Peter Kunkel - Muzungu Facetten zentralafrikanischer Jahre
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Ein Bild, das allerdings der Vergangenheit angehört. Bei einem Be-such zu Anfang der neunziger Jahre war kaum noch eine Brache zu sehen. Die Dichte der Bevölkerung hatte auf etwa das Doppelte zugenommen, und offenbar könnte niemand es sich mehr leisten, sein Feld auch nur eine Saison unbestellt zu lassen. Und die Kühe? Es gab kaum noch welche…
Groß waren die Felder allerdings wohl nie. Die mühsame Bearbeitung mit Hacke und Machete setzte ihrer Ausdehnung rasch eine Grenze, auch wenn beliebig viel Ackerland verfügbar war. Klima und Boden erlauben zudem eine häufige Fruchtfolge. So kommt man auch bei nur schwach entwickelter Vorratswirtschaft mit verhältnismäßig klei-nen Anbauflächen aus. Fünfmal im Jahr können Bohnen, das Grund-nahrungsmittel in unserer Region, auf demselben Feld geerntet werden oder zweimal Sorgho. Schon Anfang der sechziger Jahre bestimmte allerdings der wachsende Bevölkerungsdruck die Größe der Felder. Die Hofstätten rückten immer dichter zusammen, und zum Mindesten im Gelände um unser Institut herum gab es keinen Hügel mehr, der nur von einer Familie besetzt gewesen wäre. Aber die Anordnung der Kulturen war noch dieselbe, und die Bana-nenstauden hatten mehr denn je die beiläufige Funktion, den allzu genauen Einblick der Nachbarn ins Familienleben zu verhindern. Heute ist es auch damit vorbei.
Die Gehöfte sind einfach angelegt: eine blankgefegte Tenne, nackte Erde, auf der kein Pflanzenwuchs geduldet wird, und darauf ein paar Hütten, die Zimmer der Familie gewissermaßen, zugleich aber auch Ställe: eine für den Pater familias und die Kuh, eine für Frau und kleine Kinder sowie Ziegen und Schafe und eventuell weitere für die heranwachsenden Söhne und Töchter, für Gäste, Vieh und andere Zwecke. Meistens sind es nicht mehr wie zwei oder drei. Eine Feuerstelle, von ein paar Steinen eingefaßt, einige Baumstämme, die auf der Tenne liegen und auf denen man sich niederlassen kann, und ein kleiner runder Hirse- oder Bohnenspeicher aus Sorghostengeln mit spitzem Dach vervollständigen die Anlage, die ein niedriger Zaun aus Stecken oder Sorghostengeln umschließt.
Das Westufer des Kivusees war zu unserer Zeit eine der letzten Regionen Afrikas, in denen die Bienenkorbhütte noch weitgehend in Gebrauch war. Zu Anfang des Jahrhunderts war sie überall im Zwischenseengebiet zu Hause, in Rwanda, Burundi, Südwestuganda und den Gebieten, die sich im Kongo-Zaire und in Tansania an-schließen. In den sechziger Jahren baute man überall, außer in unserem Gebiet, bereits Rundhütten mit Kegeldach und Lehm-wänden oder viereckige wellblechgedeckte Häuser, wie sie inzwi-schen überall die alten Hausformen verdrängt haben. Ein ugande-sisches Fernsehteam, das uns besuchte, geriet über die Bienenkorb-hütten regelrecht in Verzückung: Für diese Leute waren sie etwas bereits unwiderruflich Historisches, und sie fühlten sich in die heroi-schen Zeiten ihrer Väter versetzt.
Auch in den neunziger Jahren konnte man hier und da Bienenkorb-hütten auf dem Westufer des Kivusees finden, als Nebenhütten zum Beispiel und nicht gerade bei gutsituierten Leuten. Es lohnte sich, sie zu suchen, denn eine solche Bienenkorbhütte ist ein faszinierender Anblick. Hier ist das Wesentliche eines Hauses auf allereinfachste Formel gebracht, ähnlich wie bei einem Iglu, ja, zunächst scheint sie nur der Torso eines Hauses zu sein, ein auf den Boden gesetztes Dach. Von der Dachspitze mit ihrem Zentralstab bis zum Boden ist sie gleichmäßig mit Stroh gedeckt. Es gibt keinen Absatz zwischen Dach und Wand. Die Seiten der Bienenkorbhütte werden zwar nach unten immer steiler, aber selbst auf den Boden treffen sie nicht senkrecht auf, sondern fallen leicht schräg nach außen ab. Das Stroh, namentlich wenn es Bananenstroh ist, wird bald nach dem Bau rissig und hängt in Fetzen um das Haus herum. Wäre nicht die Tür, damals oft noch nach alter Sitte aus parallelen Sorghostängeln zusammengebunden, würde man die Hütte eher für einen unordentlichen Heuhaufen halten als für eine menschliche Behausung, deren saubere Konstruktion in Gestalt eines von Schnü-ren zusammengehaltenen Stangengerüsts unter dem Strohmantel verborgen bleibt.
