Olaf Jansen - Von Losern und Quietschmäusen

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Das Buch liefert eine ebenso höchst amüsante wie provokante Antwort auf lieblose Zeiten. Anhand einiger Episoden aus dem Leben seines fiktiven Helden Lars schildert der Autor die Verklemmtheit und den erotischen Notstand deutscher Nachkriegszeit sowie die schrecklichen und schrillen Folgen ihrer rigiden und repressiven Erziehungsmethoden. Wem alles erotische und sexuelle von Kindesbeinen an zur Sünde erklärt wird, dem Gerät das Erwachsenwerden zu einer von unerreichbaren Sehnsüchten getriebenen und von schrecklichem Schuldwahn gehemmten Schlitterpartie. Er lernt bestenfalls, durch Härte, aber nicht Verhärtung des Denkens der zwischengeschlechtlichen Realität beizukommen und sich so in einen ironisch – zynischen Schutzpanzer einzuigeln, hinter dem sich der «freizügige» Moralist unschwer erkennen lässt. Das Buch gibt im Kern der Hoffnung Ausdruck, dass sich Männer und Frauen in einer nicht zu fernen Zukunft unverstellt begegnen.

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Auch Herr Scholz war wie die bisherigen Vormieter körperlich völlig unversehrt und in einem ähnlichen mittelalterlichen Zustand, schätzungsweise 40 bis 45 Jahre alt mit gelblichen dünnen Haaren. Herr Scholz war ein etwas untersetzter Mann mit einem leicht rötlich gefärbten Gesicht. Allerdings war Herr Scholz ein fröhlicher und gesprächiger Mensch, den Lars und sein Bruder in seiner Mansarde gerne besuchten, weil er mit ihnen herumtobte und Geschichten erzählte. Er war wohl keine Schönheit, aber viel sympathischer als die beschriebenen Zimmerherren vor ihm. Er wurde des Öfteren von einer hübschen jungen Frau besucht, die er als seine Verlobte bezeichnete. Seine Verlobte wurde als Fräulein Schöning vorgestellt. Herr Scholz nannte sie Karin. Wenn Fräulein Schöning zu Besuch kam, verließen Klein-Lars und sein Bruder Herrn Scholz und das Mansardenzimmer und gingen die Treppe hinunter in die Wohnung der Eltern im ersten Obergeschoss.

Die Besuche von Fräulein Schöning fanden meist am Wochenende statt, also zu einer Zeit, in welcher auch Lars' Eltern zuhause waren. An dem hörbaren Knarren der Dielen des Mansardenzimmers konnte man erkennen, dass oben wiederum getobt wurde, diesmal allerdings zwischen Herrn Scholz und Fräulein Schöning. Die Eltern schauten in solchen Fällen etwas verlegen an die Decke, sodass Lars und sein Bruder immerhin spürten, dass oben irgendetwas geschah, was den Eltern nicht so angenehm war. Denn sie stellten in diesen Fällen das neuerworbene Radio lauter oder gaben den Kindern einige Aufgaben, die in der Küche zu erledigen waren, wo das Toben nicht zu hören war. Nach diesem Toben kamen Herr Scholz und Fräulein Schöning meistens etwas erhitzt die Treppe herunter. Sie grüßten freundlich und gingen dann im gegenüber liegenden Stadtpark spazieren. Herr Scholz kehrte nach einiger Zeit allein zurück, begab sich in sein Mansardenzimmer, wo die Kinder ihn wieder besuchen konnten, um mit ihm zu toben. Sie hielten sich dort lieber auf als in der darunter liegenden Familienwohnung. Denn die Eltern gingen sowohl miteinander als auch mit ihren Kindern nicht sehr liebevoll um. Sie stritten sich häufig, wobei der Vater den weitaus bösartigeren Teil beitrug. Hierbei wurde er seinerseits von seinem Vater Diethelm, Lars' Großvater, auch noch energisch unterstützt, wenn der gerade zu Besuch gekommen war.

„Ihr Adligen bildet euch immer noch ein, etwas Besseres zu sein als die von euch sogenannten ‚Bürgerlichen‘. Ihr habt die Kriegstreiber und letztlich Verlierer, Kaiser Wilhelm, Adolf etc., immer fleißig unterstützt. Damit habt ihr an der Katastrophe in diesem Land maßgeblich mitgewirkt. Wir aber, die sogenannten Bürgerlichen, wir haben das Land zur Blüte gebracht, anstatt es auszusaugen. Wir haben tatkräftig an der Schaffung von Volksvermögen, Macht und Einfluss dieses Landes mitgearbeitet.“

So ging es immer, wenn Großvater Franz Diethelm zu Besuch kam. Sein Lieblingsthema war es, auf Lars' adliger Mutter herumzuhacken.

