M.P. Anderfeldt - Die Prinzessin der Lilien

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Willkommen in der Hölle. Als sich die 18-jährige Japanerin Miyako 1945 mit 200 weiteren Mädchen freiwillig zum Dienst als Hilfskrankenschwester im Okinawa Militärhospital meldet, hat sie keine Ahnung, was sie erwartet.
Die Amerikaner kommen, mit unzähligen Schiffen, Panzern und Soldaten, doch die japanischen Verteidiger sind wild entschlossen, die Insel nicht dem Feind zu überlassen.
Die Mädchen geraten in die verlustreichste und vielleicht grausamste Schlacht des zweiten Weltkriegs. Eine wahre Geschichte.

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Sie dachte an Ihren eigenen Vater, der in Birma das japanische Mutterland verteidigte. Hoffentlich ging es ihm gut. Sie konnte sich noch gut erinnern, wie er das letzte Mal zu Besuch zu Hause war. Sie hatte ihn gefragt, wie lange der Krieg noch dauern würde und er hatte sie ganz komisch angesehen. Dann hatte er sie gebeten, auf ihrer Weltkarte die USA zu suchen und mit Japan zu vergleichen. Sie musste natürlich zugeben, dass Amerika viel größer war. Sie hatte sich geärgert und geantwortet, dass die japanischen Soldaten die besten der Welt seien und noch nie im Kampf besiegt worden waren. Ihr Vater hatte sie spöttisch gefragt, ob sie so etwas in der Schule lernten. Im Übrigen, fügte er hinzu, fürchte er weniger die amerikanischen Soldaten als vielmehr die amerikanische Industrie. Kein Land könne sich mit der Macht der amerikanischen Industrie messen. Außerdem fühlte er sich nicht als bester Soldat der Welt und sei froh, dass er einen Posten als Zahlmeister bekommen hätte. Ein wenig schämte sich Miyako für den Zynismus ihres Vaters. Zum Glück ahnte niemand, wie er zu Hause sprach.

Sie sah zu Kikuko, die in der ersten Reihe stand. Ihr Vater war ganz anders. Er war Kapitän auf einem Kriegsschiff und Miyako hatte ihn einmal in seiner weißen Uniform gesehen. Groß war er gewesen, braun gebrannt und er hatte sich mit einer unglaublich selbstsicheren Geschmeidigkeit bewegt. Miyako konnte sich gut vorstellen, wie er mitten in einem schweren Sturm unbewegt auf der Brücke seines Schiffs stand und mit ruhiger Stimme Befehle gab. Wie stolz Kikuko neben ihm spaziert war, als er zu Besuch auf Okinawa gewesen war. Sicher hatte sie die ehrfürchtigen Blicke genossen. Vielleicht, dachte Miyako resigniert, vielleicht hat Kikuko die Schneidigkeit auch geerbt – wie sie da stand, so völlig ruhig und kein einziger Schweißtropfen sich an ihrem Nacken bildete … Ihr Vater war eben nur ein Kaufmann …

Die Stimme des Offiziers holt Miyako zurück in die Gegenwart. »Mädchen von Okinawa! Euer Direktor hat mir berichtet, dass ihr euch freiwillig für diesen Dienst gemeldet habt. Der Feind kann uns nichts anhaben, solange wir fest zusammenstehen. Unsere Truppen haben die schöne Insel Okinawa zu einer uneinnehmbaren Festung ausgebaut. An diesen Felsen werden die Amerikaner zugrunde gehen. Lang lebe der Kaiser! Lang lebe Japan!«

Daraufhin trat er zurück und Soldaten im Hintergrund, die Miyako nicht sehen konnte, riefen: »Banzai! Banzai! Banzai!«

Die Mädchen stimmten mit ein, teils unsicher, teils begeistert. Beim dritten Banzai jubelte Miyako auch mit und warf ihre Arme nach oben. Jetzt bin ich schon fast ein richtiger Soldat, dachte sie lächelnd.

1

Noch bevor sie etwas sah, roch sie die Mischung aus Schweiß, Blut, Erbrochenem, Urin und Fäkalien. Keine fünf Schritte vom Eingang entfernt war die Luft schon zum Schneiden dick. Noch nie in ihrem Leben hatte sie einen derartigen Gestank erlebt. Nur langsam gewöhnten sich Miyakos Augen an die Dunkelheit in der Höhle – während draußen die Sonne hoch am Himmel stand und die Augen vor Helligkeit schmerzten, war im Innern alles in braunes Zwielicht getaucht.

Dieser nur provisorisch aus dem Felsen geschlagene Grotte entsprach nicht dem, was Miyako sich vorgestellt hatte, als sie sich als Hilfskrankenschwester für das »Okinawa Militärhospital« gemeldet hatte. Der Raum war Teil eines Komplexes natürlicher und künstlicher Höhlen. Es war geplant gewesen, sie im Innern miteinander zu verbinden, dann hätte die Luft zirkulieren können, aber die Zeit hatte nicht ausgereicht. Zu schnell waren die Amerikaner da gewesen und die Arbeiter wurden anderswo gebraucht, um Befestigungen auszuheben. So stand die Luft in der Höhle und es stank schon wenige Schritte vom Eingang entfernt unerträglich. Miyako atmete tief durch. Natürlich musste sie erst einmal husten.

