Friedrich Zwiebler - Ausgestorbenes Handwerk
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Schon in der frühen Neuzeit entwickelte sich eine Arbeitsteilung, bei der Stückwerker und Tafelmeister beschäftigt wurden. Bis zur späteren weiteren Produktionsteilung gerbte der Kürschner seine Felle noch selbst. Dafür war er auf fließendes Wasser angewiesen; die Redensart „Jemandem schwimmen die Felle weg“ zeugt noch davon. Der Umgang mit Fellen toter Tiere hatte zur Folge, dass die Kürschnerei zu den unreinen Handwerken gerechnet wurde. Durch die starke Geruchs- und wohl auch einige Lärmbelästigung (beim Klopfen der Pelze) waren die Kürschner häufig gezwungen, sich an den Fließgewässern am Rand der Städte niederzulassen. Vereinzelt mussten die Felle in einem von der Zunft verwalteten Hof zubereitet werden. Jedoch durften die Kürschner beispielsweise in Leipzig, im Gegensatz zu den Rot- und Weißgerbern, ihre Tätigkeit innerhalb der Stadtmauern verrichten. Man wies sie nur an, ihre Beize zu einem fließenden Gewässer zu tragen, damit in der Stadt kein groß Gestancke gemacht werde.
Trotz der Unreinheit ihres Handwerks gehörten Kürschner in Europa zu den angesehensten und ratsfähigen Handwerkern. In Asien hingegen waren aufgrund von buddhistischen, hinduistischen und schintoistischen Vorstellungen und Vorgaben Beschäftigte in der Fleisch- und Leder und Pelzverarbeitung besonderen Vorbehalten unterworfen[6]. Meist kauften Kürschner Felle direkt von Jägern und Bauern, um die verarbeiteten Pelze nach der Verarbeitung direkt an die Endverbraucher abzugeben. Konflikte gab es mit Weißgerbern, Täschnern, Handschuhmachern und Pergamentern, da oft nur eine begrenzte Menge Felle und Häute zum Verarbeiten vorhanden war.
Die Arbeit mit der Nadel wurde meist im Wochenlohn, die Zurichtung häufig im Stücklohn bezahlt. Ab etwa um die Mitte des 19. Jahrhunderts trennten sich die beiden Hauptprozesse völlig, es gab jetzt die Bankkürschner (Zurichter) und die Nadelkürschner. Die (Nadel-)Kürschner spezialisierten sich bald noch einmal in Halbfabrikatehersteller und die Kürschner für die fertige Pelzbekleidung, Engros oder Detail. In den kleinen Werkstätten arbeiteten neben der Meistersfrau ursprünglich fast ausschließlich männliche Gesellen.
Mit der Einführung der Pelznähmaschine und der damit ermöglichten Vergrößerung des Pelzabsatzes übernahmen ab etwa 1880 immer mehr Pelznäherinnen vorerst nur die Näharbeit der Kürschner. Bald darauf setzte eine große Wanderung deutschsprachiger Kürschner nach Westen, bis nach Amerika ein. Erst vor 1931 legte Fräulein Rohlik in Berlin als erste Frau die Prüfung als Kürschnermeister ab. Zu dieser Zeit gab es, wie eine Fachzeitschrift schreibt, „immerhin schon“ zehn Kürschnergesellinnen. Etwa seit den 1970er Jahren ist das Geschlechterverhältnis bei den Gesellenprüfungen in etwa ausgeglichen.
Aufzeichnungen über Arbeitstechniken sind uns erst aus dem 18. Jahrhundert überliefert, aufwändige Formveränderungen der verarbeiteten Felle hat es, wie man auf zahlreichen alten Bildern sehen kann, bis in diese Zeit vermutlich nicht gegeben. Die Entwicklung des Kürschnerhandwerks nahm mit der Erfindung der Pelznähmaschine um 1872 durch Joseph Priesner und der Beschäftigung weiblicher Arbeitskräfte einen rapiden Aufschwung. Bald fehlten im ganzen Westen Europas Facharbeitskräfte, in Frankreich, in England, in der Schweiz, in Italien, in Belgien, in Holland, aber auch in Nordamerika, um der großen Nachfrage zu genügen. Obwohl es dort eine alteingesessene, moderne Pelzwarenindustrie gab, sah man sich gezwungen, ausländische Kürschnergesellen anzuwerben. Dafür kamen damals nur Mittel- und Osteuropa in Betracht, besonders Deutschland, Skandinavien, Österreich-Ungarn und der Balkan. Es setzte ein in der Branche einmaliger „Zug nach Westen“ ein. Tausende nahmen diesen Weg, der bis nach Nordamerika führte. Die Wanderung begann um 1874, hatte ihren Höhepunkt um 1900, um dann bis zum ersten Weltkrieg wieder abzuflauen. 1929 stellt dann ein ungarischer Kürschner und Rauchwarenhändler fest: „Ob in Tientsin, ob in London, oder aber gar in Paris, überall kann man sich in unserer Branche deutsch verständigen.“
Nach 1850 war die Gegend um die Straße Brühl in Leipzig ein Zentrum des europäischen Rauchwarenhandels. In und um Leipzig entstanden zahlreiche Rauchwarenzurichtereien. Leipzig wächst bis 1914 zu der bedeutendsten Handelsmesse für Rauch- und Pelzwaren aus aller Welt. Durch den Ersten Weltkrieg verliert die Stadt zunächst ihre Bedeutung als Zentrum des internationalen Rauchwarenhandels, kann sie aber ab etwa 1922 mit der Eröffnung einer großen Rauchwarenniederlassung der Sowjetunion teilweise wieder erlangen. 1928 wird in Leipzig die damals bedeutendste Kürschnerschule eröffnet.
