„Ist echt cool“, sagte Herrchen und nahm dann die Speisekarte vom Tisch und verglich sie mit der im „Fon“. Sie sind schon verrückt, die besten Freunde des Hundes. Anstatt mich zu streicheln, fotografieren sie mich und bewundern die Aufnahme. Aber um wieder auf die Eigenschaften und Eigentümlichkeiten des
Spezies Homo Sapiens zu kommen:
Sie haben, Wirbeltiere die sie auch sind, auch eine Zunge. Aber die dicke, manchmal belegte Zunge spielt beim Menschen lediglich beim Küssen eine Rolle. Sie stecken sich da die Zungen gegenseitig in den Mund und nennen das Liebe. Wenn sie sich die Zunge rausstrecken, ist das allerdings kein Zeichen für Liebe. Und das Ablecken einer tollen Soße vom Teller gilt als unfein. Sich gegenseitig ablecken ist geradezu unmöglich,
auch ihre Babys lecken sie nicht ab. Schade, es entgeht ihnen wirklich was. Aber wenn ich ihnen die Freuden des Abschleckens am lebenden Beispiel zeigen will, schreien sie: „Pfui, Pfui. Hör auf, das ist unhygienisch!“
Außer den vier Extremitäten verfügt der Durchschnittmensch über keine weiteren für uns Hunde nennenswerten Merkmale. Wie wir Rüden besitzt der männliche Mensch noch ein zusätzliches Glied, um das er ziemliches Gedöns macht. Weibliche Menschen sind dagegen stolz auf nur zwei, dafür aber überdimensionierte Milchdrüsen, denen die Männer viel Aufmerksamkeit schenken.
Sie haben sie auch, wenn sie keine Kinder säugen oder aufziehen. Diese zusätzlichen Sonderausstattungen finden die Männer an den Frauen ziemlich sexy, begehrenswert und toll. Je größer sie sind, desto schöner. Darum lassen sich Mädels, die nicht viel Selbstbewusstsein haben, solche Drüsen künstlich vergrößern. Und damit die dann nicht runterfallen, tragen sie „Büstenhalter“! Allerdings verstecken die Frauen ihre Ausbuchtungen allerliebst in feinste Spitze und Seide, die in der Regel schweineteuer sind. Viele Männer verschenken solche klitzekleinen Dinger, nennen es Reizwäsche und die Damen müssen es dann in einer privaten Modeschau vorführen. Aber denken Sie jetzt nicht, mein Frauchen
würde so was machen. Sie ist mehr fürs Praktische und Herrchen kriegt Küsse, wenn er ihr warme Angora Unterwäsche für Winterspaziergänge mit mir schenkt.
Ich muss allerdings ehrlich sagen, mir gefallen die neckischen Sachen wesentlich besser, außerdem erinnert mich die Angora Unterwäsche an diesen ultimativ doofsten Angora Kater der Welt, mit Namen "Schmusebär". Ich darf gar nicht daran denken, wenn das seine Wolle wäre, da auf Frauchens Haut...Laut einer dieser unüberprüfbaren Umfragen bei unüberprüfbaren Menschen, schauen Männer meistens als erstes auf diese Milchdrüsen, wenn sie einer Frau begegnen. Ich würde nie auf die Idee kommen, einer Hundedame derart unverfroren in ihren intimsten Bereich zu blicken.
Fragt es sich, wie es mit der Seele, den inneren Werten aussieht. Also meines Wissens und meiner Erfahrung nach, kann man Charaktereigenschaften wie Treue, Toleranz, Klugheit, Liebesfähigkeit, Kriminalität nicht
direkt erkennen. Auch wenn es heißt: „Kleider machen Leute!“ Aber wenn sich einer eine Soutane überzieht, heißt das noch lange nicht: wo Pfarrer draufsteht, ist auch Pfarrer drin. Wenn einer einen schlechten Charakter hat und zum Beispiel Hunde mit seinen Fallschirmspringerstiefeln tritt, dann macht er das mit oder ohne Kutte.
