Christine Born - Nebel über Pisa

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Nina ist Lehrerin und Single. Privat sehnt sie sich nach einem neuen Partner. In der Schule stößt sie immer mehr auf Probleme. Unterricht und Lernen werden seit einiger Zeit nach Maßstäben der industriellen Produktion beurteilt. Nina zweifelt am Sinn der Evaluation, des Qualitätsmanagements und vieler anderer Reformen im Bildungsbereich. Auf einer Fortbildungsakademie sucht sie nach Inspiration und trifft David, der sich zum Evaluator fortbilden lässt. Ausgerechnet! Mit ihm kann sie aber über alles reden und flirten. Beim Abendkonzert begegnet ihr einen Tag später der Cellist Jorge. Ist einer der beiden neuen Männer ihr Mr. Right? Gibt es eine neue Liebe für Nina? Und wie geht es beruflich weiter?

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Ein Hauch von Grün lag auf der Landschaft draußen. Heute nach dem Mittagessen würde sie auf alle Fälle an dieser Führung durch die Anlage für die Gäste der Fortbildungsstätte teilnehmen.

Im Speiseraum war gar nicht mehr so viel los. Mit einem Kaffee und einem Teller mit einem Brötchen, etwas Butter und Käsescheiben suchte sich Nina einen Platz am Fenster, wo nur ein einzelner Teilnehmer saß. Lust auf Gespräche hatte sie noch nicht. Sie murmelte ein: „Guten Morgen!“, stellte ihre Sachen ab und holte sich dann noch eine kleine Schale Müsli mit Früchten. Als sie gerade dabei war das Müsli zu löffeln, das übrigens hervorragend schmeckte, betrat David den Raum. Nina sah konzentriert auf die Tischdecke und das Blumenväschen mit den kleinen blauen Blüten. Sogar dem Salz- und Pfefferstreuer-Set konnte sie im Moment einiges abgewinnen.

„Guten Morgen. Wie ist das werte Befinden?“ Nina stand innerlich der Mund offen, dieser David war ja nahezu durchtrieben. Gestern Abend hatte er Blondie oder besser gesagt Gabi fertig gemacht und am nächsten Tag ging er schon wieder auf die Pirsch. Nein, so nicht, du Evaluations-Macho! Nicht mit mir! „Guten Morgen“, brummelte sie abwesend und beeilte sich in ihr Käsebrötchen zu beißen. „Der Kurs schlägt wohl auf die Stimmung, was?“, David strahlte sie so an, dass ihr Widerstand schmolz. Was für eine Augenfarbe hatte er eigentlich? Ein strahlendes Dunkelblau mit schwarzem Rand. Und dazu lange schwarze Wimpern. Auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Und dazu dieses Zahnpasta-Smile! So hätte Nina früher mit Stephanie, als sie noch Teenies waren, herumgealbert. David war einfach ein Traumtyp, das fand die blonde Gabi eben auch. Kein Wunder!

„Ja, da kannst du Recht haben“, beeilte sie sich zu sagen. „In meiner Arbeitsgruppe gestern war einiges geboten. Kann man Karriere wirklich nur machen, wenn man über Leichen geht und andere beherrscht? Gibt es überhaupt kooperative Führung? Oder ist das nur ein Märchen?“ „Brav, Prinzessin, brav. Zweifeln ist die beste Grundlage für Denken. Und eigenständiges Denken ist immer noch allem Mediengebrabbel vorzuziehen.“ „Wie meinst du das? Mediengebrabbel?“

„Das meiste, was uns die Medien so darbieten, ist eindeutig präpariert. Man könnte auch sagen, wir werden manipuliert. Und das betrifft natürlich auch das Thema Bildung, ist doch klar. Was offiziell verbraten wird, muss nicht unbedingt mit der Realität übereinstimmen. Man kann humane und soziale Ziele vorgeben und genau das Gegenteil davon in die Wege leiten. Man kann unsoziale Vorgehensweisen verbrämen mit Gerechtigkeit und Humanität, um so Schülern, Eltern und Lehrern bittere Pillen schmackhaft zu machen. Tarnen, Täuschen und Tricksen – du verstehst!“

„Aber warum sollte man die Bevölkerung so reinlegen? Warum sagen die Verantwortlichen nicht, was sie wirklich vorhaben?“ „Weil das, was sie vorhaben nicht unbedingt zum Wohle des Volkes ist. Ganz einfach! Weil es einen Aufstand geben würde, wenn etwa die Eltern merken würden, wie sehr die öffentliche Bildungsversorgung und -qualität in Gefahr ist. Also muss man die Dinge umschreiben, anders verpacken und am besten noch mit wissenschaftlichen Studien belegen. Dazu engagiere man noch Popstars der Pädagogik am besten mit einem netten Schweizer Dialekt, wobei man mit dem Honorar nicht knausrig sein darf. Diese Innovatoren brauchen ein angemessenes Domizil, vielleicht ein kleines Palais in irgendeinem Kanton mit Blick auf die Alpen, wo sie ihre pädagogischen Visionen entwickeln können. Das kreative pädagogische Potenzial erhöhte sich dann noch einmal durch die eigene Yacht.

Auch Gehirnforscher sind sehr beliebt. Ein Scanner, in dem man Gehirnareale sichtbar machen kann, ist eine gewinnbringende Investition, bringt richtig Kohle ein und man kann so einiges auf Grund solcher Untersuchungen behaupten! Diese Gehirn-Gurus, gerne ohne eigene intensive Unterrichtserfahrung, ziehen dann für die Bildungspolitiker, -stiftungen oder -firmen durch die Lande und verbraten die neuesten Strategien. Sie vernetzen sich in einer Politik der Projekte.

