M.P. Anderfeldt - Die Prinzessin der Lilien

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Willkommen in der Hölle. Als sich die 18-jährige Japanerin Miyako 1945 mit 200 weiteren Mädchen freiwillig zum Dienst als Hilfskrankenschwester im Okinawa Militärhospital meldet, hat sie keine Ahnung, was sie erwartet.
Die Amerikaner kommen, mit unzähligen Schiffen, Panzern und Soldaten, doch die japanischen Verteidiger sind wild entschlossen, die Insel nicht dem Feind zu überlassen.
Die Mädchen geraten in die verlustreichste und vielleicht grausamste Schlacht des zweiten Weltkriegs. Eine wahre Geschichte.

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Kikuko ging um die Kiste herum und zog beherzt seine Hand von Miyakos Bein weg. Dann ging sie ohne ein Wort nach vorne und zog wieder am Container. Miyako verbeugte sich unentschlossen vor dem Soldaten und eilte hinter Kikuko und der schlingernden Kiste her.

Der Hunger war greifbar geworden, er war ihr ständiger Begleiter und er verwandelte die Menschen. Viele Patienten konnten an nichts anderes mehr denken und schrien die Mädchen an, sie sollten ihnen zu essen bringen. Natürlich bekamen auch die Schülerinnen nicht mehr zu essen als die Patienten, sie hatten wahrscheinlich nur einfach weniger Zeit, an ihren Hunger zu denken.

Wenn einer der Soldaten gestorben war oder nicht mehr in der Lage war zu essen, stürzten sich die Umliegenden auf seine Ration und stopften sich gierig den wässrigen Brei oder den Reisball des Toten in den Mund. Der Hunger macht uns zu etwas anderem, dachte Miyako, er tötet die Menschlichkeit. Sie betete, dass ihr dieses Schicksal erspart bliebe.

Am Eingang der Höhle diskutierte der Wachhabende mit einem abgerissen aussehenden Soldaten. Der Neuankömmling trug einen verletzten Kameraden auf dem Rücken.

»Wir sind voll«, wimmelte ihn der Wachhabende ab, »versuchen sie es in der nächsten Krankenstation. Dort ist die Chirurgische Einheit Nummer 2 …«

»Da waren wir schon und man hat uns weggeschickt.«

»Das tut mir leid. Aber wir sind voll. Wir könnten uns ohnehin nicht in angemessener Weise um ihren Kameraden kümmern.«

Die Stimme des Mannes klang zornig, aber Miyako hörte die Verzweiflung, die sich dahinter versteckte. »Hören Sie. Ich war mit diesem Mann in Shanghai und Nanking. Wenn er nicht gewesen wäre, wäre ich tot. Verdammt, wenn er nicht aus der Deckung gestürmt und die Handgranate geworfen hätte, wäre unser halber Zug tot. Er verdient einen Scheiß-Orden und sie wollen ihn nicht einmal verarzten. Und jetzt trage ich ihn seit fünf Stunden auf meinem Rücken und ich werde nicht eher hier weggehen, bis sie ihn aufnehmen.«

Der Angesprochene seufzte. »Lassen Sie mal sehen.« Er ging um den Soldaten herum und hob den Kopf des Verletzten. Er drückte ein Auge des Bewusstlosen auf und sah hinein. Dann ließ er den Kopf los, der wieder zurücksank. »Es tut mir leid, Ihr Kamerad ist tot.«

Der Soldat schien zu torkeln. Vorsichtig legte er seinen Kameraden auf den Boden und ging mit offenem Mund einen Schritt zurück um ihn zu betrachten. »Das … nein, das kann nicht sein. Er hat eine Braut in Matsumoto, er kann doch nicht einfach …« Der Soldat schüttelte den Kopf und sah die Mädchen hilfesuchend an.

Kikuko stupste Miyako an und zeigte auf den Behälter. Die beiden schoben ihn bis zum Rand der Höhle und ließen ihn dort stehen. Von da führte nur eine Leiter nach oben. Draußen war es Nacht, doch alle paar Sekunden erleuchteten Explosionen den Himmel und ließen den Boden erzittern. Helle Streifen sausten über den Himmel.

Eigentlich sah es aus wie ein riesengroßes Feuerwerk, dachte Miyako. Eines, wie es sich die Leute in den großen, reichen Städten im japanischen Mutterland in heißen Sommernächten ansahen. Ihr Vater hatte davon geschwärmt. Alle trugen dann leichte, bunte Yukatas und die Männer tranken Sake. Sie saßen da, machten Musik und betrachteten das Feuerwerk. Sie hatte sich das immer sehr schön vorgestellt.

»Gefechtsbeleuchtung«, kommentierte Kikuko. Im Norden zeichneten sich die Berge schwarz vor dem hellen Himmel ab, als ob dort bald die Sonne aufginge. Es war das erste Wort, das sie an Miyako gerichtet hatte.

