Christine Born - Nebel über Pisa

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Nina ist Lehrerin und Single. Privat sehnt sie sich nach einem neuen Partner. In der Schule stößt sie immer mehr auf Probleme. Unterricht und Lernen werden seit einiger Zeit nach Maßstäben der industriellen Produktion beurteilt. Nina zweifelt am Sinn der Evaluation, des Qualitätsmanagements und vieler anderer Reformen im Bildungsbereich. Auf einer Fortbildungsakademie sucht sie nach Inspiration und trifft David, der sich zum Evaluator fortbilden lässt. Ausgerechnet! Mit ihm kann sie aber über alles reden und flirten. Beim Abendkonzert begegnet ihr einen Tag später der Cellist Jorge. Ist einer der beiden neuen Männer ihr Mr. Right? Gibt es eine neue Liebe für Nina? Und wie geht es beruflich weiter?

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Ja, das konnten einige Führungspersonen auf allen Ebenen des Bildungswesens gut - verbale Attacken reiten und einschüchtern. Die Stimmen wechselten dann gewöhnlich in ein aggressives Stakkato und es fühlte sich an, als bekäme man einen Schlag nach dem anderen in die Magengrube verpasst. Die verbale Gewaltanwendung musste im Verborgenen und ohne Zeugen ablaufen, klar. Wenn man die Schulleitung alleine im Treppenhaus traf oder in ihrem Büro unter vier Augen. Und solche verbalen Schläge gab es nicht zu knapp, wenn ein Lehrer in den Augen der Führung etwas verkehrt gemacht hatte, sich nicht sofort flexibel allem beugte oder einfach nicht erwünscht war, dass er zu viel mitdachte oder sagte. Da tobten sich die aggressiven Führungsemotionen mit ihren Ängsten vor Machtverlust noch viel zu oft ungehemmt und unreflektiert aus. Von den „Untergebenen“ forderte die Leitung Teamhandeln, Wir-Bewusstsein und systemisches Denken, während sie sich selbst von ihren ungeklärten Machtängsten leiten ließ und ausfällig wurde.

Und Frauen im Bereich Pädagogik ließen sich zum Glück immer noch besonders gut einschüchtern! Sie waren butterweich und emotional, Seelchen, die nicht gewappnet waren, die man mit einigen rhetorischen Tricks und der guten alten Hinterhältigkeit locker aus der Bahn werfen konnte. Gerne fingen sie sogar noch zu weinen an und schwangen dann schnell die weiße Fahne, weil sie Angst vor Ärger und eben Konflikten hatten. Sie waren einfach nicht geschützt und wussten nichts von Hinterhältigkeit, während die Intrigenintelligenz bei Führungspersonen und ihren Zuträgern wesentlich ausgereifter war.

Gerade die Seelchen, die von ihrem Potenzial selbst nicht einmal etwas ahnten, wurden schon einmal rein prophylaktisch eingeschüchtert, damit sie ja nicht auf die Idee kamen an den Fähigkeiten ihrer Chefs oder ihrer Chefinnen zu zweifeln. Das Wachstum und die Entfaltung dieser intelligenten aber wenig wehrhaften Frauen waren nicht erwünscht. Vermutlich von Geburt an. Dass solche verbalen Attacken kränkten und das Vertrauen zerstörten, interessierte das Leitungspersonal überhaupt nicht. Im Gegenteil, sie begriffen die Angst, die sie erzeugten und von der nach einer solchen Attacke immer ein Rest blieb, als Garant für ihre Herrschaft.

Und als Tüpfelchen auf dem i des autoritären Gehabes konnte man der Eingeschüchterten dann in einer dienstlichen Beurteilung bescheinigen, dass sie kaum Eigeninitiative und Durchsetzungsfreude zeigte. Sie wollte eben einfach keine Verantwortung übernehmen. Einfallsreichtum Fehlanzeige, Frau Sowieso! Und wenn die Lehrerin aus Verunsicherung niemals auf etwas beharrte und sich möglichst alles aufschrieb, dann hatte sie eben keine Merkfähigkeit. Zurückhaltung aus Ängstlichkeit, erzeugt durch An- und Übergriffe der Leitung, wurde hingegen als fehlendes Verhandlungsgeschick festgehalten.

Ganz ausgekochte Führungskräfte hängten an die massive verbale Attacke, deren Schläge beim Gegenüber eine gewisse Benommenheit erzeugten, noch eine Art Weichwaschgang an. Das heißt, sie wechselten von kalt nach kuschelig – und sprachen zum Abschluss überraschend freundlich-emotionale Worte. Diese Endphase sollte das Opfer wieder stabilisieren, damit man ihm die verbale Gewalterfahrung nicht zu sehr anspürte und es besänftigt von dannen wankte. Denn Ärger mit Anwälten oder Personalräten wollte ja auch keiner.

Aber die Themen Hierarchie, Macht, Angst und Einschüchterung kamen gar nicht so oft in Buchers Vortrag vor. Irgendwie wurde diesbezüglich immer gerne verschleiert und nicht ehrlich darüber gesprochen, wunderte sich Nina. Dabei hatte sie selbst bei einigen Kollegen mitbekommen, dass es Vorgesetzte gab, die ihren Untergebenen auf maliziöse Art den Weg verbauten. Es ging ihnen weniger ums Gewinnen, sondern vielmehr darum, die Untergebenen daran zu hindern, das zu erlangen, was sie sich am meisten wünschten. Machtgeübt und menschlich frustriert mussten sie nicht lange über entsprechende Mittel und Wege nachdenken.

