M.P. Anderfeldt - Die Prinzessin der Lilien

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Willkommen in der Hölle. Als sich die 18-jährige Japanerin Miyako 1945 mit 200 weiteren Mädchen freiwillig zum Dienst als Hilfskrankenschwester im Okinawa Militärhospital meldet, hat sie keine Ahnung, was sie erwartet.
Die Amerikaner kommen, mit unzähligen Schiffen, Panzern und Soldaten, doch die japanischen Verteidiger sind wild entschlossen, die Insel nicht dem Feind zu überlassen.
Die Mädchen geraten in die verlustreichste und vielleicht grausamste Schlacht des zweiten Weltkriegs. Eine wahre Geschichte.

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Miyakos Vater kam vom japanischen Mutterland, aus Honshu. Er war bei einer großen Handelsfirma angestellt, die mit Zuckerrohr handelte, und aus geschäftlichen Gründen nach Okinawa gezogen. Ihre Mutter stammte aus Okinawa. Wenn Miyako im Heimatdorf ihrer Mutter zu Besuch war, nannten alle sie »die Japaner«, obwohl Miyako noch nie die Insel verlassen hatte. Für Miyako bedeuteten der Akzent, das Essen und natürlich die Musik Heimat und Geborgenheit. Vielleicht genoss sie deshalb die kleinen Spielchen mit Taira-san so sehr, sie gaben ihr das Gefühl, dass das Leben draußen unverändert weiterging, dass es ein Okinawa geben würde, wohin sie irgendwann zurückkehren könnte.

Miyako hatte sich in die Küche geflüchtet, um ein paar Minuten Ruhe vor den Patienten zu haben. Das war nicht ganz ohne Risiko, denn wenn Suzuki-san oder ein Offizier sie erwischten, wie sie sich vor der Arbeit drückte, würde sie hart bestraft werden. Zum Glück verirrten die sich selten hierher.

»Na, möchtest du mal wieder beim Kochen helfen?«, fragte Taira-san, die wusste, dass die Arbeit in der Küche für die Mädchen eine willkommene Abwechslung zur ungleich härteren Arbeit mit den Patienten war.

»Ach, das würde ich gerne. Aber dann haben die anderen nur noch mehr zu tun … ich kann sie doch nicht im Stich lassen. Die kleine Tomi weint jede Nacht. Ich glaube, für sie ist es zu viel.« Hilflos sah sie die Frau an.

»Du bist ein gutes Kind, Naaku.« Taira-san strich ihr über die Haare. Miyako fiel ein, wie fettig und ungepflegt ihr Haar sein musste und schämte sich. Das war sie nicht gewohnt. Wahrscheinlich hatte sie auch Läuse. Sie hatte zwar noch keine Laus gefunden, aber einige der anderen Mädchen hatten die kleinen Tierchen in ihren Haaren entdeckt und nun kämmten sie sich gegenseitig immer wieder, um sie loszuwerden. In den ungewaschenen Haaren blieb der Kamm aber ständig hängen und es zog schmerzhaft.

»Wenn das alles zu Ende ist, lade ich dich mal in mein Gasthaus ein. Falls es dann noch steht.«

»Eh? Sie haben ein Restaurant? Da möchte ich unbedingt mal hingehen!«

»Naja, nur ein ganz kleines. Eher eine Küche mit ein paar Tischen.«

»Das klingt sehr gut. Mein Vater isst oft in so kleinen Wirtschaften, wenn er unterwegs ist und er sagt, dass sie ihm lieber sind, als die schicken Restaurants in Tokio. Ich werde ihm sagen, dass ich unbedingt mal zu Ihnen möchte … naja, ich sage es ihm, wenn er wieder da ist.«

»Wo ist er denn?«

»In Birma.«

»Hm. Wie ist es da?« Offensichtlich sagte Taira-san der Name des Landes nicht viel.

»Ich weiß nicht.« Auch Miyako hatte erst in einem Atlas in der Schulbücherei nachsehen müssen, wo das Land überhaupt lag.

»Als er auf Fronturlaub hier war, hat er nicht viel erzählen wollen. Er hat nur immer gesagt, wie froh er ist, dass er Zahlmeister ist und nicht kämpfen muss.«

»Ja, da hat er Glück«, sie machte eine Pause. »Wo mein Mann ist, das weiß nur Gott.«

»Ist er denn auch Soldat?«

»Der?« Sie winkte grinsend ab, als sei das ein völlig absurder Gedanke. »Ach was, dazu ist er zum Glück zu alt. Du weißt es vielleicht nicht, aber inzwischen hat das Militär auch Frauen, Kinder und alte Männer eingezogen. Alle werden gebraucht, um Befestigungen zu errichten, Höhlen anzulegen oder Gräben auszuheben. Den Sohn unserer Nachbarin haben sie auch geholt, gerade 14 Jahre alt war er. Aber schon nach einer Woche haben sie seine Asche in einem Kasten zurückgeschickt. Eine Granate hatte ihn erwischt.«

»Das ist ja furchtbar … aber, eine Granate? Wo kam die denn her?«, flüsterte Miyako, denn es war bei Todesstrafe verboten, über militärische Themen zu sprechen. Auch Taira-san senkte ihre Stimme und sah sich um. Es war aber niemand in der Nähe zu sehen.

