Alles ist im Umbruch – mein Empfinden, meine Welt und mein Verstand. Wahrscheinlich handelt es sich mehr um eine Mutation als einen Umbruch.
In mir gibt es eine neue Ordnung, bzw. bildet sich eine. Ein Stern ist explodiert und es entsteht etwas, was das bisherige Denken auf den Kopf stellt. (Vgl. Kurth, Michael „Curse“. Stell dir vor, du wachst auf: Die OOOO+X-Methode für mehr Präsenz und Klarheit im Leben. Hörbuch. Datum 24.01.2018. argon Verlag.)
Meine Lossagung von bestehenden, von mir selbst auferlegten Konventionen, erfolgt derzeit mit großen Schritten.
Viele der Leichen in meinem Keller sind verwest, bzw. endgültig beerdigt. Ich bin frei, kann tun und lassen was ich möchte. Im Normalfall brauche ich niemandem mehr Rechenschaft ablegen und ein echtes schlechtes Gewissen erreicht mich ebenfalls nicht – zumindest seit geraumer Zeit.
Warum auch? Keine Leichen, keine Dummheiten und das Beschreiten neuer Wege belastet mein Gewissen nicht. Obwohl mit der neuen Ordnung auch sehr viel mehr Ruhe und Bedacht entsteht, muss ich lernen, mich dennoch im Zaum zu halten. Der ewige Kampf zwischen der Ruhe- und Rastlosigkeit entbrennt ständig in mir.
Unruhe ist auch eine Form von Ruhe, die nicht unbedingt gut für mich ist. Jedoch ist es wenig sinnvoll in unruhigen Zeiten ihrem Grund auf die Spur zu kommen. Unruhe bedeutet Feuerwerk im Kopf und kein klarer Gedanke kann nachhaltig gefasst werden. Wie kann ich da Spuren suchen?
Die Beweise und sachlichen Begründungen verfliegen im Kopf schneller als ich sie fassen kann. Das sind die Brocken umherschwirrender Ideen gefolgt von Gedanken. In diesen Situationen kann nur noch ein gemeines Mittel helfen – Augen schließen und dreimal bewusst atmen. Danach wird einiges klarer, aber nicht lösbarer.
Es geht hierbei um eine Form der „Erdung“ oder des Innenhaltens. Ich besinne mich in solchen Momenten auf mich selbst – reduziert auf meine Körperfunktionen.
Ich atme dann mal.
Ich fand am Ufer einen kleinen unbeholfenen Gedanken, den ich mir einmal näher anschauen musste.
Also, schwupps, ihn auf den Arm genommen und betrachtet. Es ist doch spannend, wie in letzter Zeit so viel über (Plastik)Müll in den Medien erscheint. Recht so, denn in unserer Wohlstandsgesellschaft sollte mal wieder die Nachdenklichkeit und Intelligenz Einzug halten.
Da sind Bilder von Suppenschildkröten, denen schon der Strohhalm zum Ausschlürfen aus der Nase wächst. Ein drastischer Beitrag, der Wachrüttelt. Das arme Vieh muss sich von einem Menschen einen 20 cm langen Halm aus dem Nasenloch ziehen lassen. Es ist wunderbar, dass das arme Tier nun gerettet ist.
Allerdings bis der nächste Q-Tipp oder eine Plastikgabel es erneut bedroht oder umbringt! Weg mit dem Zeug aus dem Meer, aus der Umwelt und unserem Haushalt. Damit meine ich das Plastik, nicht die Schildkröte.
„Aber das geht doch nicht!“ würde der vom Erdöl abhängige „Hirntot-Sapiens“ schreien, zu denen wir wohl oder übel alle gehören. Plastik können wir aus unserer heutigen Welt nicht so von hier auf gleich verbannen – wir können es vermeiden.
Doch genau da liegt das Problem, denn, wenn man es dir einfach macht, dann machst du es einfach!
Und so lange Plastikprodukte einfach verfügbar sind, verwenden wir sie einfach ohne weiteres Nachdenken.
Du hast keine Zeit dir die richtigen Gedanken zu machen, oder? Es geht bei dir um Ängste und diese treiben dich vor allem voran.
Ich glaube, die Supermärkte sind eines der größten Übel, die unserer Umwelt schaden, denn sie machen es dir einfach! Würdest du deine Einkäufe beim, mittlerweile nicht mehr vorhandenen, Tante-Emma-Laden erwerben, klappt es mit der Vermeidung viel besser.
Zu einem fällt weniger Verpackungsmüll an, weil Tantchen Bananen nicht doppelt verpackt und sie führt die Bildzeitung auch ihrer wahren Bestimmung zu – als Verpackung für frische Produkte! Die dann alle samt in deinem Korb landen, den du bequem in deinem SUV verladen kannst.
