Carmen Reiter - Die Alkoholikerin

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Gott, was bin ich froh, dass die Putzfrau kommt, wenn auch erst am Mittwoch. Noch froher bin ich über den Umstand, dass ich mich durchgesetzt habe, denn mein Mann duldet keine Putzfrau in unserem Haus. Aber es ist mir egal, sie kommt jetzt und Schluss, denn ich bin in letzter Zeit aufmüpfig geworden. Mein Mann mag wohl durch den Krempel waten, der im Hause herumliegt, es macht ihm offensichtlich nichts aus, mir aber schon, und ich habe nicht mehr die Kraft, weiterhin alles selbst zu machen. Ich habe ebenfalls nicht mehr die Kraft und vor allem nicht mehr die Lust, Mittel zum Zweck für wen auch immer zu sein. Denn so sah mein ganzes Eheleben aus: Ich wurde selbstverständlich wie die Atemluft in Anspruch genommen.

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Ein mehrseitiger Brief an meinen Mann ist darunter, voller Vorwürfe und paradiesischer Vorstellungen drüber, wie es denn wäre, wenn er sich doch bloß mir mehr zuwenden würde. Die Beschreibung eines Tanzvergnügens, an dem ich bitterlich weinte, weil mein Mann, anstatt mit mir zu tanzen, sich unter dem Vorwand, müde zu sein, früh zurückzog und mich dort alleine sitzen ließ. Im gleichen Schriftstück befindet sich auch der Bericht über mein Glück, als an einem anderen Fest unsere Lieblingsmusik gespielt wurde und mein Mann bis zum Schluss da bleib und mit mir tanzte. So einfach bin ich in den siebten Himmel zu heben, allein er merkt das zu selten. Von mir aber wird verlangt, dass ich immer merke, was sich gehört und was getan werden muss. Oder ist das nur meine Einbildung? Tatsache ist, die Ansprüche an mich empfinde ich als zahlreich und hart.

Viele Blätter enthalten nur Arbeitspläne für den gegebenen Tag, sind nur Aufstellungen darüber, was erledigt werden muss, wie Einkäufe, Hausarbeit, Amtsgänge, aktuelle Wünsche meiner Kinder an mich, oder aber auch Planungen über Dorffeste und sonstige soziale und gesellschaftliche Verpflichtungen, an denen ich und mein Mann in unserem Ort regen Anteil haben. Nicht wenige von ihnen verwundern mich dahingehend, weil ich mir gegenwärtig nicht vorstellen kann, mich in einem seelischen Zustand befunden zu haben, um sie in dieser flehenden Sprache zu verfassen; sie sind erschreckend, haarsträubend, voll von unsäglicher Frustration. Diese äußert sich auch in dem nie ausgehändigten Brief an meine Lieben, in dem ich mich dafür entschuldige, dass das Essen zu Mittag schon mal angebrannt war, weil ich wegen zu vielem Alkoholkonsum beim Kochen eingeschlafen war. Im gleichen Brief erwäge ich, die Familie zu verlassen, um mit einer so verzweifelten Tat ihr Erleichterung zu verschaffen, anstatt ein Problem für sie zu sein. Das Schreiben endet mit der Versicherung, dass ich für meinen Mann, dessen lebenslange Zielstrebigkeit ich zu loben nicht vergaß, und meine beiden Kinder nur das Beste will.

Nebst einer Danksagung zur Goldenen Hochzeit meiner Eltern ist auch ein ebenfalls nie abgeschickter Liebesbrief dabei, von dem ich nicht mehr weiß, wann ich ihn für meinen Mann geschrieben habe, der aber von meinen chaotischen inneren Gefühlsstürmen sehr gut Zeugnis ablegt.

In dem Ordner befinden sich ebenfalls Behandlungsverträge über stationäre und teilstationäre Leistungen einschlägiger Einrichtungen zur Suchtbehandlung und ärztliche Berichte über meine zahlreichen diesbezüglichen Krankenhausaufenthalte, die wegen meiner wiederholten Rückfälle stattfanden. Nach einem Rückfall bin ich nämlich immer zum Krankenhaus, um den Entzug unter ärztlicher Aufsicht durchzustehen. Auch der Bericht über meine erste Langzeittherapie ist dabei. Darüber hinaus viele Infoblätter von verschiedensten Angeboten von Einrichtungen zur Bekämpfung von Alkoholabhängigkeit. Ein Informationsblatt über Taijiquan, „eine alte Bewegungskunst“, wie es dort steht, von der ich durchaus annehme, dass sie hilfreich sein kann, wenn man sie über lange Zeit praktiziert. Ich hatte aber noch nicht den Nerv dazu. Diese Kunst ist jedoch nicht geeignet bei Psychotikern, wie daselbst in einer Anmerkung zu lesen ist. Bin ich eine Psychotikerin? In den Berichten von meinen Krankenhausaufenthalten ist davon nirgends die Rede. Die Seelenruhe, solche Übungen auch zu Hause durchzuführen, empfinde ich jedoch nicht. Was muss ich tun, um sie zu erlangen?

