Dominic D. Kaltenbach - GELD & SEX

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Ein offener zwischenmenschlicher Informationsaustausch scheint jedem die notwendige Orientierung in unserer unübersichtlichen Zeit zu bieten. Gerade die neuen Medien führen die Ratsuchenden und die Hilfsbereiten zusammen. Zielt die Orientierungshilfe wirklich immer auf das Wohl des Beratenen? Bereits die klärende Annäherung an das Geldwesen bringt Unerwartetes zutage. Dieser vermeintlich egozentrische Lebensbereich ist ohne Wechselseitigkeit gar nicht denkbar. Die Geldjünger müssen dafür sorgen, dass weder die Gier nach Geld noch der Ausgleich des Vermögens durch Konsum abebbt. Keiner von ihnen darf je mit dem Erreichten zufrieden sein. Die entsprechende Kontrolle verlangt Transparenz. Gibt es keine Gemeinschaft, in der ein vernünftiger Umgang mit Geld ebenso möglich ist wie eine individuelle Zufriedenheit? Zum Glück weiß bei der Sexualität jeder selbst worum es geht und was ihm gefällt. Drei sexuelle Revolutionen scheinen das Wissen immens gesteigert, jegliche Fremdherrschaft im Bett abgeschafft und allerlei skurrile Praktiken in die Öffentlichkeit geführt zu haben. Im Ergebnis scheinen jedoch umso mehr Menschen an ihrer eigenen Normalität zu zweifeln und begeben sich panisch in die Fänge der Gutachter außerhalb der Intimsphäre. Nicht selten verteilen hier zwielichtige Moralapostel für die gewährten Einblicke Hohn und Spott. Braucht die sexuelle Erfüllung wirklich mehr als die Vertrautheit der direkt Beteiligten? Verschwiegene und selbstzufriedene Individuen wurden seit jeher argwöhnisch beäugt. Wer jedoch bei Geld- und Sexualfragen nicht auf Schwarmintelligenz setzt, macht sich erst recht verdächtig. Beim abschließenden Vergleich der informellen mit der formellen Sozialkontrolle sammelt ein erstaunlicher Kandidat Sympathiepunkte: Kann es tatsächlich angenehmer sein, die Staatsanwaltschaft im Schlafzimmer zu haben, als so manchen Mitmenschen in der näheren Umgebung zu wissen?

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Geht es allerdings um den Schutz der Privatsphäre, steht ohnehin primär die Abwehrfunktion der Grundrechte gegen den Staat im Fokus der Wahrnehmung. Was uns in den 1980er-Jahren hätte erwarten können, entfaltet hier, dank George Orwell (1903 bis 1950), nachhaltige Wirkung. Über den wahren Zweck staatlich installierter Videoüberwachungsanlagen auf öffentlichen Plätzen lässt sich seither kein Mensch mehr täuschen. Noch vom Ort des Geschehens aus wird die Internetgemeinde informiert: Soeben habe man die kriminellen Machenschaften der Sicherheitsbehörden durch die mutige Missachtung des Vermummungsverbotes unterwandert. Selbiges gilt allerdings nur im Zusammenhang mit Versammlungen, so dass fraglich bleibt, wer oder was hier beisammen war. Endlich wieder in die grundrechtlich geschützte Wohnung zurückgekehrt, kann mit Eifer am Eldorado für zwielichtige Zeitgenossen gebastelt werden. Selbstverständlich interessieren sich auch die Sicherheitsbehörden für die angeberischen Informationen: Der neue Sportwagen, die schick eingerichtete Wohnung mit angegebener Adresse in bester Wohnlage, die soeben gebuchte Reise auf die Malediven etc. Fehlt nur noch das ausdrückliche Bedauern, dass man Erstere im Zeitraum X leider aufgrund Letzterer verwaist zurücklassen muss. Diese Informationen stellen auch einen ersten Ansatzpunkt für die Beamten dar, in deren Zuständigkeit dann die Aufklärung des „Angriff[s] auf den Gewahrsam einer täterfremden beweglichen Sache bei [...] beabsichtigtem Angriff auf [...] die Sachherrschaft [über selbige]“ liegt. (Die zitierte Quelle im „Fachlexikon Recht“ trägt übrigens den schnöden Titel: „Diebstahl“.)

