anna wittig - Ich bleibe Ich

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1949 geboren, ein Nachkriegskind, das noch in den Ruinen spielte und die Notzeit kennenlernte. Das das Glück hatte mit weisen Frauen aufzuwachsen. Das lernte, dass Mama und Prügel das gleiche bedeuten. Das sich seine Freiheit erkämpfte, die Schule an den Nagel hängte, eine Ausbildung absolvierte, und sich entgegen aller Weisungen seine Freunde, Berühmte und nicht Berühmte, selbst aussuchte. Das Hippies liebte, in Berlin aktiv an den Studentenrevolten teilnahm. Eine junge Frau, die ihre große Liebe traf, sie an den Tod verlor, in der gleichen Nacht durch Gewalteinwirkung eine Fehlgeburt erlitt, nie mehr Kinder bekommen konnte. Ein Freund brachte sie schwer krank und suizidgefährdet nach Australien zu seinen Verwandten, weit weg vom Ort des Geschehens. Eine Aborigine-Heilerin und ein Rockstar verhalfen ihr zurück ins Leben. Viele Menschen weinten bisher mit ihr, weil sie nachvollziehen konnten, dass manche Wunden niemals völlig heilen.

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Utopie? Was ist nicht schon alles aus „Utopien“ hervorgegangen? Leider hat man immer nur das weiterentwickelt, was der Erde und dem Menschen letztendlich schadete. Wir haben nur diesen einen Lebensraum. Wir sollten deshalb akzeptieren, dass unsere Welt keine Grenzen, keine Nationen, keine Rassen und keine Religionen kennt. „Das Land gehört nicht uns, wir gehören dem Land“, lehrten die Kelten. Und außer ihnen auch andere Völker, an die wir uns nicht einmal mehr erinnerten, würden wir nicht nach ihren Hinterlassenschaften buddeln und ihre Gräber schänden.

Die Natur hat uns nicht geschaffen, dass wir sie zerstören, sondern damit wir sie bewahren, zum Wohle allen Lebens auf diesem Planeten. Wie also können wir Bücher verehren, in denen geschrieben steht, dass wir uns die Erde untertan machen sollen und somit alles, was darauf existiert?

Wie können wir Religionen zustimmen, die darauf beharren, dass das Weibliche dem Männlichen untertan ist? Ohne die Fähigkeit des Weiblichen die Frucht gedeihen zu lassen und sie ans Licht zu bringen, wären wir nicht vorhanden. Wie kommen die Vertreter dieser Religionen dazu, über Wert und Unwert fremder Kulturen zu urteilen? Jene auszumerzen, die lange vor ihrer Zeit diese Erde schon bevölkerten?

Ich schreibe über mein Leben nicht, weil ich es so außergewöhnlich interessant finde, dass jeder daran teilhaben muss. Würde ich das denken, hätte ich längst eine eigene Doku-Soap bei RTL2. Ich schreibe darüber, weil mir außergewöhnliche Menschen begegneten, manche bekannt, manche so unbekannt wie ich. Menschen, von denen mich die einen nur eine Stunde, die anderen eine Wegstrecke lang begleiteten. Alle beeindruckten mich oder formten mich auf ihre Art.

So ist es auch mit Orten, die ich besuchte oder Ereignissen, denen ich beiwohnte. Ich lernte Arme und Reiche unterschiedlichster Rassen, Nationen und Religionen kennen. Ich geriet nie in Versuchung, mich besser oder schlechter zu fühlen, als sie es waren. Ich habe gute und katastrophale Zeiten durchlebt. Habe gelacht, geliebt, geweint und gelitten, genau wie andere Menschen auch. Mein Motto ist stets das gleiche geblieben: ich war ich, ich bleibe ich, wollte und will nichts anderes sein. Auch wenn das oft bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen und sich blaue Flecken zu holen.

3 Großmütter

Ich wuchs in der Familie meiner Mutter auf. Anders als zu dieser Zeit üblich, lebten bei uns Mann und Frau in einer gleichberechtigten Partnerschaft. Sie kommunizierten nicht nur auf Augenhöhe miteinander: Die Frauen waren mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet, die oft die der Männer überstiegen. Wohl gemerkt nur in meiner Mutterlinie. Von meiner Vaterlinie weiß ich nicht viel, vermute aber, dass diese Oma ihre Familie ganz ordentlich unter ihrer Fuchtel hatte.

Hätte jemand meinen Großmüttern gesagt, dass sie eigentlich in einem »Matriarchat« lebten, hätten sie ihn ausgelacht. Sie bestanden darauf, dass sie nur den ihnen zustehenden Platz in Familie und Gesellschaft einnahmen und über Generationen hinweg gesammeltes „Frauenwissen“ hüteten.

Meine Eltern ließen sich kurz nach meiner Geburt scheiden. Sie zeigten beide kein sonderliches Interesse an mir, da sie vorwiegend mit sich selbst und ihren neuen Partnern beschäftigt waren. Mein Großvater ersetzte mir liebevoll den Vater, verstarb aber viel zu früh, kurz vor meinem vierten Geburtstag. Ich blieb mit vier Frauen zurück: Urgroßmutter, Großmutter, zwei Großtanten. Sobald ich verständig genug war, klärten sie mich über die minderwertige Stellung der Frau innerhalb der Gesellschaft und die Missstände in Politik und Kirche auf.