Die Mutter stammte aus einer Familie des Pommerschen Uradels. Viele ihrer Verwandten, Onkel, Großonkel und Vettern, hatten schon zu Kaisers Zeiten und früher eine Militärkarriere eingeschlagen, da jeweils nur der älteste Sohn das landwirtschaftliche Gut erben konnte. So war auch der Großvater mütterlicherseits als dritter Sohn von der Erbfolge des Landgutes ausgeschlossen. Er hatte ebenfalls traditionsgemäß eine Militärkarriere eingeschlagen. Das Kasernengebrüll war ihm dann jedoch zu dumm geworden. Im Übrigen hatte er sich wohl als rabiater junger Mann einige Körperverletzungen und Beamtenbeleidigungen zuschulden kommen lassen. Er war auch in späterem Alter recht jähzornig und schlug schnell zu, wenn ihm etwas in die Quere kam. Ein solcher Grund hat wohl auch dazu geführt, dass er 1910 mit seiner Verlobten Dorothea – kurz: Dora – in die damalige Kolonie Deutsch Südwest-Afrika auswanderte und dort Farmland zur Züchtung von Karakulschafen und Rindern erwarb. Sein Entschluss wurde vermutlich auch durch entsprechende Amnestiegesetze für auswanderungswillige Straftäter gefördert. Er kam schnell zu erheblichem Wohlstand. Alsbald wurden dort auch Lars' Mutter und deren Bruder geboren.

Der Großvater hatte sich wohl nicht damit abfinden können, dass nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg die Briten die deutsche Kolonie übernahmen und sie unter das Protektorat von Südafrika stellten. Denn eines Tages erschienen zwei britische Soldaten auf der Farm des Großvaters und begannen ihm auf Englisch zu erklären, dass dies nunmehr britisches Hoheitsgebiet sei, dass er aber durchaus bleiben könne, wenn er sich den britischen Regeln unterwerfe. Die Soldaten konnten kaum ausreden, als der Großvater sie in deutscher Sprache anherrschte, dass hier Deutsch gesprochen werde. Denn Deutsch sei eine Weltsprache. Als die Soldaten ihm weiter in englischer Sprache die neue Zeit zu erklären versuchten, befahl der Großvater seinem schwarzen Vorarbeiter, dem Engländer einige Schläge zu verpassen. Der Vorarbeiter wusste, wer sein Boss war. Er kam diesem Befehl sofort nach.

Einige Zeit später erschienen zwei bewaffnete britische Offiziere, die dem Großvater einen Ausweisungsbefehl mit ungefähr folgendem Inhalt vorlegten: Er habe binnen kurzer Frist nur mit tragbarer Habe und höchstens hundert Schilling mit dem nächsten Frachtschiff, bei lebenslangem Verbot der Rückkehr, das Land mit seinen beiden Kindern zu verlassen. Seine Frau Dora war einige Jahre zuvor an akuter Blinddarmentzündung und Blinddarmdurchbruch gestorben, nachdem sie wegen schlechter Transportmöglichkeiten zu spät in die Landeshauptstadt Windhuk zur Operation gebracht werden konnte. So musste der Großvater mit Lars' Mutter unter Zurücklassung seines gesamten Vermögens das Land endgültig verlassen. Auf der Überfahrt auf einem britischen Handelsschiff nach Europa musste er die englische Schiffsmannschaft bedienen. Sobald er dies nicht zur vollen Zufriedenheit der englischen Herren erledigte, wurde er zur Strafe unter Deck – auch mit anderen zwangsweise repatriierten deutschen Kolonisten – in einen Holzverschlag gesteckt, vor dem ein Schwarzer zum Hohn mit einer hölzernen Gewehrattrappe die Gefangenen bewachte. Das hatten sich die Briten zur besonderen Demütigung unbotmäßiger Gegner ausgedacht, zumal die schwarzen Einwohner der Kolonien seinerzeit in ihrem Sklavenstatus rechtlich eher als bewegliche Sachen des jeweiligen Kolonialherren behandelt worden waren. Es war also kein Wunder, dass der Großvater nicht gut auf die „Tommys“ zu sprechen war und später, als inzwischen etwas gealterter Offizier, mit Begeisterung in den Zweiten Weltkrieg zog.

Zunächst kehrte er mit seinen beiden kleinen Kindern in sein Ursprungsland Pommern zurück. Dort wurden sie von ihren Verwandten als mittellose Flüchtlinge nicht gerade begeistert aufgenommen. Immerhin kam der Großvater mit einigen fantasievollen Geschäften wieder zu Geld. Er verschaffte Lars' Mutter als erster Tochter in der gesamten Familiengeschichte die Möglichkeit, Medizin zu studieren und nach erfolgreichem Abschluss eine Zahnarztpraxis zu eröffnen. Er war trotz wilhelminischer gutsherrlicher Prägung insoweit seiner Zeit ein Stück voraus. Denn zu jener Zeit hielt man es im Landadel für unnötig, Töchtern eine höhere Ausbildung zu gewähren. Vielmehr hatte beispielsweise ein Gutsfräulein von Schneckenschiss gefälligst zu warten, bis sich ein Freiherr von Rumpelstolz näherte, um sich beim gutsherrlichen Vater schnarrend um dieses Töchterchen zu bewerben. So war Lars' Mutter zwar vom alten Schrot und Korn der nachwirkenden Kaiserzeit geprägt, aber durch Erleben der Kolonialzeit und durch ihr Studium in verschiedenen Studienorten aufgeklärter und weltoffener als beispielsweise ihre Kusinen Karla, Frieda, Erna, Olga und dergleichen. Und wenn die nicht gestorben sind, dann warten sie noch heute auf einen Bräutigam.

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