Olaf Jansen - Von Losern und Quietschmäusen

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Das Buch liefert eine ebenso höchst amüsante wie provokante Antwort auf lieblose Zeiten. Anhand einiger Episoden aus dem Leben seines fiktiven Helden Lars schildert der Autor die Verklemmtheit und den erotischen Notstand deutscher Nachkriegszeit sowie die schrecklichen und schrillen Folgen ihrer rigiden und repressiven Erziehungsmethoden. Wem alles erotische und sexuelle von Kindesbeinen an zur Sünde erklärt wird, dem Gerät das Erwachsenwerden zu einer von unerreichbaren Sehnsüchten getriebenen und von schrecklichem Schuldwahn gehemmten Schlitterpartie. Er lernt bestenfalls, durch Härte, aber nicht Verhärtung des Denkens der zwischengeschlechtlichen Realität beizukommen und sich so in einen ironisch – zynischen Schutzpanzer einzuigeln, hinter dem sich der «freizügige» Moralist unschwer erkennen lässt. Das Buch gibt im Kern der Hoffnung Ausdruck, dass sich Männer und Frauen in einer nicht zu fernen Zukunft unverstellt begegnen.

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Lars, so soll die Person heißen, war etwa Mitte 20, als er zu Gast bei seinem damals besten Freund in Mailand war. Der Freund namens Ludwig hatte schon in seinem 20. Lebensjahr kurz nach dem Abitur seine Freundin Elvira geheiratet, weil sie von ihm schwanger war und ihre Eltern sie quasi gezwungen hatten zu heiraten. Als Lars nun nach dem gemeinsamen Abendessen mit beträchtlichem Alkoholgenuss wissen wollte, was man nun unternehmen könne, schlug Ludwig ihm vor, dass man seine Elvira gemeinsam poppen könnte. Elvira war ebenfalls betrunken und hatte deshalb nichts dagegen. Lars war allerdings unschlüssig. Er hatte zwar schon von „einem flotten Dreier“ gehört, aber selbst noch keinen mitgemacht. Ludwig warf Elvira aufs Bett und machte es Lars vor. Nun sollte Lars loslegen. Ihm war jedoch elend zumute, er traute sich nicht recht, er fand das auch unmoralisch und hockte sich eher widerwillig auf die auf dem Bauch liegende Elvira. Während sie ihn lockte und in ihrem Hamburger Dialekt lallte: „Nu mach schoun Altäh“, versuchte Ludwig, seinen Freund in die richtige Position zu schieben. „Ech määk nichs“, greinte Elvira. In der Tat konnte sie nichts merken, weil Lars' kleiner Mann nicht so recht mitmachen wollte. Elvira wurde nun unwirsch. Sie robbte in Richtung ihres Nachtschranks und riss einige dort aufbewahrte Pornoheftchen heraus, warf diese hinter sich in Richtung Lars. „Da, lies das äsma un dann mädest duddich wiedä!“, höhnte sie in ihrer norddeutschen Mundart. Das war Lars' erster Dreier.

Wo steht der Mann heute, wie geht der Mann heute mit sich und dem weiblichen Geschlecht um? Das hängt sicher auch davon ab, wie seine Eltern und Freunde damit umgegangen sind. Die häufig so sinnlosen und verzweifelten Versuche vieler Männer, mit ihren halbwahren oder unwahren Frauengeschichten zu prahlen, sind nur ein trauriges Ergebnis des dauernden Unverständnisses. Deshalb muss man Lars in seiner Entwicklung von Kindesbeinen an beschreiben, damit einige seiner Erkenntnisse und aber auch Irrungen und vor allem Bosheiten verständlich werden.

Von seiner Mutter weiß Lars, dass er in einer kleinen Stadt in Pommern geboren wurde, wo sie eine Zahnarztpraxis errichtet hatte. In den letzten Kriegstagen ist sie mit ihm, den sie auf ihren Rücken gebunden hatte, und mit seinem Bruder, der in einem von ihr gezogenem Bollerwagen saß, vor den Russen mit vielen anderen Flüchtlingen in Richtung Westen getreckt. So nannte man das massenhafte Flüchten mit einem Minimum von Hab und Gut. Während dieser Trecks machten sich insbesondere die Briten einen Spaß daraus, im Tiefflug entlang den mit Flüchtlingen, insbesondere mit Müttern und ihren Kindern, alten Männern, Pferdegespannen und Handwagen vollgestopften Landstraßen zu rasen und mit Dauerfeuer aus Maschinengewehren die Flüchtlingsströme zu beschießen. Daher rannten die Flüchtlinge beim Herannahen eines Flugzeugs jeweils seitlich in die Felder, um ihre Überlebenschancen zu erhöhen.

Es hatte viele Tote und zerschossenes Hab und Gut gegeben, als Lars' Mutter mit seinem Bruder in Lübeck ankam. Dort fanden sie Unterschlupf bei einem entfernten Verwandten, der ihnen in seiner kleinen Villa widerwillig seine im Keller befindliche Garage zum Aufenthalt zuwies. Sein Auto, ein „Adler“ der dreißiger Jahre, gab es nicht mehr. Es war beschlagnahmt worden, wie so vieles, das werthaltig war und noch für kriegstüchtig gehalten wurde. Wertsachen, wie Schmuck, Tafelsilber, Uhren etc., hatte Lars' Mutter aus gutem Grund auf den Treck nicht mitgenommen. Sie musste befürchten, von den Russen überholt, vergewaltigt und bestohlen zu werden oder auch von anderen Flüchtlingen, versprengten deutschen Militäreinheiten etc. beraubt oder beklaut zu werden. Sie hatte diese Dinge im Garten des verlassenen Hauses in der Ostzone vergraben, in der Hoffnung, später zurückkehren zu können, um diese Sachen wieder auszugraben und fort zu schaffen. Während Lars' Vater noch in jugoslawischer Kriegsgefangenschaft war, gelang es seiner Mutter, die damals noch ungesicherte Zonengrenze mehrmals zu überqueren und bei Nacht und Nebel einige Wertsachen wieder auszugraben und nach Lübeck zu bringen.