Damals führte kein Weg an der christlichen Religion vorbei. Aus dem Grund waren wir alle getauft und konfirmiert. Meine Erziehung gestaltete sich jedoch völlig anders. Bevor Gott, Maria, das Jesuskindlein, die Engelchen und der Teufel sich in meinem kindlichen Verstand einnisten konnten, war er längst von keltischen und germanischen Gottheiten infiltriert. Unsere Ahnen behüteten mich, wenn ich mit den Geschöpfen der Göttin spielte, den Elfen, Zwergen und Feen. Klar wagte sich manchmal auch ein Troll in meine Nähe, aber den vertrieben die Frauen recht rasch mit Gehstöcken und Regenschirmen.

Meinen Großmüttern waren die monotheistischen Religionen allesamt suspekt. Von Paradies, Hölle und Sünde wollten sie gleich gar nichts wissen. Das Einzige, was zählte war der Glaube. Eine rein persönliche Angelegenheit. Sie verehrten die Göttin in ihrer Dreifaltigkeit: die Jungfrau im Frühling, die Mutter im Sommer, die alte Weise im Herbst und Winter. Sie offenbarte sich in der Natur. Die Frauen lehrten mich, dass der Mensch nicht ohne die Natur, die Natur aber sehr wohl ohne den Menschen auskommen kann.

Ich wuchs schon Mitte der 50er Jahre mit Ritualen auf, die sich erst in den 70ern und 80ern langsam wieder etablierten. Zu jener Zeit suchten die Menschen nach Alternativen zu den Staatsreligionen, strandeten aber meistens in einer esoterischen Nebelsuppe.

So weit ich mich in der Familiengeschichte zurücktasten kann, besuchten unsere Frauen und Männer immer die Schule und erlernten einen Beruf. Die „Hausfrau“ als solche gab es nicht. Das konnte man sich finanziell nicht leisten und strebte es auch nicht an. Die Worte „Bücher“ und „Weiterbildung“ wurden großgeschrieben, egal, welche Ausbildung man durchlief. Bei uns war alles vertreten, von Putzfrauen bis zu ProfessorInnen. Alle saßen bei Familienfeten am in bunter Reihe am gleichen Tisch, weil es keine hierarchischen Unterscheidungen gab.

Ich habe einige Bücher zum Thema »Emanzipation« gelesen. Ich würde es manchen Autorinnen gönnen, sich mit meinen Großmütter auseinandersetzen zu müssen. Denen, die glauben darüber urteilen zu können, welche Frauen der »Unterschicht« oder der »Gruppe der Unterprivilegierten« zuzurechnen sind. Zu Letzteren zählen sie auch Altenpflegerinnen, Kindergärtnerinnen und Frisörinnen. Diesen Damen hätten meine Großmütter nachdrücklich davon abgeraten, weitere „Pamphlete“ zu verbreiten. Wenn Akademikerinnen und andere »Eliteweibchen« sich erdreisten, Frauen in »Schichten« einzuteilen, wird die Frauenbewegung ad absurdum geführt. Es steht uns nicht zu, unsere Mitfrauen herabzuwürdigen. Sonst erweist sich die »Emanzipation« als »Nullnummer«.

Meine vier weisen Alten trichterten mir den Respekt vor der Natur in all ihren Erscheinungsformen ein. Ebenso den Abscheu vor Leuten, die aus reiner Macht- und Besitzgier Mensch und Natur ausbeuten. Ich lernte bereits in diesen jungen Jahren, dass es Dinge gab, die unverzichtbar waren: Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf (und natürlich Bücher, ein Gläschen Rotwein und Tabak). Alles andere war „Luxus“, den man sich ab und an gönnen konnte, schließlich wurde auch er uns vom Göttlichen geschenkt. Aber: „Luxus“ durfte genutzt jedoch nicht zum „Götzen“ erhoben werden. Wahrscheinlich bin ich wegen dieser Erziehung niemals wohlhabend oder gar reich geworden, trotz bester Ausbildung.

Sie weihten mich in die „heiligen Mysterien der Frauen“ ein, Geburt, Tod und Wiedergeburt. Mit ziemlicher Sicherheit würden sie sich im Grabe umdrehen, wenn sie von Männern hörten, die in Schwangerschaftskursen mithecheln. Undenkbar für sie Väter, die im Kreißsaal Videos von der Geburt der Sprösslinge drehen. „Geburt“ war ausschließlich ein „Frauending“.

Ich wuchs, unter Anleitung der Großmütter, zu einem charakterstarken Mädchen heran, das sich durch ein recht turbulentes Leben kämpfte. Das aber niemals aufgab oder seinen Prinzipien zuwiderhandelte. „Göttinnen, Götter und Ahnen“ passten ein Leben lang darauf auf, dass mir nichts Schlimmeres passierte als das Leben selbst. Kam ich doch einmal in eine Situation, die ich alleine nicht bewältigen konnte, schickten sie mir Menschen, keine Engel, die mir im entscheidenden Augenblick zur Seite standen.

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