Dominic D. Kaltenbach - GELD & SEX

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Ein offener zwischenmenschlicher Informationsaustausch scheint jedem die notwendige Orientierung in unserer unübersichtlichen Zeit zu bieten. Gerade die neuen Medien führen die Ratsuchenden und die Hilfsbereiten zusammen. Zielt die Orientierungshilfe wirklich immer auf das Wohl des Beratenen? Bereits die klärende Annäherung an das Geldwesen bringt Unerwartetes zutage. Dieser vermeintlich egozentrische Lebensbereich ist ohne Wechselseitigkeit gar nicht denkbar. Die Geldjünger müssen dafür sorgen, dass weder die Gier nach Geld noch der Ausgleich des Vermögens durch Konsum abebbt. Keiner von ihnen darf je mit dem Erreichten zufrieden sein. Die entsprechende Kontrolle verlangt Transparenz. Gibt es keine Gemeinschaft, in der ein vernünftiger Umgang mit Geld ebenso möglich ist wie eine individuelle Zufriedenheit? Zum Glück weiß bei der Sexualität jeder selbst worum es geht und was ihm gefällt. Drei sexuelle Revolutionen scheinen das Wissen immens gesteigert, jegliche Fremdherrschaft im Bett abgeschafft und allerlei skurrile Praktiken in die Öffentlichkeit geführt zu haben. Im Ergebnis scheinen jedoch umso mehr Menschen an ihrer eigenen Normalität zu zweifeln und begeben sich panisch in die Fänge der Gutachter außerhalb der Intimsphäre. Nicht selten verteilen hier zwielichtige Moralapostel für die gewährten Einblicke Hohn und Spott. Braucht die sexuelle Erfüllung wirklich mehr als die Vertrautheit der direkt Beteiligten? Verschwiegene und selbstzufriedene Individuen wurden seit jeher argwöhnisch beäugt. Wer jedoch bei Geld- und Sexualfragen nicht auf Schwarmintelligenz setzt, macht sich erst recht verdächtig. Beim abschließenden Vergleich der informellen mit der formellen Sozialkontrolle sammelt ein erstaunlicher Kandidat Sympathiepunkte: Kann es tatsächlich angenehmer sein, die Staatsanwaltschaft im Schlafzimmer zu haben, als so manchen Mitmenschen in der näheren Umgebung zu wissen?

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Natürlich könnte man hier einwenden, dass die Wahl des Konjunktivs bei der Verbreitung dieser erfundenen Gerüchte angemessener wäre. Zum einen macht man sich, nach Ralf Höcker, ohnehin jedoch auch dann strafbar, wenn man die üble Nachrede ausdrücklich als Gerücht klassifiziert. Zum anderen wurden die Schilderungen über das Treiben der Päpste, so die Sexualphilosophen Stefanie Voigt und Markus Köhlerschmidt, schon vor Jahrhunderten, mehr oder weniger überprüft, zum Allgemeinwissen erhoben.

Im Ancien Régime des 17. und vor allem 18. Jahrhunderts waren die Ausschweifungen im Vatikan, dank des Whistleblowers Martin Luther (1483 bis 1546), möglicherweise schon etwas abgedroschen. Jedenfalls beschränkte sich die Beschäftigung mit der unsäglichen Vermengung von Öffentlichem und Privatem fortan nicht mehr auf den Klerus alleine. Um Genaueres zu erfahren muss man allerdings schon nach den großen Literaten dieser Zeit, wie etwa dem französischen Philosophen Jean-Jacques Rousseau (1712 bis 1778), Ausschau halten.

Heutzutage bedürfe es weder eines bedeutenden Amtes noch sonstiger Würden, um auf ewig in das große Geschichtsarchiv des Internets aufgenommen zu werden, so das letzte Bunga-Bunga-Opfer Silvio B. Die zeitgenössische Selbstbestimmung baut, wie die Journalistin Ulrike Knöfel feststellt, nicht unwesentlich auf dem Verrat auf. Das Wahren von Geheimnissen prädestinierte den Einzelnen zum Mitglied in den ehemals vorherrschenden kleinen und verschworenen Vereinigungen. Unter den neuen Vorzeichen stellt ihm die Enthüllung dagegen den Status eines Weltstars in Aussicht. Jeder kann sich im digitalen Zeitalter, gerade auf diesem Weg, selbst zur öffentlichen Figur erheben. Genau das lässt das Pendel der „Wichtigkeit des Einzelnen“ heute wild zwischen extremer Beachtung und völliger Bedeutungslosigkeit hin und her schwingen.