Bucher thematisierte gerade die Gesprächsführung in Konflikten, erwähnte erst Carl Rogers Ansatz, dann Schulz von Thun und später die Transaktionsanalyse. Das kannte Nina schon aus dem Studium vor etlichen Jahren. Trotzdem eine interessante Zusammenfassung, Wiederholungen schadeten ja nicht. Kommunizierten manche Führungskräfte oder auch Kollegen nicht permanent aus dem Eltern-Ich?

Auf jeden Fall gab es nach dem Input Gesprächsbedarf und Bucher teilte in kleine Diskussionsgruppen ein. Geschickt wie er war, bestimmte er nicht selbst, sondern ließ Farbkarten entscheiden. Nina war bei den Blauen. Sie waren zu viert und bekamen eine bequeme Polster-Sitzgruppe im Eingangsbereich des Tagungshauses zugeteilt. Bunte Kärtchen, Filzmarker, Packpapier - dem Gestaltungswillen waren kaum Grenzen gesetzt. Im Gespräch sollten Lösungsstrategien bei Konflikten aus dem eigenen beruflichen Erfahrungsbereich abgebildet werden.

Die Blauen waren über 40, Rolfie, der Schwarzwälder, gab als Konrektor den Ton an und Nina erklärte sich bereit, das Plakat zu beschriften. Aber Silke, zierlich und zielbewusst, machte ihr einen Strich durch die Rechnung und wollte das kooperativ lösen. Das Zauberwort „Kooperation" wurde besonders gerne von tendenziell Machtgierigen verdreht und verwendet. Viele Köche verderben den Brei, dachte Nina. Aber jetzt konnte sie nicht mehr aussteigen und war auf Gedeih und Verderb zum Gestalten im Tandem verdammt. Daniela, Nummer vier, war schon 50 + und verstand es geschickt, sich zu entziehen. Sie lächelte weise und bedankte sich so für den Aktionseifer ihrer drei Teampartner.

Rolfie startete mit best practice Lösungen aus seinem Berufsalltag als Konrektor an einer Realschule. Er war auf Zack und trieb seinen Kollegen mit seinem pädagogischen Eros fast die Tränen der Empathie in die Augen. Da hatte er doch einem Schüler geholfen, der von seinem Klassenlehrer anscheinend einfach untergebuttert worden war, weil er nicht sportlich war und Übergewicht hatte. Ein Mist, dass es das Beamtentum noch gab für Lehrer. Einen solchen Kerl sollte man hochkant hinauswerfen. Alle nickten betreten.

Und eine Kollegin, die Kompetenzraster, mit denen die Schüler sich leistungsmäßig selbst einschätzen sollten, einführen wollte, war gemobbt worden. Man hatte sie einfach ausgelacht, als sie bei der Gesamtlehrerkonferenz erklärt hatte, diese Raster würden den Lehrern die Arbeit erleichtern. Kollektives Auslachen und Nicht-ernst-nehmen - das war Mobbing! Er hatte das Kollegium zur Rede gestellt und darauf hingewiesen, dass Innovationsbereitschaft fester Bestandteil des Leitbildes der Schule war. „Jeder hier im Raum hat dieses Leitbild unterschrieben. Hier geht es um die richtige Haltung!", hatte Rolfie zu bedenken gegeben.

So hatte er Mobbing gestoppt. Ihm, Rolf, sei völlig klar, dass seine Innovationskompetenz und seine Helikopterfähigkeit auf ganz, ganz hohem Level seien. „Es geht darum, Einwände, Bedenken und Ängste ernst zu nehmen, ohne eine grundsätzliche Ablehnung Veränderungen gegenüber zu akzeptieren. Wir sollten die Kundenorientierung, und Schüler und Eltern sind unsere Kunden, in den Fokus stellen. Es gilt zum Marschieren auf einem neuen Weg einzuladen“, führte er aus. Hatte er übers Wochenende gar ein Fachbuch über strategische Unternehmensführung studiert? Alle waren sprachlos. Rolfie sah sich als Gestalter tiefgreifender lokaler Veränderungsprozesse. Hier war einer informiert, setzte etwas um und vor allem Grenzen. Das war ungemein wichtig in der pädagogischen Welt. Kinder brauchten Grenzen und Lehrer anscheinend erst recht. Aber vor allem brauchten alle die richtige Haltung, das war angesagt und alternativlos. Nur so ließ sich Professionalität erwerben. Alles war eine Frage der richtigen Haltung! Jawoll!

Wie sollten jetzt Rolfies Konfliktlösestrategien auf dem Plakat abgebildet werden? Es ging um Mut und Hinsehen statt Weggucken, meinte er. Gegen Hinsehen war auch gar nichts einzuwenden, aber jeder sah eben woanders hin, dachte Nina. Selektive Wahrnehmung war ein ganz alltägliches Phänomen. Und als sehr mutig schätzte sie Lehrer schon gar nicht ein. Aber Silke schrieb mit dickem schwarzen Stift schon eifrig auf das Plakat: Hinsehen statt Weggucken. Rolfie fühlte sich verstanden und strahlte Silke an.

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