Bis ins 18. oder 19. Jahrhundert zogen Bänkelsänger von Ort zu Ort, um auf Jahrmärkten, Kirchweihfesten, Marktplätzen, in Häfen, den Straßen der Städte oder auf der Dorfwiese von schauerlichen Geschichten, von Mord, Liebe, Katastrophen und aufregenden politischen Ereignissen zu berichten. Bänkelsänger wurden deshalb auch zum fahrenden Volk gerechnet, und es waren nicht selten Kriegsversehrte oder „Krüppel“, die damit ihr Auskommen zu fristen suchten.
Während seines Vortrages stellte sich der Bänkelsänger auf eine kleine Bank, das Bänkel. Dabei zeigte er meist mit einem langen Stab auf eine Bildtafel mit einigen Zeichnungen, die seine Moritat illustrierten. Häufig untermalte er seine Darbietung musikalisch mit einer Drehleier, Violine, Laute, oder später dann auch der Drehorgel.
Im 19.und 20. Jahrhundert gab es bald eine Wechselbeziehung zwischen dem Bereich der Dichtung und dem Bänkelsang. Kabarettisten und Dichter griffen auf Stilelemente von Moritaten zurück und Bänkelsänger wurden Lyrikern ähnlich. Die Stilelemente waren vor allem die prägnante Schwarz-Weißmalerei und die einfachen Verse. Ein Beispiel ist das Lied von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper von Bertolt Brecht. Bei der Uraufführung in Berlin wurden alle Stilelemente der Moritat, des Bänkelgesangs verwendet: Der Sänger drehte die Drehorgel, deren Walze extra dazu hergestellt worden war, zeigte wie ein Bänkelsänger mit einem Stock auf das entsprechende Schild, die Melodie war einprägsam, die Worte erzählten eindrücklich und bildhaft. Auch viele der frühen Werke des Liedermachers Franz-Josef Degenhardt führten die Tradition des Bänkelsangs auf kunstvolle Weise fort, ein Beispiel dafür ist das Lied Wölfe mitten im Mai ....
Moritaten sind die Prosa(vortrags)texte des Bänkelsangs. Umstritten ist die Herkunft des Namens. Es gibt mehrere Möglichkeiten: Entweder vom Lateinischen, erbauliche Geschichte oder aus dem Rotwelsch moores bzw. jiddisch mora: Lärm, Schrecken; vielleicht aber auch Verballhornung von Mordtat. Einleuchtend ist aber auch die Erklärung, dass der Ausdruck von Moralité, der Moral herrührt, weil ursprünglich die Moritaten alle eine Moralstrophe hatten; oft sogar wurde später auf Druck der Obrigkeit noch eine beigefügt. Vielerorts mussten die Texte deshalb zuerst der Obrigkeit gezeigt werden.
Der Besenbinder übte eine mit der Entstehung einer industriellen Produktion weitgehend verschwundene handwerkliche Tätigkeit aus. Die Herstellung von Besen hatte sich von einer saisonalen Tätigkeit im bäuerlichen Alltag zu einem Haus- und Wandergewerbe entwickelt.
Als Rohstoffe wurde meist Birkenreisig, Ginster oder auch Heidekraut (England) verwendet. Die Besen wurden als Stall- und Straßenbesen benutzt.
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