Im Rahmen dieses Spiels kann bei jedem kleinen Zwist, ob im Privaten, der Schule oder im Arbeitsleben, allerdings auch jedem Einzelnen zum Verhängnis werden, was bereits der langjährige Direktor des FBI, J. Edgar Hoover (1895 bis 1972), begonnen hatte. Nicht mehr in eigens angelegten geheimen Dossiers, aber irgendwo im Internet sind die kleinen, bisher belanglosen Informationen gesammelt, die nun schlagartig und gebündelt gegen den Urheber Verwendung finden.

Ob Hoover selbst tatsächlich Frauenkleider getragen hat und mit seiner betont konservativen Lebenshaltung von seiner Homosexualität ablenken wollte, bleibt bis heute mutmaßende Retourkutsche für dessen Sammelleidenschaft. Motiviert sei das Horten solcher Informationen nämlich aus einem grundsätzlichen Sicherheitsbedürfnis heraus. Die naturgegebene Konkurrenz zwischen den Menschen und der ständige wechselseitige Vergleich brauche einen beruhigenden Pol. Hat man erst einmal eine Schwäche am Mitmenschen ausgemacht, stehe man nicht nur vor sich selbst besser da, diese jederzeit einsetzbare Munition verleihe eine beinahe erhabene Macht. Dabei spielt es gänzlich keine Rolle, ob das in Stellung gebrachte Pulver auch tatsächlich der Wahrheit entspricht.

„Vertrauen“ meint entsprechend die Bereitschaft, sich freiwillig verletzbar zu machen. Wie also könnte man selbiges besser demonstrieren, als sich buchstäblich zu entblößen. „Sexting“ bezeichnet diesen vertrauensbildenden Vorgang des digitalen Austauschs mehr oder weniger erotischer Bilder. Die Vertrauenswürdigkeit des Adressaten macht sich jedoch nicht alleine an dessen charakterlichen Eigenschaften fest. Die Sache hat auch ein technisches „Häkchen“. Stets besteht die Gefahr, dass selbst die ehrlichste Haut das ihr digital Anvertraute versehentlich freilässt. Sind die Bilder erst einmal in Umlauf, lässt sich ein diesbezüglicher Irrtum kaum mehr beheben. Sicherheitshalber lassen angeblich deshalb immer mehr Eltern ihre Töchter spätestens zum 16. Geburtstag dem allgemeinen Schönheitsideal entsprechend zurechtschneiden. Es falle ja schließlich alles auf die Familie zurück.

Eine andere Variante auf der Suche nach Sicherheit lässt zwar den Körper unversehrt, ist jedoch nicht weniger kostspielig. So verspricht ein Gestänge, das bei richtigem Aufbau eine Pyramide ergibt, die völlige Isolation von allerlei Strahlung. Für einen fünfstelligen Betrag erhält man ein Modell, bei dem garantiert keine störende Energie von außen am ruhesuchenden Selbst zerrt. Phantasielose Geizhälse betätigen einfach den Ausschaltknopf ihres Mobiltelefons. Jedoch nicht, ohne sich vorab zu vergewissern, dass die PIN zur Reaktivierung noch präsent ist.

Auf welchem Weg auch immer, sobald man der ohrenbetäubenden Welt entflohen ist, gibt es nicht weniger zu entdecken, als die „Kraft der Stillen“. Entgegen der allgemeinen Auffassung, die lauten Mitmenschen seien schöner, intelligenter, erfolgreicher und sympathischer, finden sich bei den Freunden der leisen Töne überraschende Gegenbeispiele. Sicherlich ist es auf Anhieb nur schwer vorstellbar, aber auch hübsche und erfolgreiche Führungspersönlichkeiten wie Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier sollen zu den eher introvertierten Charakteren gehören.

