anna wittig - Ich bleibe Ich

Здесь есть возможность читать онлайн «anna wittig - Ich bleibe Ich» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Ich bleibe Ich: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Ich bleibe Ich»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

1949 geboren, ein Nachkriegskind, das noch in den Ruinen spielte und die Notzeit kennenlernte. Das das Glück hatte mit weisen Frauen aufzuwachsen. Das lernte, dass Mama und Prügel das gleiche bedeuten. Das sich seine Freiheit erkämpfte, die Schule an den Nagel hängte, eine Ausbildung absolvierte, und sich entgegen aller Weisungen seine Freunde, Berühmte und nicht Berühmte, selbst aussuchte. Das Hippies liebte, in Berlin aktiv an den Studentenrevolten teilnahm. Eine junge Frau, die ihre große Liebe traf, sie an den Tod verlor, in der gleichen Nacht durch Gewalteinwirkung eine Fehlgeburt erlitt, nie mehr Kinder bekommen konnte. Ein Freund brachte sie schwer krank und suizidgefährdet nach Australien zu seinen Verwandten, weit weg vom Ort des Geschehens. Eine Aborigine-Heilerin und ein Rockstar verhalfen ihr zurück ins Leben. Viele Menschen weinten bisher mit ihr, weil sie nachvollziehen konnten, dass manche Wunden niemals völlig heilen.

Ich bleibe Ich — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Ich bleibe Ich», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Moni brachte der Jugend viel Verständnis entgegen. Besonders unterstützenswert fand sie ihre Forderung nach der Aufarbeitung der nationalsozialisten Vergangenheit, ihr Streben nach mehr Freiheit und den Ruf nach der Abschaffung überholter Erziehungsmethoden.

Sie kannte die Benachteiligung der Frauen aus eigenen Erfahrungen und setzte sich für eine Aufhebung verkrusteter Strukturen ein. Allerdings wusste sie auch, dass dies alles nicht ohne einen Kampf gegen die große Mehrheit im Staat vonstattengehen konnte. Diese wollte nichts weiter, als sich den Ranzen vollstopfen und auf den Wohlfahrtszug aufspringen. Das Kriegsgebaren der Amerikaner, ob in Korea oder Vietnam, verurteilte sie scharf. Die meisten Berliner hingegen empfanden die Amerikaner als Retter in der Not, nachdem diese die Bevölkerung während der Blockade aus der Luft versorgten. Mit „Rosinenbombern“, wie man die Versorgungsflugzeuge nannte, und mit knallharter Berechnung.

Moni verklärte die Amerikaner nicht, obwohl sie mit vielen befreundet war. Im Gegenteil. Den Marshall-Plan bezeichnete sie als „raffinierten Kaufvertrag“. Außerdem bestätigte sie den Bericht meiner Großmutter, dass amerikanische Soldaten vor den Augen halbverhungerter Kleinkinder übriggebliebene Essensrationen mit Benzin übergossen und anzündeten. Ob sich eine Nation, die sich an Kindern rächt, als Sieger fühlen darf? Ich weiß es nicht. Natürlich hat keiner der Alliierten den Krieg begonnen, aber die Kinder ebenso wenig. Und wenn wir ehrlich sind: „Kann dieses Volk guten Gewissens behaupten, dass es noch nie einen Völkermord begangen hat?“ Was die Gräueltaten des geisteskranken „Führers“ samt seiner nordisch-germanisch-verkulteten Herrenhunderasse beileibe nicht entschuldigen soll.

Wir diskutierten und erzählten bis in die frühen Morgenstunden. Solche Nächte verbrachten wir noch oft zusammen, während und auch nach meiner Berliner Zeit, bis sie 1987 starb.

An diesem ersten Abend erfuhr ich auch, dass Moni viele der alten SchauspielerInnen kannte oder sogar mit ihnen befreundet war. Darunter Leute wie Elisabeth Flickenschild, Brigitte Mira, Hildegard Knef, Heinz Rühmann, Curd Jürgens und andere. Solange ich mich in Berlin aufhielt, versorgte sie mich regelmäßig mit Freikarten für Theater, Oper und Kabarett. Ich lernte bei ihr Wolfgang Neuss kennen, mit dem sie lange Jahre befreundet war. Ein kleiner Mann mit einer großen Schnauze, Schauspieler und Kabarettist. Intelligent, kritisch, aufmüpfig, verrückt und ein phantastischer Diskussionspartner. Links orientiert schloss er sich der Apo an und nahm an ihren politischen Aktionen teil.

Im November 1968 trat Hildegard Knef mit Kurt Edelhagens Orchester in der Philharmonie auf. Moni nahm mich mit zum Konzert. Hinterher bekamen wir Zutritt zur Garderobe. Ich war hypernervös, weiß nicht, was ich erwartete, bestimmt nicht die Natürlichkeit und Herzlichkeit mit der Frau Knef auch mich begrüßte. Das neunzehnjährige Landei, in seiner rehbraunen Breitcordhose und dem schockgrünen Pulli. Mich faszinierte die Ausstrahlung der Frau im langen, schwarzen Glitzerkleid. Ich trank zum ersten Mal in meinem Leben Champagner, etwas zu viel, wie ich gestehen muss, aber das fiel nicht weiter auf. Zum Abschied schenkte mir „Hildchen“ eine rote Rose, die jahrelang vor sich hintrocknete. Mit Bedauern musste ich sie eines Tages entsorgen, weil Motten sich darin eingenistet hatten.