»Von einem Schiff. Immer wieder kreuzen die Amerikaner vor der Küste. Und wehe, wenn die sehen, dass sich an Land etwas bewegt …«

»Und … unsere Schiffe?« Miyako dachte an Kikukos Vater in seiner weißen Uniform.

Taira-san schüttelte den Kopf. »Die habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Weiß der Teufel, wo sich unsere unbesiegbare Flotte herumtreibt. Meine Cousine hat mal eine Menge Flugzeuge gesehen, die ganz tief geflogen sind, sie kamen von Norden, wahrscheinlich aus Kyushu. Es waren bestimmt über hundert, hat sie gesagt. So nah sind sie vorbeigeflogen, dass sie die Gesichter der Piloten erkennen konnte. Einer der jungen Burschen hat ihr zugewinkt. Sie meint, das waren Kamikaze.«

»Über hundert? So viele?«, flüsterte Miyako, mehr zu sich selbst. Sie hatte in den Radionachrichten von todesmutigen Piloten gehört, die sich für Kaiser und Vaterland auf feindliche Schlachtschiffe und Flugzeugträger stürzten. Diese tapferen jungen Männer, deren Seelen schon jetzt im Yasukuni-Schrein weilten, seien die Besten, die dieses Land je hervorgebracht hätte, war Kommentar des Radiosprechers gewesen und seine Stimme hatte sich vor Begeisterung fast überschlagen. Miyako konnte sich vorstellen, was ihr Vater kommentiert hätte. Er hätte gesagt, wenn dieses Land keine andere Verwendung für seine »Besten« hätte, als sie zu lebenden Bomben zu machen, könne es ihm gestohlen bleiben. Ihre Mutter hätte sich furchtbar aufgeregt und ihn gebeten, keine »solche Reden« zu führen, vor allem »nicht vor dem Kind«.

»Ja, ihr Mädchen habt es eigentlich noch ganz gut hier. Hier seid ihr sicher und zu essen gibt es auch noch. Wenn auch meistens nur Reisbrei oder Reisbälle.«

»Ich liebe Reisbälle.«

»So? Schade, denn dann hast du daran sicher kein Interesse.« Beiläufig nahm sie ein Tuch weg, das über eine Holzkiste gebreitet war. Darunter kamen hellgrüne, gurkenähnliche Früchte zum Vorschein.

»Goya!«, rief sie freudig aus, »Die habe ich ja ewig nicht mehr gegessen!«

Sie legte den Finger auf die Lippen. »Psst. Muss ja nicht unbedingt jeder wissen, das wir so etwas haben. Obwohl Goya den Herren Offizieren wahrscheinlich ohnehin nicht japanisch genug ist.«

3

Obwohl sie in die gleiche Klasse gingen, hatte Miyako praktisch noch nie mit Kikuko gesprochen. Kikuko war erst vor einem guten Jahr nach Okinawa gekommen; aus Tokio, wie sie betonte. Auf subtile Art ließ sie die Mädchen aus Okinawa immer wieder spüren, dass sie sie für Hinterwäldler und Bauerntrampel hielt. Weil Kikukos Vater ein hoher Offizier in der Marine war, behandelten die Lehrer und der Direktor sie stets mit größtem Respekt und bevorzugten sie nach Kräften.

»Ihr zwei«, wandte sich Schwester Suzuki an Kikuko und Miyako, »schafft das raus.« Sie zeigte auf die Metallkiste mit den amputierten Gliedmaßen. Kikuko stellte sich sofort an das vordere Ende des Containers, um zu ziehen und Miyako ging nach hinten, um zu schieben. Gemeinsam rollten die beiden die Kiste über den unebenen Boden der Höhle Richtung Ausgang.

Miyako betrachtete die beiden akkurat geflochtenen Zöpfe in Kikukos Nacken. Gewiss hatte sie keine Läuse. Vermutlich floss in Kikukos Adern gar kein warmes Blut und die armen Tiere würden elend eingehen, dachte Miyako und musste grinsen.

Als der Kasten über eine kleine Mulde hinwegrollte, schepperte es laut. Miyako graute bei dem Gedanken, wie die Hände und Beine im Innern durchgeschüttelt wurden und zu einem unheimlichen Nach-Leben erwachten.

Plötzlich schnellte eine Hand aus einem der Verschläge und hielt Miyako an ihrer Hose fest. Das Mädchen fuhr zusammen und hielt sich die Hand vor den Mund; um ein Haar hätte sie geschrien.

»Ich weiß, was ihr da habt«, sagte der Besitzer der Hand. Trotz der Dunkelheit in der Höhle hatte er seine Kappe so tief ins Gesicht gezogen, dass Miyako seine Züge nicht richtig erkennen konnte. »Wollen wir das nicht kochen oder grillen? Seid nicht blöd. Wir verhungern hier. Und ihr habt doch auch Hunger. Gebt’s zu, ihr habt euch das auch schon mal überlegt. Oder wollt ihr das etwa alleine essen?«

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