Zwar steht Extraversion für Selbstsicherheit und Erfolg, Introvertierte sind allerdings alles andere als unsicher und ängstlich. Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung (1875 bis 1961) bemerkte bereits in den 1920er-Jahren, dass diese Menschen ihre Energie einfach nur mehr nach innen richten. Sowohl die Pyramidenverkäufer als auch die Vertreter der Schwarmintelligenz ignorieren mit aller Kraft die schlechten Nachrichten der Forschung. Um einen Gedanken auf der Basis einer gründlichen Analyse reifen zu lassen, braucht es kein Pyramidengestänge. Diese Eigenschaft wird nach heutigem Wissen vererbt und steckt, schwächer oder stärker ausgeprägt, in jedem von uns. Für tatsächlich wertvolle Gedanken braucht es auch keinen Schwarm. Der Sozialpsychologe Wolfgang Stroebe stellt bezüglich des Brainstormings sogar ernüchternd fest, dass der einzelne Denker potentiell weit bessere Ideen hervorbringt, als den gruppengenerierten, aber immerhin wechselseitigen Beifall erzeugenden, Mainstreambrei.

Dabei sei es gar nicht grundsätzlich dumm, der Herde nachzulaufen, wie Axel T. Paul feststellt. Wenn eigene Maßstäbe fehlen, sei die Imitation ein durchaus rationales Verhalten. Geld und Sexualität scheinen Paradebeispiele zu sein, bei denen sich die öffentliche Selbstdarstellung der Menschen an der vermeintlichen Mehrheitserwartung orientiert. Entsprechend lassen sich die Äußerungen mit mehr oder weniger interessanten Rückschlüssen einordnen:

Je mehr Prahlerei, desto weniger Stellen scheint der Kontostand zu haben, so die ersten Hinweise aus einer Spiegelserie, die sich eigens dem besseren Verständnis der tagtäglichen Probleme der Wohlhabenden gewidmet hat. Die schrillsten Selbstdarsteller brächten es meistens maximal auf sieben Stellen vor dem Komma. Diese Hürde scheint allerdings mit einem Jahreseinkommen im unteren sechsstelligen Bereich gerade deshalb nur schwer zu nehmen zu sein, weil jeder mit diesem Gehalt bereits zum Geldadel gehöre. Der entsprechend notwendige repräsentative Lebenswandel, gerade weil jene sich selbst in der Unterschicht der Oberschicht wähnen, lasse für Rücklagen kaum einen Spielraum. Interessanterweise scheinen die absoluten Repräsentationsausgaben umso geringer auszufallen, je weniger sie relational ins Gewicht fallen. Gerade die Menschen, die finanziell bedenkenlos tun könnten, was die Mehrheit bekundetermaßen anstrebt, führen oftmals ein bemerkenswert asketisches Leben. Bevor hieraus jedoch voreilige Rufe nach einem Grundeinkommen angeregt werden, dessen Höhe diese Bescheidenheit und Tiefstapelei für jedermann finanzierbar macht, sei bereits darauf hingewiesen, dass die Hintergründe nicht unbedingt finanzieller Natur sind.

Die ausschweifendsten Phantasien über die Mitmenschen bringt jedoch immer noch das Thema Sexualität hervor. Je mehr moralische Empörung, desto verdorbener scheint die Vorstellungskraft zu sein. Erstaunlicherweise findet sich die völlig ungehemmte Zügellosigkeit nämlich nicht bei der sexuell verwahrlosten Jugend der Generation Porno, sondern mehrheitlich nur in den Köpfen der entsetzten Diskutanten. Bei wissenschaftlichen Erhebungen muss übrigens, wie bei kaum einem anderen Thema, in diesem Umfang berücksichtigt werden, dass die Befragten ihre Realität, ob bewusst oder unbewusst, an das anpassen, was sie in den Schlafzimmern ihrer Mitmenschen vorzufinden vermuten: Hetero-, Homo-, Bi-, Tri-, Quattro-, Metro-, Trans- und Zissexualität, alleine diese, wenn auch unvollständige, Aufzählung ermattet. Im Verhältnis zu Schilderungen aus dem Alten Testament und erst recht zu jenen aus der griechischen Antike, handele es sich bei den zugrunde liegenden Praktiken, nach Hans Magnus Enzensberger, jedoch geradezu um farblose Biedermeierei. Lediglich von Paaren, die seit Jahrzehnten in einer erfüllten Beziehung leben, hört man das, wovon auch die heutige verdorbene Jugend träumt: Liebe und wechselseitige Geborgenheit seien das Wichtigste. Sexualität spiele eher eine beiläufige Rolle.

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