Es folgen die Rechnungen über Eigenanteile, Bescheide der Rentenversicherung über die Kostenübernahme, ergänzen diese Sammlung an Dokumenten. Zum Schluss finde ich noch Merkblätter des Sozialpsychiatrischen Dienstes über Vorträge an der Arbeit an sich selbst in Sachen Genuss , „Für sich sorgen“, Zeiteinteilung, Notfallplan bei Suchtdruck, Definition der Stille, Tipps für einen gesunden Schlaf und verschiedene Therapiekonzepte.

Nicht immer, wenn mich früher das Trinkverlangen packte, ich ihm auch widerstehen konnte. Heute ist das anders, wenn ich hin und wieder Suchtdruck verspüre. Es ist so: Ich brauche nur den Alkohol zu opfern um das meiste, wenn nicht alles von dem zu erhalten, wovon ich träume. Warum soll ich dann rückfällig werden?

Ich blättere nochmals in den Papieren und finde auch Zeitungsausschnitte über die Events in unserem kleinen Dorf wie Karneval, Kirmes, Jahrestage, ein Bericht über unsere inzwischen seit Jahrzehnten geschlossene Schule und die dort unterrichtenden Lehrer. Auch von den Sankt Martins Zügen und deren Vorbereitungen, die immer mit viel Arbeit verbunden waren. Ich erledigte das Mdeiste, damit andere dann Spaß an der Feier haben konnten. Noch mehr Auflistungen meiner Tagesabläufe, die nicht selten von ärgerlichen Störungen, die als Wünsche getarnte Ansprüche an mich unterbrochen wurden, die für mich Stress und Mehrarbeit bedeuteten. Wahrlich, für meine Familienangehörigen scheine ich das Mädchen für alles, die Zuflucht in der Not zu sein, allerdings ohne Recht auf Widerspruch. Egal, was ihnen widerfährt, es fällt auf mich zurück und ich soll es für sie richten. In meinen Notizen beschreibe ich auch die kleinen Nadelstiche, mit denen ich mich zur Wehr setze, aber diese Art, sich Ausgleich zu verschaffen, ist eigentlich lächerlich, kontraproduktiv und vor allem nicht ausreichend. „Nein!“ zu sagen wäre das einzig wirksame Mittel gegen das rücksichtslose Benutzen meiner Person durch alle Familienmitglieder.

Nun, nachdem ich meine Notizen durchgesehen habe, stelle ich fest: Mein Weg zur Alkoholabstinenz und Nüchternheit, den ich hinter mir habe, ist schon wahrlich lang. Aber weder die Rückfälle noch das Gefühlschaos in meiner Seele noch das Erzwingenwollen der Dinge haben bewirkt, dass ich weiter gekommen wäre. Ich sehe: Mein Verhalten gleicht dem einer Motte. So wie diese so lange um die Lichtquelle kreist, bis ihre Flügel verbrannt sind, so versuche ich immer wieder mit den gleichen Methoden die Zufriedenheit zu erhaschen. Weil meine Umwelt sich nicht so verhält, wie es mir lieb wäre, gerate ich immer wieder in die seit Jahrzehnten gleichen Gefühlszustände und Verhaltensweisen. Diese sind gleichermaßen schwer erträglich wie wirkungslos. Dann folgt der nächste Rückfall und der Teufelskreis beginnt von Neuem.

Ich glaube, ich muss eine andere Rezeptur anwenden. Ich muss meine Verhaltensweise ändern. Es ist nötig, dass ich meinen reflexartigen Empfindungen nicht nachgebe, und statt dessen meine Gedanken, meine Worte und mein Tun dem Verstand unterordne. Ich glaube, ich schaue mir das AA-Programm näher an. Es heißt, es ist ein spirituelles – also ein geistiges – Programm.

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