»Daran wirst du dich gewöhnen, Kleine!« Miyako erschrak, als sie direkt neben sich einen Mann auf einer Liege erblickte. Er trug die Uniform der kaiserlichen Truppen und grinste sie frech durch seine Zahnlücken an.

Erschrocken wich sie zurück und trat dabei auf die Hand eines anderen Mannes, der zusammengesunken auf dem Boden saß.

»Pass doch auf«, rief er ärgerlich. Miyako entschuldigte sich sofort mit einer tiefen Verbeugung, doch der Mann sah demonstrativ weg. Um seine Stirn war ein Verband gewickelt, der eines seiner Augen bedeckte. Auch er trug die braune Uniform.

Der erste Soldat winkte ab: »Nimm den nicht ernst, Kleine. Sag mal, wo kommst du denn her?«

Miyako schlug die Augen nieder. Sie war es nicht gewöhnt, dass ein Mann sie ansprach – und dann noch in einem derart vertraulichen Ton. Mit fester Stimme antwortete sie: »Wir haben die Ehre, als Hilfskrankenschwestern von der Himeyuri Oberschule auszuhelfen.«

»Dachte ich mir, dass du so eine bist. Na dann: Willkommen, Lilienprinzessin.« Wieder lachte der Mann.

»Willkommen in der Hölle«, rief ein anderer Mann, den Miyako nicht sehen konnte, weil es zu dunkel war. Diesmal lachte niemand.

Da sie nicht wusste, was sie tun sollte, verbeugte sie sich und hastete weiter. Überall lagen und saßen verwundete Soldaten, die meisten still, einige wimmerten vor sich hin. Vorsichtig und unter vielen Verbeugungen stieg sie über sie hinweg und bahnte sich ihren Weg nach hinten.

Obwohl hin und wieder eine Kerosinlampe an der Decke hing und schummriges Licht verbreitete, konnte sie kaum die Gesichter der Männer ausmachen. Sie spürte die Blicke auf sich ruhen und so mancher machte eine Bemerkung, von der sie genug verstand, um sie lieber zu überhören. Zwischen den Patienten sah sie andere Mädchen herumschleichen. Im Halbdunkel wirkten sie wie Geister.

Am Ende der Höhle war eine Sperrholztür in einen Seitengang eingepasst. Mit Kreide stand darauf geschrieben: »Chirurgie I«. Zögerlich klopfte Miyako. Als keine Antwort kam, klopfte sie nochmals, diesmal energischer.

Jemand riss von innen die Tür auf. Es war Schwester Suzuki. »Endlich! Wo hast du nur so lange gesteckt?«

»Ich - es gab einen Luftangriff und …«, stotterte Miyako, doch die Krankenschwester unterbrach sie gleich: »Hier, halt mal fest!« Ungeduldig winkte sie Miyako zu sich.

»Aber – meine Hände sind nicht desinfiziert!«

Die Schwester seufzte und zeigte stumm auf ein Becken mit Wasser und Seife. Schnell wusch Miyako ihre Hände und eilte an die Seite der Schwester.

»Komm schon. Drück das hier herunter.« Suzuki-san drückte auf den Oberschenkel eines jungen Soldaten, der auf dem Operationstisch lag. Ruhig sah der Soldat Miyako an.

Der Arzt verbeugte sich knapp vor dem Liegenden. »Es tut mir sehr leid, wir können nicht mehr Anästhetikum entbehren, als das, was ich Ihnen gegeben habe. Beißen Sie auf das hier.« Er gab dem Soldaten ein mit Stoff umwickeltes Holzstück. Dann holte er eine Säge und hob sie. Der Soldat schluckte und Tränen traten in seine Augen.

So gut sie konnte, hielt Miyako das Bein fest. Sie drückte es unterhalb der Stelle herunter, wo der Arzt sägte. Als sie bemerkte, dass der Soldat sie ansah, fühlte sie sich verpflichtet, nicht die Augen abzuwenden. Im Augenwinkel sah sie die Hin- und Herbewegung der Säge. Der junge Mann biss mit solcher Kraft auf das Holzstück, dass alle Sehnen an seinem Hals hervortraten.

Miyako wünschte ihm, dass er ohnmächtig würde, sie wünschte es ihm so sehr. Immer wieder schloss er seine Augen, doch dann öffnete er sie wieder. Tränen liefen über sein schmutziges, verschwitztes Gesicht. Miyako hielt seinem Blick stand. Wenn er das aushält, kann ich das auch, dachte sie. Noch nie hatte sie einem Mann so lange in die Augen gesehen und noch nie an dieser Stelle berührt. Wenn ein Mädchen aus der Oberschule erwischt worden wäre, wie sie mit einem jungen Mann auch nur sprach, wäre sie sofort von der Schule verwiesen worden.

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