Lars hat nie erfahren, ob sie vergewaltigt wurde, ob er von seiner Mutter gestillt wurde oder ob sie ihn und seinen älteren Bruder durch anderweitig ergatterte Nahrung am Leben erhalten hatte. Dieses Thema wurde nie besprochen, da es ja mit der weiblichen Brust zu tun hatte. Darüber zu sprechen war offenbar ungehörig und deshalb tabu. Lars weiß nur aus späteren Erzählungen, dass alle unter ständigem unsäglichen Hunger litten und bei Nachbarn und den britischen Besatzungssoldaten um Essen bettelten. Seine Mutter hatte in den ersten Jahren nach dem Krieg keine Möglichkeit, in ihrem Beruf Geld zu verdienen. Sie ging hamstern, wie man das damals nannte. Das hieß, dass sie versuchte, mit kleinen Wertgegenständen bei Bauern im Umland etwas zu tauschen, wie ein paar Eier oder ein Stück Speck oder etwas Brot. Es gab das zu essen, was sie gerade ergattern konnte. Wie er später erfuhr, hatte Lars' inzwischen aus der Gefangenschaft zurückgekehrter Vater auf dem Schwarzmarkt noch mit damals gültiger alter Reichsmark und wohl auch einigen früher gehorteten Devisen zusammen mit einem Verwandten amerikanische Zigaretten auf dem Schwarzmarkt eingekauft und diese ebenso schwarz gegen Nahrungsmittel verhökert. So konnten sie mühsam, wenn auch mit Mangelerscheinungen wie einer Trichterbrust, überleben.

Das Bewusstsein von Klein-Lars beginnt in der Zeit, als das damals sogenannte Quartieramt die Familie einige Straßen von der Garage entfernt in ein Mansardenzimmer in einer in einem Garten nahe am Stadtpark gelegenen einfachen Villa einwies. Dort durften sie die Küche und die Toilette, nicht aber den Garten der dort einheimischen Bewohner mitbenutzen. Obwohl beide Eltern promovierte Akademiker waren (der Vater wurde später Staatsanwalt), wurden sie ständig als Menschen zweiter Klasse behandelt. Freiwillig wurde ihnen nichts gegeben. Sie durften nichts aufsammeln, etwa Fallobst im Garten. Wenn irgendetwas fehlte oder gar gestohlen war, waren es immer die Flüchtlinge gewesen. Es gab kaum Butter, es gab kein Obst. Das Butterpapier wurde sorgfältigst mit dem Messer abgeschabt. Es wurde ebenso sorgfältig mit der Innenseite in der Pfanne verrieben, damit dort wenigstens beim Braten von eingesammeltem Gemüse oder gehamsterten Kartoffeln ein Fettfilm entstand. Die jedem Bürger zugesandten Lebensmittelmarken wurden sehr sorgsam verwaltet. Zuweilen wurden sie aber auch gestohlen, was wiederum eine Katastrophe im Ernährungsplan auslöste. Diese Lebensmittelkarten wurden Lars' Eltern teilweise von besser situierten Verwandten mit der Post zugeschickt, kamen aber zum großen Teil nie an. Die Mutter hatte den Postboten in dringendem Verdacht, solche Sendungen zu unterschlagen. Sie hatte ihn einmal beobachtet, wie er mit einer starken Taschenlampe einen Brief durchleuchtete. Seitdem nannte sie ihn den Butterfresser.

Schließlich wurde Lars' Familie die erste Etage in der Villa zugewiesen. Sie bestand aus drei Zimmern, einer provisorischen Küche und einem provisorischen Bad. In das zuvor von der ganzen Familie bewohnte Mansardenzimmer wurde als Untermieter zunächst ein Zollbeamter namens Herr Miese eingewiesen. Nach Lars' Erinnerung war er ein sehr bleicher Mensch mittleren Alters, der den Krieg offenbar unversehrt überstanden hatte. Er war äußerst ruhig, geradezu spießig und – wie man heute sagen würde – nicht im Entferntesten irgendwie sexy. Irgendwann zog dieser farblose Mensch aus. An seiner Stelle wurde ein Herr Hering eingewiesen. Herr Hering hatte ein gelbliches, sehr flaches ovales Gesicht mit einer Narbe, die von einer Mensur herrührte, wie Lars später erfuhr. Ansonsten war er unversehrt. Er trug eine flache und etwas zu große Brille aus dem damals sehr einfachen Sortiment der Krankenkassen. Herr Hering war genauso farblos und ruhig wie Herr Miese. Man bemerkte ihn kaum, obwohl im ersten Obergeschoss das Knarren der Dielen aus dem darüber gelegenen Mansardenzimmer hin und wieder zu hören war. Herr Hering war Staatsanwalt, also ein Kollege des inzwischen ebenfalls zum Staatsanwalt berufenen Vaters. Auch Herr Hering zog eines Tages aus. An seine Stelle rückte ein Herr Scholz nach.

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