Fragt sich, wie es mit der Seele, den inneren Werten aussieht. Also meines Wissens und meiner Erfahrung nach, kann man Charaktereigenschaften wie Treue, Toleranz, Klugheit, Liebesfähigkeit, Kriminalität nicht direkt erkennen. Auch wenn es heißt: „Kleider machen Leute!“ Aber wenn sich einer eine Soutane überzieht, heißt das noch lange nicht: wo Pfarrer draufsteht, ist auch Pfarrer drin. Wenn einer einen schlechten Charakter hat und zum Beispiel Hunde mit seinen Fallschirmspringerstiefeln tritt, dann macht er das mit oder ohne Kutte. Die Menschen sind Meister im Verkleiden. Nur uns Hunde kann niemand mit seinem Outfit beschummeln. Wir erkennen am Geruch, an der Haltung, am Tonfall und vielen anderen Dingen, wen oder was wir vor uns haben.
Aber meine Erfahrung mit den Menschen zeigt, dass 99,9% super sind. Nur die 0,1%, die nicht so meinem Geschmack entsprechen, sorgen für Headlines im Blätterwald. Und dafür, dass alle Hunde, auch die die keine Kampfunde sind, dann gezwungen werden einen Maulkorb zu tragen.
DARUM BRAUCHT DER MENSCH EINEN HUNDWenn Frauchen besonders gut aufgelegt ist, dann kauft sie für mich beim Metzger ein halbes Pfund von der fetten Landleberwurst, die wir beide so lieben. Da sie aber streng auf Diät achtet, gönnt sie ihre Lieblingswurst nur mir. Wenn wir dann zu Hause sind, machen wir es uns noch in Mantel und Schuhen - also sie, nicht ich - auf dem Küchenhocker bequem. Sie bestreicht eine duftende Scheibe Graubrot dick mit der gigantisch leckeren Wurst. Da ich nun nicht so schnell esse, wie sie die Häppchen schneidet, muss sie sich opfern und auch mitessen. Das ist immer eine supergeile Fress-Orgie. Herrchen darf davon natürlich nichts wissen, denn Frauchen, die sonst auch die Namen: Schatz, Liebling, Schnucki hat, jammert immer: „Nun esse ich schon fast überhaupt nichts, trotzdem nehme ich nicht ab!“ Ich schweige wie ein Grab, denn ich liebe sie. Und ich verrate Herrchens nächtliches Bierflaschenköpfen am Kühlschrank auch nicht, wobei wir immer eine Ecke Camembert gemeinsam verputzen (oder auch zwei). Nein, meine Leute verrat ich nicht, sie zeigen mir mit diesen heimlichen Freßkaspaden, wie sehr sie mich lieben .
Wie gesagt, wir mögen und verehren unsere Menschen, können gar nicht mehr leben ohne sie. Wir brauchen sie zum Überleben, wie wir schon in grauer Vorzeit festgestellt haben.
Laut statistischem Bundesamt sind wir in Deutschland an die 8,6 Millionen Hunde, die sich einen Menschen halten. Oft sogar ein ganzes Rudel, das sie Familie nennen.
Was ist dran am Menschen, dass er für den Hund so interessant ist?
Möglicherweise ist der Mensch für den Hund das, was die Blattlaus für die Ameise oder die Kuh für den Menschen: Wenn man sie an bestimmten Stellen streichelt - Blattlaus oder Kuh - bekommt man leckere Tröpfchen, die gut schmecken und satt machen. Wenn der Hund den Menschen streichelt, nein, meist ist es ja umgekehrt, also, wenn der Hund sich streicheln lässt, bekommt er dafür ein feines Fresschen. Logischerweise ist es daher für den Hund erstrebenswert, sich einen Menschen zu halten. Nicht auszudenken, dass der arme Hund sonst auf Jagd gehen müsste und so ekelige Dinge wie Mäuse, Würmer, Vögel und stachelige Igel nicht nur töten, sondern auch noch selber fressen sollte!
Wenn ich denke, wie schwer es ist, bei diesem Viech zeug an den schmackhaften Kern zu kommen und all die Haare und Federn auszuspucken, dann lasse ich mir doch lieber eine Dose öffnen oder noch lieber eine Stück Frischfleisch dünsten und mit einem Blättchen Petersilie servieren. Und wenn uns unser Mensch dann noch Häppchen für Häppchen per Hand füttert, wissen wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.
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