In Form von lockerem Edutainment in Kick-off-Veranstaltungen findet dann das pädagogische Brainwashing statt. Nach dem Motto: Es darf auch mal gelacht werden! Pädagogik kann richtig locker sein. Das hättet ihr wohl nicht gedacht! Am besten lässt man das Auditorium noch auf einem Bein hüpfen und sich mit der linken Hand ans rechte Ohrläppchen fassen, um die Gehirnhälften auszugleichen, versteht sich. Anschließend erlebt man ein pädagogisch euphorisiertes Publikum, das mit glänzenden Augen zu allen Reformen bereit ist, die angepriesenen Bücher zum günstigen Kongresstarif kauft, auf Autogrammjagd geht und einem auch ansonsten aus der Hand frisst.“

Nina musste nun doch lachen: „Das artet zu einer Grundsatzdiskussion aus. Und wir Lehrer haben doch ganz andere Sorgen und die Eltern und Schüler auch. Außerdem muss ich in meinen Kurs, sonst wird Herr Bucher sauer. Er mag es nicht, wenn man zu spät kommt.“ „Stimmt, du hast Recht, ich muss mich auch beeilen.“ Nina stand auf und grinste David an: „Na, dann viel Spaß beim Evaluieren!“ „Klar! Ich liebe es“, lachte David, „dieser Evaluatorenkurs ist XXL. Wir müssen sieben Module besuchen, wir sind jetzt im vierten. Und alle finden hier statt. Ich fühle mich langsam zuhause. In der Rezeption sagen sie schon „Dovele“ zu mir - so nennt man hier in der Gegend die kleinen Jungs, die David heißen - und geben mir mein Lieblingszimmer im ersten Stock. Es ist groß, hell und mit Schreibtisch sowie zwei gemütlichen Sesseln ausgestattet. Kannst es dir gerne mal ansehen.“ Nina lachte und machte sich auf Richtung Pestalozzisaal. Dieser Einladung von Dovele würde sie auf keinen Fall Folge leisten.

Herr Bucher ließ heute neue Arbeitsgruppen entstehen, ein Glück. Dieses Mal war Nina zusammen mit ganz neuen Personen, die sie nur aus den kommunikativen Übungen am Anfang des Kurses kannte. Sie waren wieder zu viert, zwei Männer und zwei Frauen, und sollten ihre Konfliktfälle erörtern, sich dann für einen entscheiden und diesen im Rollenspiel darstellen. Vorher gab es eine halbe Stunde Tipps zur Gesprächsführung in Konfliktfällen. Diese Anregungen sollten in das Rollenspiel einfließen. Herr Bucher ließ den Gruppen den gesamten Vormittag Zeit zur Besprechung und Erarbeitung. Er wollte keinen Druck ausüben. Am Nachmittag sollten die Konfliktfälle und eine Lösungsstrategie im Rollenspiel vorgestellt werden.

Ninas Arbeitsgruppe zog sich mit Stühlen und Schreibzeug bewaffnet in eine Ecke des Pestalozzisaals zurück. Man stellte sich noch einmal kurz vor und einigte sich auf das Arbeits-Du. Es war ein weiterer Realschullehrer in der Gruppe, Michael, eine Grundschulrektorin, Susanne, und Andreas, ein Hauptschullehrer. In der Gruppe herrschte eine ruhige offene Atmosphäre. Keiner meinte, er oder sie müsse die Führung übernehmen. Also keine Dragoner an Bord, dachte Nina. Ein Glück.

Michael begann zu erzählen. Er hatte Probleme mit seinem Schulleiter, der ihm Steine in den Weg gelegt hatte. Bei einem Wettbewerb um das schönste Klassenzimmer, den der Rektor selbst initiiert hatte, hatte er mit seiner zehnten Klasse Ideen entwickelt und ehrgeizig gearbeitet. Er hatte seine Klasse zur Teilnahme motiviert, obwohl einige Schüler – er arbeitete an einer Brennpunktschule in einem Migranten-Vorort von Karlsruhe - schon total frustriert waren und eine Keine-Chance-Haltung eingenommen hatten. Zuerst einmal hatten die Schüler ein Wandfries mit allen Sternzeichen hergestellt. Das Sternzeichen Stier etwa wurde aus Zeitungspapier gerissen und in kleinsten Stückchen liebevoll aufgeklebt. Andere Sternzeichen malten die Schüler. Sie waren kreativ und mit Freude dabei. Diese Unterrichtsstunden waren also echte pädagogische Highlights. Auf jeden Fall entstand so eine Sternzeichenreihe, die oben an einer Längswand aufgehängt wurde. Zwei Mädchen, die fleißigsten und klügsten in der Klasse überhaupt, Ann-Katrin und Ines, hatten Zeitschriften durchgeblättert und waren begeistert, als sie die Jungfrau schon völlig komplett vorfanden. Sie räkelte sich mit schwarzen Handschuhen auf einem Sofa, Zigarettenspitze, schwarze Strümpfe mit kurzem Höschen drüber und oben natürlich ohne. Sie schnitten die hotte Lady aus und klebten sie auf lila Karton. Dass es sich um die Jungfrau handelte, wusste jeder. Eine herrliche Ironie!

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