Nach 1945 kommt es zu einer geteilten Entwicklung des Kürschnerhandwerks in Deutschland.
In der DDR werden Kürschner zur Bildung von Genossenschaften genötigt. Zudem werden dort vorwiegend Felle aus der Kleintierzucht verarbeitet. Obwohl in den größeren staatseigenen Betrieben auch für westdeutsche Konzerne produziert wird, bleibt das Niveau der Manufakturen im Wesentlichen auf dem vor dem Krieg stehen.
In der Bundesrepublik Deutschland entwickelt sich das Handwerk zunächst weiter, da der Bedarf für Pelze steigt. Die Ende des 19. Jahrhunderts begonnene Pelztierzucht nahm nach dem Krieg mit der schnell zunehmenden Nachfrage weiter zu. Seit etwa 1980 werden Pelztierfarmen kritisiert und angegriffen, Protestaktionen von Tierschützern führten zu einer Verschärfung der Verordnungen und Gesetze in Deutschland und Europa. Von militanten Tierrechtlern, die das Recht auf die Nutzung von Tieren generell bestreiten, werden dabei im Rahmen ihrer Protestaktionen immer wieder Straftaten begangen.
Veränderte Konsumgewohnheiten wie der Siegeszug der Freizeitmode auch bei festlichen Anlässen, eine erhebliche Marktsättigung nach der Massenproduktion in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Fokussierung auf den Nerzpelz als Statussymbol, der Konkurrenzdruck der Billiglohnländer und nicht zuletzt eine Reihe sehr warmer Winter führte zu einer deutlichen Reduzierung der Kürschnerbetriebe.
Berufsbild heute
Neben der Herstellung, Reparatur und Pflege von Pelzen zählt auch die Kundenberatung, Modellentwurf und Materialauswahl zu den Aufgaben des Kürschners.
Die Kürschnerei ist seit 2004 in Deutschland ein zulassungsfreies Handwerk. Somit können auch Gesellen einen eigenen Betrieb führen, ohne über langjährige Berufserfahrung oder einen Meisterbrief zu verfügen. Kürschner/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und umfasst neben den handwerklichen Fähigkeiten auch die Vermittlung von kaufmännischen Kenntnissen.
Nach dem früher eher klassischen Pelz ist in den letzten Jahrzehnten für den Kürschnerberuf Design und modische Stilsicherheit immer wichtiger geworden. Der Aufgabenbereich des Kürschners umfasst jedoch nach wie vor die komplette Herstellung eines Pelzes, Entwurf und Schnittherstellung, das Sortieren, Schneiden und Nähen der Felle, das Zwecken (Glattspannen), Abgleichen, Beheften, Zusammennähen, Ausfertigen und Füttern des Pelzteils. Hinzu kommen das Nähen der Stoffhüllen für Pelzinnenfutter, die Verarbeitung von Leder und Stoff in Zusammenhang mit der Pelzverarbeitung und die Herstellung von Kleinpelzen wie Schals, Muffs oder einfache Hutformen. Ein erheblicher Teil seiner Arbeit in den Sommermonaten besteht in der Pflege der Kundenpelze: Pelzumgestaltung, Reparatur, Pelzreinigung, Pelzaufbewahrung („Konservierung“) und sonstigen Servicearbeiten.
Je nach Größe des Handwerksbetriebs erfolgt nach dem Ende der Ausbildung oft eine Spezialisierung der Tätigkeit in den „Schneide“- und den „Nähkürschner“, das heißt alle Näharbeiten werden von dem Pelznäher beziehungsweise der Pelznäherin (bis etwa um 1960, zumindest in Berlin, auch Kürschnermamsell genannt) ausgeführt. Für das Nähen mit der Pelznähmaschine erfolgt häufig eine erneute Arbeitsteilung, insbesondere auch für das Nähen der sogenannten „Auslassarbeiten“ (Verlängern der Felle durch Schnittanlagen). - Der Meister leitet neben seiner normalen Kürschnerarbeit in der Regel die Werkstatt, er führt die Kundengespräche, erstellt die Schnittmuster und erledigt die Anproben. Falls er nicht, wie meist, gleichzeitig der Inhaber des Betriebs ist, überschneiden sich die Tätigkeiten insbesondere im Einkauf der Ware, der Modellentwicklung, der Kalkulation und im Verkauf im Geschäft.
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