgendetwas ? Dachten sie darüber nach, welche Schicksalsschläge ich hatte erleiden müssen, was für ein Leben ich führte, oder sahen sie in mir lediglich einen der ihrigen, einen Pendler auf dem Weg nach Hause, ein anonymes Gesicht in der anonymen Masse? Hatte sich ihr Leben verändert, nur weil mein Leben vollständig aus den Fugen geraten war? Wahrscheinlich nicht . Mein Leid war unbedeutend angesichts der Unendlichkeit des Universums.

Aber warum fühlte es sich nicht so unbedeutend an? Warum musste ich jede Sekunde, jeden wachen Augenblick an Sandra denken, bis es mir das Herz zerriss, und ich fürchten musste, inmitten all dieser fremden Menschen in Tränen auszubrechen? Warum war der Schmerz derart allgegenwärtig, dass die ganze Welt unter einem trüben, grauen Schleier der Verzweiflung verschwamm und jegliche Farbe, jede Freude aus meinem Leben entwichen war? Wie sollte ich noch die Kraft aufbringen, dieses graue, farblose Leben weiterzuleben?

Ich fand keine Antworten auf diese Fragen. In mir klaffte ein tiefes Loch. Ich wusste nicht, womit ich dieses Loch jemals würde füllen können.

Als ich an meiner Haltestelle aus der Straßenbahn stolperte, fühlte ich die Augen der anderen Fahrgäste, wie sie sich in meinen Rücken bohrten und jede meiner Bewegungen verfolgten. Vielleicht hatte ich doch geweint, ohne es selbst zu merken. Ihr Mitleid hielt jedoch mit Sicherheit nicht länger an als ein paar Sekunden. Als die Straßenbahn ihre Fahrt fortsetzte, hatten sie mich wahrscheinlich schon längst vergessen.

Ich vermisste Sandra mit jeder Zelle meines Körpers. Nichts konnte die Schuld von mir nehmen, die wie ein Bleigewicht an meinem Herzen zerrte. In einem nicht enden wollenden Gedankenkarussell fragte ich mich ständig dieselben Fragen. „Warum ist es so weit gekommen? Wann habe ich diese dünne Linie überschritten, hinter der ihr Schicksal unabwendbar geworden und wie eine Lawine unaufhaltsam ins Rutschen gekommen war? Wie sollte es weitergehen? Ja, es war meine Schuld, alleinig meine Schuld! Ich hätte es in der Hand gehabt, der Lawine Einhalt zu gebieten, doch ich hatte den richtigen Zeitpunkt ungenutzt verstreichen lassen, bis unser beider Leben zwangsläufig den Höhepunkt in diesem grausamen Moment finden musste.

Als ich vor der Wohnungstür stand, wurde mir schlagartig bewusst, dass tatsächlich kein Weg mehr zurück in mein altes Leben führte. An der Tür klebte gelb leuchtend ein Polizeiabsperrband, das mir den Weg zurück versperrte, und meine Vergangenheit hinter einem dünnen Klebeband versiegelte. Ich konnte nirgendwo mehr hin, zumindest solange, wie meine Wohnung als offizieller Tatort gebrandmarkt war.

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich vor dieser Tür stand. Ich wusste nicht, wie es weitergehen sollte; also blieb ich einfach stehen, bewegungslos, ratlos. Es konnten Minuten, Stunden, aber auch Tage gewesen sein, die ich auf der Schwelle zu meiner Wohnung verbrachte, absolut unfähig, eine Entscheidung zu treffen.

Erst als mir jemand sanft eine Hand auf die Schulter legte, wurde ich aus meiner Trance gerissen. Erschrocken fuhr ich herum, doch der Mensch hinter mir verschwamm hinter einem Vorhang aus Wasser. Ohne es zu merken, hatte ich wieder geweint. Ich wischte mir verschämt die Tränen aus den Augen, bis sich mein Blick so weit klärte, dass ich in dem undeutlichen Schemen vor meinen gereizten Augen Bobby erkannte.

„Ich wusste, dass ich dich hier finden würde“, murmelte er erstickt und starrte auf seine Füße. Er war nicht in der Lage, mir direkt ins Gesicht zu schauen.

„Wo sollte ich sonst auch hin?“, erwiderte ich tonlos und stellte ihm genau die Frage, auf die ich selbst keine Antwort gefunden hatte.

Bobby kannte allerdings die einzige richtig Antwort in dieser Situation: „Du kommst mit zu mir“, stellte er mit belegter Stimme fest, als hätte ich kein Mitspracherecht. „Ich glaube, es ist besser, du bist jetzt nicht alleine.” Er legte seinen Arm um meine Schulter und zwang mich langsam die Treppe des Treppenhauses hinunter.

„Du wirst sehen, wir zwei werden die Situation schon gemeinsam schaukeln. Meine Wohnung ist groß genug für zwei!“ Seine Stimme brach. Ob es meine Trauer war, die ihn zum Schweigen brachte, oder die eigenen, schmerzhaften Erinnerungen an Marie, spielte keine Rolle. Es waren Wochen vergangen, und trotzdem waren seine eigenen Wunden immer noch so frisch wie die meinen. Er hatte lediglich gelernt, sein Leben weiterzuleben, ohne daran zu verzweifeln. Vielleicht würden wir es gemeinsam schaffen, diese schreckliche Zeit hinter uns zu lassen. Irgendwie . Bobby war auf jeden Fall der einzige Mensch, der mir noch geblieben war. Sandra war von mir gegangen, genau wie meine Eltern ein paar Jahre zuvor.

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