14 Günter Grass

Moni wünschte sich zu Weihnachten Grass’ Novelle „Katz und Maus“. Für alles, was sie schon für mich getan hatte, fand ich das als Weihnachtsgeschenk ein bisschen mickrig. Da Geld Mangelware war, kam ich auf die Idee, den Autor um eine Widmung zu bitten. Nicht so einfach, wie es sich anhört. Mir fehlte die Zeit, den ganzen Tag irgendwo herumzuhängen, um auf das Erscheinen des Meisters zu warten. Es bedurfte mehrerer vergeblicher Versuche, bis mir das Glück hold war. Ich erwischte ihn im „Zwiebelfisch“.

Da saß er der „große Grass“, dunkelhaarig, schnauzbärtig und lesend an einem Tisch. Vor sich eine Flasche Rotwein, in der Hand eine Zigarette. Schätzungsweise im Alter meiner Mutter, etwa vierzig. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war ihm gerade nicht nur eine Laus, sondern eine ganze Läusearmee über die Leber gelaufen. Ich räusperte mich dezent, um mich bemerkbar zu machen. Er ließ sich Zeit damit, seinen Blick von der Zeitung zu lösen, um mich ausgiebig zu taxieren. Von oben bis unten und zurück, herablassend, so dass ich mich am Liebsten gleich wieder verkrümelt hätte. Ich fühlte mich wie eine Kakerlake, kurz bevor der Fuß sich auf sie nieder senkt, um sie zu zermalmen. Schon dabei den Rückwärtsgang einzulegen, fiel mir ein, dass ich „jemanden mustern“ auch ganz gut beherrschte. Also Kraftprobe, wie bei Muttern. Blick aufwärts, Blick abwärts, Blick aufwärts. Ehe ich den Mut verlieren konnte, Buch auf den Tisch, direkt vor die große Nase. Bitte um Widmung, knapp formuliert „für meine Freundin Moni als Weihnachtsüberraschung“.

Seine Miene taute auf, eine winzige Spur weniger frostig. Ging doch. Offensichtlich gefiel es ihm, wenn man seine Bücher zu Weihnachten verschenkte. Grass wies auf den Stuhl ihm gegenüber, fragte wie ich heiße und was er schreiben solle. Er entnahm der Innentasche seines Tweedjacketts einen Füllhalter und malte wohl ausformulierte Worte auf die erste Seite. Zwischendurch zeigte er auf die Weinflasche „?“ Ich schüttelte den Kopf, bat um einen Kaffee, zündete mir ebenfalls eine Zigarette an. Als er fertig war, klappte er das Buch zu, schob es mir hin und fragte „Hast du es gelesen, Anna?“ Er dehnte meinen Namen in die Länge, als wäre es ein Bubblegum und er im Begriff eine Riesenblase zu kreieren. Mir passte gar nicht, dass dieser dünkelhafte Kerl mich duzte. Ich nickte trotzdem. „Wie fandest du es?“

„Skurril und manchmal reichlich deftig.“ Das Eis bröckelte. Er bestellte mir ungefragt den nächsten Kaffee. Mal sehen, wie er reagierte, wenn ich ihn duzte. „Ich habe auch deine „Blechtrommel“ gelesen“.

„Und?“ Das Du störte ihn offensichtlich nicht.

„Ich musste es zweimal lesen. Beim ersten Mal verstand ich es nicht ganz«, gab ich zu. Er beugte sich mir entgegen. Es schien ihn zu interessieren, was ich zu sagen hatte. „Man muss sich an die Art deines Erzählstils erst gewöhnen. Sie ist surreal und stellenweise ziemlich widersprüchlich.“

Ich kaufte fast alle meine Bücher „secondhand“. Mir fiel ein, dass in diesem ein Zeitungsausschnitt gelegen hatte. Eine Kritik von Reich-Ranicki, diesem alten Giftnickel. „Und?“, fragte er erneut.

„Er hat es nicht ganz so zerrissen, wie andere.“ Das erheiterte ihn. Ich traute mich, zu fragen: „Warum warst du vorhin erst so grantig?“

Grass schenkte sich noch einen Wein ein. Dieses Mal lehnte ich das mir angebotene Glas nicht ab. Er erzählte mir, dass er das Geschehen in Griechenland verfolge, da seine Frau Anna Margareta mit einer griechischen Schauspielerin befreundet sei. Anna Margareta, ich fasste es nicht. Meine Großmutter hieß Anna Elisabetha Margareta. Auf die drei Annas stießen wir zuerst an. Und dann nochmal „Prosit“ auf zwei Margaretas.

Als ich kam, hatte er gerade gelesen, dass der Putschversuch König Konstantins II. und seiner „großen“ Militärjunta gescheitert war. Für die Freundin bedeutete das, dass sie erst einmal nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren konnte. Grass war davon überzeugt, dass die Amerikaner hierbei die Hände mit im Spiel gehabt hatten, vertraute er mir an. Ich hatte von der politischen Lage Griechenlands wenig bis gar keine Ahnung. Von Konstantin wusste ich nur, dass er mit einer dänischen Prinzessin verheiratet war und bei den Olympischen Spielen eine Goldmedaille gewonnen hatte. Wofür und wann? Keine Ahnung. Und diese Schauspielerin? Die lag nicht auf meiner Wellenlänge.

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Ich bleibe Ich»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Ich bleibe Ich» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Ich bleibe Ich»

Обсуждение, отзывы о книге «Ich bleibe Ich» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x