Natürlich soll das Internet endlich eine Öffentlichkeit ermöglichen, die an keinerlei Zugangsbedingungen geknüpft ist. Der „kleine Mann“ wurde lange genug ausgeschlossen. Schließlich etablierte sich das Verständnis der „bürgerlichen Öffentlichkeit“ als Überwindung der Herrschaft derer da oben bereits im 18. Jahrhundert.

Zweifellos gibt es im Internet auch keine Fremden, die nicht als potentiell neue Freunde angesehen werden müssen. Die gemeinsamen Interessen sollen ja gerade auf diesem Weg ausgelotet werden.

Selbstverständlich sind dabei die aufeinandertreffenden Vorstellungen von Öffentlichem und Privatem fließend. Man ist schließlich offen für alle(s).

Unklar bleibt jedoch offensichtlich, ob die virtuell ausgestellten Bilder der eigenen Habseligkeiten lediglich als schnöde Angeberei oder als kostenloses Angebot bei Selbstabholung zu verstehen sind.

Um also ein Bewusstsein für die unterschiedlichen Weltdeutungen zu schaffen, mussten die Vereinten Nationen zu einem ebenso innovativen wie anschaulichen Mittel der Menschenrechtsbildung greifen. Der im Zuge dessen neu ernannte, inoffizielle „UN-Sonderbeauftragte zur Steigerung der Wertschätzung der Privatsphäre“, Mark Zuckerberg, lässt regelmäßig unregelmäßig die entsprechenden Grundeinstellungen seiner Plattform ändern. „Das Zeitalter der Privatheit ist vorüber“ lautet der provokante Slogan bei Facebook, der die Menschen zu mehr Vorsicht beim Umgang mit ihren persönlichen Daten ermahnen soll. Dieses Vorgehen sei für die realen Verhältnisse viel zu subtil und vor allem viel zu langsam, wie Edward Snowden streng geheimen Quellen zufolge meint. Derweil zielt ein weiterer Bestandteil der Facebook-Bildungskampagne auch auf den vorsichtigeren Umgang in Finanzangelegenheiten. Das Vabanquespiel „Behalte ich die Kontrolle über meine persönlichen Daten?“ ist nun auch in der Fassung „Behalte ich die Kontrolle über mein Geld?“ erhältlich.

Selten entfaltet eine Aktion der Vereinten Nationen in dieser Geschwindigkeit die gewünschte Wirkung. Möglicherweise geht der Erfolg auch darauf zurück, dass die UN-Operation hierbei nicht in einem weit genug entfernten, ohnehin unterentwickelten Irgendwo stattfindet. Die Gefahr für die Menschenrechte geht nicht nur von den hochentwickelten Industrienationen aus, sie bedroht ausnahmsweise auch deren Bürger. Die Menschen seien jedenfalls bereits erkennbar misstrauischer geworden. Teilweise zeigten sie sich geradezu verschlossen, so dass einige Betrachter, mehr oder weniger sarkastisch, bereits von einer erkennbaren Rückkehr zu den wichtigen Dingen des Lebens sprechen. Auf der einen Seite müssen sich diejenigen, die eine zeitnahe Antwort auf ihre Mails als höflich betrachten, bereits mit den Opfern von Psychoterror vergleichen lassen. Selbige würden ebenfalls durch die völlige Stille beim Warten in den Wahnsinn ihrer eigenen, zermürbenden Gedankenwelt getrieben. Auf der anderen Seite müssen sich wiederum diejenigen, die eine permanente Facebookpräsenz als lebensnotwendig betrachten, bereits mit den letzten Gästen einer Party vergleichen lassen. Selbige gäben ebenfalls, selbst im Morgengrauen, die Hoffnung nicht auf, doch noch jemanden in ihr Schlafzimmer abschleppen zu können. Die Jugend amüsiert sich derweil angeblich nur über die antiquierte Nutzung von sozialen Netzwerken und erst recht über das Versenden von Mails. Im Netzwerk senden sie allenfalls hie und da etwas in die Runde. Chats bieten hingegen die gewünschte Flüchtigkeit und selbst technikaffinen Eltern und Pädagogen bleibt der Einblick verwehrt.