Die Inneneinrichtung der fensterlosen Hütte ist ebenso schlicht wie der Bau selbst. Eigentlich besteht sie nur aus einer oder mehreren Bettstellen am Boden, Rahmen aus Ästen, über die ein paar Matten geworfen sind, und einer zentralen Feuerstelle, deren Rauch sich einen Weg durch die Ritzen des Strohmantels suchen muß und den oberen Teil des Innenraums mit einer glänzenden Rußschicht überzogen hat.
Auch der Hausrat der Familie ist überschaubar: ein irdener Topf zum Kochen, schon in den sechziger Jahren meistens durch eine Aluminiumschüssel ersetzt, eine Kalebasse zum Wasserholen am nächsten Bach, ein paar Schalen, früher aus Holz, zu unserer Zeit aus schreiend bunten, emaillierten Importaluminium, ein großer Holz-löffel zum Umrühren des Bohnenbreis, Strohbesen, Matten und Decken zum Schlafen, Kamm und Rasierklinge, das alles läßt sich ebenso schnell aufzählen wie das, was die Familie sonst noch besitzt: Arbeitsgerät – Hacke, Machete, Beil, Sichel -, Waffen und Jagdgerät – Speer, Schwert, Schild und Hundeglocke –, ein paar Dinge, die man für die heiteren Seiten des Lebens braucht: Tabakpfeife, Trink-kalebasse und Gerät zum Brauen und für den Transport von Bier, Spielbrett, kleine Musikinstrumente, Glasperlenschmuck und oft, bereits zu unserer Zeit zur Tradition gehörend, ein Transistorradio und eine Armbanduhr. Schließlich noch ein paar Körbe und ein Aluminiumkoffer, in denen man etwas aufbewahren kann. Die ganze bewegliche Habe einer Familie läßt sich meistens in ein Tuch schlagen und auf dem Rücken einer Frau davontragen, und so wird es bei Umzügen auch gemacht.
Die Liste ist gewiß nicht vollständig; aber sie umreißt mehr oder weniger den Umfang dessen, was eine bäuerliche Familie an Geräten und Hausrat besitzt. Sie macht vielleicht auch deutlich, daß die Dinge, mit denen sie sich umgibt, verglichen mit ihrem europäischen Gegenpart oft unwahrscheinlich kleine Dimensionen haben. Man halte einmal den Korb oder Aluminiumkoffer, in dem man im Kivuhochland seine Kleidung aufhebt, neben den Kleiderschrank eines deutschen Schlafzimmers. Oder man vergleiche ein Klavier mit einem der Musikinstrumente, die dort gesellschaftlich eine ähnliche Rolle spielen, der nanga etwa, einer achtsaitigen Schalenzither von noch nicht einem Meter Länge, oder der kasayi, die aus einer Kalebasse (neuerdings auch einem ausrangierten, außen verrußten Aluminiumkochtopf) als Resonanzkörper und einem Brettchen besteht, auf das eine Reihe kompliziert gestimmter Eisenspangen gespannt sind.
Die Dimensionen der Geräte sind ebenso auf ein uns gerade noch als funktionsfähig erscheinendes Maß reduziert wie ihre Zahl je Haus-haltung. Man braucht nur etwa die beschriebene ‚Kücheneinrichtung‘ mit dem Instrumentarium zu vergleichen, mit dem die deutsche Hausfrau von jeher dem Essen zu Leibe ging, um zu verstehen, warum die hohe Bevölkerungsdichte im Kivuhochland nur wenig im Landschaftsbild zum Ausdruck kommt: Der Radius der Umwelt, die die Leute um sich herum gestaltend in die Hand nehmen, ist verschwindend klein.
Beschränken sie sich aus Armut? Sicher nicht; denn auch der Häupt-ling des ganzen Landes, das von unserer Bank bis zum See hinunter vor uns liegt, lebte kaum anders. Er war in den sechziger Jahren Herr über neunzigtausend Seelen. Ihm ‚gehörte‘ alles Land ringsum. Er konnte es nach Gutdünken einziehen und neu austeilen, selbst wenn es schon bestellt war, ja, sogar wenn bereits die Ernte darauf heran-reifte. Er hatte Anspruch auf Fronarbeit, Steuern und ‚Geschenke‘, was hieß, daß er jederzeit Sonderauflagen machen konnte, und er machte von alledem eifrigen Gebrauch. Aber er bewohnte ein Gehöft der üblichen Art inmitten seiner Felder, die seine zum Frondienst abkommandierten Untertanen bestellten und unterhielten, nur daß er sich ein paar Bienenkorbhütten mehr hatte errichten lassen. Er hatte sich allerdings, in Anpassung an die neue Zeit, auch ein ‚europäisches‘ Haus bauen lassen; aber gerade an ihm zeigte sich, wie gering die Tendenz zu materieller Entfaltung bei diesen Leuten ist: Trotz seiner praktisch unbeschränkten Mittel (und Vorbildern ganz in der Nähe, nämlich den Häusern unseres Instituts) war es nicht viel größer als ein Nachkriegsschrebergartenhäuschen bei uns und nur mit einem Tisch und ein paar Stühlen möbliert. Er benutzte es als ‚Büro‘ für den Papierkrieg mit den Behörden und um gelegentlich darin ein Glas Bier mit seinen Vasallen zu trinken.
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