Da Tantchen die Preise nicht ganz so günstig machen kann, wie der Supermarkt um die Ecke, kaufst du natürlich auch nur die Mengen, die du wirklich zu brauchen glaubst.
Das ist gut für den Geldbeutel. Du kannst ja jederzeit wieder zur Tante um die Ecke und Futternachschub holen. Also wirfst du weniger Nahrungsmittel weg und kannst endlich wieder auf deine Sinne vertrauen, denn ein Mindesthaltbarkeitsdatum gibt es bei Tantchen nicht – nur auf der Bildzeitung und die ist immer ablaufen und muss weg!
Du vermeidest Müll, kaufst bewusster ein und brauchst somit ebenfalls kein SUV, weil der Korb auch in den Kofferraum eines Kleinwagens passt oder gar in den Fahrradkorb.
Aber es ist zu spät! Die Zeiten sind vorbei und es gibt vermutlich kein zurück, wir leben alle im Hier und Jetzt.
Wäre vielleicht ein guter Zeitpunkt unsere Gewohnheiten zu prüfen und anzupassen, oder?
Ja, da ist der Schweinehund, der dir von verändernden Maßnahmen deiner Gewohnheit abrät. Schwimme gegen den Strom und mache einen Tante-Emma-Laden auf, lasse die gekauften Verpackungen beim Supermarkt zurück oder verzichte auf doppelt verpackte Produkte.
Die Sendung mit der Maus oder Peter Lustig haben uns bereits vor Jahrzehnten gesagt, dass eine Banane schon verpackt ist, übrigens Äpfel auch und Orangen, Mandarinen, Nüsse, Gurken usw.
Ich möchte dir noch etwas zusätzlich auf den Weg gegen den Schweinehund geben – es wird der Tag kommen, an dem sich die Welt weiter zum Schlechten verändert, dadurch deiner Sippe und dir die Lebensgrundlage entzogen wird. Warum nicht schon heute anfangen es zu verhindern. Nimm den Strohhalm aus der Nase und denke!
Das hat mir der kleine unbeholfene Gedanke vermittelt. Ich stelle fest, dass er nicht so übel ist. Denn wenn du dich änderst, änderst du auch die anderen.
Aber das Beste kommt zum Schluss dieses Kapitels – meine Tante mag gar keine Bananen, egal ob verpackt oder nicht!
Philosophisch betrachtet, suchen alle Menschen nach dem Glück – und nicht nur Herr Rossi aus der gleichnamigen, mittlerweile antiken, Zeichentrickserie. Doch das mit dem Glück ist so eine Sache. Was ist Glück? (Vgl. Bossart, Yves. (2014). Ohne heute gäbe es morgen kein Gestern. (1. Auflage). Karl Blessing Verlag, München.)
Natürlich kann das nur jeder für sich selbst bestimmen.
Aber was von Glücksbestimmung ist wirklich von mir und was aus fremden Quellen aufgenommen?
Mainstream-Glück will ich nicht! Laut einer Studie sind die Menschen in Afrika sehr unglücklich und die Dänen sehr glücklich. Aber warum? Jetzt wirst du sagen, dass es den armen Menschen in Afrika an allem fehlt. Wie sollen die glücklich sein?
Nun gut, das ist ein Argument, vor dem selbst ich mich nicht völlig verschließen kann, denn, wenn wir uns unserer Existenzangst hingeben, dann wird es mit dem Glück bereits schwieriger. Ein hungriger Bauch verbessert nicht die Lebensumstände zum Guten.
Mein Gedankenansatz ist ein anderer, stellt sich die Frage, ob ein Mensch unglücklich sein muss, wenn er arm ist?
Nein – er kann glücklich sein, vielleicht sogar noch viel mehr.
Meine These ist, wenn die Grundbedürfnisse des Menschen in seiner Gesellschaft befriedigt sind, hat er die beste Grundlage, sein Glück zu finden.
Jetzt kommt der Punkt, an wir feststellen, dass wir sehr unterschiedliche Vorstellungen von Bedürfnissen haben. Da ich diese Zeilen schreibe, kann ich sie hier ohne Widerworte in die Tastatur hämmern –
Atemluft, Wasser, Nahrung, Freiheit, ein für die menschliche Lebensform erträgliches Klima, Kleidung und ein Dach über dem Kopf.
Schon haben wir eine Basis des Seins! Ich höre dich wieder aufschreien, „das reicht nicht!“
„Wo ist denn das Auto, die Yacht und das Geld!“
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