Die Sozialwissenschaftler sind von diesen Vorgängen entzückt. Erstmals könnte sich unter Umständen in Echtzeit beobachten lassen, wie der Übergang von einem durch Entblößung und Gewalt geprägten Naturzustand zu einer durch Umgangstugenden und festen Regeln geprägten Zivilisation aussieht. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass sich hier Umgangsformen etablieren werden, die diejenigen der analogen Welt überragen. Einer entsprechenden Enttäuschung zuvorkommend, weist Georg Diez darauf hin, dass auch Maschinen und Technik die Menschen nicht in ihrem Wesen verändern werden. Der Rahmen des digitalisierten Geplauders bringt allerdings eine wesentliche Veränderung mit sich: die Speicherkapazität. Im analogen Umgang wirkte der erfreuliche oder unerfreuliche Verlauf eines Gesprächs lediglich in einer natürlicherweise nachlassenden emotionalen Erinnerung nach. Dank Bits und Bytes kann selbiger nunmehr in aller Ruhe immer wieder analysiert, überinterpretiert und aufgekocht werden.

Völlig neu sind die einhergehenden Gefahren allerdings nicht, wie ein Blick in das lange währende Technikzeitalter 0.0 zeigt. Wer falschen Freunden eine Weltsicht offen legte, die sich beispielsweise nicht nach der Grundauffassung der katholischen Amtskirche richtete, spielte damals buchstäblich mit seinem Leben. Für unsere Zeit scheint jedoch vielmehr die Konfusion charakteristisch, was denn nun überhaupt als öffentlich und was als privat einzustufen sei. Seit Jahren wird auf die Frage, ob Bunga-Bunga-Partys in Italien nun privat oder von öffentlichem Interesse seien, eine Antwort gesucht. Während die einen darin eine legitime Machtdemonstration sehen und die anderen daraus vor allem eine Schädigung der Institution ableiten, dauert die Suche nunmehr schon Jahrhunderte:

Ein enthaltsames Leben für Geistliche der katholischen Kirche war zwar bereits seit dem Jahr 306 angedacht, bis zum Beginn einer mehr oder weniger ernsthaften Durchsetzung des Zölibats vergingen jedoch noch knapp 800 Jahre. Welche Nonne dennoch unbedingt öffentlich ausplaudern musste, dass Seine Heiligkeit Sixtus III (Pontifex von 432 bis 440) als wörtlich genommener Stellvertreter des Herrn auch ein besonders versierter Verführer und Nebenbuhler um die „Bräute Christi“ gewesen ist, konnte bis heute nicht geklärt werden. Bei Johannes XII (Pontifex von 955 bis 964), der eine begehrenswerte Schwester hatte, tauchte dummerweise der Ehemann auf und hatte für die vorgefundene Form der Geschwisterliebe nicht sehr viel übrig. Jedenfalls ließ sich die resultierende Ermordung des amtierenden Oberhauptes der katholischen Kirche, trotz der engen familiären Umstände, nicht im Privaten halten. Bekannt sind auch die Ausschweifungen zu Zeiten des Pontifikats Alexanders VI (Pontifex von 1492 bis 1503). Der Borgia-Familie waren zur Steigerung von Macht und Einfluss vielerlei Mittel recht und die einhergehende Wirkung in der Öffentlichkeit nur billig.

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