Sie zeigte auf die Kiste. »Hast du das schon mal gemacht?«

Miyako schüttelte den Kopf, dann fiel ihr ein, dass Kikuko das im Zwielicht wahrscheinlich nicht sehen konnte und sie verneinte es.

»Nimm dir eine der Schaufeln. Wir graben draußen ein Loch und werfen alles hinein.«

Draußen atmete Miyako erst einmal tief durch. Sie war froh, endlich aus der Höhle herauszukommen genoss die frische Luft. Der Mond stand als schmale Sichel über dem Meer, das man durch die Hügel erkennen konnte.

»Beeilen wir uns, hier draußen ist es nicht sicher, Miyako-kun.«

Miyako lächelte, weil Kikuko sie beim Namen genannt hatte. Sie wäre gerne noch draußen geblieben und hätte die Sterne betrachtet, aber natürlich hatte Kikuko recht, sie mussten sehen, dass sie so schnell wie möglich wieder in die Höhle kamen.

Hastig gruben sie ein Loch, bis Kikuko sagte: »Das genügt.« Dann trugen sie die abgetrennten Gliedmaßen die Leiter hoch und legten sie in die Grube. Es war schrecklich, die kalten, oft blutigen Arme und Beine mit der Hand anzufassen und damit die Leiter hinaufzubalancieren.

Als der Behälter endlich leer war, waren die Mädchen völlig erschöpft. Sie schütteten die Grube wieder mit der losen Erde zu.

Miyako fühlte sich wie auf einer Beerdigung und wollte irgendetwas sagen. Zum Zeichen des Gebets presste sie die Handflächen zusammen und verbeugte sich. Kikuko zögerte, dann tat sie es ihr gleich.

4

Manchmal war das Zwielicht in der dunklen Höhle auch ein Segen, denn einige Soldaten waren am Kopf verletzt und hatten kaum noch Gesichter. Anfangs war Miyako erschrocken, als sie diese Gestalten sah, bei manchen war die Haut im Gesicht schwarz und tot wie bei einem verbrannten Stück Fleisch, andere besaßen keine Nasen oder keine Ohren mehr.

Einmal fütterte Hisa, eine der jüngeren Schülerinnen, mit dem Löffel einen Soldaten, dessen Unterkiefer nur noch eine breiige, vor Blut schwarz glänzende Masse war.

Selbst im schummrigen Licht der Kerosinlampen konnte Miyako erkennen, wie sich das Mädchen ekelte. Als sie einen Löffel Reisbrei in den Rachen des Mannes geschoben hatte, fielen plötzlich Dutzende weiße Maden auf Hisas Hand und in ihren Schoß. Mit einem schrillen Schrei sprang sie auf und lief weg.

Kikuko hatte sie beobachtet und eilte sofort an Hisas Stelle. Als ob nichts gewesen wäre, nahm sie den Löffel, wischte ihn an ihrer Kleidung ab und fütterte den Patienten weiter. Dabei redete sie ruhig auf ihn ein. Miyako verstand nicht, was sie sagte. Sprach sie wieder vom bevorstehenden Sieg Japans? Das war ihr Lieblingsthema, deshalb nannten manche Soldaten sie auch »Fräulein Endsieg« und belächelten sie insgeheim.

Miyako schämte sich nun, dass auch sie sich über Kikuko lustig gemacht hatte. Denn was sie auch sagte, entscheidend war doch, dass sie sich um den Mann kümmerte und dafür verdiente sie Respekt.

Schwester Suzuki zeigte den Mädchen, wie sie die Patienten sauber machen, ihre Fäkalien beseitigen und ihnen beim Urinieren helfen mussten. Besonders die doppelt Amputierten brauchten Hilfe.

Einer der Männer, dem beide Arme unterhalb der Ellbogen amputiert worden waren, weinte ununterbrochen vor Scham, als Miyako seinen Penis hielt und ihm helfen wollte, in einen Becher zu urinieren. Obwohl er dringend musste, konnte er nicht pinkeln, wenn Miyako dabei war. »Ich will sterben. Welchen Sinn hat mein Leben denn noch?«, sagte er immer wieder.

Miyako fehlten die Worte. Sie hatte seit ihrem siebten Lebensjahr keinen Mann außer ihrem Vater berührt und ihr war die Sache ebenso peinlich. Aus Verlegenheit entschuldigte sie sich jedes Mal, bevor sie ihn berührte.

Nachdem der Soldat sie dreimal gerufen hatte und doch immer nichts kam, konnte er sein Wasser nicht länger halten und der Urin ergoss sich auf sein Lager. Beschämt drehte er sich zur Wand um und vermied es, Miyako anzusehen, während sie ihn sauber machte. Sie wollte ihm sagen, dass es sie nicht störte, aber sie wusste nicht, wie.

Die meisten Soldaten waren dankbar für die Hilfe der Schülerinnen. Einer kannte die Namen aller Mädchen und unterhielt sich mit ihnen, wann immer sie vorbeikamen. Er merkte sich sogar die Namen sämtlicher Freundinnen und Verwandten, von denen sie ihm erzählten.

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